Supernatural 12x21

Supernatural 12x21

In der Folge There's Something about Mary der US-Serie Supernatural erlebt nicht nur Crowley eine unangenehme Überraschung. Auch die Winchesters, die davon erfahren, dass verschiedene JĂ€ger in den letzten Wochen starben, machen eine Entdeckung, die unertrĂ€glicher kaum sein könnte.

Offizielles Szenenbild der „Supernatural“-Episode „There's Something about Mary“ / (c) The CW
Offizielles Szenenbild der „Supernatural“-Episode „There's Something about Mary“ / (c) The CW
© ffizielles Szenenbild der „Supernatural“-Episode „There's Something about Mary“ / (c) The CW

Vorwort

Normalerweise vermeide ich die „Ich-Form“ in meinen Texten. Selbst dann, wenn mir eine Folge weniger zusagt, versuche ich, die Ich-Perspektive außen vor und damit meine persönlichen Ansichten zur Episode etwas allgemeiner und weniger subjektiv klingen zu lassen. Das ist diese Woche aber nicht möglich. Zu frustrierend waren die Ereignisse, die mir Supernatural in There's Something About Mary gezeigt hat. Das hat verschiedene GrĂŒnde und die werden auch gleich angefĂŒhrt. Vorab aber eine kleine Entschuldigung an alle, die die Folge ganz in Ordnung oder gar gut fanden. Was gleich kommt, ist natĂŒrlich nur meine Ansicht und die ist nicht allgemeingĂŒltig - geht ja auch gar nicht.

Eileen

Schon der Anfang mit dem Tod von Eileen (Shoshannah Stern) ließ mir den Hut hochgehen. Das hatte was von einem Fall der Woche, in dem irgendein einmaliger Gastdarsteller Bekanntschaft mit einem Monster macht, das Treffen nicht ĂŒberlebt und damit ein neues Abenteuer fĂŒr Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) auslöst. Gut, das sollte hier wohl auch der Fall sein. Allerdings wissen die Winchesters zu dem Zeitpunkt schon, dass Mary (Samantha Smith) etwas entdeckt hat, so dass es bereits einen AufhĂ€nger fĂŒr diese Episode gab.

Viel schlimmer ist aber, dass Eileen eben keiner der Charaktere ist, die so einen blöden Introtod verdient haben. Sie brachte mit ihrem ersten Auftritt in Into the Mystic (11x11) frischen Wind in Sachen weibliche, wiederkehrende Gastfiguren in die Serie und bekam erst kĂŒrzlich in The British Invasion (12x17) ein tolles Zusammenspiel mit den Winchesters, insbesondere mit Sam. Sie hier so schnell abzufertigen, ist einfach falsch und komplett unverdient fĂŒr die Figur. Klar, wir sollen sehen, wie böse die Briten sind und dass die nicht einfach Halt machen. Aber einen so lieblosen Abgang hatte bislang noch keine wiederkehrende Gastfigur bekommen.

Obendrein befehligt Arthur Ketch (David Haydn-Jones) noch einen Höllenhund, was mich gleich zum nĂ€chsten Thema bringt und die Frage aufwirft, wie so was ĂŒberhaupt möglich ist. Denn ich dachte bislang, dass die Zusammenarbeit mit Monstern jedweder Art ein absolutes No-Go bei den Briten ist.

Crowley V Lucifer

Hier gab es ein paar Szenen, die recht gut aussahen. Wenn Lucifer (Mark Pellegrino) seine FlĂŒgel ausbreitet, sieht das einfach nur cool aus. Wenn er Crowley (Mark Sheppard) als Marionette benutzt und ihn Gesten und Mimiken machen lĂ€sst, die seine Worte lĂ€cherlich wirken lassen, dann muss auch ich grinsen. Wenn er ihn spĂ€ter durch die Gegend schleudert, hat das auch was. Unterm Strich bleibt es aber eine dumme Wendung, die da diese Woche stattfand.

Erst mal will mir nicht in den Kopf, wie Crowley Lucifer so unterschĂ€tzen konnte. In Somewhere Between Heaven and Hell (12x15) durfte er endlich mal wieder was von seiner alten StĂ€rke zeigen und war vorbereitet auf scheinbar jede EventualitĂ€t. Und diese Woche merkt er nicht, dass seine Kontrolle schwindet? Es fĂ€llt ihm nicht einmal auf, dass einer seiner DĂ€monen hinter der TĂŒr steht?

Ich hatte ehrlich gesagt die ganze Zeit darauf gewartet, dass Crowley sich wieder aufrichtet, ein wenig den Staub von seinem Anzug klopft und zum Gegenschlag ansetzt. Dann eine Sicherheitsvorkehrung aktiviert (wie auch immer die ausgehen hĂ€tte) und das Blatt erneut wendet - wie er es frĂŒher in alten Staffeln stets vermochte. Stattdessen kommt bloß ein klĂ€glicher Versuch mit Worten, um den eigenen Tod abzuwenden. Und das zieht natĂŒrlich nicht.

Offizielles Szenenbild der „Supernatural“-Episode „There%26#039,s Something about Mary“
Offizielles Szenenbild der „Supernatural“-Episode „There%26#039,s Something about Mary“ - © The CW

Zum anderen gefĂ€llt mir nicht, wie lange dieses Hin und Her mit den beiden Figuren schon lĂ€uft. Ich bin ein großer Fan von Crowley (in seiner alten Form) und Mark Pellegrinos Lucifer ist natĂŒrlich auch immer gerne gesehen - bester Teufel seit Peter Stormare in Constantine (2005). Aber dieser andauernde Konflikt zwischen den beiden mit wechselnder Oberhand ist langsam ermĂŒdend und frustrierend. Crowley darf diese Woche als Ratte entkommen und seinem Körper (der ganz ohne das ĂŒbliche Feuerwerk draufging, was aber niemanden der Anwesenden verwundert) hinterherjagen - also erneut eine Fortsetzung, erneut muss er versuchen, wieder die Oberhand zu gewinnen, et cetera.

Wann werden da endlich mal NĂ€gel mit Köpfen gemacht? Oder wenigstens etwas frischer Wind ins Geschehen gebracht? Entweder raufen sich die beiden zusammen, was bestimmt ein gutes Team-up wĂ€re und das Gegnerlevel gehörig steigen ließe - so ein Vorschlag wurde von Crowley diese Woche sogar gemacht oder zumindest die Richtung angedeutet. Oder aber die Macher mĂŒssen halt in den sauren Apfel beißen und einen der Fanlieblinge in die ewigen JagdgrĂŒnde schicken - ohne Schlupfloch und endgĂŒltig. Und natĂŒrlich mit einem entsprechenden Abgang, der dem Verlierer gehörig Tribut zollt. Ich wĂ€re mir sicher, dass ich das als Fan der beiden verkraften könnte und zwar unabhĂ€ngig davon, wer am Ende ĂŒbrigbleibt.

Noch ein kurzes Wort zur Schlussszene mit Lucy: Da kam bei mir nichts an. HĂ€tte auch ein Werbespot fĂŒr Lederjacken sein können.

British Men of Disappointments

NĂ€chstes Thema: Crowley verleiht also seine Höllenhunde an die Briten und hat auch mit Dr. Hess (Gillian Barber) mehrere Deals am Laufen? Nee, passt nicht. Wobei das nur die Spitze des Eisbergs ist (mehr dazu gleich). Weshalb sollte er seine HĂŒndchen den Briten zur VerfĂŒgung stellen? Die werden ihn doch kaum unter Druck setzen können und die Tierchen haben ihren eigenen Zweck fĂŒr abgelaufene DĂ€monendeals. WĂ€re doch fatal, wenn das GeschĂ€ft da geschĂ€digt wird, weil er einen Hundeverleih betreibt. Zudem war das Gejammer groß, als vor wenigen Wochen Ramsey entkam. (Und Ketch hĂ€tte sicher auch Eileen anders umbringen können. Hat er zuvor bereits mit anderen Figuren getan und es hĂ€tte keinen Höllenhund gebraucht, um die Spuren zu verwischen...)

Es wĂŒrde zwar irgendwie zu Crowley passen, mit den Briten GeschĂ€fte zu machen. Aber Dr. Hess ist da schon sehr bestimmend und das ist etwas, was der Crossroad-DĂ€mon nicht zulassen wĂŒrde. Der alte Crowley wĂ€re auf seinen eigenen Vorteil aus und wĂŒrde jede Kooperation beenden, wenn sie in die falsche Richtung geht. Macht er hier nicht. Stattdessen lĂŒgt er die Winchesters an und deckt damit die Briten. Einfach falsch.

Aus der Sicht der Briten liegt hier aber auch einiges im Argen. Wie war das noch gleich? Alle Monster ausrotten und so. Sind DĂ€monen etwa keine Monster, dass man dort noch Verhandlungen betreibt und sich obendrein noch andere Monster von ihnen ausleiht? Da hat man die Mittel, um den Teufel zurĂŒck in seinen KĂ€fig zu stecken, ist aber trotzdem darauf angewiesen, jemanden wie Crowley zufriedenzustellen? Passt nicht. Gut und schön, dass die Organisation nicht so sauber ist, wie es zunĂ€chst aussah und sich mit bösen Buben (auf höherem Level) einlĂ€sst. Aber das unterminiert den „tollen“ Kodex gewaltig, wenngleich es eine kleine ErklĂ€rung dafĂŒr ist, woher die Briten ihr Wissen haben.

Der KnĂŒller war diese Woche aber die GehirnwĂ€sche bei Mary. Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Die Briten haben also die Mittel, um jede Person derartig umzuprogrammieren, dass eine Mutter die Waffe gegen die eigenen Söhne richtet? Warum dann nicht alle US-JĂ€ger einfangen und fĂŒr die eigenen Ziele anpassen? Oder Mick (Adam Fergus), nachdem er die eigenen Ziele hinterfragte? Toni (Elizabeth Blackmore) hat das Verfahren enorm beschleunigen können und ist sichtlich stolz darauf. WĂ€re doch leicht, neben Mary noch andere auf den „richtigen Weg“ zu lenken. Und wĂ€re es nicht viel effektiver, die anderen JĂ€ger nicht zu töten, sondern anzupassen? Weshalb ist Mary so besonders? Das ergibt alles keinen Sinn.

Offizielles Szenenbild der „Supernatural“-Episode „There%26#039,s Something about Mary“
Offizielles Szenenbild der „Supernatural“-Episode „There%26#039,s Something about Mary“ - © The CW

Aber bleiben wir bei Mary. Sie hat keinerlei Anzeichen dafĂŒr gegeben, dass sie beim Kampf im Bunker (der ĂŒbrigens sehr nett war) auch nur einen Hauch fĂŒr ihre Söhne empfunden hat. Ein kleiner Moment der Unsicherheit wĂ€re genau das gewesen, was ich mir da gewĂŒnscht hĂ€tte. Den gab es aber nicht (oder ich habe ihn verpasst).

Was mich aber auch noch wurmt, sind die Kontakte von Mary, die sich die Briten diese Woche zunutze machen. Da tötet sie einen JĂ€ger, der ihr offenbar vertraut ist. Ähm, wie lange weilt Mary noch gleich wieder unter den Lebenden? Kann sie ĂŒberhaupt wieder ein Netzwerk aufgebaut haben und ĂŒber viele Kontakte verfĂŒgen? Mit Blick darauf, dass sie erst vor kurzem wieder aktiv wurde und noch dazu sehr viel jĂŒnger aussieht, als sie ist, scheint es fraglich, ob ihre alten Kontakte ĂŒberhaupt noch existieren. Aber die Briten benutzen sie jetzt, um diverse US-JĂ€ger auszuschalten. Passt auch wieder nicht.

ZurĂŒck zu den Briten: Ketch wartet im Bunker auf die Winchesters, die gerade Toni in ihre Gewalt gebracht haben. Warum? Wie hat er davon erfahren, dass Sam und Dean seine Konkurrenz in ihrer Gewalt haben? Keine Ahnung. Er ist einfach da, wartet auf sie und hat zudem noch eine Falle gestellt. Stand wohl so im Drehbuch.

Aber der Hammer ist, dass Arthur keinen kurzen Prozess mit allen Beteiligten macht. Wie einfach wĂ€re es gewesen, Sam, Dean und Toni mit einer Kugel zu töten? Falls Mary tatsĂ€chlich vollends umprogrammiert wurde, wĂ€re es doch sehr einfach gewesen, die ganze Angelegenheit zu beenden. Stattdessen macht er hier einen auf Bond-Bösewicht, erklĂ€rt seine PlĂ€ne, lĂ€sst die drei in einer Falle zurĂŒck und reibt sich die HĂ€nde, weil er (scheinbar) gewonnen hat. So ein billiges Klischee und so ein unprofessionelles Vorgehen. Stöhn. Das macht den sehr schön inszenierten Kampf von Sam und Dean gegen die Eindringlinge wieder wett und hinterlĂ€sst einen sehr bitteren Beigeschmack.

Meine Hoffnung ist jedenfalls, dass das britische Kapitel im Staffelfinale in die ewigen JagdgrĂŒnde geschickt wird. Aber ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich abgehandelt wird.

Fazit

Uff, nein. Nein, nein und nochmals nein. So geht das einfach nicht. Ein paar Szenen waren ganz nett und die Spannung auf das Finale ist zwar vorhanden, aber unterm Strich dominiert die Frustration gleich an mehreren entscheidenden Stellen. In meinen Augen eine der schlechtesten Folgen ever. Hoffentlich liefert wenigstens das zweistĂŒndige Finale was Gutes ab. Diese Woche gibt es von mir jedenfalls nur einen von fĂŒnf Sternen. Und zwar mit zugedrĂŒckten Augen.

Vorschau zum Finale (12x22) der 12. Staffel von „Supernatural“:

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Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 13. Mai 2017

Supernatural 12x21 Trailer

Episode
Staffel 12, Episode 21
(Supernatural 12x21)
Deutscher Titel der Episode
Wer ist Mary?
Titel der Episode im Original
There's Something About Mary
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 11. Mai 2017 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 28. Januar 2018
Autoren
Brad Buckner, Eugenie Ross-Leming
Regisseur
P.J. Pesce

Schauspieler in der Episode Supernatural 12x21

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