Supernatural 10x14

© rowley mit Mutti in âSupernaturalâ / (c) The CW
Mother
Die einzige Nebenhandlung in dieser Woche spielt in Crowleys (Mark Sheppard) Reich. Seine Mutter Rowena (Ruth Connell) mischt sich verstĂ€rkt in die GeschĂ€fte des „King of Hell“ ein und macht auch keinen Hehl daraus, dass sie versucht, ihn zu manipulieren. Sie möchte, dass ihr Sohn ihr dabei hilft, Olivette, eine weitere Hexe des Grand Coven, loszuwerden, die kĂŒrzlich in den Staaten eingetroffen ist. Crowleys Hilfestellung bei den Winchesters macht ihr aber zunĂ€chst einen Strich durch die Rechnung.
Rowena hat nicht ganz Unrecht, wenn sie gegen Ende meint, dass Crowley momentan nicht gerade der Meister seines Spiels ist. Dass ihm das „First Blade“ nicht zurĂŒckgegeben wurde und er sich von Dean (Jensen Ackles) tĂ€uschen lieĂ, unterstreicht diesen Punkt noch einmal. Dabei wird es allmĂ€hlich recht mĂŒĂig, den beiden zuzuschauen. Vor allem Crowley verliert immer mehr Sympathiepunkte beim Zuschauer, denn es macht sich tatsĂ€chlich verstĂ€rkt das GefĂŒhl breit, Mutti könnte die Oberhand behalten. Wo ist nur der alte Crossroad-DĂ€mon hin, der stets einen Plan B in der Hinterhand hatte und sich mit goldener Zunge allen gegenĂŒber behaupten konnte?
Bleibt zu hoffen, dass Deans LĂŒgen ihm ein wenig die Augen geöffnet haben und dafĂŒr Sorge tragen, dass er zu seinem alten Selbst zurĂŒckfindet. Es wĂ€re zu schön, wenn er sich nur zum Schein darauf einlassen wĂŒrde, Rowena bei ihren Hexenproblemen zu helfen und plötzlich mit einem ganz anderen Plan um die Ecke kommt, der Rowena in ihre Schranken verweist.
Castiel
In den Vorfolgen wurde schon angedeutet, dass Castiel (Misha Collins) Ausschau nach Kain (Timothy Omundson) hĂ€lt und ihm bereits dicht auf den Fersen ist. Hier sehen wir ihn dabei, wie er einen DĂ€mon (Andrew Neil McKenzie) foltert und tötet, um dem âVater des Mordesâ auf die Schliche zu kommen. Es war schon ziemlich ungewohnt, Castiel bei einer Foltersession beizuwohnen.
Das erinnerte an den Staffelauftakt, als Sam (Jared Padalecki) Ă€hnlich rĂŒcksichtslos einen DĂ€mon bearbeitete, um Dean zu finden. Nicht, dass man es nicht nachvollziehen könnte, Castiel sehr âengagiertâ bei der Suche nach Kain zu sehen. Aber der TodesstoĂ war vielleicht ein bisschen zu viel. Gab es nicht mal eine Methode, bei der man den menschlichen Wirt retten konnte? Davon scheint niemand mehr Gebrauch zu machen, was vor allem mit Blick auf Castiels letzte Auftritte etwas kurios anmutet.
Seine Taten tragen allerdings dazu bei, dass sich Kains nÀchstes Ziel - Austin Reynolds (Julien Hicks) - ausmachen lÀsst und es tut gut, wenig spÀter Sam, Dean, Castiel und auch Crowley als Team agieren zu sehen. Solche Momente kommen nicht oft vor und jeder der vier hat eine bedeutungsvolle Aufgabe im Kampf gegen Kain erhalten, womit die Episode es gut geschafft hat, die verschiedenen Figuren unter einen Hut zu bringen.
BezĂŒglich Castiels lĂ€sst sich mit dem Anfang und Ausgang der Geschichte noch eine Vermutung anstellen: Wenn er sich so sehr einsetzt, um Dean zu helfen, dass er DĂ€monen foltert und tötet, vielleicht wird er dann jetzt, wo er im Besitz des „First Blade“ ist und Kain keine Lösung mehr fĂŒr das Mal liefern kann, auf Metatron (Curtis Armstrong) zurĂŒckgreifen?
Wir erinnern uns: Metatron verlangte zunĂ€chst nach dem „First Blade“, wollte aber fĂŒr handfeste Informationen Gegenleistungen haben - bis Dean einen Hinweis aus ihm herauspressen konnte, der besagte: âThe river shall end at the source.â Da die Quelle (Kain) nun aus dem Weg ist, lĂ€ge es nahe, den Schreiberling Gottes erneut zu befragen. SchlieĂlich ist der nach dieser Episode die einzige Person, die noch in Sachen Kainsmal helfen könnte.
Cain
ZunĂ€chst einmal soll Timothy Omundson hier gelobt werden. Sein Kain ist ruhig, bedrohlich, entschlossen, mĂ€chtig und verströmt eine PrĂ€senz, die schier unglaublich ist. Seine Mission, jeden seiner Nachkommen aus dem Weg zu rĂ€umen und damit die Welt zu verbessern, lĂ€sst sich nachvollziehen. Es lag ihm zwar eigentlich fern, dem Verlangen des Mals (erneut) nachzugeben, aber durch die KĂ€mpfe mit Abaddons DĂ€monen ist er wieder zum Killer geworden und hat schon damals vorausgesehen, dass er sich durch kommende Taten zum Ziel von Dean machen wĂŒrde - und dieser sein lange vermisstes „First Blade“ mitbringen wĂŒrde.
Ein netter Twist, dass ihm nie daran gelegen war, dass Dean ihn umbringt, sondern er nur seine Waffe wieder in die Finger bekommen wollte. Dean und er liefern sich ein Duell, was nicht nur aus einem simplen Kampf besteht. Vor allem verbal werden hier die SchlĂ€ge ausgeteilt und die jeweilige Mimik der Darsteller spricht BĂ€nde. Dean ist sichtlich bemĂŒht, die Kontrolle ĂŒber sich selbst und das Verlangen des Mals zu halten, wĂ€hrend Kain ihn unaufhörlich dazu animieren will, genau diese Kontrolle zu verlieren.

Als Zuschauer wird man von Minute zu Minute unsicherer, wie der Kampf ausgehen wird und genau das lĂ€sst die Spannung in diesem Zweikampf bis zur Schmerzgrenze und darĂŒber hinaus steigen. Der einzige Punkt, der unrund erscheint, ist die Leichtigkeit, mit der sich Kains messerschwingende Hand am Ende abtrennen und damit Dean zum Sieger werden lĂ€sst. Messer, die durch Knochen wie durch Butter schneiden, sind einfach eine Sache, die man nicht bringen sollte. Aber das soll jetzt nicht ĂŒber den sonst gut gemachten Kampf hinwegtĂ€uschen.
Ehrlich gesagt ist es auch ĂŒberraschend, dass Kain mit dieser Folge nun raus ist. Er hatte zwar keine Ahnung, wie man das Kainsmal wieder loswerden könnte, aber als starker Gegner hĂ€tte er gerne noch öfter auftreten können. Bei seiner Lebensspanne hĂ€tte er zudem sicher noch die eine oder andere nĂŒtzliche Information ĂŒber andere Dinge liefern können.
Dean
Es war schon sehr bezeichnend, dass die Kamera beim vermeintlichen TodesstoĂ auf Deans Gesicht und nicht auf Kain fokussiert war. Vor allem Kains Prophezeiungen darĂŒber, wie er Crowley, Castiel und schlieĂlich Sam umbringen wird, weil das Verlangen des Kainsmals sich auf Dauer nicht bĂ€ndigen lĂ€sst, haben dem Ă€lteren Winchester-Bruder sichtlich zugesetzt. Und der Zweikampf wird auch nicht spurlos an ihm vorĂŒbergehen, so viel steht fest.
Es war ohnehin erstaunlich, dass Dean sich bis zum bitteren Ende unter Kontrolle halten konnte und dann noch in der Lage war, das „First Blade“ wieder aus der Hand zu geben. Er hĂ€tte jederzeit in einen Blutrausch ĂŒbergehen können und die Frage fĂŒr die Zukunft wird sein, wie lange er sich noch beherrschen können wird. Das weiĂ auch Sam, der Dean gegenĂŒber zwar meint, dass auch ohne eine Lösung des Problems Hoffnung bestĂŒnde, wenn er sich in einer solchen Extremsituation noch zusammenreiĂen kann. Aber kurz darauf wird uns klar, dass es nur aufmunternde Worte fĂŒr den Bruder waren, denn „Cas, Dean is in trouble“ klingt schon wieder anders.
Unterm Strich ist der Sieg ĂŒber Kain somit zwar ein hoffnungsvolles Ereignis, aber, wie dem Kainsmal beizukommen ist, bleibt weiterhin fraglich. Da sind die Winchesters diese Woche keinen Schritt weitergekommen, was auch die Episode auf einer dĂŒsteren Note enden lĂ€sst.
Fazit:
The Executioner's Song ist eine beeindruckende Folge, die vor allem durch die Performances von Ackles und Omundson lebt. Auch das Team-up mit Castiel und Crowley war gelungen, denn die âGangâ sieht man ohnehin nur selten mit vereinten KrĂ€ften gegen schier ĂŒbermĂ€chtige Gegner vorgehen - jedenfalls abseits vom Staffel- oder Mid Season-Finale. Etwas madig wird die Episode allenfalls durch den Handlungsstrang um Rowena und Crowley, wo sich der „King of Hell“ demnĂ€chst mal wieder deutlich ins Zeug legen sollte. Von mir gibt es vier von fĂŒnf Sternen.
Promo zur Episode âThe Things They Carriedâ (10x15) der US-Serie âSupernaturalâ: Verfasser: Christian SchĂ€fer am Mittwoch, 18. Februar 2015Supernatural 10x14 Trailer
(Supernatural 10x14)
Schauspieler in der Episode Supernatural 10x14
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?