Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 10x13

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 10x13

In der Folge Halt & Catch Fire der US-Serie Supernatural bekommen es Sam und Dean mit einem Rachegeist zu tun, der seinen Opfern mittels Wi-Fi nachstellt. Spannend ist das leider nicht und mit Originalität lässt sich höchstens ansatzweise punkten.

Sam und Dean in der Episode „Halt & Catch Fire“ der Serie „Supernatural“ / (c) The CW
Sam und Dean in der Episode „Halt & Catch Fire“ der Serie „Supernatural“ / (c) The CW

Fall der Woche

Nachdem wir in den letzten zwei Wochen gesehen haben, wie gut es klappen kann, die Ereignisse in Einzelfällen mit der Rahmenhandlung zu verknüpfen, präsentiert uns die Serie diesmal wieder ein schwächeres Abenteuer. Halt & Catch Fire erinnert dabei an die Anfänge von Supernatural, nimmt sich mit dem Rachegeist von Andrew Silver (Jeremy Thorsen) ein altbekanntes Motiv und versucht, diesem mit Social Media & Co einen neuen Anstrich zu verpassen. Aber so recht funktionieren will das nicht.

Genau wie Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) werden wir ins kalte Wasser geworfen und zunächst Zeugen davon, wie Billy Bass (Madison Smith) vor den Augen seiner Freundin Janet (Maddie Phillips) von seinem rebellischen Auto in den Tod gestürzt wird. Wie üblich reicht es allerdings nicht, den Wagen auf die gewohnte Art zu verbrennen, um den unangenehmen Geist loszuwerden. Die Geschichte entwickelt sich, während ein Opfer dem nächsten folgt und wir erst gegen Ende die komplette Story erfahren.

Spannend ist das leider nicht und mit Originalität lässt sich höchstens ansatzweise punkten. Das Geheimnis der vier, die Andrew einst in einen Unfall verwickelten, der ihn das Leben kostete und seine Frau Corey (Barbara Kottmeier) alleine zurückließ, lässt sich schon lange vor der Auflösung erahnen. Von den Gastfiguren bleibt nur Delilah (Ali Milner) als halbwegs sympathisch im Gedächtnis, weshalb uns der Tod der anderen auch nicht großartig berührt. Man schüttelt da eher den Kopf, wenn Kyle (Jack Evans) von lauter Musik getötet wird oder wir im Rückblick zu sehen bekommen, dass der Unfall deshalb passierte, weil alle vier gerade in ihre Handys gesehen haben.

Als kreativ lässt sich da höchstens die überzeichnete Kritik an sozialen Medien werten und die Idee, es mit einem Rachegeist zu tun zu haben, der seine Opfer per Wi-Fi erreicht. Aber auch das lässt den Genrekenner bloß müde lächeln, denn der ist mit dem „Ghost in the Machine“-Konzept schon lange vertraut. Ja, man hätte hier durchaus was mit den Ideen anstellen können und es kann sowohl nostalgisch als auch erfrischend sein, die Winchesters für eine Episode mal wieder beim üblichen Familiengeschäft (inklusive Salz und Feuer) zu sehen, wo der Fall sich durch einen neuen Twist komplizierter entpuppt als vorerst angenommen. Hier aber nicht.

Die letzten gelungenen Geistergeschichten betrafen Bobby Singer und Kevin Tran - daran kommt diese Episode nicht einmal ansatzweise heran. Selbst, als Corey ihren zum Rachegeist entwickelten Mann überredet, von Delilah abzulassen und seine Existenz als Geist zu beenden, kommen beim Zuschauer kaum Emotionen an. Die Rede wirkt eher wie von einem Blatt Papier abgelesen und Thorsen kann unter seinem Make-up nur schwerlich Gefühle zum Ausdruck bringen.

Winchesters

Aber genug über den Fall beschwert. Was auf gewohntem Level gut funktioniert, sind Sam und Dean. Die beiden legen seit einigen Wochen eine Ehrlichkeit miteinander an den Tag, wie sie schon lange nicht mehr zu sehen war. Dean macht kein Geheimnis daraus, dass er den Glauben an eine Lösung für das Kainsmal-Problem verloren hat. Genauso ehrlich entgegnet Sam, dass Hopfen und Malz noch nicht verloren ist. Wir bekommen auch mit, dass Castiel (Misha Collins) kurz davor ist, Cain (Timothy Omundson) zu finden, den wir somit bald wiedersehen werden.

Es tat richtig gut, Dean wieder positiv gestimmt beim Abenteuer zu verfolgen. Nicht ganz ohne Eigennutz, wie wir erfahren, denn das Familiengeschäft ist für ihn das beste Mittel, um dem Verlangen des Kainsmals entgegenzutreten. Klingt logisch, schließlich lenken die Fälle ein wenig vom größeren Problem ab - naja, nicht immer, aber doch oft. Ohne neuen Fall bliebe nur die aussichtslose Recherche nach einer Lösung übrig, somit ist ihm jede Abwechslung recht.

Bild aus der Episode %26bdquo;Halt and Catch Fire%26ldquo; der Serie %26bdquo;Supernatural%26ldquo; © The CW
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Da werden den jungen Damen Blicke hinterhergeworfen, große Mahlzeiten eingenommen und eine Medienreferenz nach der nächsten angeführt. Deans Gespräch mit Delilah über vergangene Fehler & Co war dann auch etwas, was ziemlich gut ins Bild passte. Vielleicht ein bisschen zu platt auf seine Person bezogen, aber doch treffend. Stutzig macht allerdings sein an den Tag gelegtes Unwissen über das Internet, soziale Medien, et cetera - hat er nicht vor kurzem noch selbst eine Datingapp benutzt? Ganz so unerfahren wie hier dargestellt, sollte er eigentlich nicht mehr sein.

Insgesamt sorgen die Brüder aber dafür, dass sich der Folge doch noch ein wenig was abgewinnen lässt. Es fehlen zwar die ganz großen Momente zwischen den beiden, aber der ehrliche Umgang miteinander und Deans unnachahmliche Art während des Falls tragen dazu bei, dass der Zuschauer doch noch etwas für die in die Episode investierte Zeit belohnt wird.

Fazit

Nach jedem Berg kommt wieder ein Tal. Haben uns die letzten beiden Episoden noch gezeigt, dass sich das Konzept der Einzelabenteuer durchaus weiterhin gekonnt einsetzen lässt, beweist uns Halt & Catch Fire aufs Neue, dass das leider nicht immer der Fall ist. Abgesehen von den Winchesters gibt es kaum etwas, was uns hier „beGEISTERn“ könnte. Von mir gibt es zwei von fünf Sternen.

Promo zur „Supernatural“-Episode „The Executioner's Song“ (10x14):
Verfasser: Christian Schäfer am Mittwoch, 11. Februar 2015

Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 10x13 Trailer

Episode
Staffel 10, Episode 13
(Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 10x13)
Deutscher Titel der Episode
Der WLAN-Geist
Titel der Episode im Original
Halt & Catch Fire
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 10. Februar 2015 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 17. November 2015
Autoren
Eric C. Charmelo, Nicole Snyder
Regisseur
John F. Showalter

Schauspieler in der Episode Supernatural: Zur Hölle mit dem Bösen 10x13

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