Supernatural 12x13

© ensen Ackles, Jared Padalecki, Ruth Connell und Theo Devaney in âSupernaturalâ / (c) The CW
Gavin
Hi Gavin (Theo Devaney)! Bye, Gavin! Mit diesen vier Worten lieĂe sich schon gut beschreiben, was im Fall der Woche passiert - und der ist mit Blick auf die letzten Episoden leider alles andere als gelungen.
Aber fangen wir vorne an. Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) werden auf das mysteriöse Ableben einiger Lehrer aufmerksam und stellen bei ihren Ermittlungen fest, dass dort ein Zusammenhang zu einem vor langer Zeit versunkenen Schiff besteht. Genau dem Schiff, welches ein gewisser Gavin MacLeod eigentlich hĂ€tte nehmen mĂŒssen. Aber dank der Intervention von Abaddon (Alaina Huffman) in King of the Damned und Crowleys (Mark Sheppard) Weigerung, seinen Sohn wieder dem eigentlichen Schicksal zuzufĂŒhren, schleicht Gavin nun bekanntlich in der Gegenwart herum. Ein loses Ende, welches in dieser Folge nun aufgegriffen und schnell wieder abgeschlossen wird.
Mit der Geschichte an sich könnte man dabei zufrieden sein, denn die ist im Grunde genommen in Ordnung. SchlieĂlich ruft die Suche nach Gavin auch Rowena (Ruth Connell) und Crowley auf den Plan, die sich erneut zanken dĂŒrfen und uns neben den Winchesters eine andere Familie mit Problemen prĂ€sentieren - auch wenn das Duo Rowena und Crowley schon öfter aneinander geriet.

Mit Blick auf Gavin und Fiona (Christine Gavin-Bartlett) bleibt aber leider viel zu viel Luft nach oben. Als Zuschauer hat man jedenfalls kaum die Chance, sich mit den beiden Figuren anzufreunden. Ganz plump wird uns erzĂ€hlt, wie Fiona damals das Schiff auf der Suche nach ihrem verschwundenen Gavin betrat und ein ĂŒbles Schicksal nahm, welches sie zum Rachegeist werden lieĂ. Die Lösung kommt auch ruckzuck um die Ecke, denn alles, was nötig ist, um den Spuk zu beenden, ist ein Zauber, der Gavin wieder zurĂŒck in die Vergangenheit schickt, wo er bereitwillig zusammen mit seiner groĂen Liebe in den Tod segelt. Ende.
GroĂe Emotionen gibt es dabei nicht. Im Gegenteil, als die Winchesters ihren Plan erzĂ€hlen, ist Gavin auch gleich der Meinung, dass das die beste Lösung ist. Kein Widerstand, kein anderer Lösungsvorschlag - einfach direkt zurĂŒck ins eigentliche Schicksal. Ob er dabei wohl in ErwĂ€gung gezogen hat, von der Reise abzusehen und stattdessen mit Fiona ein langes Leben zu verbringen? Eine Frage, die uns aufgrund der blassen Figurenzeichnung leider kaum interessiert.
Aber es gibt noch andere Punkte, die nicht so recht schmecken wollen. Beispielsweise der Grund, weshalb Fiona es auf Lehrer abgesehen hat. WÀre es nicht viel plausibler, wenn sie es auf die Leute beziehungsweise Àhnlich gesinnte Personen abgesehen hÀtte, die sich da an Bord des Schiffes an ihr vergangen haben? Da hÀtte es mal einen Rachegeist gegeben, der gerne weiter seinen Spuk hÀtte treiben können. Stattdessen sucht sie diejenigen heim, die den gleichen Beruf haben wie die böse Lehrerin. Irgendwie sinnlos, oder?
Zuletzt sei noch angemerkt, dass die ganze Zeitreisethematik etwas merkwĂŒrdig daherkommt. Nicht auszudenken, wie einfach die Winchesters es haben könnten, sollten sie den Zauber jetzt öfter einsetzen. Dean tot? Kein Problem, Sam reist mal eben zurĂŒck und verhindert das. Praktisch auch, dass die beiden sich nach dem Abenteuer noch an alles erinnern können, was vorher stattgefunden hat. Denn der Fall, der hier alles ausgelöst hat, existiert ja plötzlich nicht mehr, womit sich ein ordentliches Paradoxon der Marke âGroĂvaterâ ergibt, wenn man genauer drĂŒber nachdenkt. Aber lassen wir das lieber und schauen einmal, was die Folge sonst noch zu bieten hatte.
Rowena und Crowley
Rowena bekommt durch den neuen Fall der Winchesters diese Woche zwar nicht besonders viel zu tun, darf aber durchaus ein paar Sympathiepunkte sammeln. Was Sam und Dean ihr wohl fĂŒr ihre Hilfsbereitschaft versprochen haben? Sollte es wirklich nur die Möglichkeit gewesen sein, Crowley eins auszuwischen? Könnte hinkommen. Aber irgendwie beschleicht einen doch das GefĂŒhl, dass ihr da womöglich noch etwas Anderes versprochen wurde. Nur was? Das abschlieĂende GesprĂ€ch zwischen ihr und Crowley ist zwar eindeutig, was âPaybackâ angeht, dennoch bleibt eine leichte Ungewissheit zurĂŒck, ob das jetzt alles war.
FĂŒr Crowley hingegen sieht es diese Woche alles andere als gut aus. Abgesehen davon, dass er von Mutti einen gewaltigen Schlag versetzt bekommt, darf er noch erfahren, dass Lucifers (Mark Pellegrino) Nachwuchs sich bester Gesundheit erfreut. Höchste Zeit, sich Gedanken darĂŒber zu machen, ob es eine gute Idee war, sich den Teufel fĂŒr die eigenen Rachespielchen ins HĂ€uschen zu holen. Denn lange wird das wohl kaum gutgehen. Bleibt zu hoffen, dass Crowley bald wieder zu seinem alten Ich zurĂŒckfindet, denn das scheint in Anbetracht der letzten Ereignisse noch immer im Urlaub zu sein. Wird jedenfalls Zeit, dass er wieder hinterlistiger wird und zu alten Höhen aufsteigt. Denn danach sieht es momentan leider nicht aus.

Teuflisch gut
Apropos Lucifer. Die Frage danach, wie er bei Crowley gelandet ist und weshalb er jetzt wieder seinen alten Körper hat, wird erklĂ€rt. Wir können uns mit Sicherheit auch noch auf weitere Auftritte von Mark Pellegrino freuen, was in jedem Fall positiv ist. Gut zu wissen ĂŒbrigens, dass er alternativ im KĂ€fig gelandet wĂ€re - da werden die Winchesters noch mĂ€chtig sauer auf Crowley sein, wenn Lucy ihnen das nĂ€chste Mal begegnet.
Und wer hĂ€tte schon damit gerechnet, dass uns bereits diese Woche Dagon (Ali Ahn) vorgestellt wird? Die Dame hinterlĂ€sst einen guten ersten Eindruck, mischt nun auf Lucys Seite mit und nimmt sich Kelly Kline (Courtney Ford) an, womit nun einigermaĂen klar wird, dass der gröĂere Handlungsbogen um das Teufelskind eine schwierige Angelegenheit fĂŒr unsere JĂ€ger darstellt (oh, und wir können wieder zwei Engel weniger auf dem Konto verbuchen - die sterben in letzter Zeit wie die Fliegen).
Sollten sich die Macher weiterhin an den ersten Staffeln orientieren, wĂ€re es denkbar, dass die Geburt des Antichristen im Staffelfinale ansteht und - im Cliffhanger - nicht verhindert werden kann. Aber das ist natĂŒrlich reine Spekulation. Sicher ist hingegen, dass Castiel (Misha Collins) und die BrĂŒder langsam mal in die Puschen kommen sollten, wenn sie denn noch verhindern wollen, dass Kelly ihr Kind austrĂ€gt. Da böte sich dann auch eventuell eine Allianz mit den Briten an, was uns zum nĂ€chsten Thema bringt.
Mary
Ach, Mary (Samantha Smith). Da muss dir erst Mr. Ketch (David Haydn-Jones) klarmachen, dass du deinen Söhnen ordentlich was vorflunkerst, obwohl du selber der Meinung bist, dass die Familie zuerst kommen sollte. Diese Einsicht hĂ€tte dir letzte Woche etwas besser gestanden. Aber wie heiĂt es so schön: Besser spĂ€t als nie.
Mama Winchester kann sich diese Woche jedenfalls wieder ein wenig rehabilitieren und schenkt ihren Söhnen reinen Wein ein, was ihren Deal mit den britischen Men of Letters angeht. Eine gute Entscheidung, denn das Thema weiter aufzuschieben und erst in einer Extremsituation zur Sprache zu bringen, hÀtte sicher mehr Unmut geweckt als das jetzige GesprÀch unter sechs Augen. Als Zuschauer kann man da mit Blick auf die ganzen Geheimnisse, die Sam und Dean voreinander hatten, wirklich ein Lied von singen. Schön also, dass Mary da nicht so lange damit wartet.

Die groĂe Frage ist jetzt, wie Sam und Dean zum Deal mit den Briten stehen werden, nachdem Mary die Situation erklĂ€rt hat. Und wird sie auch von dem Colt berichten, den sie Arthur letzte Woche ĂŒbergeben hat? Es ist jedenfalls gut vorstellbar, dass Mary ihren Söhnen die Vorteile einer Allianz vermitteln kann und die beiden ihre Skepsis ein wenig zur Seite legen können. Das Waffenarsenal der Briten (welches ja auch die Lösung zum letzten Lucifer-Problem war) und die vielen geretteten Leute, von denen Mary spricht, sollten jedenfalls Argumente sein, die sich nicht so leicht ĂŒbersehen lassen. Zugegeben, komplett vertrauen dĂŒrfen die Winchesters den Briten nicht (was ja auch die letzte Episode zeigte). Aber ganz so abwegig scheint dieser Weg nicht zu sein und mit Blick auf das, was sich da mit Lucifers Nachwuchs anbahnt, kann es sicher nur hilfreich sein, wenn man das entsprechende Arsenal zur VerfĂŒgung hat.
Fazit
Es gab ein paar gute Entwicklungen, die aber hauptsĂ€chlich in den Nebenhandlungen stattfanden. Die Geschichte um Gavin und Fiona lĂ€sst einen da eher kalt, was gerade auch mit Blick auf die letzten (guten) Folgen begrĂŒndet ist. Der aktuelle Fall der Woche war jedenfalls mehr âMalen nach Zahlenâ und kam zu plump und emotionslos daher, als dass man von einer guten Episode sprechen könnte. Positiv sticht hingegen hervor, dass Mary ihre Söhne in ihren Deal mit den Briten einweiht und es neben Lucifer und seinem Nachwuchs jetzt mit Dagon noch eine weitere Figur gibt, die die dunkle Bedrohung verstĂ€rkt. Von meiner Seite gibt es 2,5 von 5 Sternen - einen fĂŒr Lucy und die MĂ€chte des Bösen, einen fĂŒr Mary, weil es wirklich mutig ist, Sam und Dean in den Deal einzuweihen und einen halben fĂŒr die relativ lieblose Abhandlung von Gavin, der trotz seiner spĂ€rlichen Auftritte eine bessere, packendere Geschichte verdient hĂ€tte.
Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 25. Februar 2017Supernatural 12x13 Trailer
(Supernatural 12x13)
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