Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x19

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x19

In der Folge Jack in the Box der US-Serie Supernatural steht die Frage im Raum, wie nun mit Jack umgegangen werden soll, wobei der Titel schon ein bisschen viel verrät. Aber vorerst erscheint auf Jacks Schulter neben dem Teufelchen noch ein Engelchen, welches große Pläne für den Nephilim hat.

Szenenfoto aus der Supernatural-Folge „Jack in the Box“ (c) The CW
Szenenfoto aus der Supernatural-Folge „Jack in the Box“ (c) The CW
© zenenfoto aus der Supernatural-Folge „Jack in the Box“ (c) The CW

Trauer

Jack in the Box startet mit einer Trauerfeier für Mary (Samantha Smith). Dean (Jensen Ackles) darf die Trauerrede halten und wirkt insgesamt recht locker, was auch im Anschluss an Bobbys (Jim Beaver) Auftritt der Fall ist, dessen Axt zuerst den Raum betritt.

Unter Deans Oberfläche brodelt es aber. Er kann und will sich nicht mit Sam (Jared Padalecki) und Castiel (Misha Collins) zusammensetzen, um über Mary zu reden und den Verlust zu betrauern. Nach außen gibt er vor, gut mit der Sache umgehen zu können, aber wie es wirklich aussieht, sehen wir, als er allein ist und die Tränenflut aus ihm hervorbricht. Gesund ist sein Verhalten sicher nicht, aber es ist typisch Dean - der ältere Bruder, der sich stark gibt und Tränen nur dann fließen lässt, wenn er allein ist.

Bobby scheint das zu kennen und reagiert in gewisser Weise ähnlich, wenngleich er Sam und Cas Gesellschaft leistet. Allerdings nicht, um über Mary zu reden, sondern um in Erfahrung zu bringen, was genau passiert ist und vor allem, wie es um Jack (Alexander Calvert) steht. Für Bobby steht dabei fest, was zu tun ist. Seine Ansicht spricht er glasklar und direkt an, was sicher nicht nur Cas erschreckt.

Aber können wir Bobby sein Vorhaben (wie auch immer er das hinkriegen will) verübeln? Er mag in schwarz und weiß denken, wenn er meint, dass bei Jack jetzt nur noch Lucifer übrig ist und somit aus dem Jungen, mit dem er einst in der Parallelwelt unterwegs war, ein Monster geworden ist. Dennoch ist sein Argument nicht schlecht oder zumindest nachvollziehbar. Zu diesem Zeitpunkt mag der Zug für Jack noch nicht abgefahren sein, aber gegen Episodenende sieht das wohl leider anders aus.

Jack

Jack ist - das zeigt uns Jack in the Box sehr deutlich auf - noch immer ein Kind. Aktuell ein verzweifeltes Kind, weil er Mary getötet hat und diesen „Schaden" nicht wieder gut machen kann. Er hat Angst davor, dass Sam und Dean ihm nicht vergeben werden, dass er seine Familie für immer verloren hat. Calvert spielt das ausgezeichnet und kann sogar mit Mark Pellegrino mithalten, der abermals das Teufelchen auf seiner Schulter spielt.

Wobei sich hier zu Beginn zeigt, dass Jack keineswegs das Monster ist, was Bobby bereits in ihm sieht. Die Schuldgefühle sind da, er weiß genau, dass er etwas Schlimmes getan hat, während er gleichzeitig aus seiner kindlichen Perspektive Schwierigkeiten hat, die enorme Tragweite seiner Tat zu verstehen. Das erkennen wir spätestens, als er gegenüber Sam und Dean schildert, wie es zu dem „Unfall" kam.

Für mich steht übrigens auch zu dem Zeitpunkt, bevor die Winchesters Jack in die Kiste locken, noch fest, dass Hopfen und Malz bei dem Jungen nicht verloren sind. Leider - aber irgendwie auch verständlicherweise - erkennen Sam und Dean das nicht. Wäre Castiel vor Ort gewesen, hätten sie ihren Plan vielleicht nicht ausgeführt und Jack die Chance erhalten, wieder zurück auf einen guten Pfad zu finden. Mit Geduld, Erziehung und der Bitte, seine Fähigkeiten wirklich nur dann zu nutzen, wenn es erforderlich ist. Problematisch wäre in dem Fall natürlich, dass niemand da ist, der ihn bei schlechter Laune (wie sie bei Kindern manchmal vorkommt) stoppen könnte und weitere „Unfälle" verhindert. Ob das ein kalkuliertes Risiko wäre oder nicht, ließe sich bestimmt diskutieren. Aber mir wäre dieser Weg deutlich lieber gewesen als die Kiste, die im Fall, dass Jack wieder herauskommt, nur einen Werdegang zulässt.

Engelchen und Teufelchen

Ob Lucifer eine Halluzination ist, die aus Jacks Innerem kommt oder doch irgendwie Kontakt mit Lucy in der Leere besteht, bin ich mir noch immer nicht sicher. In jedem Fall ist Jack aber weiterhin seinem Teufelchen ausgesetzt, welches keine Gelegenheit auslässt, den Jungen zu manipulieren. Da ist es wirklich erstaunlich, wie lange sich Jack gegen diesen Einfluss wehren kann und erst nachgibt, als er in der Kiste liegt.

Dumah (Erica Cerra) wählt da einen anderen manipulativen Ansatz und spielt Jacks Wunsch, sich bei den Winchesters zu rehabilitieren, für ihre eigenen Ziele aus. Sie nutzt den Nephilim als Werkzeug, lässt ihn biblische Morde begehen, damit der Himmel in der Bevölkerung wieder präsenter wird und schließlich sogar Menschen entführen, um aus ihnen Engel zu machen - was diese in der Form sicher nicht wollten.

Da weiß man stellenweise gar nicht, wer schlimmer ist - Dumah oder Lucifer. Jacks Naivität lässt ihn jedenfalls nicht erkennen, welche Absichten Dumah verfolgt und das Fehlen seiner Seele (oder dem meisten davon) sorgt dafür, dass er abermals die Tragweite seiner Taten nicht wahrnimmt. Er ist der Auffassung, Gutes zu tun und hofft, dadurch Sam und Dean zu beeindrucken. Dabei könnte er kaum falscher liegen.

Mich wundert allerdings, dass ihm nicht auffällt, dass er ausschließlich Menschen tötet. Dumahs Manipulationen sind zwar überzeugend, aber Jack müsste diesen Unterschied zur Jagd mit den Brüdern erkennen und hinterfragen - ganz gleich, ob er zwischen gut und böse nicht mehr unterscheiden kann.

Was den Himmel betrifft, lässt sich der Wunsch nach neuen Engeln sicher nachvollziehen. Aber die Art und Weise, wie Dumah die Geschäfte da oben führt, ist sicher nicht wünschenswert. Mal schauen, ob Naomi (Amanda Tapping) demnächst wieder die Leitung hat - die ist mir nämlich deutlich sympathischer. Wäre ohnehin schön, wenn da oben mal tüchtig renoviert werden würde und man sich mehr Aufmerksamkeit verschafft, indem man wie Anael (Danneel Ackles) den Menschen hilft - das wäre doch mal ein Gedanke: Engel, die den Menschen helfen.

Jack in the Box

Deans Idee stößt bei Sam keineswegs auf Begeisterung. Selbst, als sie Jack in die Kiste gelockt haben, zweifelt er noch an ihrem Vorgehen. Und zu Recht, schließlich sollten sie aus eigener Erfahrung wissen, dass Lügen und Manipulationen nie eine gute Lösung liefern. Außerdem sollten sie wissen, dass sie Jacks Vertrauen durch die List für immer verlieren. Der größte Fehler ist aber, dass keiner von beiden damit rechnet, dass Jack sich befreien könnte. Die Kiste mag für Erzengel gemacht sein, aber Jacks Kräfte sind stärker, was er bereits mehrfach zur Schau stellen konnte.

Jack auf der anderen Seite ist mir auch hier ein wenig zu naiv. Als die Winchesters ihn in die Kiste locken, fallen ihm die Reaktionen der Brüder auf seine Worte nicht auf. Sams Gesicht ist permanent am Zucken, Deans Mimik ist auch deutlich, gerade wenn es um den „Unfall" geht. Und ja, Jack hätte durchaus mal nach Details fragen können, wie die Brüder seine Seele wiederherstellen wollen. Mir ist zwar klar, dass er den beiden vertraut und erleichtert ist, dass sie ihm (scheinbar) vergeben. Aber selbst einem Kind sollte es nicht schwerfallen, zu bemerken, dass da etwas nicht stimmt.

Jetzt haben wir also den Salat. Die Manipulation von Sam und Dean gibt Lucifers Stimme den nötigen Schub, um bei Jack auf Gehör zu stoßen. Seine Kräfte können die Kiste sprengen und kurz darauf steht er Sam, Dean und Cas gegenüber, was uns den Cliffhanger fürs Staffelfinale beschert. Da möchte ich jetzt nicht in der Haut der Winchesters stecken. Die einzige Person, die noch eine Chance hat, das Blatt zu wenden, dürfte Castiel sein. Aber sehr rosig sind die Aussichten nicht gerade.

Fazit

Wir alle haben es kommen sehen und jetzt ist es passiert. Jack wird zum Gegner und tragischerweise nicht, weil Lucifer oder Dumah ihn manipulieren, sondern weil die Winchesters ihn - wenn auch mit nachvollziehbaren Absichten - hintergehen. Gefallen hat mir die Folge trotzdem, wenngleich sich im Text da oben einige Kritikpunkte finden, besonders was Jacks Naivität angeht. Von mir gibt es abermals vier von fünf Sternen. Und von euch?

Hier seht ihr die Vorschau auf die nächste Episode:

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 20. April 2019

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x19 Trailer

Episode
Staffel 14, Episode 19
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x19)
Deutscher Titel der Episode
Jack in der Kiste
Titel der Episode im Original
Jack In the Box
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 18. April 2019 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 3. November 2019
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Sonntag, 3. November 2019
Autoren
Eugenie Ross-Leming, Brad Buckner
Regisseur
Robert Singer

Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x19

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