Supernatural 12x17

Supernatural 12x17

In der Folge The British Invasion der US-Serie Supernatural erhalten die Winchesters eine Spur, die zu Kelly und Dagon fĂŒhren könnte. Außerdem gibt es Einblicke in die Ausbildungsmethoden der Briten, mehr von Lucifer und Crowley und ein kleines Zwischenspiel bei Mary und Mr. Ketch.

Szenenbild der „Supernatural“-Episode „The British Invasion“ / (c) The CW
Szenenbild der „Supernatural“-Episode „The British Invasion“ / (c) The CW
© zenenbild der „Supernatural“-Episode „The British Invasion“ / (c) The CW

Mick Davies

Wenn es eine zentrale Figur in dieser Episode gab, dann war das Michael „Mick“ Davies (Adam Fergus). Wir bekommen ein paar RĂŒckblicke zu sehen, die uns zeigen, wie ein junger Michael (Spencer Drever) von seiner Ausbilderin Dr. Hess (Gillian Barber) dazu gezwungen wurde, seinen besten Freund zu töten - was ihm noch heute AlptrĂ€ume beschert.

ZurĂŒck in der Gegenwart erhĂ€lt er einen Anruf seiner Chefin, die mit dieser Episode vorgestellt wird und absolutes Gehorsam von ihren Untergebenen verlangt. So will es der Code und der Code ist zu befolgen. Wenn Mick Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) nicht rekrutieren (oder wie Dr. Hess es ausdrĂŒckt: „assimilieren“) kann, dann mĂŒssen die Winchesters eliminiert werden - klare Worte, die die gesamte britische Organisation wieder zu einem unsympathischen Haufen von Bösewichten werden lassen.

Jedenfalls alle bis auf Mick. Denn der sieht in den Winchesters mehr als ein paar Handlanger und bekommt diese Woche eine Idee zum Thema „das Richtige tun“. Mick wird hier als Figur weiterentwickelt und in die ZwickmĂŒhle geworfen. Seine Arbeit mit den Winchesters fĂŒhrt zum Konflikt mit dem britischen Code, der - wie ihm von seiner Kindheit an eingetrichtert wurde - stets eingehalten werden muss. Das bereichert die Figur ungemein, gibt ihr mehr Hintergrund und mehr Potenzial in der Zukunft. Ein kritischer Moment war beispielsweise, als Eileen (Shoshannah Stern) den frisch eingeflogenen Renny Rawlings (Darren Adams) im Kampf versehentlich erschießt und der Code es verlangt, dass Mick daraufhin Eileen eliminiert - denn der Tod eines Man of Letters erfordert direkte Vergeltung. Mick kann sich aber ĂŒberwinden und sieht schließlich, dass es falsch ist, diesen Unfall mit dem Code zu beantworten. Er hat die FĂ€higkeit, sich zu Ă€ndern, sich weiterzuentwickeln und die indoktrinierten Pfade in Frage zu stellen. Eine sehr vielversprechende Figur eben, die fĂŒr uns Zuschauer diese Woche ausgiebig erklĂ€rt wurde.

Doch leider wird seiner Entwicklung durch Dr. Hess und Mr. Ketch (David Haydn-Jones) ein abruptes Ende gesetzt. Ein Ende, das er auch hĂ€tte kommen sehen können - wĂ€re wohl besser gewesen, er hĂ€tte seine Widerworte vorerst runtergeschluckt. Mit der Kugel im Kopf ist seine Reise jedenfalls beendet worden und das ist Ă€rgerlich. Einerseits, weil der ganze Figurenaufbau jetzt fĂŒr die Katz war und man sich Micks Inszenierung auch hĂ€tte sparen können. Andererseits, weil die britischen Men of Letters jetzt definitiv zu Gegnern werden und das ist langweilig. Ein guter Gegner ist schließlich jemand, in den man sich hineinversetzen kann und den man nicht gleich als Gegner wahrnimmt. Jemand, der etwas falsches tut, obwohl er eigentlich gutes vollbringen will. Da lassen sich gewisse Missetaten verkraften. Aber die Briten sind stur mit ihrem Code und ungleich Mick kein StĂŒck kompromissbereit. Also fallen sie nun eindeutig in die Gegnerecke, werden zu blassen Charakteren ohne Entwicklungspotenzial und dĂŒrfen fortan nur noch Probleme bereiten. Im Grunde genommen sind wir mit den Briten jetzt wieder dort, wo wir zu Beginn der Staffel waren. Bleibt zu hoffen, dass Sam und Dean rechtzeitig erkennen, was lĂ€uft und nicht Ketch vor die Flinte laufen.

Szenenbild der „Supernatural“-Episode „The British Invasion“
Szenenbild der „Supernatural“-Episode „The British Invasion“ - © The CW

Mary und Ketch

Der Rezensent ist sich nicht sicher, was er von den Szenen mit Mary (Samantha Smith) und Arthur halten soll. Es wĂ€re sicher einmal was Anderes gewesen, den beiden bei einem Abenteuer zu folgen - in Form einer Einzelfolge, die die beiden im Fokus hat. Aber was es diese Woche hier zu sehen gibt, ist eher verwirrend als figurenförderlich. Obendrein gibt es außer der Tatsache, dass die beiden im Bett gelandet sind, nichts Neues zu berichten.

Das gegenseitige GesprĂ€ch danach mit den unterschiedlichen Ansichten ĂŒber Familie und GeschĂ€ft liefert jedenfalls nichts, was wir nicht lĂ€ngst schon wissen. Die beiden dĂŒrfen sich etwas austauschen und erfahren, wie der jeweils andere tickt. Wobei uns bloß vor Augen gefĂŒhrt wird, wie inkompatibel Mary und Arthur fĂŒr einander sind. Unterm Strich kein gutes Omen fĂŒr Mary, die somit sicher ebenfalls auf Ketchs Abschussliste landet.

Crowley und Lucifer

Crowley (Mark Sheppard) kann diese Woche scheinbar einen Erfolg verbuchen, denn Lucifer (Mark Pellegrino) gibt seinen Widerstand auf und fĂŒgt sich in sein Schicksal als Crowleys SchoßhĂŒndchen. Zumindest will er, dass unser Crossroad-DĂ€mon das glaubt. Denn hinter Crowleys RĂŒcken sucht er mit Hilfe eines anderen DĂ€mons (Alex Barima) einen Weg, um die (sprichwörtlichen) Ketten zu sprengen, die ihn seiner Macht berauben. Ob ihm das gelingen wird?

So richtig zĂŒnden konnte dieser Handlungsstrang leider nicht. Am besten waren da noch die Szenen, in denen Lucifer den anderen DĂ€monen wĂ€hrend Crowleys vermeintlichen Siegeszugs zu verstehen gibt, wer wirklich das Sagen haben wird. Pellegrino hat da sichtlich Spaß und versteht es, seine Mimik zu gebrauchen. Aber sonst? Falls Crowley tatsĂ€chlich noch zehn Schritte voraus ist, merkt man ihm das hier nicht an. Sollte er sich aber tĂ€uschen lassen und keinen Verdacht schöpfen, wĂ€re das schlicht dumm.

Unterm Strich heißt es da abwarten, was als nĂ€chstes passiert. Es lĂ€sst sich aber vermuten, dass Lucy tatsĂ€chlich frĂŒher oder spĂ€ter die Fesseln seines Wirts ablegen kann (ohne den Körper dafĂŒr verlassen zu mĂŒssen). Hoffentlich hat Crowley dafĂŒr einen Plan


Kelly Kline

Eileen ist zurĂŒck und darf den Winchesters helfen. Eine schöne Entscheidung, Shoshannah Stern einen weiteren Auftritt zu gönnen. Sie macht sich auch wirklich gut in der Folge und zwischen Eileen und Sam gibt es eine besondere Chemie, die schon gleich beim anfĂ€nglichen Videochat zur Geltung kommt. Eileen hat jedenfalls Hinweise auf den Aufenthaltsort von Kelly (Courtney Ford) und Dagon (Ali Ahn), womit die Nephilim-Geschichte endlich wieder etwas Fahrt aufnimmt.

Oder zumindest sieht es danach aus. Denn am Ende ist unser Team nicht wirklich weitergekommen, obwohl es langsam höchste Eisenbahn wird, wenn die Geburt von Lucifers Nachwuchs noch verhindert werden soll. Allerdings hat niemand einen Plan, wie man das anstellen soll. Als Dean Kelly aufgreifen kann, dominiert viel eher die Ratlosigkeit ĂŒber das weitere Vorgehen, wĂ€hrend Neuzugang Renny gleich kurzen Prozess mit der Hochschwangeren machen will - was natĂŒrlich nicht der richtige Weg sein kann. Aber was soll man tun?

Szenenbild der „Supernatural“-Episode „The British Invasion“
Szenenbild der „Supernatural“-Episode „The British Invasion“ - © The CW

In Anbetracht der vergangenen Zeit seit Kellys Verschwinden hĂ€tten unsere BrĂŒder doch eigentlich schon eine Lösung finden mĂŒssen, wie sie die Geburt verhindern und gleichzeitig Kelly retten können, oder? Irgendeinen Kniff, vielleicht einen Zauber oder sowas, was dem Nephilim seine magische Essenz nimmt (und die Geburt eines normalen Kindes möglich macht). Aber nach all der Zeit sind Sam und Dean keinen Schritt weitergekommen, haben keine Idee, wie sie vorgehen, sollten sie Kelly tatsĂ€chlich finden. Ein bisschen enttĂ€uschend ist das schon.

Auch der Showdown mit Dagon war da eine eher ernĂŒchternde Angelegenheit. Unsere Jungs werden ein bisschen durch die Luft gewirbelt (darf ja niemand ernsthaft zu Schaden kommen) und im entscheidenden Moment teleportiert sich Dagon zusammen mit Kelly einfach weg. Ende GelĂ€nde. Wie so etwas deutlich spannender inszeniert werden kann, konnte man beim Kampf mit Ramiel (Jerry Trimble) in Stuck in the Middle (with You) sehen.

Insgesamt ist man mit dieser Story jedenfalls wieder genau dort, wo man schon die letzten Wochen war. Möge die Suche also erneut beginnen. Figurentechnisch ließe sich anmerken, dass Kelly am Ende von Dagon erfĂ€hrt, was ihr durch die Geburt blĂŒht - aber es ist unwahrscheinlich, dass sie jetzt noch etwas dagegen unternehmen kann. BezĂŒglich Eileen muss allerdings noch erwĂ€hnt werden, dass sie fĂŒr den Tod des Redshirts Renny verantwortlich ist - zwar keine Absicht, aber es gibt ihr zu knabbern. Mal schauen, ob sie sich nach ihrem Trip nach Irland mal wieder blicken lĂ€sst. WĂŒnschenswert wĂ€re es.

Sonstiges

  • Renny Rawlings Abgang: Dumm gelaufen. Von wegen „best of my class“. Pfft.
  • Interessant: Erzengel Michael wird erneut erwĂ€hnt. Steht da vielleicht bald eine RĂŒckkehr an?
  • Der Colt ist wieder dort, wo er hingehört - bei Sam und Dean.
  • Mick trinkt die Winchesters unter den Tisch und ist am nĂ€chsten Morgen wieder fit. Szenen, die zum Grinsen einladen und seinen Tod abermals verdammt schade wirken lassen. Da wĂ€ren bestimmt noch mehr amĂŒsante Szenen mit dem Trio drin gewesen.
  • Was ist mit Castiel (Misha Collins)? Hat der im Himmel keinen Empfang?
  • Die DĂ€monen in AnzĂŒgen verlieren langsam aber sicher ihren Reiz. Immer wieder neue Gesichter, die Crowley in den RĂŒcken fallen wollen. Das nutzt sich ab. Stellt dem Crossroad-DĂ€mon endlich mal jemanden zur Seite, der ihn nicht hintergehen will.

Fazit

Der Anfang sah noch vielversprechend aus, aber leider weiß The British Invasion nicht wirklich zu ĂŒberzeugen. Die Folge wirkt wie ein großer Mischmasch aus verschiedenen Handlungen, die kaum Fortschritte erzielen (oder wieder dort landen, wo sie bereits waren). Und die einzige Figur, die tatsĂ€chlich gut in Szene gesetzt wird, bekommt am Ende eine Kugel verpasst. EnttĂ€uschende Entwicklung. Wenigstens hat Eileen ĂŒberlebt. Von mir gibt es diese Woche 2,5 von 5 Sternen.

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Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 8. April 2017

Supernatural 12x17 Trailer

Episode
Staffel 12, Episode 17
(Supernatural 12x17)
Deutscher Titel der Episode
Die britische Invasion
Titel der Episode im Original
The British Invasion
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 6. April 2017 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 14. Januar 2018
Autoren
Brad Buckner, Eugenie Ross-Leming
Regisseur
John F. Showalter

Schauspieler in der Episode Supernatural 12x17

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