Supernatural 12x04

Supernatural 12x04

In der Folge American Nightmare der US-Serie Supernatural fĂŒhrt ein neuer Fall die Winchesters zu einer ungewöhnlichen Familie mit einem dunklen Geheimnis. Mr. Ketch ist in den Staaten angekommen, wĂ€hrend die Handlung um Lucifer pausiert.

Szenenbild aus der Episode „American Nightmare“ / (c) The CW
Szenenbild aus der Episode „American Nightmare“ / (c) The CW
© zenenbild aus der Episode „American Nightmare“ / (c) The CW

Demons I get. People are crazy.“ - Dean Winchester (The Benders)

Back to the roots

Wie bereits letzte Woche im Review zu The Foundry angesprochen, fĂŒhlt sich momentan alles danach an, als wenn die Macher mit ihren FĂ€llen der Woche den AnfĂ€ngen der Serie huldigen wollen (was bereits in den anfĂ€nglichen RĂŒckblicken deutlich wird). So steht dieses Mal fast ausschließlich die Familie Peterson im Vordergrund, deren Geheimnisse es aufzudecken gilt und die Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) zunĂ€chst recht ratlos dastehen lassen. Hexe oder DĂ€mon? Weder noch. Bloß eine verrĂŒckte Mutter (Christina Carlisi) und eine telekinetisch begabte Tochter (Paloma Kwiatkowski), deren mentale Hilferufe sich als Ursache fĂŒr die Morde entpuppen.

Die Episode setzt dabei erneut verstÀrkt auf Gewalt und Horror, lÀdt ein wenig zum Mitraten ein und webt die Ereignisse um die Petersons in die Handlung der Winchesters sowie (gegen Ende) um die britischen Men of Letters ein, die diese Woche in Form von Mr. Ketch (David Haydn-Jones) in Erscheinung treten. Das mag sich jetzt alles ganz gut anhören, aber, je weiter die Geschichte fortschreitet, umso schlechter wird es. Am Ende kann man sich nur die Haare raufen und fragen, was das Ganze sollte.

American Nightmare

Bereits die RĂŒckblicke zu Beginn der Folge geben uns einen mehr als deutlichen Hinweis darauf, womit wir es diese Woche zu tun bekommen werden. Entsprechend frĂŒh lĂ€sst sich da schon erahnen, dass „nur“ eine ĂŒbernatĂŒrlich begabte Person hinter den Toden steckt und der Teufel (leider) nicht seine Finger im Spiel hat. HĂ€tte letzterer, wie der ungewöhnliche Tod von Olivia Sanchez (Mariessa Portelance) stark vermuten ließ, wirklich einen Auftritt bekommen, wĂ€re die Episode ein gutes StĂŒck interessanter gewesen. Lucifer hĂ€tte sich beispielsweise Magda als neuen Wirt nehmen können, womit Mama Gail und ihre „Maßnahmen“ eine gewisse Rechtfertigung erhalten hĂ€tten. Aber diese anfĂ€ngliche Hoffnung wird leider nicht erfĂŒllt.

Das grĂ¶ĂŸte Problem, was der Fall mit sich rumschleppt beziehungsweise worauf er hinauslĂ€uft, ist dann aber die Auflösung, dass Gail die VerrĂŒckte der Familie ist und sĂ€mtliche Familienmitglieder nach ihrer Pfeife tanzen. Ihr Sohn Elijah (Gig Morton) war sogar bereit, den mit Rattengift garnierten Eintopf zu verzehren, nachdem Papa Abraham (William McDonald) kurz zuvor und qualvoll daran gestorben ist. WTF?

Dabei soll jetzt nicht Gail direkt kritisiert werden - Christina Carlisi spielt ihre Rolle als „creepy Mom“ hervorragend. Es dĂŒrfte aber jeden wundern, dass Abraham und Elijah dieses Spielchen mit Magda im Keller, die sich stĂ€ndig selbst geißeln muss, ĂŒberhaupt mitgemacht haben. Klar, Religion kann an sich immer als ĂŒberzeugendes Argument fĂŒr die abscheulichsten Untaten herhalten - man muss nur daran glauben, dass sie einer guten Sache dient. Aber es geht hier um eine Familie - Vater, Mutter, Tochter, Sohn -, die mit den außergewöhnlichen FĂ€higkeiten von Magda vor ein Problem gestellt wird, welches sie offensichtlich nicht selbst lösen kann. Warum keine Hilfe von außen suchen?

Jemand wie Father Valdecantos (Rick Tae) wĂ€re der perfekte erste Ansprechpartner gewesen, um herauszufinden, ob Magda wirklich besessen ist. Olivia Sanchez wĂ€re eine andere mögliche Bezugsperson gewesen, der man sich hĂ€tte anvertrauen können. Und selbst wenn Gail darauf besteht, niemanden von außen hinzuzuziehen - die Qualen, die Magda durchmachen muss, mĂŒssten doch jedem Vater oder Bruder dermaßen zu schaffen machen, dass irgendwann die Einsicht kommt, dass es so nicht weitergehen kann. Ganz zu schweigen natĂŒrlich vom geplanten Familienselbstmord der Mutter, Elijah!

Mr. Ketch

Was uns am Ende aber so richtig runterzieht, nachdem Mutti abgefĂŒhrt wird (vermutlich, um ihr weiteres Leben in einem Raum mit gepolsterten WĂ€nden zu verbringen), ist der Tod von Magda durch Mr. Ketch. Die Episode bietet ohnehin kein angenehmes Ende - schließlich sind Abraham und Elijah tot - da hĂ€tte man wenigstens Magda die Aussicht auf einen Neuanfang lassen können.

Aber nein, die Briten lösen derartige FĂ€lle ohne irgendwelchen Optimismus. Magda könnte weiterhin ein Problem darstellen, also muss sie aus dem Verkehr gezogen werden. Was ein cooler erster Einsatz von Mr. Ketch hĂ€tte werden können, endet in einem kaltblĂŒtigen Mord an einem (ohnehin gequĂ€lten) Teenager. Nach allem, was wir bisher von den britischen Men of Letters gesehen haben, passt das zwar ins Bild. Aber sympathische oder zumindest auf coole Art und Weise bösartige Charaktere lassen weiterhin auf sich warten. Mag sein, dass das so gewollt ist. Mag sein, dass wir die britische Variante der Men of Letters von Beginn an hassen sollen. Aber ist das interessant? Nein, mitnichten.

Gerade bei einer Organisation, die sich der BekĂ€mpfung des Bösen verschrieben hat, sollte man doch erwarten, dass sie Figuren hervorbringt, die auf den ersten Blick nicht böse sind. Figuren, die zwar falsch handeln, aber dafĂŒr ihre GrĂŒnde haben. Ein interessanter Bösewicht ist einer, dem man in seiner Argumentation folgen kann. Jemand, der GrĂ€ueltaten begeht und die Notwendigkeit dafĂŒr auf eine bestimmte Art und Weise erklĂ€ren kann. Als Zuschauer muss man in der Lage sein, sich in den Antagonisten hineinzuversetzen. Das passiert hier nicht.

Gut möglich, dass uns noch einiges offenbart wird, was die Taten von Toni (Elizabeth Blackmore) oder Mr. Ketch rechtfertigt. Oder die Anweisungen von der Person am anderen Ende der Leitung. Aber bislang ist das nicht der Fall. Blicken wir mal kurz auf diverse Bösewichte der Serie zurĂŒck, so lassen sich selbst in FĂ€llen wie Dick Roman die Motive fĂŒr das jeweilige Handeln nachvollziehen. So was fehlt in Bezug auf die britischen Men of Letters definitiv. Da sind ErklĂ€rungen gefragt und nein, es reicht nicht, wenn sie einfach nur alle möglichen Bedrohungen aus dem Verkehr ziehen wollen. Denn in dem Fall hĂ€tten sie gleich Mr. Ketch auf Sam und Dean ansetzen können, um die Winchesters in die ewigen JagdgrĂŒnde zu befördern.

Winchesters

Abgesehen vom Fall drehen sich die GesprĂ€che bei den BrĂŒdern um Mary (Samantha Smith) und deren Auszeit. WĂ€hrend Sam die (vorĂŒbergehende) Trennung nachvollziehen kann, sieht das bei Dean anders aus. Er blockt anfangs auch jeden Versuch vom jĂŒngeren Bruder ab, darĂŒber zu sprechen. Typisch Dean halt. Am Ende offenbart er gegenĂŒber Sam allerdings, dass er Marys Entscheidung auch nachvollziehen kann.

So recht will dem Rezensenten dieser Teil nicht schmecken. Anfangs war es ja durchaus witzig, dass Dean Mary einen Text schickt und sich selbst anschließend als Teenager bezeichnet. Aber vom Finale des Falls, der mal wieder Sam in Gefangenschaft zeigte (hatten wir ja schon so lange nicht mehr, seufz), hat Dean nicht viel mitbekommen. Woher also die plötzliche Einsicht, dass Marys Auszeit eine gute Sache ist? Oh ja, er hat alles von Sam erzĂ€hlt bekommen, was sich bei den Petersons zugetragen hat und diese ErzĂ€hlung fĂŒhrt ihn zur Überzeugung, dass die Trennung von „Mom“ ganz okay ist. WĂ€re passender gewesen, wenn Dean anstelle Sams alles miterlebt hĂ€tte, was sich bei den Petersons zugetragen hat. Denn so hört er am Ende doch auf Sam, was er auch gleich zu Beginn der Episode hĂ€tte tun können.

Aber gut, zumindest liefert der Fall der Woche damit einen gewissen Beitrag zum Geschehen innerhalb der Winchester-Familie und wirkt nicht ganz so sinnlos, wie es hÀtte sein können. Und Marys Antwort lÀsst hoffen, dass die Trennung nicht allzu lange dauern wird.

Fazit

Leider nicht so toll. Der Fall weiß trotz guter AnsĂ€tze nicht zu ĂŒberzeugen, Mr. Ketch kommt gar nicht gut rĂŒber und, was die Winchesters angeht, kommt Deans Einsicht in Bezug auf Mary mehr oder weniger aus heiterem Himmel. Es gibt zwar durchaus Positives zu berichten und an sich sind die Macher auf dem richtigen Weg, aber es scheitert leider an der passenden Umsetzung. Hoffentlich geht das nĂ€chste Woche wieder besser. Von mir gibt es (mit zugedrĂŒcktem Auge) 2,5 von 5 Sternen.

Trailer zu Episode 12x05 der US-Serie „Supernatural“: „The One You've Been Waiting For“

Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 5. November 2016

Supernatural 12x04 Trailer

Episode
Staffel 12, Episode 4
(Supernatural 12x04)
Deutscher Titel der Episode
Ein amerikanischer Albtraum
Titel der Episode im Original
American Nightmare
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 3. November 2016 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 12. November 2017
Autor
Davy Perez
Regisseur
John F. Showalter

Schauspieler in der Episode Supernatural 12x04

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