The 100 2x15

Cage sieht sich in der Episode Blood Must Have Blood (1) einer wild entschlossenen Armee aus Himmelsmenschen und Groundern gegenüber. Die Geschichte des blutrünstigen Thronfolgers zeigt, dass man manchmal auf die Weisheit der Erfahrenen vertrauen muss. Für diejenigen vor den Toren der Bergfestung bringt diese The 100-Episode eine andere Lehre.
Der Verrat
Der Kuss aus der letzten Episode hat das Gleichgewicht zwischen Clarke (Eliza Taylor) und Lexa (Alycia Debnam Carey) verändert, auch wenn man das in Blood Must Have Blood (1) nicht merkt. Doch die beiden müssen sich auf den Kampf konzentrieren, nur wir haben die Gelegenheit, darüber nachzudenken, was die jüngsten Ereignisse bedeuten.
Lange waren Clarke und Lexa eine Art zweiköpfige Schlange an der Spitze der neu geformten Allianz. Sie haben über Führungsqualitäten diskutiert, sich gegen alle Widerstände aufeinander eingelassen und aus zwei verfeindeten Lagern eine schlagfähige Allianz gebildet. Dann kam der Kuss, für einige aus dem Nichts, für andere von langer Hand vorbereitet.
Doch irgendwie passte er nicht in die akute Bedrohungslage. Wieso jetzt, wieso sich kurz vor dem großen Schlag mit romantischen Verflechtungen ablenken? Doch eines war direkt klar: Dieser Kuss hat eine Veränderung eingeläutet. Die offensichtlichste Theorie war wohl die, dass es Lexas Abschied sein würde. Die The 100-Autoren haben bisher nur wenige Figuren geschont und Lexa fühlt sich nicht nach einer Ausnahme an. Es gab also Grund zur Annahme, dass ein Teil des Staffelfinales der Abschied einer verzweifelten Clarke von Lexa sein würde.
Mit der Episode Blood Must Have Blood (1) schaffen die The 100-Macher es dann, eine passende Überraschung in die Geschichte zu werfen. Der erste Teil des Staffelfinales wird in der Tat ein Abschied zwischen Lexa und Clarke, aber es ist nicht der Tod, der sie scheidet, sondern der Verrat.
Lexa betont, dass sie die Entscheidung zum Betrug mit dem Kopf und nicht mit dem Herzen getroffen hat. Das passt zu ihr, trotzdem kann man den Kuss im Moment nur noch als Ablenkungsmanöver betrachten. Ob da Gefühle sind und von wem in welcher Form, das spielt im Moment keine Rolle mehr. Doch das tut der Story keinen Abbruch. Denn der Betrug an sich hat viel interessantere Gründe.
Die Figuren, wie sie sich in der Episode Blood Must Have Blood (1) präsentieren, haben sich entwickelt. Anführerin Clarke erinnert alleine äußerlich kaum mehr an die Clarke der ersten Episoden. Bildlich wird diese Veränderung noch einmal unterstützt, als sie nach anfänglichem Zögern in den Kampfgesang der Grounder einfällt. Sie ist härter geworden, sie hat Freunde verloren und wurde gezwungen, harte Entscheidungen zu treffen. Und doch hat sie sich durch alle Geschehnisse ihre Moral bewahrt. Diese Episode zeigt, dass lange zurückliegende Erziehung doch mehr wert sein kann als neue Verbindungen.
Moral gegen Eigennutz
Wenn man sich die beiden Allianzpartner ansieht, dann sind die Himmelsmenschen diejenigen, die das Wissen mitbringen, während die Grounder die Kraft sind. Raven (Lindsey Morgan), Wick (Steve Talley) und Bellamy (Bob Morley), alle Teile der Operation, die sensibel sind, Geschick und Know-how erfordern, sind mit Himmelsmenschen besetzt. Die schiere Masse der Armee, die körperliche Stärke ist der Beitrag der Grounder.
Für Clarke wäre ein solcher Betrug nicht infrage gekommen. Vielleicht ist es nicht mehr ihr Glaube an das Gute im Menschen, der ihr dabei hilft, sondern die Überzeugung, dass man gemeinsam ans Ziel kommen kann, dass Zusammenarbeit durch Vernunft und Moral bestimmt sein kann.
Auch Octavia (Marie Avgeropoulos) weigert sich, blind und gedankenlos einem Anführer hinterherzulaufen. Bisher hat sie Indras Ansichten geteilt, die Vision davon, dass Stärke über alles andere triumphiert und dass die Gruppe Kraft gibt. Man darf ja auch nicht vergessen, dass sie einen Großteil ihres Lebens versteckt in einem kleinen Verlies verbracht hat, machtlos und unfähig, sich oder ihrer Familie zu helfen. Sie sehnt sich nach dem Gefühl, überlegen zu sein.
Es sind die zwei Himmelsmenschen, die den Groundern am nächsten gekommen sind, welche über den Betrug nun in persönliche Konflikte gestürzt werden. Die The 100-Macher scheinen uns erklären zu wollen, dass die Himmelsmenschen letzten Endes eine Moral haben, die den Groundern abgeht. Doch wieso eigentlich? Immerhin sind Octavia und Clarke in einer Gesellschaft aufgewachsen, in der eine Kleinigkeit zur Todesstrafe führen konnte. Wir haben nicht allzu viel über die Gesellschaft auf der Ark gelernt, unabhängig von den Bestrafungen. Ihre moralische Überzeugung, ihren Glauben an das Richtige haben die beiden also eher nicht dort aufgeschnappt.
Doch wenn man genauer hinschaut, dann sind genau die beiden, Clarke und Octavia, diejenigen, die unverschuldet in Haft gelangt sind. Clarke saß für die angeblichen Vergehen ihres Vaters ein und Octavia hat sich durch ihre bloße Existenz schuldig im Sinne der Ark-Anklage gemacht. Die Überzeugungen der beiden sind nicht anerzogen, sondern selbst aufgestellt. Ähnlich sieht es bei Lincoln (Ricky Whittle) aus, der sich aus dem Lager seiner Grounder nun wohl endgültig verabschiedet hat. Einst hat er erklärt, dass er nicht zu dieser Zivilisation passt. Er hat bereits mehrfach gezeigt, wie ernst es ihm damit ist.
Hier stehen nicht Grounder gegen Himmelsmenschen, sondern Menschen, die an althergebrachte Traditionen mehr glauben als an die Möglichkeit, sich selbst frei zu entscheiden. Das setzt sich im Berg fort. Cage (Johnny Whitworth) und seine Schergen sind in der Machtposition gegen die Rebellen. Cage hat zwar mit der Herrschaft seines Vaters gebrochen, aber er glaubt weiter daran, dass sie es gegen alle Widerstände auf die Erde schaffen müssen. Er versucht das nicht mit Vernunft, sondern er setzt sich mit Gewalt durch. Die Rebellen in Mount Weather haben ihre eigenen Entscheidungen getroffen, sie haben sich aus freien Überlegungen gegen das System gewendet.
Fazit
In der Episode Blood Must Have Blood (1) spielen die The 100-Autoren gekonnt mit unseren Erwartungen an das Führungsduo Clarke und Lexa. Auf unterschiedlichen Ebenen zeigen sie uns, wie starre Überzeugungen, Eigensinn und eigene Überlegungen kollidieren können, unabhängig von den Zugehörigkeiten der Figuren. Für den Moment muss die Moral die Niederlage hinnehmen, was auch daran liegt, dass Moral mit einem Vertrauensvorschuss einhergeht, der in diesem Fall enttäuscht worden ist. Doch es steht ja noch eine Episode in dieser Staffel bevor und dass auch die moralische Clarke kein naiver Schwächling ist, wissen wir aus Erfahrung.
Promo zur Episode „Blood Must Have Blood (2)“ (2x16) der US-Serie „The 100“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 5. März 2015The 100 2x15 Trailer
(The 100 2x15)
Schauspieler in der Episode The 100 2x15
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