The 100 3x16

Clarke (Eliza Taylor) lebt auch in der Episode Perverse Instantiation (2) ihre Aufmerksamkeitssucht weiter aus. Doch das ist ja nichts Neues. Das dritte Staffelfinale der Serie The 100 hat jedoch auch zahlreiche noch nie gesehene Seiten zu bieten. Vor allem das überraschend hoffnungsvolle Ende sticht aus dem Rest der Serie heraus.
You don't ease pain. You overcome it, and we will.
Die allgemeinen Vermutungen sind eingetreten: Clarke nutzt das Blut der hirntoten Ontari (Rhiannon Fish) um sich selbst zu Lexas Nachfolgerin zu machen. Immerhin hat sie den Segen ihrer Vorgängerin sicher und den Flame-Keeper auf ihrer Seite. Gewappnet mit dem Commander-Chip macht sie sich auf in die City of Light um den Ausschalter für A.L.I.E. (Erica Cerra) zu finden.
Das Wichtigste zuerst: Dort trifft sie auf Lexa (Alycia Debnam-Carey), die ihr hilft, sich durch die Horden der Gegner zu kämpfen. Wir wussten, dass das passieren würde, dass das Staffelfinale ein Wiedersehen mit der so unglücklich Gegangenen ergeben würde. Doch selbst mit dieser Erwartung ist ihr Auftauchen überraschend und wunderbar. Das zeigt einmal mehr, wie wundervoll die Darstellerin mit der Rolle und die Rolle mit der Story harmonieren, was für eine erinnerungswürdige Figur Lexa ist. Kein Wunder, dass die Serie nach ihrem Abschied abgebaut hat. Es ist die Enttäuschung über ihren Tod, aber auch das Vakuum an Charisma, dass sie hinterlassen hat. Vielen Konflikten fehlt der Biss. Man bemerkt den Mangel an starken Figuren schnell, wenn man Episoden lang die verzweifelten Versuche der Autoren verfolgen muss, eindimensionalen Figuren wie Pike (Michael Beach) mehr Charakter zu verleihen.
Ihre Rückkehr wäre überraschend sicher noch wirkungsvoller gewesen, aber auch so gibt es daran wenig auszusetzen. Clarke und Lexa bekommen die Gelegenheit zu einer emotionalen Verabschiedung, Lexa bekommt die Möglichkeit, als Kriegerin und nicht als aus Versehen Angeschossene in Erinnerung zu bleiben. Das alles hätte man ja auch schon beim ersten Abschied haben können, wenn die Autoren ein bisschen mehr Feingefühl für die Figur an den Tag gelegt hätten, aber besser spät als nie.
Neben Lexas Rückkehr ist der Ausflug von Clarke in die City of Light ein genereller Erfolg. Sie streitet sich mit Jasper (Devon Bostick) und mit A.L.I.E. selbst über den richtigen Weg. Und bringt dabei den besten Spruch der Staffel an: „You don't ease pain. You overcome it, and we will.“
Die Autoren schießen manchmal übers Ziel hinaus und verschätzen sich in der Vorarbeit, so dass manche Szenen nicht emotional sondern unverdient und übertrieben wirken. Dazu gehört ein bisschen auch die Dramatik der ersten Minuten, als Clarke verzweifelt ruft, dass Abby (Paige Turco) nicht sterben dürfe, weil sie sie brauche. Blutsverwandtschaft alleine rechtfertigt die Tragik nicht, vor allem weil wir schon oft gesehen haben, dass Clarke ihre Mutter nicht im eigentlichen Sinne braucht. Sie legt Wert auf ihre Meinung, sicher, doch so richtig nahe waren die beiden sich meistens nicht.
In der Tat hat A.L.I.E. gute Argumente Clarke gegenüber. In der City of Light kann sie sich von den Zweifeln und den Schuldgefühlen befreien, die ihre Entscheidungen als Anführerin ihr aufgebürdet haben.
Doch Clarke will die Abkürzung zum Hologramm-Glück nicht, sie hält weiter an der echten Welt fest und verlangt freie Entscheidungen für alle. Nur wer durch den Schmerz geht, sich mit seinem Leben wirklich auseinandersetzt, kann auch wahre Freude empfinden - so die Devise. Und wie schön das sein kann, sehen wir am Ende der Episode Perverse Instantiation (2), als die von der AI Gekaperten ihr Bewusstsein, ihre Erinnerungen und ihren Schmerz zurück bekommen und auf Menschen treffen, die ihnen beistehen und ihnen durch das Leid helfen. Unter anderem dürfen wir Jasper dabei begleiten, wie er von Monty (Christopher Larkin) in Empfang genommen wird und natürlich dem Wiedersehen von Kane (Henry Ian Cusick) und Abby beiwohnen.
Das Licht am Ende des Tunnels - und die Dunkelheit
In den letzten Minuten brechen die The 100-Macher mit der Tradition uns etwas Verwirrendes und Weltveränderndes zu zeigen. Stattdessen nutzen sie die Gelegenheit, eine Rechnung zu begleichen. Aus dem Nichts heraus bringt Octavia (Marie Avgeropoulos) Pike um. Natürlich passiert das nicht völlig aus dem Blauen heraus, alle erinnern sich gut daran, wie Pike Lincoln (Ricky Whittle) umgebracht hat. Doch die beiden treffen in der Schicksalsstunde nicht zum ersten Mal aufeinander, ganz im Gegenteil, kurz zuvor rettet Pike Octavia noch das Leben. Dass sie ihn letztendlich tötet, wirkt dann also überraschend. Kein unbedachter Satz, keine Kränkung, keine Erinnerung an das Geschehene löst ihre Aktion aus.
Auch das gehört zu dem freien Willen und der eigenständigen Entscheidung, die Clarke gefordert hat. Octavia entscheidet sich dafür, dass Blut weiterhin Blut heraufbeschwört. Und sie tut es mit leeren Augen, nicht im Eifer des Gefechts, nicht übermannt von Emotionen, sie tut es berechnend und kalt.
Und legt auch damit einen kleinen Grundstein für die neue Ordnung der Welt, in der A.L.I.E. nicht mehr den Ton angibt. Doch Rettung ist das auch noch nicht, wie Clarke am Ende sagt. Doch ob alles, was A.L.I.E. über das Ende der Menschheit sagte, auch zutrifft, ist noch nicht klar.
Fazit
Letzendlich bringt die Episode Perverse Instantiation (2) die Staffel so zu Ende, wie man es erwarten durfte. Clarke macht sich dank Ontaris Blut selbst zum Commander, um dadurch A.L.I.E. zu besiegen, die ihrerseits keinen Psychotrick unversucht lässt. Unterwegs trifft sie auf Lexa, die eine zweite Chance auf einen besseren Abschied gekonnt nutzt.
Überraschend ist die Hoffnung, mit der die Figuren aus der Staffel gehen. Sicher, in der letzten Minute steht ein Mord im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, aber abgesehen von Octavias Rache liegen sich alle in den Armen und freuen sich über den Sieg gegen die Künstliche Intelligenz. Ein bisschen fühlt das Ganze sich an wie ein Serienfinale. Besonders weil die The 100-Autoren zuvor stets mit verstörenden letzten Minuten eine Staffel ausklingen ließen.
Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 20. Mai 2016The 100 3x16 Trailer
(The 100 3x16)
Schauspieler in der Episode The 100 3x16
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?