Supernatural 11x07

© ie Winchester-BrĂŒder aus âSupernaturalâ / (c) The CW
Geist der Woche
Es war abzusehen, dass es frĂŒher oder spĂ€ter auch in der elften Staffel den einen oder anderen Fall geben wĂŒrde, der fast gĂ€nzlich von der Rahmenhandlung um The Darkness losgelöst ist. Mit Plush haben wir nun eine solche Folge.
Vorweg sei zunĂ€chst angemerkt, dass die Grundidee durchaus in Ordnung geht. Der Anfang mit dem Killer, der die Hasenmaske trĂ€gt, zeigt gleich Wirkung. Zwar verspĂŒrt der Zuschauer wohl kaum Mitleid mit einem Ehemann, der vor der Glotze hĂ€ngt und seine Frau herumkommandiert. Aber vor allem die schweigsame Art, mit der das âHĂ€schenâ vorgeht, beschert doch eine leichte GĂ€nsehaut. Obendrein sind die Morde sehr grafisch in Szene gesetzt, was neben dem Gruselfaktor auch fĂŒr ein paar Schockmomente sorgt.
Leider bietet der Fall am Ende nicht viel Neues, und groĂe Spannung will auch keine aufkommen. Anfangs ist man zwar noch ein wenig am Raten, in welche Richtung sich die Episode wohl entwickeln wird - beim HasenkostĂŒm musste der Rezensent beispielsweise sofort an „Donnie Darko“ denken. Alternativ hĂ€tte auch Rowena (Ruth Connell) ihre Finger im Spiel haben und Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) durch Zauberei auf Trab halten können. Aber das groĂe Geheimnis um die kostĂŒmierten MissetĂ€ter beziehungsweise um deren Masken entpuppt sich bloĂ als ein weiterer Rachegeist, dessen Utensilien es nun zu verbrennen gilt.
Die Hintergrundgeschichte um Chester Johnson (Adrian Glynn McMorran), der die Leute, die seine KostĂŒme tragen, aus dem Grab heraus zum Morden bringt, ist zwar nicht gĂ€nzlich uninteressant. Aber letztlich bleibt es bei einer weiteren recht belanglosen Geistergeschichte, die zudem sehr geradlinig aufgelöst wird.
Ein wenig hervorstechen kann hier höchstens Sams Szene im Fahrstuhl, die den jĂŒngeren Winchester-Bruder mit seiner Angst vor Clowns konfrontiert. Allerdings wird auch hier wieder das Manko deutlich, das fast jeder dieser losgelösten WochenfĂ€lle mit sich bringt: Wir machen uns keine Sorgen, dass Sam aus der Situation heile (oder lebendig) herauskommen wird.
Donna Hanscum
In Hibbing 911 (10x08) hatte Donna Hanscum (Briana Buckmaster) an der Seite von Jodie Mills (Kim Rhodes) ihren zweiten Auftritt in der Serie. Das Zusammenspiel der beiden Darstellerinnen lieĂ sich damals als gelungen und amĂŒsant bezeichnen. Auch Plush setzt in Sachen Humor auf Donna, aber diesmal will das alles nicht so recht funktionieren.
Klar, sie hat jetzt mit Doug Stover (Brendan Taylor) einen Polizisten an ihrer Seite, der den gleichen Vornamen wie ihr Ex-Ehemann trĂ€gt. Es gibt einige Situationen, in denen sich gut Schmunzeln lĂ€sst. You betcha. Aber am Ende bleibt das GefĂŒhl, die Episode hĂ€tte auch ohne sie auskommen können - was vielleicht auch daran liegt, dass sie kaum an den Konfrontationen mit den Killern teilnimmt. In ihrem Fall hĂ€tte sich nĂ€mlich wirklich mitfiebern lassen, ob sie das Ende der Episode noch erlebt oder - wie viele andere weibliche Figuren in der Serie vor ihr - das Zeitliche segnen wĂŒrde. Aber abgesehen von einem Moment am Anfang, bei dem Doug ihr das Leben rettet, kommt es erst gar nicht zu solchen Situationen.
Da wundert es schon etwas, wenn die Winchesters sie gegen Ende zum JĂ€ger erklĂ€ren. WofĂŒr? Weil sie jetzt drei Folgen ĂŒberlebt hat? Es ist jedenfalls schade, wenn eine Gastfigur erneut auftaucht und der Zuschauer mit dem GefĂŒhl zurĂŒckbleibt, dass diese Figur nur mĂ€Ăig genutzt wurde oder gar durch einen anderen namenlosen Gastdarsteller hĂ€tte ersetzt werden können. So richtig ans Herz wachsen einem die wiederkehrenden Rollen schlieĂlich erst, wenn sie zusammen mit den BrĂŒdern einiges durchgemacht haben. Dazu war das hier allerdings zu wenig, Minnesota-Akzent hin oder her.

DER KĂ€fig
Die echte Ermittlungsarbeit leisten nĂ€mlich die Winchesters. Wobei sich monieren lĂ€sst, dass die beiden diese Woche ein wenig auf Sparflamme eingestellt sind. Sams Szene im Fahrstuhl wurde schon erwĂ€hnt und war ein kleines Highlight. Aber abgesehen davon gab es nicht sehr viel, was aus dem Durchschnitt hervorstechen wĂŒrde. Vor allem vom Endkampf hĂ€tte sich mehr erwarten lassen als die gezeigte ĂŒbliche Prozedur.
Aufhorchen lĂ€sst sich in Bezug auf die beiden bloĂ zu Anfang und zum Ende der Episode, als sie erneut auf Gott und Sams Visionen zu sprechen kommen - „don't count on God. Count on us“. Es besteht jetzt wohl kein Zweifel mehr daran, um welchen KĂ€fig es sich handelt, der Sam im Kopf herumspukt. Somit wird uns ein weiteres Mal angeteasert, was uns im weiteren Staffelverlauf möglicherweise erwarten wird. Was die Vorfreude auf die Fortsetzung der Rahmenhandlung natĂŒrlich erhöht.
Dean ist alles andere als begeistert, als Sam ihm vom KĂ€fig erzĂ€hlt. Die Erinnerungen an einen seelenlosen jĂŒngeren Bruder und die Probleme, die sich daraus ergeben hatten, sind ihm noch sehr wohl bewusst. Aber ob das Sam davon abhalten wird, dem Thema âKĂ€figâ nachzugehen? Seinem Blick nach könnte er bereits jetzt darĂŒber nachgrĂŒbeln, auf eigene Faust den Sinn hinter den Botschaften zu ergrĂŒnden, die ihm da Wer-auch-immer schickt. Ohne Dean. Wenn das mal gut geht...

Fazit:
Die erste Episode dieser Staffel, die nicht so recht zu ĂŒberzeugen weiĂ. Es gibt zwar ein paar gute AnsĂ€tze, ein wenig Grusel, etwas Blut und die eine oder andere gute Inszenierung. Aber am Ende bleibt es bei einer weiteren durchschnittlichen Geistergeschichte, in der zudem die Gastdarstellerin leicht verschenkt wird. Schön allerdings, dass wir erneut auf Gott und den KĂ€fig aufmerksam gemacht werden. Von mir gibt es diese Woche mit einem zugedrĂŒckten Auge 2,5 von 5 Sternen.
Promo zur Episode 11x08 der Serie âSupernaturalâ: Verfasser: Christian SchĂ€fer am Freitag, 20. November 2015Supernatural 11x07 Trailer
(Supernatural 11x07)
Schauspieler in der Episode Supernatural 11x07
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