Supernatural 12x16

© ared Padalecki und Jensen Ackles in der âSupernaturalâ-Episode âLadies Drink Freeâ / (c) The CW
Ladies Drink Free
Der aktuelle Fall der Woche, den uns Ladies Drink Free hier prĂ€sentiert, ist eigentlich nichts Besonderes. Ein Werwolf treibt sein Unwesen, attackiert und tötet Menschen und muss somit zur Strecke gebracht werden. Es steht von vornherein fest, womit Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) es zu tun haben, wodurch sich ein relativ geradliniger Fall ergibt. Die einzige kleinere Wendung ist die IdentitĂ€t des Werwolfs. Denn nicht Connor (Ryan McDonell) fletscht die ZĂ€hne, um sich ein neues Rudel aufzubauen, sondern Justin (Matt Visser) - wobei der Kreis der VerdĂ€chtigen aber sehr ĂŒbersichtlich war und es auf einen der beiden hinauslaufen musste (schlieĂlich wurden uns andere Figuren aus der Bar nicht vorgestellt).
Die Story als solche hat somit nicht viel zu bieten und schlĂ€gt eher bekannte Pfade ein. Die Besonderheiten finden sich vielmehr in den beteiligten Figuren wieder und die machen die Sache dann doch recht interessant. So ist Micks (Adam Fergus) reine Anwesenheit schon ein guter Schachzug und liefert auch ohne seinen Alleingang gegen Hayden (Abby Ross) genug Reibereien mit den BrĂŒdern (und Dean im Speziellen). Als weiteres Mitglied stöĂt Claire (Kathryn Newton) zu den JĂ€gern hinzu, wobei aber leider mit ihrer Figur nicht besonders viel angestellt wird - sie ist eher Mittel zum Zweck, wird im Folgenverlauf gebissen und macht die Sache fĂŒr Sam und Dean ein gutes StĂŒck persönlicher, als es bei einem bislang unbekannten Gesicht der Fall gewesen wĂ€re.
Claire
Es ist immer schön, wenn bekannte Gesichter in Supernatural vorbeischauen und Figuren trotz lĂ€ngerer oder kĂŒrzerer Pause nicht vergessen werden. Dazu zĂ€hlt auch Claire Novak, die wir zuletzt in Don't You Forget About Me (11x12) gesehen haben. GlĂŒcklicherweise hat diese Folge nicht die Intention, Claire fĂŒr einen letzten Einsatz zurĂŒckzuholen. Sie ĂŒberlebt und wird sogar von der âWerwolf-Infektionâ geheilt, womit das bisherige Muster der Staffel, lose Enden (siehe Gavin (Theo Devaney) oder den Alpha Vampir (Rick Worthy)) schnell abzuschlieĂen, endlich durchbrochen wird. Es wĂ€re auch wirklich fatal gewesen, wenn sich Claire mit einem derartigen Abgang verabschiedet hĂ€tte.
Leider nimmt Claire wĂ€hrend der Episode aber gröĂtenteils die Funktion eines plot device ein - und nicht einmal das ist ĂŒberzeugend umgesetzt. Vielleicht wĂ€re es besser gewesen, man hĂ€tte sie zusammen mit Dean ermitteln lassen. Mit Blick auf ihre vorherigen Auftritte war ihre Chemie mit dem Ă€lteren Winchester-Bruder jedenfalls deutlich besser, als es diese Woche mit Sam der Fall war. Dean gegenĂŒber wĂ€re sie vielleicht weniger wie die aufstĂ€ndische Teenagerin, die selbst am besten zu wissen glaubt, was sie tun sollte, rĂŒbergekommen.

Wie dem auch sei. Nachdem Claire zunĂ€chst leicht auftrumpfen und Informationen von Haydens Freundinnen erlangen kann, wird sie anschlieĂend von Sam damit konfrontiert, dass sie Jody (Kim Rhodes) angelogen hat und eigentlich gar nicht alleine auf der Jagd sein sollte. Und was macht eine Heranwachsende, die sich mit einem Erwachsenen streitet? Sie setzt sich die Kopfhörer auf und schreitet von dannen - direkt in die ZĂ€hne von Justin hinein. So viel zum Thema, selbst auf sich aufpassen zu können. Zwar wird die weitere Geschichte dadurch fĂŒr Sam und Dean persönlicher und die Kluft zwischen unseren Jungs und den Briten brisanter, aber bei Claires Verhalten lĂ€sst sich leider nur mit dem Kopf schĂŒtteln.
Zu guter Letzt sei noch erwĂ€hnt, dass sie am Ende auch nicht wirklich aus dieser Geschichte gelernt hat. Ja, sie ruft Jody an und hinterlĂ€sst ihr eine Voicemail, in der sie von der Jagd auf eigene Faust berichtet. Aber das kann es doch nicht gewesen sein, oder? Abgesehen davon, dass das Hinterlassen einer Nachricht auf dem Anrufbeantworter viel zu unpersönlich wirkt, zieht sie anschlieĂend (alleine, versteht sich) ins nĂ€chste Abenteuer. Lektion nicht gelernt, kann man da nur sagen. Mal schauen, was passiert, wenn sie das nĂ€chste Mal von einem Monster attackiert wird und dann niemand da ist, der ihr helfen kann...
Mick
Was Mick angeht, lĂ€sst sich hingegen viel Positives finden, denn der macht eine echte Entwicklung durch und darf gegen Ende mit Skepsis auf die bisherigen Methoden der britischen Men of Letters blicken. Es wurde aber auch mal Zeit, dass er mehr als nur ein paar kurze Szenen bekommt. Anfangs kann er sicherlich keine Sympathiepunkte sammeln, aber im Gegensatz zu seinem Kollegen Arthur Ketch (David Haydn-Jones) ist er mit Sicherheit kein kaltblĂŒtiger Killer, was sich schon bei seinem Unterfangen, Hayden Foster umzubringen, bemerkbar macht.
Aber fangen wir ganz vorne an. Mick will die Winchesters begleiten, wovon besonders Dean nicht gerade erbaut ist - schlieĂlich ist die Skepsis in Bezug auf die Briten bei ihm noch am gröĂten. Dementsprechend gibt es auch mehr als einen Schlagabtausch zwischen den beiden und der Humor kommt ebenfalls nicht zu kurz (drei Sterne Hotel, Podcast et cetera). Auch wird die Ausrottung der Werwölfe in England angesprochen - ein Thema, welches die Folge dominieren soll.
Als Zuschauer ist man dann auch recht verĂ€rgert, wenn Mick unseren BrĂŒdern vorenthĂ€lt, dass Hayden gebissen wurde und spĂ€ter heimlich aktiv wird, um ihr eine tödliche Spritze mit Silbernitrat zu versetzen. Als die Sache ans Licht kommt, ist nicht nur Dean sauer. Auch Sam, der durchaus viele Vorteile in der Zusammenarbeit mit den Briten sieht, bringt deutlich zum Ausdruck, was er von dem Vorgehen hĂ€lt: „We're not angry. We're done.“

Aber so ganz fertig sind die BrĂŒder mit ihm dann doch nicht. SchlieĂlich gab es da Hinweise, dass sich Claires Zustand wieder rĂŒckgĂ€ngig machen lĂ€sst (wer musste bei der Idee von âWermĂ€usenâ noch schmunzeln?) und sie nicht das Schicksal von Garth (DJ Qualls) (schön, dass er erwĂ€hnt wurde) teilen muss. Micks Wissen ist hier von Nutzen und am Ende darf er sogar Dean das Leben retten, womit er sich (aber keinesfalls seine Kollegen) ein gutes StĂŒck rehabilitieren kann.
Unterm Strich darf Mick gleich mehrere Erfahrungen sammeln. ZunĂ€chst einmal, dass ein Feldeinsatz an die Substanz geht und nicht einfach ist - er ist kein Mr. Ketch und hat deutliche Schwierigkeiten mit seinen KĂ€mpfen. Dann natĂŒrlich - und das ist wohl der wichtigste Punkt -, dass nicht alle Monster böse sind. Der Kodex der Briten, der von einem Schwarz-WeiĂ-Denken geprĂ€gt ist, wird ihm sogar direkt widerlegt.
ZusĂ€tzlich sollten hier noch die AusfĂŒhrungen von Justin angemerkt werden. Denn erst die Dezimierung seines Rudels durch die Briten hat dazu gefĂŒhrt, dass er es wieder auf Menschen abgesehen hatte. Diese Erkenntnisse fĂŒhren bei Mick zum Umdenken und werden es sicher auch weiterhin tun. Gut möglich, dass er - wenn es einmal zur Auseinandersetzung Winchesters vs. British Men of Letters kommen sollte - dann auf der Seite von Sam und Dean steht.
Als kleine Randnotizen lassen sich noch ein paar Punkte anmerken. So war es ziemlich gelungen, dass gerade Dean erklĂ€ren darf, dass da drauĂen auch gutartige Monster sind - immerhin vertrat Sams Bruder mal eine Ă€hnliche Einstellung wie die Briten gegenĂŒber Monstern aller Art. AuĂerdem wurde diese Woche die Mythologie wieder ein kleines StĂŒck erweitert und eine Heilmethode zum Werwolf-Fluch eingefĂŒhrt. Ăhnlich wie bei den Vampiren (wir erinnern uns kurz an Live Free or Twihard) ist die offensichtlich nur im frĂŒhen Stadium anwendbar und somit keine generelle Lösung fĂŒr den Fluch. Aber immerhin lassen sich jetzt frisch gebissene Menschen retten.
Fazit
Schwierig zu bewerten. Das Abenteuer der Woche war recht simpel gestrickt, aber lÀsst die unterschiedlichen Vorgehensweisen der Winchesters und der britischen Men of Letters gekonnt aufeinanderprallen. Die Figur des Mick Davies erhÀlt dabei neue Facetten und darf im Folgenverlauf eine Entwicklung durchmachen, die doch recht zuversichtlich stimmt, dass bei ihm noch nicht Hopfen und Malz verloren ist. Von Claire hÀtte sich hingegen mehr erwarten lassen. Ich vergebe mal unsichere 3,5 von 5 Sternen.
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Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 1. April 2017Supernatural 12x16 Trailer
(Supernatural 12x16)
Schauspieler in der Episode Supernatural 12x16
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