Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x15

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x15

In der Folge Peace of Mind der US-Serie Supernatural kümmern sich Sam und Cas um einen neuen Fall, der explodierende Köpfe und eine sehr ungewöhnliche Kleinstadt involviert. Dean bleibt derweil mit Jack im Bunker zurück und soll herausfinden, wie es um dessen Seele bestellt ist.

„Supernatural“ (c) The CW
„Supernatural“ (c) The CW
© ??Supernatural“ (c) The CW

Peace of Mind

Nach Ouroboros gilt es in Peace of Mind zu ergründen, mit welchen Konsequenzen Jacks (Alexander Calvert) Einsatz verbunden ist. Hat er seine Seele aufgebraucht oder ist da noch etwas übrig? Und falls noch etwas übrig ist, reicht es aus oder nicht? Die Sorgen, die Cas (Misha Collins), Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) sich um Jack machen, sind begründet und auch wir sind gespannt, was die Macher nun mit dieser Figur anstellen werden, die uns seit einiger Zeit ans Herz gewachsen ist.

Das zweite Sorgenkind ist Sam, der fast seine gesamte Einsatztruppe verloren hat und die Leichen von letzter Woche nicht aus dem Kopf kriegt. Er wendet hier Deans übliche Vorgehensweise an und stürzt sich von einem ins nächste Abenteuer - alles ist recht, wenn er bloß den Bunker verlassen kann und sich nicht mit dem letzten Akt der Vorfolge auseinandersetzen muss. Die „Charming Acres“ in Arkansas sind da genau richtig, strotzen sie doch geradezu von glücklichen Menschen, wovon Sam sich (nicht ganz freiwillig) anstecken lässt.

Insgesamt mag Peace of Mind ein paar Gänge zurückschalten. Aber genau eine solche Folge, wo sich die Figuren ein wenig entspannen können und der Humor wieder deutlich in den Vordergrund gerückt wird, braucht es jetzt auch. Eine kleine Auszeit von den dramalastigen Episoden rund um die Haupthandlung, die hier nur ein bisschen fortgesetzt wird.

Charming Acres

Sam und Cas wollen sich um den Fall des Teenagers Conrad (Camden Filtness) kümmern, dessen Kopf im Episodenauftakt explodiert. Die Recherchen führen die beiden schnell nach Charming Acres, einer idyllischen Kleinstadt, wo man mit kostenlosen Milchshakes begrüßt wird und die Zeit seit den 50er Jahren still zu stehen scheint. Die größten Sorgen der Einwohner sind, dass man die hausgemachten Küchlein noch warm zum Ziel bringt. Moderne Technik wie Handys sind unbekannt.

Die ungewöhnliche Kombination Cas und Sam macht von Beginn an viel Spaß. Wobei hier (noch) die meisten Lacher auf Castiels Konto gehen, der mit seinen trockenen Kommentaren alles andere als feinfühlig vorgeht und mit seiner offenen und ehrlichen Art - die er hoffentlich nie ablegen wird - für beste Zuschauerunterhaltung sorgt. Collins verzieht dabei nie eine Miene, womit jede Bemerkung perfekt sitzt - ob es nun darum geht, explodierende Köpfe mit überreifen Melonen zu vergleichen, die in der Sonne platzen, oder den Inhalt von Sunnys (Caitlin Ashley-Thompson) Liebesbriefen wiederzugeben.

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The CW
The CW - © The CW

Die Ermittlungen fördern schnell zu Tage, wo Conrad lebte und dass er eine Beziehung mit Sunny Harrington hatte. Viel weiter kommt unser Duo nicht, ehe es getrennt wird. In der Zwischenzeit ist der Kopf von Justin Smith (Guy Christie) explodiert, nachdem ihn Sams Mobiltelefon schwer beschäftigt und an sein „echtes" Leben samt Tochter erinnert hat. Castiel macht sich auf die Suche nach Sam und findet ihn schließlich an der Seite von Cindy Smith (Kimberley Shoniker) wieder, wo er den Platz von Justin eingenommen hat.

In Sachen Humor darf Padalecki nun das Steuer übernehmen, wobei schon sein Kostüm mitsamt neuer Frisur und Brille zum Lachen anregt. Mit den sprachlichen Eigenheiten der Bewohner, die er als Justin angenommen hat, schießt er allerdings den Vogel ab. Als Zuschauer kann man sich derart gut amüsieren, dass einem schon fast egal ist, weshalb aus Sam plötzlich Justin wurde. Schließlich sind hier drei Oliven im Martini bereits ein Abenteuer.

Betrachten wir den Fall etwas nüchterner (sofern das überhaupt möglich ist), fällt auf, dass die Autoren sich mit den Gastfiguren sehr viel Mühe gegeben haben. Sunny nimmt von Beginn an eine größere Rolle ein und ist neben Chip (Bill Dow) die einzige Person in Charming Acres, die weiß, was wirklich vorgeht. Entsprechend kann Cas auch nur von ihr erfahren, was mit Sam passiert ist. Der echte Justin zeigt uns derweil, dass sämtliche Einwohner nicht aus freien Stücken in dem Ort wohnen, sondern irgendwo da draußen mal ein Leben hatten. Im Endeffekt lässt sich gut raten, was denn nun hinter allem steckt.

Die Auflösung gefällt mir hingegen weniger. Es wird nicht wirklich klar, weshalb Chip und Sunny in der Lage sind, die Bewohner zu kontrollieren. Wir erfahren somit nicht, welche „Monster" hier am Werk sind und ihre Opfer zu einem glücklichen Leben zwingen (was nur für Chip gilt, wenngleich Sunny es ebenfalls könnte). Die Reichweite von Chips Kräften ist außerdem besorgniserregend (Conrad war anfangs bereits aus der Stadt raus). Zugestehen muss ich der Auflösung allerdings, dass sie in Bezug auf die Figuren nachvollziehbar ist. Wir erfahren, weshalb Chip diesen Ort geschaffen und mit Leuten gefüllt hat und bekommen auch eine Erklärung dafür, weshalb Sunny anfangs nicht mit Conrad durchbrennt. Insgesamt hätte ich etwas mehr erwartet (vielleicht einen Djinn?) und mir endet die Geschichte ein bisschen zu abrupt.

Dean und Jack

Die zweite Handlung um Jack und Dean hat ein ernsteres Thema zu bieten, wenngleich auch hier mit Deans Angst vor Schlangen oder dem Küchlein-Test ein paar wohldosierte humoristische Einlagen kommen. Es schwingt aber stets die Sorge um Jacks Seelenzustand durch, was Dean dazu veranlasst, Donatello (Keith Szarabajka) einen Besuch abzustatten. Dem wurde einst von Amara (Emily Swallow) die Seele genommen, weshalb Dean sich von ihm eine Antwort auf die Frage erhofft, ob Jacks Seele futsch ist oder nicht.

Nun, eine echte Antwort gibt es vorerst nicht. Jacks Verhaltensweisen unterscheiden sich nicht besonders von dem, was er vor der Auseinandersetzung mit Michael getan hat. Seine Sorge um die Schlange kann man zweideutig betrachten, aber in meinen Augen zeigt Jack sich da nur tierlieb (ob die Schlange wohl tatsächlich vom Bacon gekostet hat?) - eine tiefere Interpretation darüber, weshalb es gerade eine Schlange sein muss, liegt zwar ebenso auf der Hand, aber der würde ich (noch) keine größere Bedeutung zumessen.

The CW
The CW - © The CW

Das Gespräch später mit Donatello weiß zu gefallen. Unserem Propheten gelingt es mit wenigen Worten und einem interessanten Vergleich, Jack über seinen derzeitigen Gefühlszustand zum Reden zu bringen. Die Schwierigkeit liegt nun in der Interpretation von Jacks Worten. Dass er sich anders fühlt, bedeutet eine Veränderung, aber dass er etwas fühlt, lässt leicht darauf schließen, dass Hopfen und Malz noch nicht verloren ist.

Dean gegenüber meint Donatello nach dem Gespräch, dass Jack okay ist. Der Prophet macht gleichzeitig aber auch die Einschränkung, dass es ohnehin schwer ist, festzustellen, was in Jack tatsächlich vorgeht - jedenfalls mit Blick darauf, dass er ein Nephilim ist. Eine eindeutige Auskunft über das Fehlen oder Vorhandensein einer Seele gibt es folglich nicht.

Zurück im Bunker

Während das Abenteuer für Sam förderlich war (und Cas im Vorfeld bereits alles Wichtige darüber an Dean weitergegeben hat, köstlich), bereiten die letzten Szenen mit Jack Sorgen. Sam gelangt zur Einsicht, dass er vom Bunker und den Ereignissen, die sich dort kürzlich abgespielt haben, nicht weiter weglaufen kann. Es wird dauern, ehe er sein Zuhause wieder als solches betrachtet und den Tod der anderen Jäger von letzter Woche verarbeitet hat. Die Sache in Angriff zu nehmen, ist aber mit Sicherheit eine gute Entscheidung.

Jack nimmt sich derweil seiner Schlange an und schickt sie dem vorherigen Besitzer zurück. Er meint es vermutlich wirklich gut für die Schlange, von der anschließend nur etwas Asche übrig bleibt. Allerdings wirft das die Frage auf, wie Jacks Verständnis über Gut und Böse nun aussieht. Da wird nicht nur Cas, der den Vorgang heimlich beobachtet, einige Sorgenfalten auf der Stirn haben.

Fazit

Nach der Achterbahnfahrt von letzter Woche geht es in Peace of Mind wieder ruhiger zu. Punkten kann die Episode vor allem durch ihren Humor, der hauptsächlich im Handlungsstrang um Cas und Sam zu finden ist, die den Fall der Woche bearbeiten. Bei Dean und Jack steht derweil letzterer im Fokus. Die Frage, ob Seele oder nicht wird nicht konkret beantwortet und gerade die abschließende Szene lässt die Sorge, Jack könnte zum Bösewicht mutieren, nicht versiegen. Von mir gibt es diese Woche vier von fünf Sternen.

Trailer zur „Supernatural“-Episode 14x16 Don't Go In the Woods:

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 16. März 2019

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x15 Trailer

Episode
Staffel 14, Episode 15
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x15)
Deutscher Titel der Episode
Seelenfrieden
Titel der Episode im Original
Peace of Mind
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 14. März 2019 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 20. Oktober 2019
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Sonntag, 20. Oktober 2019
Regisseur
Philip Sgriccia

Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x15

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