Suits 6x06

Nachdem in der letzten Woche die Episode Trust einen kleinen Höhepunkt in der bisher schlechtesten Staffel Suits brachte, ist in dieser Woche leider wieder alles beim Alten. Denn, obwohl in Spain die Handlung zügig vorangeprescht wird, versumpfen die eigenen Emotionen im Morast des steten Dramaüberflusses.
Problems
Diese ständige Überexposition mit Drama, Drama, Drama fasst Kevin (Erik Palladino) relativ gut zusammen, nachdem Mike (Patrick J. Adams) träumt, ersterer hätte seine große Liebe Rachel (Meghan Markle) überfahren und daraufhin beginnt, ihm seine Trunkenheit am Steuer übelzunehmen. Er erklärt: „You have a dream and now you're questioning whether or not I feel bad about what I did that night?“
Das fasst auch meine Gefühle ziemlich gut zusammen, denn das Allermeiste von dem immerwährenden Drama dieser Episode hat weder Sinn noch ist es wirklich nötig. Was wäre denn bitte so schlimm, wenn Kevin und Mike sich mal über seine Kinder, seine Familie, meinetwegen die Deckenfarbe im Knast unterhalten würden und sich dabei gegenseitig unterstützen oder verstehen würden? Hauptsache einmal Pause von den ständigen Gesprächen, die immer nur in irgendeiner forcierten Auseinandersetzung enden.
Dabei gehen die wirklich wichtigen Entwicklungen leider im steten Gebrülle unter und von denen hat „Spain“ eigentlich relativ viele: Wie wir herausfinden, hat Kevin die Software für William Sutter (Alan Rosenberg) geschrieben, die diesem angeblich bei seinen Geschäften hilft. Doch, wie Kevin Mike enthüllt, betreibt Sutter einfach nur Insider-Trading, das Programm hat er umsonst geschrieben. Einen Höhepunkt erreicht diese Handlung beim Aufeinandertreffen zwischen Sutter und Kevin. Hier merkt man, dass tatsächlich etwas vorangeht und zwar, dass die Beziehung von Schwiegervater und -sohn gerade zerbricht. Würde diese Szene nicht im Meer der anderen superwichtigen Konflikte untergehen, hätte sie wirklich einschlagen können.
Sogar die wichtigste Entwicklung der Episode verpasst so ihre Chance darauf, vom Zuschauer als solche wahrgenommen zu werden. Sowohl Harvey (Gabriel Macht) als auch Cahill (Neal McDonough) wenden sich von Recht und Gesetz ab, um Sutter zu stürzen. Wollte Harvey anfangs noch irgendwie - zumindest auf dem Papier - seinen anwaltlichen Pflichten nachkommen, sind nun alle Dämme gebrochen, der Anwalt und der Staatsanwalt verbünden sich, um den Finanzmogul zu stürzen. Sechs Staffeln lang balancierte Specter am Abgrund, konnte aber immer zumindest behaupten, keine Gesetze gebrochen zu haben. Das ist nun vorbei.
Und selbst der stete Lichtblick Louis (Rick Hoffman) kann diese Woche letztendlich nicht zu hundert Prozent überzeugen. Ist das Gespräch über die Wichtigkeit von männlichem wood mit Donna (Sarah Rafferty) noch irgendwie witzig, verliert sich die Storyline am Ende in einem Fremdschämmoment, in dem Louis' Häuserlüge entlarvt wird. Dass er dennoch seine Chance bei Tara Carly Pope bekommt, weiß einen da nur bedingt zu trösten.
Fazit
Keine noch so gute Entwicklung der Geschichte kann diese Staffel noch retten, wenn die Autoren nicht einmal ganz tief durchatmen und sich auf die wirklich wichtigen Konflikte der Serie konzentrieren. Es muss nicht sein, dass wirklich jeder Dialog in einem Desaster zwischen zwei hitzigen Gemütern endet - und momentan würde leider selbst eine Kaffeebestellung in der „Suits“-Welt zum Staatsakt hochstilisiert werden.
Trailer zur nächsten Episode, „Shake the Trees“ (6x07), der US-Serie „Suits“:
Verfasser: Benedikt Pichl am Donnerstag, 18. August 2016Suits 6x06 Trailer
(Suits 6x06)
Schauspieler in der Episode Suits 6x06
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?