The 100 2x10

The 100 2x10

Die Episode Survival of the Fittest gehört nicht zu den Sternstunden der Serie The 100. Doch ganz am Ende, als man die Hoffnung auf eine gute Szene schon so gut wie aufgegeben hat, überraschen uns zwei Mutige mit einem richtigen Schocker.

Serie „The 100“ / (c) The CW
Serie „The 100“ / (c) The CW

Oft kann man über die Geschichten der Serie The 100 richtig diskutieren, manchmal sogar philosophieren wenn man Lust hat. Doch immer wieder überkommt einem dabei das Gefühl, dass die Serienautoren selbst nicht so richtig wissen, was sie da eigentlich oft Wunderbares auf die Beine stellen. Immer wieder enttäuschen sie an anderen Stellen mit ärgerlich flachen Ideen und dümmlichen Plots. Die Episode Survival of the Fittest gehört zu den Episoden, die man im Nachhinein am liebsten vergessen möchte. Wenn da nicht diese wunderbar-traurige Szene am Ende wäre.

Stärke, die erste

Was ist da los gewesen? Haben die The 100-Autoren zusammen gesessen und sich überlegt, dass sie den ganzen Laden figurentechnisch mal durchmischen müssten? Oder haben sie mit den neuen Konstellationen etwa großartige Ideen für die Zukunft, aber nur eine Episode Zeit die Allianzen übers Knie zu brechen?

In jedem Fall bringt die Episode Survival of the Fittest neue Verbindungen hervor, von denen einige positiv überraschend sind, andere sich wie aus der Not heraus geboren anfühlen. Gehen wir der Reihe nach durch.

Octavia (Marie Avgeropoulos) will sich beweisen, sie ist neben Clarke (Eliza Taylor) eine der wenigen von der Ark, die erkannt haben, wie die Grounder ticken und wie wichtig Stärke für sie ist. Sie will teilhaben an der Gemeinschaft. Doch wieso eigentlich? Ihr Freund steht - zumindest nach ihrem letzten Stand - viel mehr auf Seite der Himmelsmenschen. Um das zu unterstreichen erzählt er Bellamy in dieser The 100-Episode eine rührende Geschichte davon, wieso er Octavia beschützt hat.

Doch Octavia will stark sein. Es könnte sein, dass sie versucht, auf diese Art die Hilflosigkeit zu kompensieren, die sie ihr ganzes Leben lang als Illegale auf der Raumstation gefühlt hat. Vielleicht also haben die Autoren sich etwas dabei gedacht und diese Aktionen sind Teil einer lang angelegten Charakterentwicklung. Vielleicht brauchen die Serienmacher aber auch einfach jemanden, den sie in einen Gewissenskonflikt stürzen können, der mit einem Bein in beiden Lagern steht und wer wäre da besser geeignet als die Frau mit dem Grounder-Freund.

Was von beiden mehr zutrifft wissen wir nicht, aber man wäre geneigter den Autoren einen Vertrauensvorschuss zu geben, wenn nicht der Rest der Episode so billig daherkommen würde.

Kane (Henry Ian Cusick) und Indra (Adina Porter) sind ein weiteres Paar, das sich zusammen findet. Während die Entscheidungsträger um Lexa ( Alycia Debnam Carey) und Clarke ihr Strategietreffen abhalten, absolvieren Kane und Indra eine Art repräsentativen Akt der Allianz. Und genauso fühlt Kane als Figur sich auch mittlerweile an, wie ein Präsident in einer Parlamentarischen Demokratie. Er hat kaum echte Aufgaben, keine Entscheidungsgewalt, in erster Linie darf er winken und gewichtige Ansprachen halten.

Doch auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn und so findet Kane die richtigen Worte für Octavia, kurz nachdem die ein interessantes Angebot von Indra bekommen hat. Vieles an dieser ganzen Story wirkt arg hingebogen und kaum charakterlich untermalt. Indra leidet sicher keinen Mangel an potentiellen Lehrlingen. Bisher hat sie nicht gerade gewirkt wie jemand, der dafür einen Himmelsmenschen heranziehen würde. Auch der Eindruck, den Verliererin Octavia auf die Grounder-Anführerin macht, fühlt sich fehl am Platze an.

Stärke, die zweite

Als bereits bekanntes Team treten Clarke und Lexa in der Episode Survival of the Fittest auf. Sie besprechen dabei ein Thema - Schwäche -, das so alt ist, dass sich selbst Clarke darüber lustig macht. Am Ende sieht Lexa ein, dass Clarke nicht schwach ist. Das haben wir so oder so ähnlich gefühlt bereits ein dutzend Mal gesehen, mit Lexa selbst, aber auch mit Anya (Dichen Lachman). Immer läuft es nach demselben Muster ab. Clarke tut, was Clarke eben so tut, wird dafür von den Groundern für schwach gehalten und beweist, dass es eigentlich Vernunft war, was sie angetrieben hat.

In diesem Fall wehrt sie sich damit zu sagen, dass sie Lexa gerettet hat, weil sie sie als Anführerin der Grounder mangels akzeptablen Alternativen braucht.

Dazu kommt, dass sich der Plot um die beiden auf ärgerliche Art unglaubwürdig anfühlt. Clarke verlässt die Verhandlungen, um kurz Luft zu schnappen und findet sich so weit vom Camp entfernt wieder, dass schließlich weder sie noch die Grounder um Lexa sich auskennen. Dass der Monsteraffe vorher nie ein Thema war und nun plötzlich angreift, mag noch durchgehen. Doch dass er seine Futterstelle direkt in der Nähe hat, ist dann doch etwas seltsam. Und wo sind eigentlich die tausend Soldaten, die die Grounder um das Camp aufgebaut haben, wie Indra noch zu Beginn der Episode Survival of the Fittest erwähnt? Es mutet auch seltsam an, dass Lexa überhaupt so einfach in so große Gefahr gerät. Vielleicht hätte sie ihren ehemaligen Beschützer Gustus (Aleks Paunovic) doch behalten sollen, mit dem wäre das sicherlich nicht passiert.

Das hätte uns dann auch das Klischee erspart, dass Clarke und Lexa gemeinsam in Lebensgefahr geraten, Clarke die beiden rettet und Lexa anschließend einsieht, dass Clarkes Plan mit Bellamy (Bob Morley) doch der richtige ist. Das alles, obwohl sie ihn zuvor in der Strategiebesprechung abgelehnt hat und es keinen vernünftigen Grund gibt, wieso sie ihre Meinung jetzt geändert haben sollte.

Kurz kann man annehmen, dass der ganze Aufwand nur dazu da ist, Lexa zu zeigen, wie wichtig Schusswaffen sein können, nachdem Indra sie abgelehnt hat. Doch der Affe ist ja auch von den Kugeln nicht aufzuhalten und dieser Aspekt der Geschichte scheint zumindest in dieser Episode keine Rolle zu spielen.

Außenseiter

Ebenfalls eher störend als bereichernd wirkt in der Episode Survival of the Fittest das Paar aus Jaha (Isaiah Washington) und Murphy (Richard Harmon). Als erstes ist es schade, dass Jaha die Ähnlichkeiten zwischen diesen beiden an seinen Fingern aufzählen muss, obwohl die The 100-Autoren uns auch zutrauen könnten, diesen Gedankensprung alleine zu schaffen.

Interessanter ist da noch die Begegnung zwischen Jaha und Kane zu Beginn der Episode, in der sie ihre Positionen aus ihrer gemeinsamen Gefangenschaft wieder einnehmen. Kane glaubt an das Gute im Menschen oder zumindest daran, dass man einen Konflikt mit Vernunft lösen kann. Jaha erwartet nur noch das Schlimmste von anderen und nimmt an, dass in der Stunde der Not jeder sich selbst der Nächste ist. Nach seinen Erfahrungen kann man das verstehen und genau das verbindet ihn auch mit Murphy. Schade, dass der sich darauf einlässt, denn er hat weitaus Schlimmeres erlebt als Jaha und war zuletzt doch auf dem Weg zurück in die Gemeinschaft. Doch damit haben die Autoren nichts anzufangen gewusst und nun ist er also wieder der Außenseiter, oder besser gesagt, Teil der Außenseiterclique auf der Suche nach der Stadt des Lichts.

Jaha will seine Leute nach Hause führen und klingt dabei weniger wie ein Präsident, der den Verlust der Macht nicht einsehen kann, sondern vielmehr wie ein Sektenguru, der sich für einen göttlichen Gesandten hält.

Stärke, die dritte

Alles in allem ist in dieser Episode nur wenig zu holen. Doch immerhin sind Bellamy und Lincoln (Ricky Whittle) da, um den Schluss zu retten. Lincolns Charakterisierung hat in den letzten zwei Episoden große Fortschritte gemacht und Bellamy hat sich ohnehin schon lange zu einem sträflich vernachlässigten Sympathieträger aufgespielt. Dieses Paar geht also schon als Favorit in die Episode Survival of the Fittest und enttäuscht dann auch nicht.

Auch wenn sie nur wenige Szenen haben, ist es die emotional stärkste Storyline. Denn Lincolns Reaktion kommt genau richtig. Seine Entwöhnung von der Droge ging erstaunlich schnell. Dazu haben wir Lincoln als jemanden kennengelernt, der so viel Selbstdisziplin hat wie kaum ein anderer. Nun zeigt sich, dass auch seine Kraft Grenzen hat. Statt Bellamy zu befreien, hockt er sich hin und nimmt seine Portion Drogen entgegen. Es ist eindrucksvoll diesen Berg von Mann, den wir als mental stark kennengelernt haben, dabei zu beobachten, diesen Kampf zu verlieren. Dazu kommt die Emotionalität weil wir Bellamy in großer Gefahr wissen.

Diese Szene liefert auch darüber hinaus den einzigen Lichtblick, denn während sich das Thema Stärke bei den anderen langsam tot läuft, nimmt es mit Lincolns Zusammenbruch wieder Fahrt auf. Er ist ein Grounder, und eigentlich sollte Stärke ihm alles bedeuten, doch er ist in seinem Volk ein Außenseiter. Schließlich enttäuscht er die Hoffnungen aller Himmelsmenschen und Grounder weil er seiner eigenen Schwäche der Droge gegenüber nicht entkommen kann.

Die Hoffnungen derer, die über das Konzept der Stärke streiten, liegen auf ihm und er bricht zusammen.

Fazit

Aus der Episode Survival of the Fittest hätte sicher etwas Gutes werden können, doch die Aspekte, bei denen die The 100-Autoren nicht so genau hingeschaut haben, sind ziemlich viele. Immerhin servieren sie uns einen emotionalen Moment zwischen Bellamy und Lincoln.

Doch auch wenn die Entstehungsgeschichten der neuen Paare eher flach bleiben, vielleicht sind die Storys, die noch kommen, es wert.

Promo zur Episode „Coup de Grace“ (2x11) der Serie „The 100“:

Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 29. Januar 2015

The 100 2x10 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 10
(The 100 2x10)
Deutscher Titel der Episode
Monster
Titel der Episode im Original
Survival of the Fittest
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 28. Januar 2015 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 4. November 2015
Autor
Akela Cooper
Regisseur
Dean White

Schauspieler in der Episode The 100 2x10

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