Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x06

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x06

In der Folge Golden Time der US-Serie Supernatural treffen die Winchesters auf eine alte Bekannte. Sam versucht zu helfen und stolpert in ein Abenteuer. Währenddessen ist Castiel andernorts unterwegs und erhält einen eigenen, kleinen Fall.

Supernatural (c) The CW
Supernatural (c) The CW
© upernatural (c) The CW

Golden Time

Nichts Halbes und nichts Ganzes - so in etwa lässt sich Golden Time beschreiben. Das böse Wörtchen „Lückenfüller“ möchte ich keineswegs gebrauchen, denn in gewisser Hinsicht liefert die Folge einige nötige Entwicklungen bei unseren Protagonisten, damit sie auf dem weiteren Weg bestehen können. So wird Castiel (Misha Collins) durch sein kleines Abenteuer zurück „ins Spiel“ geholt, Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) erhalten die Gelegenheit, sich über die Folgen von Chucks (Rob Benedict) Rückkehr zur Schreibmaschine auszutauschen (inklusive Gemütszustand bei Dean) und obendrein gibt es mit Eileen (Shoshannah Stern) ein wenig Verstärkung fürs Team.

Ob Eileen nun eine gute Wahl in Sachen Verstärkung ist, muss sich erst noch zeigen. Irgendwie schwant mir, dass dieser Hauch von Romanze zwischen ihr und Sam noch negative Folgen haben wird - und sie erneut (diesmal von Chuck) aus der Serie geschrieben wird. Ist aber nur eine (naheliegende) Vermutung.

Castiels Werdegang wäre währenddessen deutlich besser angekommen, wenn wir a) gesehen hätten, was er die letzten beiden Episoden getrieben hat und er b) eine schwerere Aufgabe bekommen hätte. Denn ganz ehrlich, diese Nebenhandlung mit Sheriff „Djinn“ Roy (Art Kitching) ist nun nicht das Gelbe vom Ei gewesen.

Bei den Winchesters ist derweil Deans Verhalten - Scooby-Doo Marathon, Cerealien, Kleidung - recht amüsant mit anzusehen und die allgemeine Fragestellung nicht uninteressant. Wenn Chuck wieder schreibt, stellt sich automatisch die Frage, wie es um den freien Willen bestellt ist. Sam hat aber in meinen Augen die besseren Argumente und führt im gegenseitigen Dialog auch das letzte Staffelfinale an, wo die Brüder eben nicht nach Chucks Pfeife getanzt haben. Oder doch? Das ist eben die Frage, die es zu ergründen gilt - aber unter uns: Chucks Macht wird von Dean klar überbewertet.

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Castiel

It's time for me to move on.“ - die Konsequenzen aus diesem Satz hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Vielleicht mal schauen, was der Himmel macht und den stark reduzierten himmlischen Kräften unter die Arme greifen? Eine Lösung für das Schwinden der eigenen Kräfte suchen? Angeln gehört jedenfalls nicht zu den Tätigkeiten, die ich mir für Castiel vorgestellt hätte.

Die Idee allerdings, dass unser Engel jetzt in ein eigenes Abenteuer stolpert und Melly (Jennifer Spence) hilft, weiß zu gefallen. Die Einführung ist dahingehend schon recht gelungen, Castiels Neugierde wird durch eine (blutleere) Leiche geweckt und wir können zuschauen, wie er einen Plan entwickelt, um weitere Unglücke zu verhindern und das Monster zu stellen. Mit anderen Worten ist die Prämisse nicht schlecht, denn die Winchesters haben offenbar auf Castiel abgefärbt und er ist bestrebt, den gefundenen Fall aufzulösen.

Soweit so gut. Autorin Meredith Glynn versucht sich zudem daran, eine Parallele zwischen Mellys und Castiels Werdegang aufzustellen, was ihr allerdings nur bedingt gelingt. Zu unterschiedlich sind der Engel und die Mutter, als dass sich hier überhaupt eine gemeinsame Basis ergeben könnte. Cas zeigt sich bemüht, Melly auf Monster vorzubereiten - ein Punkt, den er bei Sam kritisiert hat, als die Bevölkerung von Harlan über die wahre Situation im Dunkeln gelassen wurde - geht am Ende aber nicht so weit, ihr seine eigene Identität preiszugeben. „You are better off not knowing.“ - woher dieser Sinneswandel kommt, bleibt ungewiss und das ist schade.

Außerdem ließe sich noch kritisieren, dass Cas vor den Augen von Caleb (Sean Quan) den Djinn mehrfach niedersticht und dabei ebenfalls wie ein Monster aussieht. Etwas weniger Brutalität wäre hier angemessen gewesen, um auch die Abschlussszene mit Melly stimmiger zu gestalten. Zuletzt bleibt noch die Frage, was „zurück im Spiel“ für Cas bedeutet. Kehrt er zu den Winchesters zurück oder geht er weiterhin einen eigenen Weg? Mit Blick auf das Telefonat mit Dean, der Cas ermahnt, doch seine Nachrichten zu checken, tippe ich eher auf ersteres - wenngleich dieser Wandel wieder vom Zaun gebrochen wird.

Hexen

Rowena (Ruth Connell) ist tot und ihre Wohnung steht leer. Anlass für Jessie (Alex Sturman), Emily (Jodelle Ferland) und deren Mutterhexe (Keegan Connor Tracy), sich die mächtigen Utensilien zu beschaffen, die Rowena einst ihr Eigen nannte. Eine naheliegende Idee - galt Crowleys Mutter doch als eine der mächtigsten Hexen überhaupt - die Jessie aber sogleich mit dem Leben bezahlt. Denn Rowena hat vorgesorgt und ihre Wohnung vor ungewolltem Fremdzugriff geschützt.

Für Sam und (später) Dean sind die Hexen Einmalgegner. Emily ragt aus dem Trio ein wenig hervor und erhält die Gelegenheit zu kleinen Dialogen mit Sam, die ihren eigenen Werdegang aufzeigen. Jessie hat ihr in der Vergangenheit übel mitgespielt - so sehr, dass Sam beinahe verbal in der Lage ist, sie von dem Vorhaben, ihre Schwester wiederzubeleben, abzubringen. Aber diese Wendung bleibt aus. In meinen Augen eine verpasste Gelegenheit, denn einmal sehe ich Ferland sehr gerne und zum anderen hätte sich hier die Option auf magische Verstärkung für die Winchesters ergeben können - vielleicht die bessere Variante, als Sam nun diese Aufgabe zu geben.

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Eileen

Es gibt eine Menge Figuren, die für die 15. Staffel zurückkehren könn(t)en. Eileen hatte ich da jetzt nicht auf dem Schirm, wenngleich mich ihr unverdienter Intro-Tod in There's Something About Mary damals ziemlich aufgeregt hat. Umso schöner, dass sie jetzt zurück ist und nach dem Abenteuer auch wieder einen Körper besitzt.

Da muss natürlich direkt angemerkt werden, dass genau wie Kevin (Osric Chau) auch Eileen unverdient in der Hölle gelandet ist und nun als Geist zurückkehrt - mit der Aussicht, entweder zurück in die Hölle zu gehen oder aber auf der Erde zu bleiben und langsam verrückt zu werden. Denn der Himmel ist tabu, sobald man einmal in der Hölle gewesen ist - so steht es geschrieben und neuerdings kann daran nichts mehr geändert werden (bestimmt Chucks Idee).

Diese Woche versucht sich Sam an einer dritten Möglichkeit, denn vielleicht hat Rowena in ihrer Wohnung noch einen leeren „Soulcatcher“ liegen, der Eileen ein neues Zuhause bieten kann. Keine gute Lösung, aber eben besser als die beiden Alternativen. Was Sam aber findet, ist ein Einmalticket für einen Geist, wieder einen Körper zu erhalten und zum Menschen zu werden. Das schiebt das Schicksal vermutlich nur auf, gibt Eileen aber die Gelegenheit, erst einmal weiterzuleben.

Das Zusammenspiel von Stern und Padalecki weiß dabei zu gefallen. Schon damals in The British Invasion kam Eileen bei mir sehr positiv an und es gab zwischen ihr und Sam eine gute Chemie. Davon hat sie heute nichts verloren und wenn mich nicht alles täuscht, ist in zwei bis drei Szenen auch ein deutliches Knistern zwischen den beiden Figuren zu vernehmen.

Allerdings lässt sich bereits jetzt leicht erahnen, dass Eileens Rückkehr nicht von langer Dauer sein wird. Vielleicht irre ich mich, aber es riecht geradezu danach, als wenn jetzt eine für Sam wichtige(r werdende) Figur zurückgebracht wird, um in einer der kommenden Episoden einen weiteren, dramatischen Abgang hinzulegen, mit dem sich der jüngere Winchester-Bruder dann auseinandersetzen muss. Aber was meint ihr?

Winchesters

Wenn Dean nicht auf die Jagd geht, dann ist etwas faul. Die Neuigkeit, dass Chuck nicht fort ist, sondern weiterhin seine Supernatural-Geschichten schreibt, hat bei ihm offenbar eine Art Resignation bewirkt. Somit kommt er auch erst zum Einsatz, als Sam in der Klemme steckt.

Für meinen Geschmack bewertet Dean die Angelegenheit zu hoch. Man kann schließlich auch weiter als bis zum letzten Staffelfinale zurückblicken, um zu sehen, dass die Brüder bislang noch immer ihrem angeblich vorherbestimmten Schicksal entkommen konnten. Zum Beispiel einer Kiste auf dem Boden des Ozeans, gell Dean? Man könnte auch noch viel weiter zurückgehen und diverse Entscheidungen heranführen, die sowohl Sam als auch Dean getroffen haben und dort hinterfragen, ob es wirklich freier Wille war. Letztlich kommt es drauf an, was man glaubt.

Unsereins ist da jedenfalls auf Sams Seite. Es bringt nichts, den Kopf hängenzulassen und aufzugeben, weil ja ohnehin alles vorherbestimmt ist. Das Leben geht erstmal weiter, neue Fälle warten auf die Brüder und wenn Chuck oder Lilith sich wieder blickenlassen, dann stellt man sich dem Problem, so gut es geht. Um es mit Sams Worten abzuschließen: „We are the guys who break the rules.

Fazit

Die Folge Golden Times ist kein Highlight, hat aber ihre Momente. Castiels Rückkehr zu den Winchesters wird eher mäßig vorbereitet, wobei seine Nebenhandlung trotz guter Einleitung leider nicht sehr überzeugend oder gar spannend ist. Die Brüder bekommen etwas Verstärkung durch Eileen, über deren Auftritt ich mich sehr gefreut habe. Deans resigniertes Verhalten bereitet derweil Sorgen - hoffentlich dringt Sam zu ihm durch. Die Hexen werden sicher schnell wieder in Vergessenheit geraten. Von mir gibt es diese Woche 3,5 von 5 Sternen. Und von euch?

Trailer zur nächsten Folge 15x07:

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 23. November 2019

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x06 Trailer

Episode
Staffel 15, Episode 6
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x06)
Deutscher Titel der Episode
Goldene Zeit
Titel der Episode im Original
Golden Time
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 21. November 2019 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 7. Februar 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Sonntag, 7. Februar 2021
Autor
Meredith Glynn
Regisseur
John F. Showalter

Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 15x06

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