Supernatural 12x14

© ared Padalecki, Aaron Douglas, und Samantha Smith in âSupernaturalâ / (c) The CW
Diskussionen
ZunĂ€chst bekommen wir in The Raid zu sehen, wie Marys (Samantha Smith) Unterhaltung mit Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) letzte Woche endete. Ihre Offenbarung, in den letzten Wochen mit den Briten zusammengearbeitet zu haben, wird, gelinde gesagt, nicht gut von ihren Söhnen aufgenommen. „You should go.“
Unter normalen UmstĂ€nden wĂ€re man vermutlich geneigt, sich auf der Seite von Mary wiederzufinden und die harsche ZurĂŒckweisung samt Funkstille der BrĂŒder als ĂŒbertrieben einzuordnen. Aber so lange liegt Stuck in the Middle (with You) noch nicht zurĂŒck, als dass man die dortigen Ereignisse als vernachlĂ€ssigbar ansehen könnte. Das Familiendrama um Marys Geheimnis ist somit mehr als gerechtfertigt und die Reaktionen von Sam und Dean nachvollziehbar.
Als Zuschauer findet man sich dennoch ein wenig zwischen den StĂŒhlen wieder, denn die Montage mit Mary, die sie dabei zeigt, wie sie ihren Söhnen Nachrichten schickt (die unbeantwortet bleiben), wirkt doch sehr bedrĂŒckend. Und wie sollen die drei auch wieder zueinanderfinden, wenn Funkstille herrscht?
Dean bleibt jedenfalls vorerst stur, was weitere Dialoge mit Mary angeht. Sam hingegen wĂ€re nach ein paar Tagen durchaus gewillt, wieder Kontakt aufzunehmen und genau das fĂŒhrt anschlieĂend zu einem kleinen Streit zwischen den BrĂŒdern. „For once, why don't you pick a side?“ Aber so betrĂŒblich es auch sein mag, dass Sams Diplomatieversuche scheitern und Dean sich in die nĂ€chste Bar verabschiedet, ergeben sich doch gerade durch diese kleine Trennung der beiden die nĂ€chsten Ereignisse. Und die sind nicht schlecht...
British Men of Letters
Bislang bekamen wir von den Briten immer nur sporadisch etwas zu sehen. Diese Woche geht es in die (provisorische) US-Zentrale, was uns (und Sam) einen besseren Einblick in den Arbeitsalltag von Mick (Adam Fergus), Ketch (David Haydn-Jones) & Co verschafft. Vollgestopft mit beeindruckendem Equipment werden hier die Missionen geplant, die Mary und Ketch regelmĂ€Ăig durchfĂŒhren, und auch neue Waffen werden entwickelt. Das wirkt alles in der Tat sehr professionell und lĂ€sst die Mittel des gewöhnlichen JĂ€gers geradezu mittelalterlich wirken.
Sams Aufmerksamkeit wird allerdings erst so richtig geweckt, als die nĂ€chste Missionsbesprechung ansteht und ihm dort prĂ€sentiert wird, dass beinahe sĂ€mtliche Vampire im Mittleren Westen bereits eliminiert wurden. Ein Resultat, welches die EffektivitĂ€t der Briten und deren Vorgehensweise unterstreicht. Gleichzeitig aber auch ein wichtiges Argument dafĂŒr, dass die Kooperation, die Mary betreibt, in der Tat gerechtfertigt ist und schon jetzt enorme FrĂŒchte trĂ€gt. Das groĂe Ziel einer monsterfreien Welt - was zuvor noch wie ein Ding der Unmöglichkeit aussah - rĂŒckt damit ein gutes StĂŒck nĂ€her und wird in der Folge von Mary auch angesprochen.
Also alles gut bei den Briten? Ehrbare Ziele, die zĂŒgig und nahezu fehlerfrei umgesetzt werden? Nein. Denn zum einen sehen wir, dass auch jemand wie Mick bloĂ einen kleineren Rang in der Organisation innehat. Da bleibt es fraglich, welches Ziel der âalte Mannâ tatsĂ€chlich verfolgt. Monster auslöschen ist ja schön und gut, aber wer sagt denn, dass da an der Spitze der Organisation nicht auch ein Monster sitzt, welches sich bloĂ der Konkurrenz entledigen möchte?
Die Vorahnung auf eine unangenehme Ăberraschung bleibt jedenfalls bestehen und wird auch dadurch unterstrichen, dass der âalte Mannâ auf die Rekrutierung von Sam und Dean besteht - obwohl Ketch davon ĂŒberzeugt ist, dass das nicht notwendig ist. Und ganz ehrlich? Mit Blick darauf, was bereits jetzt erreicht wurde, könnten die Briten in der Tat auch ohne die Winchesters auskommen.

Zum anderen werden wir diese Woche Zeugen davon, wie die nahezu perfekte Fassade der Briten zu bröckeln beginnt. Bereits bei Ramiel (Jerry Trimble, Jr.) waren sie nicht richtig informiert und schickten Mary in eine tödliche Mission. Dieses Mal wissen sie nicht, dass der Alphavampir (Rick Worthy) in den Staaten ist und keineswegs zuschauen wird, wie seine âKinderâ ausradiert werden. Der Gegenschlag der Vampire trifft sie völlig unvorbereitet und der auf den ersten Blick ach so sichere StĂŒtzpunkt wird plötzlich zur Todesfalle. Obendrein gibt es mit Pierce (Aaron Douglas) auch noch einen Spion in den eigenen Reihen. Von Perfektion kann folglich nicht mehr die Rede sein.
Dean und Mr. Ketch
WÀhrend Sam die Briten besucht, findet Dean den Bunker verlassen vor und erhÀlt unerwarteten Besuch. Mr. Ketch hat die schwierige Aufgabe, die Winchesters zu rekrutieren und versucht es diese Woche bei Dean - unter anderem mit einer Flasche Scotch.
Die Szenen im Bunker wissen dabei zu ĂŒberzeugen. Arthur hat es nicht leicht, ĂŒberhaupt ein paar Worte aus Dean herauszubekommen. Aber mit seinen Schilderungen, weshalb er bei den Men of Letters ist und den Job braucht, trifft er genau ins Schwarze. SchlieĂlich ist auch fĂŒr Dean die Jagd etwas, was er benötigt - am Anfang der Episode wollte er sogar einem Fall nachgehen, der keine Anzeichen ĂŒbernatĂŒrlicher Eingriffe hatte. Zwar sehen wir mitnichten Dean als einen Killer an, der deshalb jagen geht, um einen Drang des Tötens zu befriedigen. Aber die Monsterjagd ist etwas, was ihn stets von den anderen (oft eigenen) Problemen ablenkt - wie aktuell halt vom Konflikt mit Mary oder vor nicht allzu langer Zeit vom Problem des Kainsmals. Da kommt die Einladung zur Vampirjagd genau richtig.
Das Abenteuer der Woche startet auch erst, nachdem Arthur und Dean das vermeintliche Vampirnest verlassen vorfinden. Einzig Kris (Alex Duncan) entdecken sie und können schlieĂlich in Erfahrung bringen, dass die anderen Vampire gerade dabei sind, zurĂŒckzuschlagen. Wobei die Vernehmung von Kris deutliche Unterschiede zwischen Arthur und Dean aufzeigt. Unterschiede, die nicht nur die persönliche Natur von Mr. Ketch betreffen, der in der Tat als brutaler Killer portrĂ€tiert wird. Denn die Vorgehensweise der Briten deutet ganz allgemein darauf hin, dass jedes Monster vernichtet werden muss.
Was ist dann aber mit den Monstern, die keine mehr sind? Jemand wie Benny (Ty Olsson) oder Garth (DJ Qualls) eben, die durchweg gutartig sind? Die Serie hat sich schon öfter damit befasst, dass nicht alle ĂŒbernatĂŒrlichen Kreaturen auf Mord setzen. Es gab mehr als einmal FĂ€lle, in denen die Winchesters das vermeintliche Monster laufen lieĂen. Derartige Unterschiede machen die Briten bei ihrer Jagd aber nicht. Ein Konfliktpunkt, der spĂ€ter noch wichtig werden könnte.
Zuletzt sei noch angemerkt, dass sich gegen Ende das gesamte Familiendrama der Winchesters wieder entspannt. Man darf zwar bezweifeln, dass Dean sich Ă€hnlich wie Sam fĂŒr die Briten aussprechen wird, aber das Abenteuer bringt die Winchesters wieder zusammen.

The Raid
Als sich der Alphavampir in There Will Be Blood mit den Worten âsee you next seasonâ verabschiedete, hĂ€tte wohl niemand damit gerechnet, dass er erst diese Woche - gut fĂŒnf Jahre nach seinem letzten Auftritt - wiederkommt. Ein weiteres loses Ende, um das sich jetzt The Raid kĂŒmmert.
Die Auftritte von Rick Worthy sind wesentlich gelungener als die von Gavin (Theo Devaney) letzte Woche und das ganze Szenario der Vampirattacke war deutlich spannender als die Ereignisse in Family Feud. Sehr schön eingebunden war zudem das Wissen von Sam ĂŒber den Alpha und die Herstellung der Kugeln fĂŒr den Colt - die Briten wĂ€ren ohne ihn komplett aufgeschmissen gewesen. Die Ăberraschungen um Pierce oder die Ladung des Colts waren ebenfalls in Ordnung, auch wenn der Alpha gerade bei den Dialogen mit Sam ein bisschen was von seiner Bedrohlichkeit verlor. Er stand da etwas zu lange regungslos herum und es ist schade, dass hier erneut eine Figur zurĂŒckgebracht wird, um sich ihr schnell wieder zu entledigen.
Das hinterlÀsst abermals einen leicht bitteren Beigeschmack, auch wenn die Alternative - Sams Handlungsversuch, der hÀtte echt sein können - vermutlich nicht besser gewesen wÀre. Als weitere Möglichkeit hÀtte sich vielleicht auch angeboten, den Alphavampir tatsÀchlich als eine der Kreaturen zu offenbaren, die der Colt nicht töten kann. Allerdings wÀre das Problem dann nicht gelöst worden und ach, lassen wir das.
Unterm Strich bot der Angriff sehr ordentliche Unterhaltung, genug Spannung und Ăberraschungen und hatte mit Rick Worthy einen adĂ€quaten Gegner an Bord. Etwas schade vielleicht, dass es Worthys letzter Auftritt in der Serie war, aber mit Blick auf den Staffelbogen um Lucifer (Mark Pellegrino) und seinen Nachwuchs sind noch mehr als genug Gegenspieler vorhanden. Und wer weiĂ schon, wohin die Allianz mit den Briten noch fĂŒhren wird?
Fazit
Diese Woche gibt es endlich einen besseren Eindruck von den britischen Men of Letters und ihrer Vorgehensweise. Es lĂ€sst sich nachvollziehen, weshalb Mary mit ihnen kooperiert, wobei uns aber auch veranschaulicht wird, dass selbst ein fantastisches Waffenarsenal und Equipment vom Feinsten kein Garant dafĂŒr sind, dass alles nach Plan verlĂ€uft. Die RĂŒckkehr eines lĂ€nger verschollenen Gegenspielers bot zudem ein spannendes Szenario und das Familiendrama der Winchesters, welches wesentlicher Bestandteil der Episode war, konnte gröĂtenteils ĂŒberzeugen.
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Verfasser: Christian SchÀfer am Freitag, 3. MÀrz 2017Supernatural 12x14 Trailer
(Supernatural 12x14)
Schauspieler in der Episode Supernatural 12x14
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