Supernatural 10x04

© ensen Ackles und Jared Padalecki in der Serie âSupernaturalâ / (c) The CW
Bitten
Zuletzt haben wir Kate (Brit Sheridan) in der Episode Bitten (8x04) gesehen. Sie ist ein Werwolf. Sam (Jared Padalecki) und Dean (Jensen Ackles) haben sie damals nicht weiterverfolgt, sondern ihr eine Chance gegeben - solange sie niemanden tötet. Das scheint sich nun geÀndert zu haben, denn die Winchesters werden auf eine Reihe Morde aufmerksam, die die Handschrift eines Werwolfs tragen. Und die erste VerdÀchtige in diesem Fall ist Kate.
Aber die Sache wird dann doch etwas komplizierter. Die BrĂŒder mĂŒssen feststellen, dass Kate nicht der einzige Werwolf in der Gegend ist. Vielmehr ist Kates Schwester Tasha (Emily Tennant) fĂŒr die Morde verantwortlich, wird aber von Kate in Schutz genommen. Dazu bekommen wir auch eine kleine Hintergrundgeschichte zu Tasha erzĂ€hlt, die uns aufzeigt, wie sie durch Kate zum Werwolf wurde - mit durchaus guter Absicht, denn ohne die ĂŒbernatĂŒrlichen HeilungskrĂ€fte des Werwolf-Fluchs wĂ€re Tasha vermutlich verstorben.

Das Dilemma der beiden Schwestern erinnert dabei natĂŒrlich stark an viele Situationen, in denen sich die Winchester-BrĂŒder bereits befanden und hĂ€lt ihnen mal wieder den metaphorischen Spiegel vor die Nase. Vielleicht schon ein wenig zu deutlich. Die Parallelen sind keineswegs dezent ausgefallen und schreien geradezu nach einem Vergleich. Genauso, wie Sam oder Dean einander nie aufgegeben haben, setzt Kate alles daran, ihrer Schwester zu helfen und sie zu beschĂŒtzen. Auch vor den Winchesters. Und obwohl Tasha ihre ĂŒbernatĂŒrlich animalische Seite mit menschlichen Opfern auslebt. Sie hat die Hoffnung nicht aufgegeben, Tasha zur Vernunft zu bringen. Als Dean dann von einer Möglichkeit berichtet, den Werwolf-Fluch aufzuheben, ist Kate auch gewillt, die beiden zu ihrer Schwester zu fĂŒhren.
Hier treten dann auch die Unterschiede zu den verschiedenen Geschichten der Winchesters auf: FĂŒr diesen Fluch gibt es keine Heilung, und am Ende ist es Kate, die ihre Schwester tötet. Soweit ist es bei den BrĂŒdern natĂŒrlich nie gekommen, auch wenn es einige Situationen gab, in denen sie kurz davor waren (wie beispielsweise letzte Woche, wenn das Ritual schief gegangen wĂ€re).
Der Fall der Woche ist damit nicht uninteressant und liefert Sam und Dean sowie dem Zuschauer einige Momente, die zum Nachdenken anregen. Auch kommt Kate abermals davon - eine RĂŒckkehr in spĂ€teren Folgen wird somit nicht ausgeschlossen. Zu bemĂ€ngeln gibt es aber auch ein paar Dinge: FĂŒr eine Episode mit Werwölfen gibt es nicht allzu viel von ihnen zu sehen. AuĂerdem gibt es einige LĂ€ngen, nicht zuletzt bei den ausfĂŒhrlichen ErklĂ€rungen, die Kate ĂŒber Tasha preisgibt und die auch einen lĂ€ngeren RĂŒckblick zeigen. So richtig spannend wird es erst gegen Ende, was bei relativ ernsten Episoden wie dieser mehr Geduld vom Zuschauer erfordert.
Ein weiterer Punkt, der sich bemĂ€ngeln lĂ€sst: Im Gegensatz zu Kate, die sehr viel Profil bekommt und nachvollziehbar agiert, bleibt Tashas Charakter ziemlich flach. Da hĂ€tte es sich angeboten, mehr Entwicklung in die Figur zu stecken. Sie ist böse und hat kein Interesse daran, etwas zu verĂ€ndern. Entsprechend platt werden ihre Motive auch vermittelt. Interessanter wĂ€re es doch, wenn sie sich durchaus hĂ€tte Ă€ndern wollen, aber zu schwach dafĂŒr gewesen wĂ€re. Ihrem dramatischen Ende hĂ€tte das auch gut getan. Es wĂ€re weniger schwarz-weiĂ dahergekommen und hĂ€tte Kates Gewissen stĂ€rker auf die Probe gestellt.
Sam und Dean
Kommen wir nun zum eigentlichen Kern der Episode. Crowley (Mark Sheppard) und Castiel (Misha Collins) lassen sich diese Woche nicht blicken, so dass die Winchesters sich voll und ganz aufeinander konzentrieren können. Der recht schnelle (vielleicht nur vorlĂ€ufige) Abtritt von Deanmon ist zwar nach wie vor schade, aber so wie hier haben wir die beiden BrĂŒder schon lange nicht mehr gesehen. Keine Geheimnisse, keine LĂŒgen, keine Hintergedanken - wenn die beiden sich unterhalten, fĂŒhlt sich das so ehrlich und offen an wie schon lange nicht mehr. Geradezu brĂŒderlich, möchte man meinen.
Angefangen mit einem Bierchen am See, findet die Episode ĂŒber ein Austausch statt, der sich richtig anfĂŒhlt. Dabei fallen beide nicht gleich mit der TĂŒr ins Haus. Sam erzĂ€hlt nur zögerlich, dass Lester (David Nykl) nicht der erste war, dem er auf der Suche nach Dean ĂŒbel mitgespielt hat. Dean wiederum kann nicht lange still sitzen und braucht einen neuen Fall. Es passt auch einfach besser, dass die GesprĂ€che zwischen den beiden wĂ€hrend eines Abenteuers fortgesetzt werden.
Beachtliche Punkte, die dabei auffallen: Dean reagiert ungewohnt ruhig, wenn Sam ihm zum x-ten Mal sagt „Dean, you were a demon.“ („Dean du warst ein DĂ€mon.“) - solche SĂ€tze lassen den Ă€lteren Bruder fĂŒr gewöhnlich anders reagieren, vor allem, wenn sie mehr als einmal vorkommen. Toll war auch, als Sam meinte, Dean brĂ€uchte sich fĂŒr seine Rettung niemals bei ihm bedanken - so sieht ein gutes VerhĂ€ltnis zwischen diesen Geschwistern aus.
Bezogen auf den Fall scheint Dean vorerst ein wenig eingerostet zu sein, stĂŒrmt nicht sofort los und wirkt deutlich nachdenklicher als sonst - was ebenfalls dem Austausch der beiden zugutekommt. WĂ€hrend Sam blitzschnell reagiert und seinen Werwolf tödlich trifft, war Dean zu langsam und tötet diese Woche auch keinen Gegner. Nach Crowleys Bemerkungen zum Kainsmal, welches gefĂŒttert werden will, ist es etwas merkwĂŒrdig, dass der Ă€ltere Winchester nicht wie vorher auf den nĂ€chsten Kill aus ist. Ob die Heilung vom DĂ€monsein da eine Rolle spielt und das Verlangen erst wiederkommt, sobald er jemanden getötet hat? Abwarten.
Trotz allem bleibt auf Sams Seite noch ein kleines Geheimnis versteckt. Dean und wir wissen noch nicht genau, wie er sich den Arm verletzt hat. Ein DÀmon spielte dabei eine Rolle und es könnte gut möglich sein, dass die Verletzung besonderer Natur ist und noch nicht genannte Folgen nach sich zieht.
Sowohl Ackles als auch Padalecki bringen dabei ihre Figuren gekonnt zur Geltung und lassen darauf hoffen, dass dieses neue VerhĂ€ltnis zwischen den beiden lĂ€ngere Zeit andauern wird. Ein wenig unnötig fĂŒhlte sich hingegen der RĂŒckblick auf Lester an - ist ja nicht so, dass das Ereignis derart lange zurĂŒckliegt, dass der Zuschauer sich daran nicht auch so erinnern könnte.
Fazit:
Paper Moon macht einen guten Job, verwebt den Fall der Woche mit den Winchesters auf eine sehr persönliche Art und bringt nebenbei eine (erste) Fortsetzung mit unerwartetem Ende zur Found-Footage-Folge der achten Staffel. BemÀngeln lÀsst sich aber die zunÀchst leicht dröge ErzÀhlweise rund um Kate und Tasha, wobei Letztere leider ein zu simples, böses Abziehbild von einer Figur bleibt. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.
Supernatural: promo zur Episode 10x05:
Verfasser: Christian SchÀfer am Donnerstag, 30. Oktober 2014Supernatural 10x04 Trailer
(Supernatural 10x04)
Schauspieler in der Episode Supernatural 10x04
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?