Supernatural 10x03

© astiel und Sam in âSupernaturalâ / (c) The CW
King of Hell
Crowley (Mark Sheppard) macht einen recht gelangweilten und niedergeschlagenen Eindruck, wenn er auf seinem Höllenthron sitzt und den ĂŒblichen GeschĂ€ften nachgeht. EnttĂ€uscht darĂŒber, dass Dean (Jensen Ackles) sich fĂŒr seinen Plan vom Aufbau der âperfekten Hölleâ nicht begeistern konnte, schwelgt er ab und an in Erinnerungen. Seine lĂ€ngere Abwesenheit scheint sich auĂerdem bei den DĂ€monen bemerkbar gemacht zu haben und nicht ohne Konsequenzen zu bleiben. Die einen sind neidisch, weil er eine lange Zeit mit Dean verbracht hat, und suchen nun seine Gunst; die anderen wĂ€hlen lieber den DĂ€monen-Tod, als dem King of Hell weiter dienlich zu sein.
(Anzeige)Dabei ist noch nicht klar, wohin die weitere Reise von Crowley geht. Momentan scheint er als King of Hell nur wenig SpaĂ zu haben, was man ĂŒberhaupt nicht von ihm kennt. Er hat aber noch PlĂ€ne in der Hinterhand, wie die Beschattung von Castiel (Misha Collins) zeigt. Auch dass Sam (Jared Padalecki) seinen Bruder vorerst vom DĂ€monendasein heilen will, gehört zu Crowleys PlĂ€nen. Aber was genau er damit bestrebt, bleibt vorerst offen und kann höchstens spekuliert werden. Denn das First Blade hat er sicher nicht ohne Grund behalten.
Castiel
Der Road Trip, der Hannah (Erica Carroll) und Castiel zum Bunker fĂŒhren soll, lĂ€sst die beiden auf Adina (Jud Tylor) aus dem Staffelauftakt treffen, was einen Kampf nach sich zieht. Als unerwarteter Retter in der Not kommt Crowley zum Einsatz, der mit Adinas Grace vorerst Castiel wieder ein wenig aufpĂ€ppelt.

Dieser Teil der Episode Soul Survivor zieht sich anfangs etwas, die Dialoge zwischen Hannah und Castiel drehen sich ein wenig im Kreis. Neu ist, dass unser Mann im Trenchcoat Hannah durch die Blume zu verstehen gibt, dass er keinerlei romantisches Interesse an ihr hat - zumindest nicht, solange andere PrioritĂ€ten bestehen. Abgesehen davon geht es um die ĂŒblichen Themen: Castiels Grace, Metatron, die abtrĂŒnnigen Engel und weshalb unser Engel Sam zur Hilfe eilt.
Interessant wird es erst, als Adina die BĂŒhne betritt und es zum Kampf kommt. Crowleys Hilfe kam unerwartet, obwohl wir bereits wussten, dass er Castiel beobachten lĂ€sst. Ob er bloĂ sicherstellen wollte, dass Sam UnterstĂŒtzung beim Ritual bekommt? Oder steckt noch mehr dahinter?
Auf jeden Fall trifft Castiel gerade rechtzeitig im Bunker ein. Sam wird vor Dean gerettet, der gerade im Begriff war, zum tödlichen Schlag gegen seinen Bruder auszuholen. Das Ritual kann scheinbar erfolgreich beendet werden.
Ob unser Engel noch lĂ€nger mit den Winchesters verweilt, bleibt fraglich. Wahrscheinlicher dĂŒrfte sein, dass er weiterhin zusammen mit Hannah unterwegs sein wird, um sich um abtrĂŒnnige Engel und sein Grace-Problem zu kĂŒmmern.
Sam und Dean
Die erste HĂ€lfte der Episode wartet mit einem kleinen Kammerspiel auf. Sam hat Dean in seiner Gewalt und injiziert seinem Bruder geweihtes menschliches Blut. Mit dieser Methode versucht er, den DĂ€mon Dean wieder zu einem Menschen zu machen. Der verbale Austausch, der dabei zwischen den beiden stattfindet, kann sich sehen lassen und geht an die Nieren.
Im Zuge dessen bekommen wir anhand von RĂŒckblenden auch zu sehen, wie Sam im Staffelauftakt den Crossroad-DĂ€mon Dar (Raquel Riskin) in seine Gewalt gekriegt hat. Die Frage danach, wer das eigentliche Monster im Raum ist, lĂ€sst sich damit nicht einfach beantworten. Um an Crowley und Dean heranzukommen, hat Sam Lester Morris (David Nykl) geopfert, was alles andere als eine gute Tat war. Die Suche nach Dean hat Sam also in der Tat sehr rĂŒcksichtslos werden lassen und die VorwĂŒrfe, die DĂ€mon-Dean seinem Bruder entgegenschleudert, bleiben nicht ohne Wirkung - sowohl bei Sam als auch beim Zuschauer. Diese verbale Auseinandersetzung zusammen mit der Unsicherheit, ob die Blutinjektionen auch die gewĂŒnschte Wirkung erzielen werden, ist ein Highlight der Folge.
Im nĂ€chsten Akt darf Sam feststellen, dass Dean trotz dĂ€monensicherer Handschellen und dem Siegel am Boden davongekommen ist - ein Zeichen dafĂŒr, dass die Behandlung wirkt und die dĂ€monischen ZĂŒge geschwĂ€cht wurden. Aber noch ist Dean nicht der alte. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt zwischen den beiden und wir dĂŒrfen mit Spannung verfolgen, wer am Ende die Oberhand behalten wird.
Auch dieser Teil steigerte sich bis zur unausweichlichen Konfrontation der beiden, deren Ausgang mit Spannung erwartet werden konnte. Ein kleines Manko ist sicher, dass wohl niemand damit gerechnet hĂ€tte, dass einer der beiden BrĂŒder den anderen tötet - das lieĂ sich vorhersehen. Zwei Lösungen hĂ€tten sich hier angeboten: einmal, dass Sam es schafft, Dean wieder in seine Gewalt zu bekommen (wie es letztlich mit Castiels Hilfe auch geschieht); zum anderen, dass Dean den Lockdown aufhebt und vorerst entkommt.
Bevorzugt hĂ€tte der Rezensent die zweite Option. Denn dass Dean jetzt schon seine dĂ€monische Seite wieder abgelegt hat, ist schade. Das Kainsmal wird zwar noch Probleme bereiten und ist noch nicht vom Tisch (beziehungsweise vom Arm), aber mit dem erfolgreich durchgefĂŒhrten Ritual ist DĂ€mon-Dean (zumindest vorerst) Geschichte. Vermutlich möchten die Macher gerne wieder zum altbekannten Fall-der-Woche-Schema ĂŒbergehen und ein paar vom Hauptstrang losgekoppelte Episoden bringen. Das hĂ€tte man allerdings auch mit einem Deanmon haben können. Alles, was es dazu gebraucht hĂ€tte, wĂ€re eine passende Motivation fĂŒr die BrĂŒder gewesen, sich gemeinsam eines Falls anzunehmen.
Zudem raubt die schnelle Auflösung von Deans dĂ€monischer Seite den vorherigen Ereignissen und Episoden ein wenig die Bedeutung. Man hat nun eher den Eindruck, einer kurzzeitigen kritischen Phase der BrĂŒder beigewohnt zu haben, als einem groĂen Problem oder gar Gamechanger ungeahnter AusmaĂe. Ein guter Kniff wĂ€re es, wenn Dean seine Heilung vom DĂ€monsein nur vortĂ€uscht oder die Auswirkung des Rituals lediglich von kurzer Dauer ist. Aber dazu gab es bislang noch keine Hinweise - ein kurzes Zwinkern mit schwarzen Augen nach dem abschlieĂenden GesprĂ€ch mit Castiel hĂ€tte ja gereicht.
Aber wer weiĂ, vielleicht kommt da noch was. Fakt ist, dass Crowley diesen Ausgang gewollt hat und sicher noch am TrĂ€ger des Kainsmals interessiert ist. Sonst hĂ€tte er das Messer nicht behalten. AuĂerdem auffĂ€llig: WĂ€hrend Castiel gegen Ende noch einen lĂ€ngeren Dialog mit Dean fĂŒhrt, hat Sam nur kurze Worte mit seinem Bruder nach dessen Heilung gewechselt.
Sonstiges
Die RĂŒckblicke darauf, was Sam zwischen Staffel neun und Staffel zehn gemacht hat, sollten noch weitergehen. SchlieĂlich wissen wir noch nicht, wie es dazu gekommen ist, dass er seinen Arm in einer Binde trĂ€gt.
Cole ist noch da drauĂen und nimmt weiterhin an, dass Dean ein DĂ€mon ist. Da dĂŒrfte in absehbarer Zeit eine weitere Konfrontation auf der Tagesordnung stehen.
Zuletzt sei noch die rothaarige Dame (Ruth Connell) erwÀhnt, die in den letzten Sekunden der Episode eine Szene bekommt. Was es mit ihr auf sich hat, kann man momentan nur raten. Irgendwelche Ideen?
Fazit:
Die Episode Soul Survivor macht ihre Sache gut und liefert vor allem bei der Konfrontation zwischen Sam und Deanmon ĂŒberzeugende Arbeit. Die (scheinbar) vorschnelle Auflösung stöĂt allerdings auf wenig Gegenliebe und lĂ€sst befĂŒrchten, dass der Gamechanger des neunten Staffelfinales nur ein mageres Zwischenspiel war. Von mir gibt es diese Woche 3,5 von 5 Sternen.
Trailer zu âSupernaturalâ (10x04):
Verfasser: Christian SchÀfer am Donnerstag, 23. Oktober 2014Supernatural 10x03 Trailer
(Supernatural 10x03)
Schauspieler in der Episode Supernatural 10x03
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?