Supernatural 9x04

© em>Slumber Party</em> - âSupernaturalâ / (c) The CW
Supernatural goes Oz
Es offenbart sich recht schnell in der Folge Slumber Party, woher die Gefahr in dieser Episode kommt: Nach der Entdeckung eines sehr alten Computers, mit dessen Hilfe sich möglicherweise die Aufenthaltsorte von Engeln bestimmen lassen, passiert Dean (Jensen Ackles) ein kleines Missgeschick, was neben Dorothy (Tiio Horn) auch die böse Hexe (Maya Massar) aus deren gemeinsamen GefĂ€ngnis befreit. Im weiteren Verlauf gilt es einen Weg zu finden, die Hexe zu stoppen und nebenbei erfahren wir die âwahreâ Geschichte hinter L. Frank Baums Kinderbuch âThe Wonderful Wizard of Ozâ.
Normalerweise ist es immer ein RiesenspaĂ, wenn sich die Macher von Supernatural ein sehr bekanntes Werk vornehmen und daraus ihre eigene Geschichte spinnen. An sich sind auch alle Zutaten vorhanden, um in den RĂ€umlichkeiten des Bunkers ein schönes Katz- und Mausspiel zwischen unseren Helden und der bösen Hexe zu kreieren. Die Verweise auf das Buch und die Ănderungen passen auch gut ins Bild, ebenso wie Dorothy, die sich gleich zu Beginn als JĂ€gerin entpuppt oder die bekannten Kreaturen und GegenstĂ€nde aus der Geschichte, die auch hier eine Rolle spielen.
Aber: Das Manko liegt leider bei der bösen Hexe, die viel unheimlicher und bedrohlicher hĂ€tte sein mĂŒssen, um dem Zuschauer eine GĂ€nsehaut zu verschaffen. Maya Massar versucht zwar ihr bestes, aber sprechfreie Rollen (der Hexe wurde die Zunge entfernt) sind ohnehin schwierig und die Make-up Abteilung hĂ€tte sich definitiv mehr MĂŒhe geben können, was das Aussehen der Hexe angeht. Es ist jedenfalls schade, dass der Gegner nicht so gut funktioniert, zumal der Rest recht gut ins Bild passt und auch die Special-Effects Abteilung - abgesehen vielleicht von den fliegenden Affen - gute Arbeit abliefert.
Zeke
Was ebenfalls etwas schade ist: Der âCliffhangerâ der letzten Folge wurde nur indirekt aufgelöst. Castiel (Misha Collins) ist bereits weiter gezogen und hat offensichtlich einen eigenen Grund dafĂŒr bei Sam (Jared Padalecki) vorgegeben: Obwohl der Bunker einer der bestgesicherten Orte ist, will er die BrĂŒder nicht durch seine Anwesenheit in Gefahr bringen. Sam sucht daher nach einer Möglichkeit, Engel ausfindig zu machen. Nicht zuletzt, um Castiel zu warnen, falls der sich in âgeflĂŒgeltes Gebietâ begibt.
Mal angenommen, der Engelsdetektor funktioniert: WĂŒrde der dann auch Sams inneren Mitbewohner anzeigen? Sollte Dean sich nicht einen Grund ĂŒberlegen, das Vorhaben auf Eis zu legen? Es besteht immerhin die Gefahr, dass Ezekiel mit diesem System ausfindig gemacht wird.
Dass Sam möglicherweise bald dahinter kommt, weshalb er ĂŒberhaupt wieder auf den Beinen ist, wird abermals thematisiert und wĂ€hrend der Episode bekommt der Zuschauer die unweigerliche Vorahnung, dass Deans Geheimnis wohl bald ans Licht kommt. WĂ€re es bereits diese Woche der Fall gewesen, trĂ€fe einen Teil der Schuld auch Ezekiel: Statt Sams GedĂ€chtnis von den Spuren seiner Anwesenheit zu löschen, kann dieser sich im Anschluss an Ezekiels Auftritt noch daran erinnern, dass Dean ihn mit âZekeâ angesprochen hat.
Ein weiterer Aspekt, der ins Auge fĂ€llt: Ezekiel gibt vor, dass seine KrĂ€fte limitiert sind und jede Anstrengung seinerseits zu einem lĂ€ngeren Aufenthalt in Sams Körper fĂŒhrt. Nachdem es in I'm No Angel schon verwunderlich war, dass Zeke nicht in der NĂ€he von Castiel sein möchte, schĂŒrt diese Aussage natĂŒrlich die Theorien, dass Sams Begleiter vielleicht nicht nur Gutes im Schilde fĂŒhrt. Aber es lĂ€sst sich auch in die andere Richtung spekulieren, denn die Worte klingen auch irgendwie einleuchtend.
Charlie
Wen ruft man bei Computerproblemen? Richtig, Charlie Bradbury (Felicia Day). Die IT-Spezialistin und begeisterte (Live-) Rollenspielerin hat einen weiteren Auftritt in der Serie und gesteht den Winchestern, dass sie mittlerweile selbst schon als JĂ€gerin aktiv war. Mit ihrer Suche nach magischen Momenten hat sie in Slumber Party auch Erfolg (abgesehen von einem kleinen RĂŒckschlag, der ihr kurz das Leben kostet) und reist gegen Ende zusammen mit Dorothy nach Oz. Wiedersehen nicht ausgeschlossen.
Charlie fĂŒgt sich dabei sehr gut in die Handlung ein und darf gegen Ende auch die böse Hexe aus dem Weg rĂ€umen und damit Dorothy und die (zu der Zeit besessenen) Winchesters retten. Als sie zuvor von der Hexe getötet wurde (und damit Dean das Leben gerettet hat), machte sich kurz die Ahnung breit, dass eine weitere weibliche Gastfigur aus der Serie geschrieben wurde. Im nĂ€chsten Moment erinnert sich der Zuschauer aber gleich wieder an den Ezekiel-Joker, der auch schnell zum Einsatz kommt. Hoffentlich wird der nun nicht stĂ€ndig eingesetzt. Einerseits ist es zwar nett, eine âZurĂŒck von den Totenâ-Karte in der Hinterhand zu haben, andererseits wurde die Karte bereits letzte Woche ausgespielt und reizt sich damit langsam aber sicher aus.
Nett war auch Dorothys Bemerkung, dass ein JĂ€ger erst dann ein JĂ€ger ist, nachdem er einmal von den Toten zurĂŒckkehrte (Sam und Dean können mittlerweile ein Lied davon singen). Charlie nehmen diese Worte natĂŒrlich mit und als sie von Dean eine ErklĂ€rung fĂŒr ihre Auferstehung verlangt, droht abermals die Existenz von Ezekiel aufzufliegen. Gut fĂŒr Dean, dass Charlie vorlĂ€ufig nicht auf einer ErklĂ€rung besteht.
Sonstiges
WĂ€hrend Kevin (Osric Chau) diese Woche wieder fehlt (zumindest bekommen wir eine kurze ErklĂ€rung dazu), hat Crowley (Mark Sheppard) einige kurze Auftritte, die durchaus witzig anzusehen sind („What's the matter? Cowardly Lion got your tongue?“) - leider gibt es weiterhin keine Anzeichen dafĂŒr, ob er sich nun (aufgrund des Rituals im letzten Staffelfinale) verĂ€ndert hat. Er bekommt zwar dank seiner VerhandlungsfĂ€higkeiten kurz die Möglichkeit, die Beine zu strecken, aber darf sonst nicht viel unternehmen. Da heiĂt es abwarten, wie es mit dem King of Hell weitergeht.
Gut gelungen waren die RĂŒckblicke ins Jahr 1935, die in schwarzweiĂ gehalten wurden und damit ein wenig an die Folge Monster Movie (4x05) erinnerten. Die AnfĂ€nge der Men of Letters zu sehen und damit die HintergrĂŒnde zur aktuellen Folge aufzuzeigen, war eine hĂŒbsche Idee und wurde auch schnitttechnisch ausgenutzt - zumal wir uns diese Woche ausschlieĂlich im Bunker befinden.
Apropos Bunker, die neuen RĂ€umlichkeiten, die uns diesmal prĂ€sentiert wurden, können sich durchaus sehen lassen. Vor allem die Garage wusste zu gefallen und es wurde auch Zeit, dass der Impala einen wĂŒrdigen Abstellplatz bekommt. Der Rezensent hĂ€tte ĂŒbrigens noch gerne Deans Blick beim erstmaligen Betreten der Garage gesehen.
Zu den Winchesters gibt es noch zu sagen, dass sich ein weiteres Thema zwischen den beiden um den Begriff âZuhauseâ drehte. WĂ€hrend Dean bereits den Bunker als solches ansieht, lĂ€sst Sam vermerken, dass er nicht wirklich weiĂ, was ein Zuhause ist. KunststĂŒck, alle Versuche, sich dauerhaft in einer festen Bleibe niederzulassen, sind gescheitert. Am Ende heiĂt es zwar âThere's no place like home.â - aber fĂŒr wie lange? Ansonsten ist zwischen den beiden alles wie gehabt: Dean kann vorerst Ezekiels Anwesenheit verheimlichen, auch wenn Sam langsam aber sicher Verdacht schöpft.
Fazit: Den Zauberer von Oz als Vorlage zu nehmen, war eine gute Idee und wurde auch recht gelungen mit der Staffelhandlung und dem Gastauftritt von Charlie verwoben. Trotzdem bleibt Slumber Party hinter den Möglichkeiten zurĂŒck, die sich geboten hĂ€tten. 3,5 von 5 Sternen.
Trailer zur nĂ€chsten âSupernaturalâ-Episode, Dog Dean Afternoon Verfasser: Christian SchĂ€fer am Donnerstag, 31. Oktober 2013(Supernatural 9x04)
Schauspieler in der Episode Supernatural 9x04
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