Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x14

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„I'm not a child. I'm the son of Lucifer. I'm a hunter. I am a Winchester!“ - Jack (Alexander Calvert)
Ouroboros
Mit Ouroboros meldet sich die 14. Staffel Supernatural aus einer kleinen Pause zurück. Was in der ersten Hälfte nach einem Fall der Woche aussieht, entwickelt sich gegen Ende zu einer Achterbahnfahrt, die mich mit heruntergefallener Kinnlade dasitzen ließ. Habe ich das alles tatsächlich gerade gesehen? Kann mich mal jemand kneifen und mir versichern, dass ich die letzten zehn Minuten nicht geträumt habe? Wow.
Aber fangen wir vorne an. Sam (Jared Padalecki), Dean (Jensen Ackles), Cas (Misha Collins) und Jack sind auf der Jagd nach einem Monster, welches eine Spur aus Leichen hinterlässt und mit Vorliebe die Innereien seiner Opfer verköstigt. Kurioserweise scheinen die Opfer keine Gegenwehr zu leisten und außerdem ist Noah (Philippe Bowgen) in der Lage, die Jäger kommen zu sehen und verschwindet stets, bevor die Winchesters am Tatort ankommen. Da kann erstmal auch der Zauber von Rowena (Ruth Connell) nichts dran ändern, die diese Woche helfend zur Seite steht.
Zunächst einmal ist es schön, dass den Machern bei den Monstern nach 14 Jahren die Ideen nicht ausgehen. Einen Gorgonen hätte ich mir mit Blick auf die griechische Mythologie zwar anders vorgestellt, aber die vorgenommenen Anpassungen (so nenne ich es mal) gehen in Ordnung. Dass die Schlange später in Bezug auf Jack noch eine weitere Bedeutung erhält und Noah eine kleine Geschichte über Huhn und Schlange erzählen darf, die ebenfalls einen tieferen Sinn enthält, sind klare Pluspunkte. Mich hätte es aber auch nicht gestört, wenn sich der Killer als normaler Mensch der Sorte „Hannibal Lecter" entpuppt hätte und bloß sehr vorsichtig und vorausschauend unseren Jägern aus dem Weg gegangen wäre. Denn ob nun übernatürlich oder nicht, ein Monster ist Noah allemal (wie einer unserer Helden auch treffend anmerkt).
In Sachen Spurensuche und Identifizierung des Monsters werden die üblichen Register gezogen. Rowenas Anwesenheit deutet darauf hin, dass sich die Brüder, Cas und Jack bereits einige Zeit lang die Zähne ausgebissen haben, um Noah zu stellen. Dass er ein Gorgone ist, welche Fähigkeiten er besitzt und wie man ihn töten kann, muss im Folgenverlauf ermittelt werden, wozu auch Maggie (Katherine Evans) einen kleinen Beitrag leisten darf. Der entscheidende Hinweis, wie man den hellseherischen Gorgonen stellen kann, kommt schließlich von Noah selbst - hätte er seinen kleinen Brief mal lieber nicht Dean überlassen.
Dean und Jack
Ein besonderes Augenmerk wird während der Jagd auf Dean und Jack gelegt, die beide mit Problemen zu kämpfen haben. Mir hätte es übrigens besser gefallen, wenn Sam da bei Rowenas Nachfragen etwas bereitwilliger Auskunft gegeben hätte. Schließlich gehört sie irgendwie zum Team und gerade bei Jack hätte sie eine Idee haben können, die vielleicht geholfen und dessen Seele geschützt hätte.
Sicher ist jedenfalls, dass Jacks Husten zurück ist und er sich heimlich mit den eigenen Seelenkräften heilt. Über kurz oder lang kann das nicht gutgehen, schon gar nicht, wenn er auch noch bei Cas Hand anlegt und diesen aus seiner Starre befreit. In Sachen Dean wird der Fokus derweil verstärkt auf die Kraft gelegt, die es ihn kostet, Michael in seinem inneren Gefängnis zu halten. Das Gespräch mit Cas spricht hier Bände, wobei ich allerdings nicht von Foreshadowing der weiteren Ereignisse sprechen würde. Vielmehr habe ich während des Schauens den Eindruck gehabt, dass Deans Lage genutzt wird, um Jack damit vertraut zu machen, dass er als Nephilim früher oder später geliebte Menschen verlieren wird - und dass in Deans Fall ein baldiges Ableben aktuell wahrscheinlich ist, falls keine Lösung gefunden wird (die nicht in einer Kiste im Ozean endet). Mit anderen Worten: Jack soll dazu animiert werden, eine Lösung zu finden, aber sich halt auch darauf vorbereiten, dass die ausbleiben kann.
Unterm Strich haben mir die Interaktionen und Dialoge unseres Teams jedenfalls sehr gefallen. Würde ich die Episode erneut schauen und die letzten zehn bis fünfzehn Minuten bereits kennen, würde ich vermutlich etwas anders darauf blicken. Denn im Nachhinein ist schon recht offensichtlich, weshalb die Charakterentwicklung in dieser Form betrieben wird und die meisten Gespräche und Szenen eher ernst als lustig sind. Kleine Hunde und Fieberthermometer stellen eine Ausnahme dar.
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Achterbahn
Jetzt bitte anschnallen, die Bügel sichern und gut festhalten. Die nächste Fahrt geht kopfüber und rückwärts!
Als Dean sich im Kampf mit Noah den Kopf stößt und bewusstlos wird, macht sich bereits ein mulmiges Gefühl breit. Wie soll er Michael kontrollieren und gefangen halten, wenn die Lichter aus sind? Wird er als Dean oder als Michael aufwachen, wenn er zu sich kommt? Tatsächlich bricht Chaos aus, als Dean aufwacht und Michael sein Gefängnis verlassen hat. Schreie sind zu vernehmen und die Bevölkerung des Bunkers wird radikal dezimiert, was auch Maggie miteinschließt. Wen kann Michael sich als neuen Wirt genommen haben? Wer würde dem Erzengel dafür die Zustimmung erteilen?
Rowena bleibt keine Wahl. Ob sie den Versprechungen von Michael nun Glauben schenkt oder nicht, ihr Leben steht auf dem Spiel, von daher ist Widerstand zwecklos. Connell gibt hier einen guten Michael ab und ich bin ein wenig hin- und hergerissen, ob ich gerne mehr von ihr als Michael gesehen hätte. Ähnlich hin- und hergerissen bin ich von den weiteren Ereignissen, denen Jack schließlich ein Ende macht.
Es ist schon sehr unüblich, dass gleich mehrere Probleme (Michael und Jacks gesundheitlicher Zustand) mit einem großen Schlag gelöst werden. Normalerweise finden sich derartige Ereignisse in einem Staffelfinale wieder, aber bis dahin sind noch ein paar Folgen offen. Insofern ist dieser Schritt sehr überraschend, auch wenn man hier und dort in diversen News vernehmen konnte, dass die Macher nicht Michael als Staffelbösewicht auserkoren haben.

Ich bin jedenfalls gleichzeitig begeistert und entsetzt. Begeistert, weil Jack seine Kräfte zurückhat. Entsetzt, weil er dafür womöglich seine Seele verloren hat und zum Bösewicht mutieren könnte. Begeistert, weil Michael fort ist. Entsetzt, weil Maggie und die anderen Parallelweltler tot sind. Ob Jack die zurückbringen kann? Und hat Billie (Lisa Berry) nun gelogen, was die schicksalhaften Bücher angeht oder sind diese Ereignisse Teil eines Buches?
Das Ende beseitigt Probleme und kommt mit zahlreichen Fragen daher, die die Zukunft betreffen. Kurz überlegt, ist Nick (Mark Pellegrino) noch da draußen und stellt einen potenziellen Kandidaten für einen Bösewicht dar (Stichwort: Lucifers Rückkehr). Es könnten aber auch Billie oder Jack diese Rolle einnehmen, wobei ich inständig hoffe, dass es nicht Jack treffen wird. Auch „The Empty" käme noch in Frage, da Cas womöglich bald seinen glücklichen Moment haben könnte. Was meint ihr, wer wird der neue Bösewicht?
Fazit
Was eingangs wie ein normaler Fall der Woche mit größerem Fokus auf die charakterliche Entwicklung einiger Figuren wirkt, entwickelt sich zu einer unerwarteten Achterbahnfahrt. Michael wird aus dem Programm genommen, wofür Jack einen Preis zahlen muss, aber auch eine Belohnung erhält. Die Frage, ob Huhn oder Schlange, muss zwar noch beantwortet werden, aber in Sachen Bewertung gebe ich mich erst einmal sehr begeistert und lasse das Entsetzen links liegen. 4,5 von 5 Sternen. Und was meint ihr?
Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 9. März 2019Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x14 Trailer
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x14)
Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x14
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