Suits 7x10

Suits 7x10

Die Episode Donna bringt zum Midseason-Finale endlich diesen einen Moment, den wir schon seit der Debütstaffel auf uns zukommen gesehen haben. Aber ist das in der momentanen Suits-Welt denn nun überhaupt eine gute Sache?

Sarah Rafferty als Donna in der Serie „Suits“ / (c) USA Network
Sarah Rafferty als Donna in der Serie „Suits“ / (c) USA Network
© arah Rafferty als Donna in der Serie „Suits“ / (c) USA Network

Donna gibt uns, worauf wir gewartet haben - oder auch, was wir befürchtet haben, je nachdem auf welcher Seite der großen Donna-Harvey-Frage man steht. Doch dass es ein großer Schritt ist, scheinen die Suits-Autoren selbst irgendwie runterspielen zu wollen. Ein guter Weg, um die Wartezeit auf die nächste Episode noch länger wirken zu lassen.

Doch beginnen wir am Anfang: Harvey (Gabriel Macht) wird von Paula (Christina Cox) dabei erwischt, wie er nervös ist. Die kurze Eingangsszene, in der sie ihm sagt, dass es okay ist, wegen Donna unruhig zu sein und dass sie sich nicht bedroht fühlt durch andere Frauen in seinem Leben. Paula sagt einfach immer das richtige, doch die Art, wie sie es tut, steht unter einem schlechten Stern, denn den Therapeuten-Ton hat sie immer noch nicht abgelegt. Können wir glauben, dass die Richtige so verschwommen bleibt, dass wir sie nur durch Harveys Konflikte und nicht als eigene Figur wahrnehmen können? Doch dazu später mehr, wenn die letzte Szene des Midseason-Finales zeigt, wie es auch aussehen kann, wenn eine Frau mit Harvey Klartext spricht.

Vor Gericht doppelt sehen

Doch zunächst müssen wir uns erst einmal durch drei unterschiedliche Konflikte wühlen, der erste der uns und Harvey erwischt, ist Alex (Dule Hill). Denn das Problem mit seiner alten Kanzlei ist trotz des Etappensieges noch nicht ausgestanden. Doch Harvey hat wenig damit zu tun und auch wir ziehen schnell weiter zu Problem Nummer zwei. Denn plötzlich befinden wir uns in Rachels Kindheit und lernen ihre Tante und die jüngere Version ihres Vaters kennen. Er hat bereits zugegeben, dass es in dem Fall weniger um Rassismus als vielmehr um Rache für seine verstorbene Schwester geht. In der Gegenwart unterdessen ist das kleine Mädchen erwachsen geworden und muss ihrem Vater Robert (Wendell Pierce) die Definition von Diskriminierung erklären.

Rachel (Meghan Markle) darf dabei ähnlich glänzen wie Louis (Rick Hoffman), dem kurz darauf einfällt, dass Donna (Sarah Rafferty) nicht aussagen muss, weil es sich bei den Vorgängen zwischen Harvey und ihr um Arbeitsvertraulichkeiten handelt. Der einzige, der wirklich weit voraussehen kann, ist also im Moment mal wieder Mike (Patrick J. Adams). Er sieht das Dilemma, in dem sowohl Harvey als auch Robert stecken: Wenn man einer Sache zu nah kommt, dann ist es schwierig, noch klar zu denken. Schön, dass immerhin Mike uns nicht enttäuscht, nur schade, dass niemand auf ihn hören will.

Im Anschluss sehen wir zwei Gerichtsszenen zusammengeschnitten, Rachel, wie sie die zweite Frau befragt, die ebenfalls von ihrem Chef ausgenutzt wurde und Mike, der versucht Donna vor dem Zeugenstand zu bewahren. Beides läuft nicht ideal und schließlich kommen wir zu einem der Herzstücke der Episode, Donnas Befragung. Es geht dabei mal wieder um Harvey. Sie muss sich vorwerfen lassen, sich entweder hochgeschlafen zu haben oder in illegale Sachen so tief verstrickt zu sein, dass sie als Belohnung dafür ihren Posten als COO bekommen hat.

Die PSL-Gang wird von all dem kalt erwischt und das nicht nur, weil Donna nicht auf den Zeugenstand vorbereitet wurde. Selbst wenn Louis (Rick Hoffman) es gemacht hätte, es wäre unter völlig falschen Annahmen gewesen. Denn woher Andrew (Usman Ally) von der Nummer mit dem zerstörten Memo und Donnas Kündigung weiß, müssen sie schnell noch herausfinden. Wie so oft in dieser Staffel führen alle Wege früher oder später zu Holly (Zoe McLellan).

Dazwischen sehen wir die schmerzhafte Szene von vor zwanzig Jahren, in der Robert seiner Schwester seinen juristischen Beistand verweigert, weil er Angst um seine Karriere hat. Klar, dass er ein schlechtes Gewissen hat, doch schade, dass es fast zwei Dekaden gebraucht hat, damit er dazu kommt, auch zu reagieren. Nicht nur dieser Umstand lässt den Fall ein bisschen an den Haaren herbeigezogen wirken, denn so richtig kaufe ich Robert die Emotionen nicht ab. Das liegt vor allem daran, dass die Serienmacher sich nur wenig Zeit nehmen, uns seine Schwester und sein Verhältnis zu ihr vorzustellen. Denn im Grunde geht es ja auch darum, dass Rachel sich vor dem Aufsichtsrat beweisen kann.

Doch auf dem Weg dahin muss sie sich ziemlich von oben herab behandeln lassen. Es wird wohl noch etwas dauern, bis Rachel ihre eigenen Fälle bekommt, aber vielleicht war diese Episode ein großer Schritt in die richtige Richtung. Zur Halbzeit der Folge ist sie außerdem dann auch diejenige, die das Offensichtliche feststellt, das sogar Mike zu überraschen scheint: Nämlich, dass Donna es bereuen könnte, Harvey nie von ihren Gefühlen erzählt zu haben. Endlich spricht jemand aus, was wir schon seit ersten Staffel wissen, die große Auflösung fühlt sich nah an.

Zwei Siege und ein Cliffhanger

Doch unterwegs müssen wir noch Rachel und Alex dabei zusehen, wie sie ihre jeweiligen Konflikt bewältigen und als Sieger aus der Episode Donna gehen. Dann wird es ernst. Mike sagt Donna, sie solle Harvey ihre Gefühle gestehen. Louis tut das Übrige durch seine Beschreibung der Situation mit Sheila. Und sie tut es, zumindest indirekt. Donna gesteht Harvey ihre Gefühle durch einen Überraschungskuss, den sie mit den Worten abschließt: „Ich musste es wissen.

Nun, wohin wird uns das führen? Die Suits-Autoren lassen sich jede Menge Spielraum, selbst eine Rückkehr zum Status Quo wäre unter Umständen denkbar. Doch davon sollten die Macher sich besser fern halten, schließlich ist es eine große Sache, was da am Ende des Midseason-Finales passiert ist.

Fazit

Hinter der plotübergreifenden Frage, wie viel Nähe noch gut tut, wartet die eine Sache auf uns, die schon lange über den Köpfen der Gang schwebt. Donna und Harvey küssen sich, in der Seriengegenwart, ohne aufgesetzte Story, die alles wieder nichtig macht. Sie tun es einfach, um zu wissen, wohin es führen wird. Der ausschlaggebende Faktor ist Donna selbst und die Aussicht darauf, ihn endgültig an Paula zu verlieren. Doch diese Gefahr besteht vermutlich nicht wirklich. Denn die Therapeutin wirkt nach wie vor mehr wie eine Stütze als eine Partnerin für den Top-Anwalt. Doch wohin das Harvey führt, müssen wir abwarten.

Verfasser: am Freitag, 15. September 2017

Suits 7x10 Trailer

Episode
Staffel 7, Episode 10
(Suits 7x10)
Titel der Episode im Original
Donna
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 13. September 2017 (USA Network)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 12. Juli 2019
Autor
Genevieve Sparling
Regisseur
Michael Smith

Schauspieler in der Episode Suits 7x10

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