Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x12

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Nick
Im Gegensatz zur Haupthandlung um Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) und den prophetischen Nachfolger Tony Alvarez (Nick Hunnings), wo es in der Gesamtheit darum geht, Dean zu einer „richtigen" Wahl zu führen, führt Nicks (Mark Pellegrino) Verlauf zur „falschen" Wahl. An sich keine Überraschung, schließlich hat Lucifers Wirt bereits vor Wochen um die Rückkehr des Teufels gebeten. Aber würde er sich die auch wünschen, wenn ihm seine Frau Sarah (Jaycie Dotin) plötzlich als Geist gegenübersteht?
Nun, dass er sie mit dem fragenden Wörtchen „Lucifer?“ begrüßt, nimmt bereits vorweg, wie seine Entscheidung ausfällt. Es fließen zwar Tränen und die Chance, Sarahs Geisterdasein zu beenden, könnte tatsächlich an Nick appellieren, sich auf die Prä-Lucifer Ära seines Familienlebens zu fokussieren. Aber im Grunde genommen wissen wir alle, dass dieser Zug bereits abgefahren ist. Insofern gibt es diese Woche einen letzten Versuch, Nicks Entscheidung rückgängig zu machen und dieser muss einfach scheitern, weil der „Point of no return" bereits überschritten wurde.
Thematisch passt die Nebenhandlung zwar mit ihrem gegenteiligen Ausgang gut zum Winchester-Storybogen, aber erwartungstechnisch bin ich trotzdem unterwältigt. Pellegrinos Darstellung außen vorgelassen und sehr nüchtern betrachtet, gibt es hier außer der Flucht nämlich keinerlei Fortschritt. Wir wissen, dass Lucifer sich bereits in der Leere geräkelt hat und erwarten mit Spannung die (erneute) Übernahme seines Wirts. Was das angeht, werden wir aber noch hingehalten und das ist schade. Insgesamt hatte ich mir jedenfalls mehr von diesem Handlungsbogen erhofft.
Prophet and Loss
Zentrales Thema dieser Woche ist die Fahrt zu Deans letzter Ruhestätte. Wie die aussehen wird, bekommen wir in den ersten Minuten anhand eines Alptraums gezeigt, der durchaus eine schockierende Wirkung hinterlässt. Uns ist zwar irgendwie klar, dass es dazu nicht kommen wird. Erst kürzlich wurde eine 15. Staffel bestellt, da liegt es einfach auf der Hand, dass Deans Geschichte nicht am Boden des Ozeans in einer Kiste enden wird. Aber was, wenn doch?
Die Autoren Brad Buckner und Eugenie Ross-Leming strengen sich jedenfalls gewaltig an, den Fall um den mordenden Propheten Alvarez mit möglichst vielen Parallelen zu unseren Brüdern zu spicken. Stellenweise übertreiben sie es sogar und hätten gerne subtiler vorgehen können. Andererseits hätte es für Dean aber wohl noch deutlicher sein können, da er von seinem Plan auch nach Donatellos (Keith Szarabajka) Rettung durch Castiel (Misha Collins) nicht abrücken will.

Fall der Woche
Aber konzentrieren wir uns vorerst auf Alvarez, der eigentlich erst nach Donatellos Ableben als Prophet aktiv werden sollte. Und natürlich nicht in mordender Form. Wobei die hier gezeigten Grausamkeiten selbst für Supernatural-Verhältnisse extrem sind. Ich habe mich da stellenweise an „Sieben" (1995) erinnert gefühlt, was nicht gerade oft vorkommt.
Das große Rätsel ist natürlich, wie der nächste Prophet bereits aktiv sein kann, ohne dass der alte gestorben ist. Mir schwante da kurz, dass möglicherweise die Anwesenheit von Parallelweltlern bewirkt, dass nun zwei Propheten in unserer Welt gleichzeitig auftreten können. Wir haben zwei Michaels in unserer Welt und laut Billie (Lisa Berry) haben die Abstecher der Winchesters in die Apokalypsen-Welt ja einiges durcheinander geschwurbelt, wie an den umgeschriebenen Schicksalsbüchern erkennbar. Da fand ich es schon fast schade, dass die Erklärung am Ende relativ einfach ausfiel. Aber es ergibt durchaus Sinn, dass der komatöse Zustand von Donatello - der sich geistig irgendwo zwischen Dies- und Jenseits befindet - Alvarez von der Ersatzbank holt und diesem einen psychischen Knacks verpasst.
Was den Fall insgesamt betrifft, würde ich den als okay bezeichnen. Hauptsächlich deshalb, weil er offensichtlich dazu dient, Dean aufzuzeigen, dass selbst aussichtslose Fälle wie Donatello nicht aufgegeben werden sollten und es sich lohnt, zu kämpfen. Außerdem durfte Cas endlich mal wieder seine Kräfte aktiv benutzen und zwar rettender Weise und nicht nur als Versuch. Der darf in Zukunft gerne öfter wieder derartig zum Einsatz kommen.
Warum nur „okay"? Weil es ein doch eher geradliniger Fall ohne große Überraschungen oder Wendungen und der Gewaltgrad unnötig hoch ist. Für Donatello freut es mich zwar, dass er nun endlich wieder Gelegenheit erhält, einen Eimer Buffalo Wings zu verdrücken. Aber weshalb man jetzt den Propheten wieder hervorholt, will mir noch nicht so recht einleuchten. Mir wäre es lieber, wenn erst ein paar offene Handlungen zu einem Abschluss gebracht werden, statt nun wieder eine neue (der seelenlose Prophet) hervorzukramen. Oder bietet Donatello vielleicht eine Lösung für Deans Dilemma? Was meint ihr?
Winchesters
Nachdem ich bei Damaged Goods meinen Unmut zu Deans Verhalten und seiner spärlichen Abschiedstour geäußert habe, übernimmt Sam diese Aufgabe jetzt. So viel also zu dem abschließenden „Alright“ von letzter Woche. Sam lässt nicht locker, bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu versuchen, Dean von seinem Vorhaben abzubringen. Sei es durch die Aussicht auf ewiges Leben mit ewigen Qualen unter der Wasseroberfläche, durch bedeutungsvolle Blicke zu Dean, während Eddie (Josh Collins) von seinem toten Zwillingsbruder berichtet oder heimlich, wenn er Cas und Rowena (Ruth Connell) nach einer Lösung suchen lässt, die ohne Deans Opfer auskommt. Auch will er nichts davon wissen, wenn Dean sich für vergangene Dinge entschuldigen möchte. Sam kann und will einen Abschied nicht akzeptieren und das ist gut so.

Im Folgenverlauf erhält er außerdem Unterstützung von Cas, der eigentlich noch gar nicht eingeweiht werden sollte. Es wird somit ordentlich an Dean gerüttelt, wobei da gerne noch mehr Figuren hätten auftreten können. Jacks (Alexander Calvert) Abwesenheit ist beispielsweise ein großes Rätsel, denn mindestens ihn hätte man noch zusätzlich auf den Plan holen können. Zu guter Letzt ist da noch der bereits erwähnte Fall der Woche, der anhand von Donatellos Erwachen aufzeigt, dass Hopfen und Malz tatsächlich erst dann verloren ist, wenn man wirklich aufgibt. Es reicht aber nur ein Funke an Hoffnung, um kleine Wunder zu bewirken und das Blatt zu wenden.
Und was macht Dean am Ende? Er freut sich für Donatello und bezeichnet es als einen „win“. „Going out on a high“. Das bringt das Fass natürlich zum Überlaufen und beschert uns einen der emotionalsten Momente zwischen den Brüdern, den die Serie bis dato hervorgebracht hat. Danke, Sam!
Ich kann dem jüngeren Bruder jedenfalls Wort für Wort nur beipflichten und bin noch immer leicht mitgenommen von den abschließenden Szenen. Ist auch schon eine Weile her, dass ich mal Pipi in den Augen hatte, aber hier ist es doch passiert.
Fazit
An sich eine eher durchschnittliche Folge ohne große Fortschritte. Bei Nick werden wir noch hingehalten, was den unvermeidlichen nächsten Schritt angeht. Der Fall der Woche ist eng mit den Brüdern verwoben (was stellenweise zu offensichtlich geschieht), aber ansonsten eher im Mittelfeld unterwegs. Das Ende mit der Aussprache zwischen den Brüdern und Deans (vorläufige?) Abkehr vom selbstmörderischen Plan holt hier aber einiges wieder heraus. Vier Sterne wären trotzdem insgesamt etwas zu hoch, daher lasse ich mal 3,5 springen. Und ihr?
Der Trailer zur Episode Lebanon der Serie Supernatural (14x13):
Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 2. Februar 2019Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x12 Trailer
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x12)
Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 14x12
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