Suits 8x10

© obert (Wendell Pierce) und Harvey (Gabriel Macht) in „Suits“ (c) USA Network
Die Serie Suits verabschiedet sich in die Pause und legt auf den letzten Metern endlich die Antwort vor, wer denn nun befördert wird. Die Episode Managing Partner überrascht in der zweiten Hälfte mit ungewöhnlichen Wegen, die endlich alle an einen Tisch führen, wenn auch in ungewohnter Sitzordnung.
Nur gemeinsam stark
Der Kampf zwischen Samantha (Katherine Heigl) und Alex (Dule Hill) ist auch auf den letzten Metern leider nicht spannender geworden. Beide bleiben in ihren angestammten Klischeerollen, er tollpatschig mit dem Willen zur Kaltblütigkeit, sie eiskalt mit einer verletzlichen Seele. Dass am Ende Alex die Nase vorn hat, ergibt nur mit dem Blick auf die spätere Lösung Sinn. Samantha muss die Niederlage hinnehmen, der Schwächere muss gewinnen, damit beide gemeinsam auf dem Thron sitzen können.
Denn das ist die Aufklärung des Konflikts, in den die Serienautoren die neu zusammengesetzte Kanzleigang gebracht haben. Im ersten Teil der Staffel ging es darum, die Rangordnung neu auszuhandeln und seinen Platz zu finden. Das haben wir schon öfter in der Serie gesehen, das ist nicht neu. Neu hingegen ist die persönliche Entwicklung der Charaktere, die sich immer mehr auch dem Privatleben zuwenden und an Ereignissen wachsen, die nicht nur am Verhandlungstisch stattfinden.
Auf den ersten Blick hat Samantha bis zum Ende einfach Recht: Verleiht man eine Ehre zu oft, dann wird sie ihren Glanz verlieren. Dagegen gibt es kaum etwas zu argumentieren. Die Lösung, beide gleichzeitig zu Namenspartnern zu machen, ist also eher mager.
Doch die Umsetzung der Lösung ist überraschend stark und hat viele Emotionen zu bieten.
Strohmänner und Strippenzieherinnen
Das Beste daran ist die Tatsache, dass alle wichtigen Figuren beteiligt sind. Nicht nur das, am Ende werden Donna (Sarah Rafferty) und Louis (Rick Hoffman) diejenigen, die die Kanzlei retten. Nur dass dieses Mal die Bedrohung nicht von außen, sondern von innen kommt. Es sind die übergroßen Egos der Top Dogs, die Zane Specter Litt auf die Straße ins Verderben führen. Besonders Harvey (Gabriel Macht) und Robert (Wendell Pierce) können sich einfach nicht an der Seitenlinie halten. Sie müssen bei jeder Gelegenheit in den Kampf zwischen Sam und Alex eingreifen und können am Ende nicht einmal das Ergebnis akzeptieren.
Es kommt also so weit, dass Donna Louis als Strohmann auf den Posten des Managing Partner setzen muss, um die Kanzlei zu retten. Aber dahinter hält sie selbst die Fäden fest in der Hand. Es ist schön, wieder eine Frau an der Spitze der Kanzlei zu wissen, auch wenn man es von außen nicht sehen kann...
Louis hingegen wäre auch alleine nicht die schlechteste Wahl, denn auch er hat einige große Schritte gemacht in den vergangenen Monaten. Er ist an Konflikten gewachsen und hat dabei Ziele erreicht, an die in den ersten Staffeln nicht zu denken war.
Das Wichtigste sagt er Harvey in dieser Episode selbst: Es ist so gut gelaufen mit der Übernahme als Managing Partner, weil es das erste Mal war, dass es ihm egal war, was Harvey über ihn denkt. Denn Louis muss sich nun nicht mehr durch die Augen seines besten Freundes definieren, er wird Vater. Damit schlüpft er in eine ganz neue Rolle, die er mit Urvertrauen und Freude angeht.
Vaterfreuden
Endlich erfüllt sich nämlich sein langgehegter Traum. Gemeinsam mit seiner Seelenverwandten Sheila (Rachael Harris) gründet der Anwalt eine Familie. Die Verkündung der Schwangerschaft ist noch unauffälliger als vor kurzem bei dem falschen Alarm. Auch der lange Weg über die medizinische Hilfe ist plötzlich überflüssig, es klappt einfach so, zum genau richtigen Moment. Auch das ist, wie so einiges in der Episode Managing Partner nicht gerade galant gelöst, aber erfüllt am Ende seinen Zweck. Wir dürfen uns mit den beiden freuen, die es mehr als verdient haben. Hoffentlich verfolgen die Serienautoren die kleine Familie so engmaschig weiter, wie sie deren Entstehungsgeschichte verfolgt haben. Louis als Vater verspricht, so einige emotionale und urkomische Momente zu bieten.
Fazit
Denn das ist es auch, was diese Suits-Episode so gut macht. Zwischen unzureichender Logik und so mancher Abkürzung im Drehbuch, war die Serie schon immer dann am besten, wenn es lustig und rührend wurde. Wie wir dahin kommen, ist meistens recht egal, da muss man immer mal wieder ein oder zwei Augen zudrücken, Hauptsache am Ende finden alle zueinander. Dieses Mal ist das Kunststück geglückt, zwei Neue zu integrieren. Zane und Samantha sind selbst Machtmenschen mit einem sentimentalen Hang und finden sich im Gefüge der Kanzlei schließlich ein, weil sie sehen, wie gewitzt und dennoch loyal die anderen sind. Nach dem bekannten „Suits“-Motto „Besser mit den gefährlichen Hunden laufen als gegen sie“ wurde nun Zane Specter Litt Williams Wheeler geeint und wir können beruhigt in die Pause gehen und uns anderen Serien zuwenden, bevor wir für neue Abenteuer zurück in die Nobelkanzlei kehren.
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Verfasser: Loryn Pörschke-Karimi am Donnerstag, 20. September 2018Suits 8x10 Trailer
(Suits 8x10)
Schauspieler in der Episode Suits 8x10
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