The 100 3x04

Während sich in Polis ein Kampf zwischen den Grounder-Alliierten entwickelt, braut sich im ehemaligen Camp Jaha in der Episode Watch the Thrones eine Revolte zusammen. Und wir müssen im Hinterkopf behalten, dass Geschichte von den Gewinnern geschrieben wird.
Do you ever talk about anything other than your death?
Fassen wir kurz zusammen, was in dieser The 100-Episode in Polis passiert: Lexa (Alycia Debnam-Carey) wird von ihren Alliierten betrogen und von der Königin der Ice Nation, Queen Nia (Brenda Strong), zu einem Kampf um die Macht herausgefordert. Clarke (Eliza Taylor) will ihre Freundin nicht einfach ihrem Schicksal überlassen und versucht, mit Gift und Intrigen die ungeliebte Anführerin der Ice Nation loszuwerden.
Doch den Kampf kann sie nicht verhindern. Lexa sieht sich dem verstoßenen Sohn Nias gegenüber, dem uns bereits bekannten Roan (Zach McGowan), der von seiner Mutter ins Rennen geschickt wird. Lexa zeigt sich als bessere Kämpferin, doch statt ihrem Gegner den Todesstoß zu verpassen, richtet sie den Speer auf die Königin und bringt Nia um. Im gleichen Atemzug ernennt sie Roan zum neuen König seines Volkes und später bedankt sie sich bei Clarke für die Unterstützung.
Rollen wir die Sache vom Ende her auf und schauen uns das Gespräch zwischen den beiden Anführerinnen am Ende an. Clarke weist Lexa darauf hin, dass sie von ihren Botschaftern betrogen wurde, doch die entgegnet nur, dass die getan haben, was am besten für ihre Leute sei. Das ist keine Entschuldigung, aber eine sehr wichtige Erklärung für Lexas Verhalten am Ende der zweiten Staffel.
Im Grunde ist diese Sichtweise nicht neu, Lexa hat stets betont, dass in der großen Politik für sie kein Platz für Gefühle sei. Doch nun sehen wir, dass sie sich auch daran hält, wenn es schmerzhaft für sie selbst ist. Sie kennt keine verletzten Gefühle, keine persönliche Beleidigung. Sie trennt ihre Funktion von sich selbst sehr scharf ab und lässt keine Überschneidungen zu.
Bis zu dem Moment, in dem sie Clarke für deren Unterstützung dankt. Lexa wird in Bezug auf Clarke weicher, sie fängt an, Gefühle zuzulassen, die sich mit dem Geschehen rund um den Thron vermischen. Diese Veränderung wird früher oder später zum Konflikt führen, vielleicht, weil jemand es erkennen und ausnutzen wird, vielleicht aber auch, weil Lexa sich in einem Moment, in dem sie stark sein sollte, für ihre Gefühle entscheidet. In jedem Fall fühlt es sich an, als wenn man einer dem Untergang geweihten Beziehung zusieht, wenn Clarke Lexa auf dem Bett verarztet.
Doch für den Moment hat Lexa wieder die Umstände und ihre physische Stärke richtig eingeschätzt und die Situation gerettet. Wenn wir nun sehen, wie sie ihren eigenen Nachfolger heranzüchtet, dann kann man sich vorstellen, durch welche Schule Lexa selbst gegangen ist, um so zu werden, wie sie heute ist. Die frühe Vorbereitung erklärt auch, wie Lexa in ihrem Alter schon so weitsichtig sein kann.
Die Szene, in der ausgerechnet Clarke Aiden aufgrund seines Alters ablehnt, scheint fast absurd zu sein, schließlich führt die gerade mal 18-jährige ja ein ganzes Volk an. Und das macht sie besser, als die anwesenden Erwachsenen es können.
Dass Lexa selbst zum Kampf antritt, erscheint nur logisch. Sie sieht sich als Anführerin ihres Volkes. Wenn sie das verliert, verliert sie auch ihre Lebensberechtigung. Später stellen wir fest, dass sie sich außerdem selbst gewählt hat, weil sie eine exzellente Kämpferin ist.
Doch so ganz ohne Gefühle geht auch dieser Kampf nicht vonstatten. Die hohe Politik ist auch in Polis von Persönlichkeiten geprägt. Dass am Ende Nia tot und ihr Sohn auf dem Thron ist, ist Lexas Emotionen zu verdanken. Es war das, was Clarke wollte und es war das, was das Gerechtigkeitsgefühl einem diktiert, nachdem die Mutter ihren dem Tod geweihten Sohn beleidigt hat. Lexa würde sicher sagen, dass sie es für ihre Leute getan hat, aber noch weiß sie nicht, in welche Art Regent sich Roan verwandelt, ob er ihr dankbar sein wird, ob er an die Koalition glaubt.
Like hell I will!
Unterdessen geht es im Camp Jaha nicht ungefährlicher her. Pike (Michael Beach) heizt die Masse mit seinen Parolen auf und dann wundert er sich, wenn fremdenfeindliche Angriffe die Folge sind. Sein Standpunkt ist durchaus nachvollziehbar. Er hat einen großen Teil seiner Leute verloren, der Rest wird nun von einer Armee der Grounder umlagert, denen Abby (Paige Turco) und Kane (Henry Ian Cusick) offenbar blind vertrauen. Die beiden entwickeln sich immer mehr zu Lachnummern an der Spitze. Abby spaziert durch die Gegend und erzählt bei jeder Gelegenheit, dass Kane der nächste Präsident wird. Wohlgemerkt, ein gewählter Anführer! Und das alles ohne erkennbaren Wahlkampf, Abby und Kane teilen die Würde des Amtes ja bereits seit längerem fröhlich unter sich auf, wie sie wollen. Alleine aufgrund dieser seltsam abgehobenen Selbstsicherheit wünscht man sich, dass Kane nicht gewählt wird.
Und so kommt es am Ende dann auch. Der Aufrührer kommt an die Macht, weil die Masse Angst hat und sich von Abby und Kane nicht beruhigt fühlt. Pike selbst macht Zugehörigkeit vom Aufenthaltsort ab. Alle, die im Camp sind, sind keine Feinde. Übergriffe auf Lincoln heißt er nicht gut. Doch unter seiner Regentschaft werden Fremdenfeindlichkeit und Rassismus einfaches Spiel haben.
Kane beugt sich der Demokratie, auch wenn es schwer ist, was seinem Charakter alle Ehre tut. Doch er ist auch nicht ganz unschuldig, dass die Extremisten es so einfach hatten. Er hat seine Aufgabe nicht ernst genommen, er hat den anderen nicht vermittelt, wieso er handelt, wie er handelt. Zumindest niemals so, dass wir es gesehen hätten. Einzig seinen Ziehsohn Bellamy (Bob Morley) versucht er zu überzeugen und selbst das schafft er nicht.
Apropos Bellamy: Der leidet in der Episode Watch the Thrones an der Clarke-Krankheit und zieht sich das Büßerhemd an. Er gibt sich die Schuld für die Katastrophe in Mount Weather und findet nur bei Pikes Aktionismus Erleichterung.
Fazit
Die Episode Watch the Thrones behandelt die beiden Handlungsorte Polis und Camp Jaha getrennt. An beiden Plätzen gibt es einen Kampf um die Macht, doch auf verschiedenen Ebenen. Die Schwächen der Demokratie und die Stärken einer weisen Alleinherrscherin werden uns vor Augen geführt, ohne dass die Autoren damit Anspruch auf letztendliche Wahrheit erheben. In diesen Fällen ist es so ausgegangen, aber wir sind noch lange nicht am Ende des Krieges. Vielleicht ist es Clarkes Herausforderung, den Mittelweg zu finden. Schön wäre es, wenn sie dabei Seite an Seite mit Lexa (und vielleicht ja auch Roan und Bellamy) gehen würde.
Trailer zur nächsten Episode der US-Serie „The 100“, „Hakeldama“ (3x05):
Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 12. Februar 2016The 100 3x04 Trailer
(The 100 3x04)
Schauspieler in der Episode The 100 3x04
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