Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x18

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x18

In der Folge Despair der US-Serie Supernatural gilt es, diejenigen zu beschützen, deren Schicksal nach Billies Plänen verlaufen soll. Viele bekannte Gesichter lassen sich blicken, während die Lage für das Team Winchester immer verzweifelter und aussichtsloser wird.

Szene aus der Episode Supernatural Despair (15x18) Warner Bros.
Szene aus der Episode Supernatural Despair (15x18) Warner Bros.
© zene aus der Episode Supernatural Despair (15x18) Warner Bros.

Despair

In Despair dominiert spätestens am Ende wirklich die Verzweiflung. Dabei fing die Episode schon relativ aussichtslos an, hatte aber mit Jacks (Alexander Calvert) sekundenschneller Rückkehr nach seiner Explosion im Reich von The Empty (Rachel Miner) auch einen kleinen Moment der Erleichterung. Doch von diesen Momenten sollen wir nicht viele erhalten, denn die Freude über jeden Gastauftritt - ob nun direkt oder indirekt - wird spätestens im letzten Drittel durch das Massensterben (oder -Verschwinden?) eben jener gern gesehenen, wiederkehrenden Gesichter getrübt. Wobei die Vermutung, dass nicht Billie (Lisa Berry), sondern Chuck (Rob Benedict) seine Finger im Spiel hat, mit dem Ende zur Gewissheit wird.

Das große Endspiel ist in vollem Gange und es verbleiben nur noch zwei Folgen der Serie. Es mag da irgendwie typisch wirken, wenn Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) zunächst (mit Ausnahme von Jack) alles und jeden verlieren müssen, um in den letzten beiden Episoden den Spieß hoffentlich noch umdrehen zu können.

Es gehört eben zu einem guten Endspiel dazu, wenn die Helden zunächst in die aussichtsloseste Lage gebracht werden, die man sich vorstellen kann. Wobei der Tod einer Haupt- oder Nebenfigur nicht endgültig sein muss, wie uns in den fünfzehn Jahren der Serie immer wieder gezeigt wurde.

Insofern sollten Figuren wie Eileen (Shoshannah Stern), Bobby (Jim Beaver), Charlie (Felicia Day), Donna (Briana Buckmaster) und alle anderen, die „verpufft“ sind, gute Chancen auf eine Rückkehr haben. Denn die letzten Szenen sollen offenbar zeigen, dass erstmal nur noch Sam, Dean und Jack auf der Welt sind - was ja nicht das Ende sein kann, oder?

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2020 Warner Bros.
2020 Warner Bros. - © 2020 Warner Bros.

Billie

Es gibt aber auch Figuren, deren Schicksal nun endgültig besiegelt scheint. Dazu gehört Billie, die von Dean mit der eigenen Sense gekratzt und schließlich zusammen mit Castiel (Misha Collins) gejagt wird. Billie, die stets unzufrieden war, wenn die Winchesters (mal wieder) die Regeln missachteten und ihr Ding durchgezogen haben. Billie, die unsere Brüder trotz allem als „Messengers of God“ bezeichnet hat und scheinbar bis letzte Woche doch irgendwie auf der Seite von „Team Free Will“ war. Bis sich herausstellte, dass sie den Platz von Chuck einnehmen und jedem Auferstandenem, jedem Parallelweltler ans Leder wollte, sobald Chuck nicht mehr ist.

Doch ihr Plan, der irgendwie auch Chucks Plan war, wurde vereitelt und der Grund dafür war Sam, der schließlich doch Dean aus Chucks Schreiberklaue lösen konnte. Oder nicht? Ich lehne mich jetzt mal ein wenig aus dem Fenster und behaupte, dass Dean immer Herr seiner Sinne und seines freien Willens war. Allerdings darauf fokussiert, das jeweils größte Übel zu beseitigen und damit eben allen zu helfen (insbesondere Sam). Falls das nicht so wäre, hätte Castiels Abschiedsansprache (mehr dazu gleich) nicht die Wirkung erzielen können.

Aber bevor ich abschweife: wer sagt denn, dass die Geschehnisse der jetzigen Folge nicht auch wieder auf Chuck zurückzuführen sind? Billie erhält einen weiteren Einblick in das „Todesbuch Gottes“ und dieses Büchlein hat sich verändert. Sowas ist schonmal passiert, als es sich um eine gewisse Box drehte. Offenbar sind diese Todesbücher nicht in Stein gemeißelt und wenn Billie meint, dass es verschiedene oder nur eine Version davon gibt, dann ist das Pustekuchen. Denn die Veränderung jetzt ist eine Veränderung, die erst diese Woche in Erscheinung trat und zudem noch nicht einmal geäußert wird.

Und das nagt irgendwie an mir. Billie weiß jetzt, wie das neue Ende von Chuck aussehen wird, aber sie holt die Brüder nicht an Bord. Warum? Sie schaut schließlich auch nicht gerade entsetzt drein, als sie das Ende liest. Also, unterm Strich hat mir der weitere Verlauf zwar gefallen bis hin zu Billies und Castiels Ende. Aber für ein Wesen wie Death kam mir der weitere Verlauf doch eher unpassend vor.

Falls jetzt aber die Möglichkeit besteht, dass Julian Richings noch einmal zurückkehrt, habe ich nichts gesagt. Wobei es aber wohl wahrscheinlicher ist, dass der nächste Reaper jetzt diese Aufgabe übernimmt, auch wenn es davon aktuell nicht mehr viele gibt.

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2020 Warner Bros.
2020 Warner Bros. - © 2020 Warner Bros.

Castiel

Der nächste, offenbar endgültige Abgang, ist Destiel, äh, Castiel. Bereits zu Beginn der Episode wird angedeutet, dass The Empty nur in unsere Welt kommen kann, indem sie/es heraufbeschworen wird. Was liegt da näher, als an Castiels Deal zu denken? Insofern kam dieser Schritt am Ende weniger überraschend daher. Aber Castiels Monolog gegenüber Dean hat gesessen.

Da wird der ganze Werdegang des Engels sehr emotional und passend von Cas erläutert, der schon immer eine besondere Beziehung zu Dean hatte. Erinnern wir uns an seine ersten Auftritte oder auch an seine Funktion als Gegner, dann hat er eine unglaubliche Reise zurückgelegt.

Das wird zuvor im Gespräch mit Jack bereits deutlich, dem er genug Zuversicht mitgibt, um die neuerliche Chance zu nutzen - ein solches Gespräch wäre noch vor ein paar Staffeln undenkbar gewesen. Uns Zuschauer blieb der Deal, den Cas abgeschlossen hat, derweil immer im Hinterkopf und es ließ sich vermuten, dass dieser besondere, glückliche Moment mit Jack zu tun haben wird.

Dass dem nicht so ist, sondern Cas nun dank Dean diesen Moment hat, ist einerseits überraschend, andererseits aber doch sehr viel stimmiger. Schließlich ist sein gesamter Werdegang sehr eng mit unseren Brüdern, aber insbesondere mit Dean verknüpft. Von daher bewegen seine Ausführungen ungemein und sollen gleichzeitig Dean darauf aufmerksam machen, weshalb die ganze Monsterjagd nicht Zorn und „the next thing to kill“ als Motiv hat, sondern den Versuch, die Welt zu verbessern - für die Familie, für die Freunde und letztlich eben für alle Menschen.

Schade ist eigentlich nur, dass Dean das „I love you.“ von Cas nicht erwidert. Aber gut, Dean verliert hier einen langjährigen Freund, ein Familienmitglied und ist deshalb natürlich am Boden zerstört.

Ob die Möglichkeit besteht, dass Cas zurückkehrt? Vielleicht, falls die Serie irgendwann eine Wiederbelebung erfahren sollte. Jemanden aus der Leere zurückzuholen, ist schließlich nicht unmöglich. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das in den letzten beiden Episoden noch passiert. Das würde Castiels „Opfer“ schmälern und vermutlich ebenfalls das (wie auch immer geartete) Ende.

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2020 Warner Bros.
2020 Warner Bros. - © 2020 Warner Bros.

Sam und Jack

Während Dean und Cas Billie auf den Fersen sind, haben Sam und Jack die Aufgabe, all diejenigen vor dem Verschwinden zu schützen, die aus einer anderen Welt kommen oder wiederbelebt wurden. Charlie vermittelt uns zunächst anhand ihrer Freundin Stevie (Victoria Katongo), dass dieser Vorgang tatsächlich stattfindet und zu Beginn sieht es auch so aus, als wenn nur die Leute betroffen sind, die aus Parallelwelten kommen oder dem Tod ein Schnippchen geschlagen haben.

Sehr schmerzhaft für Sam ist hier das Verschwinden von Eileen. Ich hätte Shoshannah Stern natürlich gerne noch einmal gesehen, halte den eingeschlagenen offscreen-Weg aber für wesentlich effektiver. Denn ähnlich wie Sam sind wir am Hoffen und Bangen, dass wir sie wiedersehen und ahnen Böses, als sie ihm keine Nachrichten mehr schickt. Toll gespielt von Padalecki und schön von Richard Speight Jr. inszeniert.

Der anschließende Versuch, diese Leute vor dem drohenden Schicksal zu schützen, bringt dann auch Bobby zurück. Außerdem eilt Donna zur Unterstützung. Schade ist nur, dass unsere Gastfiguren nicht besonders viel zu tun bekommen, außer auszuharren und darauf zu warten, was als nächstes passiert. Und das ist natürlich nichts Gutes. Einer nach dem anderen löst sich schließlich auf und als auch Donna verschwindet ist klar, dass niemand mehr sicher ist. Ein kleines Trostpflaster mag sein, dass Jacks Kräfte zurückzukehren scheinen. Aber dennoch - besonders der leere Spielplatz hat bei mir gesessen - sieht das Episodenende sehr düster aus.

Fazit

Eine Folge, die ihrem Titel gerecht wird und deren Ende die Lage aussichtsloser denn je erscheinen lässt. Die Spannung auf das Finale steigt, während mich nicht alles im Storyverlauf dieser Woche überzeugt hat. Dabei blicke ich aber hauptsächlich auf Billie, denn bei allen anderen (Haupt-)Figuren war ich durchgehend an Bord und konnte mir auch die eine oder andere Träne nicht verkneifen. Von mir gibt es diese Woche 4,5 von 5 Sternen. Und von euch?

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Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 8. November 2020

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x18 Trailer

Episode
Staffel 15, Episode 18
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x18)
Deutscher Titel der Episode
Verzweiflung
Titel der Episode im Original
Despair
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 5. November 2020 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 21. März 2021
Autor
Robert Berens
Regisseur
Richard Speight Jr.

Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x18

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