Suits 8x16

© zenenbild aus „Suits“ (c) USA Network
Nachdem in der letzten Episode Stalking Horse von Suits die nötigen Vorbereitungen für ein spannendes Finale getroffen wurde, standen die Hoffnungen auf ein Niveau, das wieder an erfolgreichere Zeiten der Serien anknüpft, hoch. Umso größer ist die Enttäuschung, dass die Episode Harvey ihr Potential nicht mal ansatzweise ausschöpft, sondern durch enorm inszenierte Ereignisse den Verlauf der Serie in eine bestimmte Richtung drängt.
2/3 für den Müll
Im Prinzip gibt es in der finalen Episode von „Suits“ nur zwei Handlungsstränge: Einerseits versuchen Harvey (Gabriel Macht), Louis (Rick Hoffman), Zane (Wendell Pierce) und Alex (Dule Hill) einen Weg zu finden, um die Klage von Daniel Hardman (David Costabile) abzuwenden. Dieser hat berechtigten Anlass zur Annahme, dass Harvey sein Anwaltsgeheimnis gebrochen hat und will ihm daher ein für alle Mal seine Lizenz absprechen lassen. Die andere Geschichte spielt zum Teil acht Jahre in der Vergangenheit und handelt von Zane und Samantha (Katherine Heigl), die - wie wir bereits wissen - nach einem Raubüberfall an Samantha in einer illegalen Sache verwickelt sind.
Da Zane den ganzen zweiten Teil der achten Staffel kaum vorkam und ihm lediglich am Rande ein paar Auftritte zugesprochen wurden, erscheint es als logische Konsequenz, ihn zum Ausgleich auch mal wieder zu Wort kommen zu lassen. Fragt sich nur, warum dafür die ominöse Geschichte aus der Vergangenheit wieder aufgerollt wird, von der wir im Prinzip schon das Wichtigste wissen. Samantha wurde überfallen und statt den Verbrecher auf legale Weise zu überführen, musste das traumhafte Duo Zane und Samantha (Wer denkt noch, dass sie als kläglicher Rachel-Ersatz dienen soll?) auf illegale Aktivitäten zurückgreifen.
Bei dem Versuch, Harveys Job zu retten, rennen alle Beteiligten während der kompletten Episode gegen eine Wand. Nichts funktioniert und die Situation erscheint aussichtslos angesichts der Tatsache, dass Hardman bei seiner persönlichen Vendetta gegen die Kanzlei nur gewinnen kann. Das Ganze zieht sich dann auch über zwei Drittel der Episode und bringt den Zuschauer eher zum Gähnen, als ihn zur Vorfreude auf eine neunte Staffel zu animieren.

„You haven't needed me for a long time"
Irgendwann geht uns dann ein Licht auf: Jede Staffel von „Suits“ braucht ein neues Machtverhältnis, daher gibt es nur zwei logische Schlussfolgerungen für die Figur Robert Zane, die wir in letzter Zeit selten, dafür in der finalen Episode verdächtig oft zu sehen bekommen haben. Entweder schließt er sich mit seinem alten Freund Hardman zusammen und kehrt seiner jetzigen Kanzlei den Rücken zu oder er muss gehen.
Und dann wird es endlich spannend (holt das Popcorn nicht raus, so spannend dann auch wieder nicht): Harvey bittet Thomas (Sasha Roiz), bei der Ethikanhörung nicht wahrheitsgemäß Donna (Sarah Rafferty) zu beschuldigen, sondern ihn. Wie ungewöhnlich, findet auch Thomas und spricht sie auf ihre Gefühle für Harvey und Harveys Gefühle für sie an. Also wer hätte gedacht, dass Harvey irgendwann für Probleme in ihrer Beziehung sorgen wird? Ja genau, so ziemlich jeder.
Im Übrigen sind in der hiesigen Episode hauptsächlich Männer am Werk. Catrina (Amanda Schull) wurde komplett aus der Episode gestrichen, Donna steht meist nur schuldbewusst am Rande und Samantha kommt wie die kleine Tochter von Zane rüber. Der anzugtragenden Männerdomäne bei ihrem kläglichen Scheitern zuzusehen, bringt dann leider auch nicht sehr viel Unterhaltung.
Die Sache aus der Vergangenheit scheint Zane nicht loszulassen und er bittet Alex, ihm bei seinem Schritt zur Wiedergutmachung behilflich zu sein. So sollte dann auch niemand aus dem Publikum schockiert sein, als Zane bei Harveys Anhörung die Schuld auf sich nimmt, seine Lizenz verliert und als Begründung angibt, dass er somit seine Taten aus der Vergangenheit begleicht. Nun verstehen wir auch, warum die ziemlich uninteressante Story ausgegraben wurde.
Wahrscheinlich werden wenige Zuschauer seinem Charakter hinterhertrauern, doch sein Abgang erscheint dann zusätzlich einfach dermaßen konstruiert, dass man wirklich am Können der Drehbuchautoren zweifeln darf. Leider kommt es noch schlimmer beim großen Finale zwischen Harvey und Donna: Die Beziehung, der viele Fans entgegengefiebert haben und die für manche der wohl beste Grund war, „Suits“ trotz seines Qualitätsverlustes weiter zu verfolgen, findet endlich ein Happy End. Dieses ist so dramatisch und überspitzt inszeniert, dass es weder den Rest der Folge wettmachen noch ein Gefühl der Genugtuung hervorrufen kann.

Fazit
Von dem großen Finale von Suits habe ich um einiges mehr erwartet. Letzten Endes diente der komplette Verlauf der Episode Stalking Horse dem alleinigen Zweck, Zane aus der Story zu kicken und Harvey und Donna endlich zu einem glücklichen Ende zu verhelfen. Um bei diesem Ergebnis zu landen, wurde ohne Rücksicht auf Verluste dieser Handlungsverlauf durchgeboxt und die feinen Nuancen des Unterhaltungswertes komplett außer Acht gelassen.
Verfasser: Greta Kaiser am Donnerstag, 28. Februar 2019Suits 8x16 Trailer
(Suits 8x16)
Schauspieler in der Episode Suits 8x16
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