Supernatural 12x20

© ffizielles Szenenbild der âSupernaturalâ-Episode âTwigs & Twine & Tasha Banesâ / (c) The CW
Castiel
Bevor Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) sich ins aktuelle Abenteuer begeben, bleibt ihnen und uns noch ein wenig Zeit, um ĂŒber die Geschehnisse in The Future zu reflektieren. Eine gute Nachricht am Rande: Sam scheint zwar nicht gerade optimistisch, aber der Colt könnte durchaus repariert werden. WĂ€re schlieĂlich schade, wenn die Waffe nun fĂŒr immer hops wĂ€re und die BrĂŒder werden schon etwas mit durchschlagender Wirkung brauchen, wenn sie es mit dem Nephilim aufnehmen mĂŒssen. Ob der Colt dann versagt (gut möglich mit Blick auf den Vater), steht natĂŒrlich auf einem anderen Blatt. Aber es beruhigt ein wenig, dass die Waffe noch nicht abgeschrieben wurde.
Hauptaspekt des GesprĂ€chs ist aber Castiel (Misha Collins), von dem mal wieder jede Spur fehlt. Dean beschreibt die Situation um den Engel Ă€hnlich, wie wir das als Zuschauer auch empfunden haben (bloĂ mit bunteren Worten, Stichwort: „Super Mario“) und fĂŒgt noch hinzu, dass er Cas nicht wiedererkannt hat.
Somit wird uns durch Dean quasi ein besessener Castiel bestĂ€tigt, der unter der Kontrolle des (bösen) Nephilims steht. Allerdings muss das nicht zutreffen. Alternativ könnte unser Engel wirklich glauben, dass er das Richtige tut und Kellys (Courtney Ford) Kind trotz offensichtlich groĂer Macht vielleicht nicht so böse sein, wie wir aufgrund des Vaters vermuten. Dieser Twist (von dem hier vielleicht nur abgelenkt wird) hĂ€tte sicher seinen Reiz. Aber genauer werden wir das wohl erst im Staffelfinale erfahren.
Familie Banes
Der Fall der Woche kommt durch einen Anruf von Alicia (Kara Royster) ins Rollen, die uns samt Bruder Max (Kendrick Sampson) bereits in Celebrating the Life of Asa Fox (12x06) vorgestellt worden war. Sams Satz („Their mom's on a hunting trip, and hasn't been home in a week.“) ist eine klare Anspielung auf den Piloten von Supernatural, in dem Dean Ă€hnliche Worte findet, um den jĂŒngeren Bruder dazu zu bringen, sich an der Suche nach John Winchester (Jeffrey Dean Morgan) zu beteiligen - wodurch die ganzen Abenteuer der beiden erst starteten. Ein netter Zug und nur eine von vielen Parallelen zwischen der Familie Banes und den Winchesters, die uns im Folgenverlauf aufgezeigt werden.
Denn das Thema âFamilieâ ist der Kern dieser Episode und sehr ĂŒberzeugend umgesetzt. Schon das VerhĂ€ltnis zwischen Max und Alicia ist von unterschiedlichen Ansichten geprĂ€gt, wie bereits beim Telefonat mit Sam deutlich wird. Dennoch ist der Zusammenhalt der Geschwister stets prĂ€sent, Ă€hnlich, wie wir es von Sam und Dean kennen. Als dann etwas spĂ€ter Tasha (Alvina August) hinzukommt, erhalten wir schöne Einblicke in die magisch talentierte Familie, die in der Tat einen sehr sympathischen Eindruck hinterlĂ€sst. Der Wunsch, mehr von den dreien zu sehen und hier trotz der EinfĂŒhrung (die nicht gut fĂŒr Tasha endet) ein Happy End zu erhalten, macht sich bemerkbar und lĂ€sst uns mitfiebern.

Allerdings nimmt das Abenteuer kein gutes Ende. Tasha ist bereits tot und Alicia ĂŒberlebt den Endkampf nicht, auch wenn sie durch Max noch (in leicht verĂ€nderter Form) zurĂŒckgeholt werden kann. Hoffentlich ist das nicht als böses Omen fĂŒr Mary (Samantha Smith) und einen der BrĂŒder zu verstehen - wo es doch diese Woche von Ăhnlichkeiten und Parallelen nur so wimmelt.
Twigs & Twine
Die Gegenspielerin der Woche, bei IMDb als âDemon Borrower Witchâ (Linda Darlow) gelistet, war eine ganz nette Abwechslung in Sachen Hexen. Unterm Strich ist es immer schön, wenn diverse Standardgegner etwas anders als ĂŒblich verkauft werden. Obendrein hat die alte Dame ihre Seele in einem DĂ€monendeal an die Hölle verloren und sucht nun nach einem Ausweg, womit ihr mehr Motivation fĂŒr ihre Taten zugestanden werden kann als in anderen FĂ€llen ĂŒblich. Und die Tonabteilung hat gute Arbeit beim Kampf gegen die von ihr geschaffenen Kreaturen geleistet. Die knackenden Zweige, visuell oft von inneren KnochenbrĂŒchen untermalt, hatten jedenfalls was.
Spannungstechnisch hĂ€tte sich vielleicht etwas anders vorgehen lassen. Die EinfĂŒhrung mit Tasha hĂ€tte beispielsweise etwas eher enden können, so dass man nicht sieht, wie schwer sie verletzt wird (auch wenn ihr spĂ€teres Auftauchen natĂŒrlich die Frage nach einer ErklĂ€rung aufwirft). Oder man hĂ€tte vielleicht darauf verzichten können, schon anfangs davon zu berichten, dass Tasha nach einer Hexe jagt. Aber dennoch und gerade weil Max, Alicia und Tasha so sympathisch wirken, blieb die Spannung bis zum Ende prĂ€sent.
BemĂ€ngeln lieĂe sich womöglich, dass Dean Max die Gelegenheit nimmt, auf den Deal der Hexe einzugehen (und somit Tasha zumindest in Zweigform zu behalten). Aber da muss man im Auge behalten, welche Entscheidungen die BrĂŒder bereits getroffen haben und welche Konsequenzen dann daraus hervorgingen. Da ist es eben verstĂ€ndlich, dass Dean nicht zulassen will, dass Max einen Ă€hnlichen Weg einschlĂ€gt - auch wenn das den (endgĂŒltigen) Tod von Tasha bedeutet.
Was Alicia betrifft, hĂ€tte es aber gerne einen anderen Ausgang nehmen können. Und wurden nicht beide Geschwister damals als Hexen vorgestellt? WĂ€hrend Max seine FĂ€higkeiten eindrucksvoll einsetzen darf, zeigt Alicia nichts davon. MerkwĂŒrdig. Und wie bitter fĂŒr Max, dass seine Schwester nicht gerettet werden kann - ein Heil- oder Schutzzauber Ă€hnlich wie bei Rowena (Ruth Connell) damals wĂ€re doch eine gute Möglichkeit gewesen. So verliert Max jedenfalls in einer Folge seine ganze Familie, womit der Schritt am Ende natĂŒrlich verstĂ€ndlich ist. RĂŒckkehr von ihm und Zweig-Alicia somit möglich. Aber auch wieder nachlĂ€ssig von Sam und Dean, den Ring nicht einzusacken, zumal Dean gezeigt wird, wie mĂ€chtig das Ding ist und auch schon die nĂ€chste Zweigpuppe bereitstand...

Insgesamt also ein Ende, was gerne weniger dĂŒster hĂ€tte sein können, aber an sich in Ordnung. Mal schauen, ob wir in Zukunft noch etwas zum weiteren Werdegang von Max und seiner Schwester erfahren werden.
Mary
Bei den Briten bekommen wir diese Woche mehrere Szenen mit Arthur (David Haydn-Jones) und Mary zu sehen. Die Folter eines Shapeshifters lĂ€sst uns schon ahnen, dass Mary ĂŒber kurz oder lang sicher nicht an der Seite von Ketch bleiben wird. Auch das Techtelmechtel zwischen den beiden war eine einmalige Sache, wie sie betont, als Arthur gerne eine weitere Runde im Bett unternehmen möchte. Gut so, fĂŒhlte sich doch schon der One-Night-Stand vor ein paar Wochen sehr falsch an.
Positiv anmerken lĂ€sst sich jedenfalls, dass Mary ihrem âPartnerâ diese Woche auf die Schliche kommt. Sie findet nicht nur die Leiche von Mick (Adam Fergus), sondern entdeckt auch, auf welche JĂ€ger die Briten da ein Auge geworfen haben (einer davon ist Garth (DJ Qualls)!) - womit sie nun im Bilde ĂŒber die geheimen Machenschaften von Ketch ist und auch ĂŒber die Wanzen im Bunker Bescheid wissen sollte.
Dummerweise sitzt sie jetzt aber bei den Briten fest. Unverdient, möchte man meinen, denn den Kampf gegen Arthur konnte die schlagfertige Mama Winchester fĂŒr sich entscheiden (gerne mehr davon). Aber Ketch musste ja noch einen Taser zĂŒcken... Naja, zumindest hat Dean ihre Nachricht erhalten, womit die BrĂŒder bestimmt nĂ€chste Woche mal nach dem Rechten sehen werden.
Aber wohin die Macher mit dieser Geschichte steuern wollen, bleibt nach wie vor ein RĂ€tsel. Als VerbĂŒndete kommen die Brits schon lĂ€nger nicht mehr infrage (der Weg wurde durch den Tod von Mick bereits verbaut und wer danach auf Arthur gesetzt hatte, wurde diese Woche eines Besseren belehrt) und dass diese Woche Lady Toni (Elizabeth Blackmore) zurĂŒckkehrt, bestĂ€tigt nur umso mehr, dass die gesamte Organisation schlicht ein Gegenspieler bleibt.
Es wird sicher nicht leicht fĂŒr Sam und Dean, erfolgreich die PlĂ€ne dieser Gegenspieler zu durchkreuzen, geschweige denn, Mary da rauszuholen (was einen ja schon um ihr Leben bangen lĂ€sst). Aber interessant wirkt das alles trotzdem nicht. Eher mĂŒĂig. Denn wir sind jetzt wieder dort, wo wir bereits zu Beginn dieser Staffel waren. Nur ist es jetzt Mary, die von Toni âbefragtâ werden darf und nicht Sam. Eine groĂe Drehung im Kreis also, die gut zwanzig Episoden gedauert hat. Klar, wir haben nebenbei ein bisschen was ĂŒber die Briten und deren Vorgehensweise, Technologie et cetera erfahren. Aber schmackhaft sind sie noch immer nicht geworden.
Fazit
Eine gute Episode, die sich fĂŒr das Abenteuer der Woche passenderweise am Thema Familie orientiert und zwei Gastfiguren zurĂŒckbringt. Das Ende hĂ€tte dabei gerne weniger dĂŒster ausfallen können, war aber an sich okay. Bauchschmerzen bereitet hingegen der Strang um die Briten, der jetzt quasi wieder am Staffelanfang gelandet ist. Dort lĂ€sst es sich aber zumindest positiv sehen, dass Mary jetzt ĂŒber die Organisation Bescheid weiĂ, womit die weiteren Ereignisse um ihre Figur sicher noch spannend werden. Von mir gibt es diese Woche 3,5 von 5 Sternen.
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Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 6. Mai 2017Supernatural 12x20 Trailer
(Supernatural 12x20)
Schauspieler in der Episode Supernatural 12x20
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