Supernatural 9x05

© ean (Jensen Ackles) in der Folge <em>Dog Dean Afternoon</em> der Serie âSupernaturalâ / (c) The CW
Manimal
Die ersten Sekunden von Dog Dean Afternoon machen mit einem sehr ausfĂŒhrlichen „Previously on“ bereits darauf aufmerksam, dass wir es mit einer der vielen humorlastigen Episoden zu tun bekommen werden. Weshalb man dazu extra einen so groĂen Mix aus vorherigen Comedy-Folgen zusammengeschnitten hat, wird in den ersten 10-15 Minuten deutlich: Bis hierhin gibt es verhĂ€ltnismĂ€Ăig wenig zu lachen und es macht sich die Vorahnung breit, dass der Antagonist der Woche - Chef Leo (Steve Valentine) - ein recht langweiliger Gegner sein wird, der besser in den ersten Staffeln aufgehoben wĂ€re, wo die verschiedenen Gegenspieler noch neu und frisch wirkten.
In der Tat erinnert vieles an die AnfĂ€nge der Serie als Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) noch alleine unterwegs waren und jeder Fall zunĂ€chst RĂ€tsel aufgab, womit die BrĂŒder es in jener Woche wieder zu tun haben. GlĂŒcklicherweise entpuppt sich Chef Leo aber nicht als eine Art âWerschlangeâ, die einfach nur böse ist, sondern bekommt einen plausiblen Hintergrund fĂŒr seine Handlungen: Schamanismus gegen Krebs. Mit Blick auf Deans Verhalten wĂ€hrend der Folge wirkt es sehr plausibel, dass der Tier(-innereien)-Gourmet bei dem Kampf gegen seine Krankheit von den animalischen Instinkten seiner Mahlzeiten ĂŒberwĂ€ltigt wurde und so - physisch und psychisch - immer mehr zum Tier beziehungsweise zu einer âTiermischungâ wurde, dem Menschenleben gleichgĂŒltig sind.
Man darf sich allerdings fragen, weshalb die Gesundheitsbehörde noch nichts am Restaurant beanstandet hat, welches die Winchesters am Ende vorfinden (klar, gewisse âDelikatessenâ gehören in jedes gute Restaurant, aber Opossum-Innereien?) und wie Leo seine Helfer ĂŒberzeugen konnte, dass so viele Tierinneren in eine gute KĂŒche gehören. MerkwĂŒrdig auch, dass die ChamĂ€leon-FĂ€higkeit ebenfalls auf seine Kleidung abfĂ€rbt.
Dr. Deanlittle
Sam und Dean sind nach den ersten Hinweisen noch am Raten, mit wem sie es tun haben und wie sie den ĂbeltĂ€ter aufspĂŒren können. Aber sie haben einen Zeugen fĂŒr die MordfĂ€lle: Colonel (gesprochen von Al Rodrigo), der Hund des eingangs ermordeten TierprĂ€parators. Es ist Sams Idee, dass die BrĂŒder selber einen magischen Weg nutzen, der es erlaubt, mit Hunden zu sprechen - wofĂŒr Dean sich (vermutlich aufgrund von Sams heimlichen Mitbewohner) freiwillig meldet.
Was dann folgt und beim Zuschauer fĂŒr einige herzhafte Lacher sorgt, sind die Nebenwirkungen des Zaubers: Dean kann nach kurzer Zeit zwar verstehen, was Colonel zu sagen hat, entwickelt gleichzeitig aber auch Verhaltensweisen eines Hundes. Es ist geradezu köstlich, wie er zunĂ€chst Sams MĂŒll apportiert, kurz darauf den Postboten âanbelltâ oder eine ernste Diskussion mit einer Taube hat, die zuvor die Windschutzscheibe des Impalas beschmutzte. Jede einzelne dieser Szenen hier aufzuzĂ€hlen, wĂŒrde wohl den Rahmen sprengen. Aber so viel sei gesagt: Ohne Jensen Ackles' Talent fĂŒr derartige Schauspielereien wĂ€re die Folge nur halb so witzig.
Colonel bringt seinerseits einige witzige SprĂŒche („I hate to break it to you, hoss, but my sack's emptier than Santa's after Christmas“) und es ist ein wenig schade, dass er am Ende nicht weiter bei den Winchesters bleiben kann - Platz wĂ€re schlieĂlich genug im Bunker, was Kevin (Osric Chau) in dieser Episode abermals durch sein Nichterscheinen trotz vorgegaukelter Anwesenheit zeigt.
Die again, Sam
Ezekiel, der Sam weiterhin als eine Art menschliches Kondom verwendet, muss abermals eingreifen, um Sam vor dem sicheren Tod zu bewahren. Damit hat er bereits in drei von fĂŒnf Folgen das Leben seines Wirts gerettet und in den beiden anderen Castiel und Charlie von den Toten zurĂŒck geholt. Schon letzte Woche wirkte dieser Joker abgenutzt und dass er hier wieder zum Einsatz kommt, macht die Sache nicht besser. Mit Blick darauf, dass Ezekiels EinsĂ€tze deutlich an Kraft kosten und er erst dann Sams Körper wieder gefahrlos fĂŒr beide verlassen kann, wenn der Heilungsprozess abgeschlossen ist, dĂŒrfte sich sein Aufenthalt erneut verlĂ€ngert haben. Dazu bietet Sams Einsatzfreude am Anfang der Folge einen starken Kontrast, der sich irgendwie falsch anfĂŒhlt.
Zu kritisieren wĂ€re auch, dass der blutbesudelte Sam keinerlei Verdacht zu schöpfen scheint, kurzzeitig von âetwasâ besessen gewesen zu sein, zumal Deans Worte - auch wenn sie sich auf Leo beziehen - genau in diese Richtung weisen. Und hatte Sam nicht schon Ă€hnliche Erfahrungen in frĂŒheren Folgen gehabt - blutverschmiertes Aufwachen, keine Ahnung, was passiert ist? Dazu noch der Hinweis von Leo („I wanna know what you are“) und es mĂŒsste doch Klick machen, oder? Falls nicht, wirft das jedenfalls ein schlechtes Bild auf Sam, denn schlieĂlich ist er der Winchester, der fĂŒr Recherche und Ideen zustĂ€ndig ist.
Bei Dean hat man diese Woche den Eindruck, dass er es vielleicht bald darauf ankommen lĂ€sst und Sam von Ezekiel erzĂ€hlt. Die Ausreden fallen schwerer, den einsatzfreudigen Sam zu bremsen wird nicht einfacher. Ob er wohl mit dem Geheimnis rausrĂŒckt oder ob Sam von alleine dahinter kommt?
In jedem Fall sollten sich die Autoren nicht mehr viel Zeit damit lassen. Der Joker wurde schon zu oft verwendet. Der Zuschauer rechnet nun geradezu in jeder ausweglosen Situation mit einem Auftritt von Ezekiel, was auch auf Kosten der Spannung geht. Und dann ist da noch die Frage, weshalb Ezekiel wollte, dass Castiel den Bunker verlĂ€sst. Das wĂ€re doch ein prima Ansatzpunkt, um die Geschichte etwas anders weiter zu fĂŒhren.
ErwÀhnenswertes
„Hey. You know who wears sunglasses inside? Blind people. And douchebags.“ (...) „So now we look like total douchebags, wearing sunglasses inside.“
Mit dieser Antwort auf Deans Aussage können auch die beiden Mitglieder von S.N.A.R.T. punkten, die am Ende Colonel bei sich aufnehmen. Auch der TierprĂ€parator kann dem Zuschauer ein kleines Schmunzeln entlocken - stellt er doch am Anfang sein eigenes âGame of Thronesâ zusammen, womit die Fantasy-Serie erneut in Supernatural genannt wird.
AuĂerdem hĂ€tte der Rezensent gerne gewusst, welches Geheimnis die Hunde verbergen, wenn sie schon nicht der beste Freund des Menschen sind und die gleiche Sprache sprechen wie alle anderen Tiere.
Fazit: Es dauert ein wenig, bis Dog Dean Afternoon in Fahrt kommt. Auch wenn es sich dabei um eine (weitere) FĂŒllfolge handelt, fĂŒhlt man sich am Ende doch ganz gut unterhalten. Eine der besseren Comedy-Episoden der Serie, die es sich dabei (wieder einmal) nicht nehmen lĂ€sst, trotzdem ein wenig Grusel/Ekel beizusteuern. Der Schuh drĂŒckt dabei hauptsĂ€chlich am Ezekiel-Teil der Episode. 3,5 von 5 Sternen.
Trailer zur âSupernaturalâ-Episode âHeaven Can't Waitâ Verfasser: Christian SchĂ€fer am Donnerstag, 7. November 2013Supernatural 9x05 Trailer
(Supernatural 9x05)
Schauspieler in der Episode Supernatural 9x05
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