The 100 3x05

In der Episode Hakeldama sehen wir uns mit einem weiteren Massaker konfrontiert. Und als wäre das nicht schon genug, um die Sky Crew und die Grounder ins Chaos zu stürzen, macht sich auch noch Jaha (Isaiah Washington) auf den Weg ins Camp. Das Desaster ist perfekt in dieser The 100-Stunde.
Someone has to take the first step. Let it be you.
Pike (Michael Beach) und seine Grüppchen kehren zu Beginn der Episode von einem Massaker zurück ins Camp. Sie haben die Grounder, die zum Schutz der Sky Crew zurückgeblieben sind, regelrecht abgeschlachtet, und selbst dabei keine einzige Verletzung davongetragen. In der Geschichte um den neuen Kanzler steckt also durchaus ein Rätsel, doch für den Moment geht es vor allem darum, die Entscheidung zu dieser Tat und dem damit verbundenen Weg zu beleuchten. Die The 100-Autoren machen das am Beispiel von Bellamy (Bob Morley) - in der Tat ist seine Beteiligung am rätselhaftesten. Die anderen Verbündeten von Pike haben entweder nie eine längere Periode des Friedens mit den Groundern erlebt oder wurden zu oft zum Opfer der Umstände. Letzteres trifft in gewisser Weise auch auf Bellamy zu.
Doch anders als die namenlosen Menschen, die in Mount Weather umgekommen sind, hat er Einfluss auf die Entwicklung. Er selbst ist an den Entscheidungen beteiligt, die zu den Ereignissen geführt haben. Er kann sich schwerlich auf die Ausrede verlegen, dass er den Mächtigen nicht traut und sich als Spielball einer kleinen Elite fühlt.
Nein, er fühlt sich als Spielball von Clarke (Eliza Taylor) ausgenutzt. Er fühlt sich alleine gelassen, nachdem sie in die Wälder abgehauen ist. Er wirft ihr vor, ihn zurückgelassen und Menschen geopfert zu haben, die ihm vertrauten. Bellamy ist in der Falle des Statthalters gelandet. Er ist nicht selbst der, der die großen Entscheidungen trifft, doch er ist der, der diese vor der Basis durchsetzen und verteidigen muss. Und er muss schnell reagieren, wenn es wie in der letzten Episode darum geht, eine akute Gefahr abzuwenden. Doch er wurde reingelegt und das hat zum Tod zahlreicher Menschen geführt. Bellamy hat in der Tat keine Glückssträhne gehabt in der jüngeren Vergangenheit. Aber zu Pike überzulaufen ist trotzdem ein seltsamer Zug für jemanden von seinem Charakter.
Bellamy ist der Anker der Geschichte. Ohne ihn wäre Pike ein wahnsinniger Anführer - gewählt von niemandem, den wir kennen. Und damit hätten Abby (Paige Turco) und die anderen einfach ihre Leute versammeln und Pike und seine wieder fortziehen lassen: Dahin, wo sie vor nicht allzu langer Zeit herkamen. Oder sie hätte gehen und das Camp opfern können. In jedem Fall wäre die Zwickmühle wesentlich kleiner, hätte Bellamy sich nicht auf die Seite des Aufrührers geschlagen.
Weiterhin befremdlich kommt in dieser Storyline hinzu, dass es sich in einigen Aspekten um eine Wiederholung von Ereignissen aus den ersten Staffeln handelt. Wie einst Finn haben nun Bellamy und Pike Blut an den Händen und den Zorn der Grounder auf sich gezogen. Doch genau an dieser Stelle wird es interessant, denn plötzlich ist etwas anders.
Und das ist nur Lexa (Alycia Debnam-Carey) zu verdanken, denn sie lässt sich auf Clarkes Bitten ein. Die Sky-Crew-Beauftragte ohne offiziellen Titel wirft sich und ihre Leute vor Lexas Gnade.
Nur die Grounder-Kommandeurin kann den drohenden Krieg verhindern, indem sie auf Rache verzichtet. Clarke verlangt von ihr, dass sie ihre Art ändert - nicht auf Rache zu bestehen und den Kreislauf der Gewalt zu beenden. Und Lexa springt darauf an. Schon im ersten Moment muss sie sich dafür Indra (Adina Porter) gegenüber rechtfertigen. Diese Entscheidung entspricht ganz und gar nicht der Grounder-Art.
Die Autoren der Serie The 100 haben stets ein besonderes Interesse daran, zu beobachten, wie Entscheidungen getroffen werden, was daraus entsteht, wie Zufall und Timing in die Konsequenzen spielen. Und wie lange ein Mensch braucht, um zu brechen. Die beiden Entscheidungen, die Bellamy und Lexa gerade treffen, kommen ungewöhnlich überraschend. Die Erklärungen bleiben blass und die Motivation kann man nur bruchstückhaft nachvollziehen. Doch wir dürfen gespannt sein, wie es weitergeht. Die Story ist nun in der dritten Staffel angekommen und es können auch nur neue Dinge entstehen, wenn jemand sich verändert, wenn nicht immer die gleichen Fehler wiederholt werden. Ob Lexas Entscheidung nun als Weisheit oder als Schwäche in die Geschichte eingehen wird, bleibt abzuwarten.
If we get her, the others will come!
Auch in der zweiten Storyline der Episode Hakeldama geschieht etwas Neues. Jaha ist nun ganz offiziell zum Sektenführer geworden und provoziert damit bei Abby und den anderen ein mildes Lächeln. Seine erste echte Chance ist Raven (Lindsey Morgan), die genau das richtige Opfer für diese Sache ist. Sie hat gerade zum ersten Mal direkt ins Gesicht gesagt bekommen, dass es für sie kein Zurück in ihre alte Normalität gibt. Es gibt keinen Kampf mehr, den sie gewinnen kann. Und das ist besonders schwierig für eine Kämpfernatur wie sie. Sie muss sich an ihre neuen Umstände gewöhnen und sich in diesem Leben einrichten. So, wie es alle irgendwann in der Jugendzeit machen müssen, doch Ravens Voraussetzungen haben sich signifikant verändert und das ist meistens noch härter: Sich mit einer Situation abzufinden, die man bereits anders gewohnt ist.
Abby hat ihr mit diesen deutlichen Worten für den Moment jede Hoffnung genommen, doch es sollte ein heilsamer Schock sein. Schließlich war die Hoffnung, an die sie sich festgeklammert hat, eine trügerische. Doch Jaha bringt ein Argument vor, dem man nur schwierig widersprechen kann: Er fragt, was sie zu verlieren hat. Doch welchen Schaden Versuche dieser Art verursachen können, weiß man meist erst hinterher.
Raven braucht nicht lange, um einzuknicken. Noch am Ende der Episode Hakeldama nimmt sie die ominöse Oblate zu sich und trifft damit auf A.L.I.E. (Erica Cerra), die nun ganz offenbar nur von denen gesehen werden kann, die sich zumindest darauf eingelassen haben oder dazu gezwungen worden sind.
Was wissen wir bis jetzt über Jaha und seine neue Pseudo-Religion? Der Tod ist für ihn nicht das Ende. Ganz im Gegenteil - der Tod ist offenbar ein Weg, in die City of Light zu kommen. Die sagenumwobene Stadt ist also kein realer Ort, sondern eher ein Zustand, ein Gedankenspiel. Die ganze Sache scheint im Moment keine großen Auswirkungen auf die Geschichte zu haben. Doch A.L.I.E. ist vermutlich verantwortlich für das Ende der Menschheit. Und damit dürfte sich um Jaha und Raven gerade ein Problem zusammenbrauen, das den Krieg mit den Groundern wie eine Sandkastenrauferei aussehen lässt.
Fazit
Die Episode Hakeldama holpert ein bisschen vor sich hin, während wir versuchen, nachzuvollziehen, wie ein Eindringling wie Pike nicht nur die Mehrheit der Wähler sondern auch Bellamy auf seine Seite ziehen und mit einer Handvoll Leute ein Massaker ausführen konnte.
Doch letztendlich sind diese und andere Veränderungen der Story zuträglich. Vielleicht versteckt sich ja noch ein Geheimnis irgendwo. Ebenfalls hoffnungsvoll macht die Tatsache, dass Jaha jetzt immerhin wieder im übergreifenden Handlungsbogen angekommen ist.
Trailer zur nächsten Episode der US-Serie „The 100“, „Bitter Harvest“ (3x06):
Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 19. Februar 2016The 100 3x05 Trailer
(The 100 3x05)
Schauspieler in der Episode The 100 3x05
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