Station Eleven Staffel 1 Episodenguide: Alle Folgen im Überblick!

Station Eleven Staffel 1

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Review zu Station Eleven Staffel 1

Noch nie hat ein Shakespeare-Stück eine Emotion bei mir geweckt, bis zur „Hamlet“-Aufführung im Finale von Station Eleven. Das entlarvt mich einerseits als Kretin und deutet darauf hin, wie stark die zehnteilige Miniserie von HBO Max ist. Tatsächlich hat die Adaption des gleichnamigen Bestseller-Romans von Emily St. John Mandel eine ganze Reihe völlig neuer Gefühle in mir freigeschaltet, die aufgrund des übergreifenden Pandemie-Themas nun vielleicht noch gezielter treffen. Manches schmerzt zwar, doch wer durchhält, wird belohnt mit einer einzigartigen Fantasie-Reise, die einen innerlich sehr viel reicher zurücklässt.

Dass es sich bei Station Eleven um den ersten aussichtsreichen Kandidaten um den Titel „Beste Serie des Jahres“ handelt, habe ich bereits in meinem Pilotreview vor ein paar Wochen klarmachen wollen. Eigentlich müsste man „den letzten Kandidaten des vorherigen Jahres“ sagen, denn in den USA ging das Format schon Mitte Dezember auf Sendung (leider hält Starzplay das Meisterwerk hierzulande noch bis zum 30. Januar zurück). Und, auch wenn mögliche Spoiler einer charakterlich so dichten Geschichte wenig anhaben können, ist es sicherlich am schönsten, das Ganze ganz für sich zu entdecken. Also spart Euch unsere weitere Besprechung lieber noch auf, außer Ihr seid noch nicht überzeugt...

Die Künstlerin

Station Eleven spielt knapp 20 Jahre, nachdem eine verheerende Grippewelle den Großteil der menschlichen Zivilisation ausgelöscht hat. Ein Schockszenario, das normalerweise nur zweitklassige Serienmacher:innen anziehen würde, doch diesmal in die Hände des The Leftovers-Autors Patrick Somerville und des Atlanta-Regisseurs Hiro Murai fiel. Sie waren natürlich nicht die einzigen Kreativköpfe, die die Serie geprägt haben. Aber sie haben den stilprägenden Auftakt zu verantworten und geben mit ihren früheren Werken ein gutes Bild davon ab, was man erwarten darf.

Genauso wichtig bei einer Serie, die so sehr mit ihrer Charakterzeichnung glänzt, ist das Ensemble. Angeführt wird der Cast von Mackenzie Davis (Halt and Catch Fire), die unsere Heldin Kirsten spielt, welche sich zur Abwechslung nicht aus moralischen Grautönen zusammensetzt. Sie ist einfach nur eine nette Shakespeare-Schauspielerin, die auf ihre Theaterkompanie Acht gibt (und zugegeben ziemlich gut mit Messern werfen kann). Sie wuchs als Kind - dann dargestellt vom unfassbar ausdrucksstarken Youngster Matilda Lawler - in der Apokalypse auf und erinnert sich kaum noch an die Welt davor.

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Daniel Zovatto in Station Eleven
Daniel Zovatto in Station Eleven - © HBO Max

Zwei weitere Figuren, die zwar nicht im Zentrum stehen, aber immerhin für die Entwicklung Kirstens von zentraler Bedeutung sind, heißen Jeevan (Himesh Patel) und Frank (Nabhaan Rizwan). Es handelt sich um ein ungleiches Bruderpaar, das die ersten 100 Tage der Pandemie mit dem damals noch achtjährigen Mädchen in Chicago ausharrt. Die Serie geht immer wieder in diese entscheidende Phase zurück und findet dort mitunter ihre denkwürdigsten Szenen. Das Trio entwickelt in der Quarantäne eine überragende Chemie, die darin gipfelt, dass sie gemeinsam Kirstens erstes selbst geschriebenes Theaterstück aufführen: eine Adaption des fiktiven Comichefts „Station Eleven“, das im weiteren Verlauf zur Heiligen Schrift im Serienskosmos wird.

Die Autorin des Comics lernen wir in der Highlight-Episode Hurricane kennen. Wie jeder einzelne Auftritt von Miranda (Danielle Deadwyler) die ohnehin grandiose Serie auf ein noch höheres Level hebt, bleibt wohl nur den wenigsten Zuschauer:innen verborgen. So selten sie auftaucht, ist sie doch das Herzstück des Ganzen. Eine Frau, die sich selbst als langweilige Logistikerin bezeichnen würde, aber durch göttliche Fügung eine Geschichte erfand, die eine universelle Wirkung auf Kinder zu haben scheint (ganz ähnlich wie „Der kleine Prinz“). Es geht um einen Astronauten, der seine Heimat sucht.

Der Prophet

In der Zukunft nimmt ein charismatischer junger Mann namens Tyler (Daniel Zovatto) diesen Comic als Grundlage einer neuen Art von Religion, die ihm als Prophet die Gefolgschaft aller Kinder in der Region der Großen Seen sichert, wo die Serie übrigens spielt. Das Ganze erinnert zunächst an Peter Pan, doch leider kommt es rasch zu einer sehr, sehr düsteren Wendung, die etwas später kaum noch angemessen behandelt wird. Die Beziehung von Tyler und Kirsten wirft psychologisch die größten Fragezeichen auf. Vielleicht muss man akzeptieren, dass Menschen, die in so einer Welt aufgewachsen sind, einfach anders ticken als wir.

Umso beeindruckender ist es, dass Station Eleven trotz allem auch den Handlungsstrang dieses zwielichtigen Tylers so überwältigend und empathisch über die Bühne bringt. Zu verdanken ist das nicht zuletzt der geballten Schauspielkraft von David Wilmot (Ripper Street), Catilin FitzGerald (Masters of Sex) und Gael Garcia Bernal (Mozart in the Jungle), die entscheidende Nebenrollen einnehmen. Ähnlich wichtig sind für Kirsten ihre Kolleginnen bei der Traveling Symphony: die exzentrische Dirigentin Sarah (Lori Petty) und ihre beste Freundin Alex (Philippine Velge).

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Himesh Patel in Station Eleven
Himesh Patel in Station Eleven - © HBO Max

Der eigentliche Star der Serie ist jedoch keine Figur, sondern ein Konzept. Nämlich das Theater als Stellvertreter der menschlichen Kultur. Die einzigartige Fähigkeit unserer Spezies, Geschichten zu erzählen und sogar zu erfinden, hat uns die Chance gegeben, eine Zivilisation aufzubauen. Und diese wird auch dann noch hochgehalten, wenn sie - wie in Station Eleven - zerstört wurde. Dann vielleicht sogar noch mehr, wie hier durch das recht gradlinig betitelte Museum of Civilization, in dem auf einem alten Flughafengelände nicht unbedingt die größten Errungenschaften der Menschheit gesammelt werden, sondern eher die willkürlichsten (beispielsweise Karaoke-Maschinen).

Dieser Ort, der wohl noch am meisten der Zeit vor dem Untergang gleicht, erlebt schließlich auch das große „Hamlet“-Finale. Auf geniale Art und Weise fügt sich alles zusammen, denn die Figuren, die die legendären Shakespeare-Rollen spielen, können sich nach ihren eigenen Erzählbögen perfekt mit dem Drama identifizieren. Das Stück wird lebendiger denn je, nicht zuletzt durch den phänomenalen Soundtrack von Dan Romer (Maniac). Mit seiner Mischung aus schwermütigen Streichern, lebensfrohen Zupfinstrumenten und glorreichen Blechbläsern spiegelt er im Klang die unverwechselbare Stimmung der Serie wider. Wer hätte gedacht, dass ein Weltuntergangsdrama so wundervoll, menschlich und sogar hoffnungsvoll sein kann?

Das Fazit

Das ist die wahre Kunst von Station Eleven: Ein so düsteres Thema zu nehmen, nämlich eine katastrophale Pandemie (die nun zufällig noch so zeitgemäß erscheint), und es in etwas so Schönes zu verwandeln. Die Serie verzaubert uns mit ihren liebenswürdigen Charakteren, dem teils verrückten world-building, ihrer warmen Musik und stimmungsvollen Endzeitinszenierung und besonders ihrem festen Glauben daran, dass es für uns Menschen selbst nach dem Ende von allem irgendwie noch weitergeht. Und dass wir nie die Fackel erlöschen lassen werden, die uns zum einzigartigen Wesen auf dieser Erde macht. Im entscheidenden Moment werden wir erkennen, dass Kunst und Kultur kein Luxus für gute Zeiten sind, sondern eine Notwendigkeit für Krisen.

Man könnte meinen, dass Station Eleven zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt kommt, wenn niemand Lust hat, sich noch mit einer erfundenen Pandemie zu beschäftigen. Doch durch ein Wunder reißt die Serie keine Wunden auf, sondern heilt sie sogar. Mir persönlich kamen im Lauf der zehn Episoden gleich mehrmals die Tränen - was sonst selten der Fall ist, hier aber funktioniert hat, weil zur Abwechslung ganz andere Gefühle geweckt werden. Seit The Leftovers hat kein anderes Format mein Herz auf so unvorhersehbaren Pfaden erreicht. Ich bin sehr dankbar für diese unerwartete Erfahrung und kann nur hoffen, dass es vielen anderen ähnlich ergeht...

Hier abschließend noch der aktuelle Trailer zur Miniserie Station Eleven:

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«Station Eleven» Trailer

Station Eleven Staffel 1 Episodenguide

1x01 – Feuerrad
30. Januar 2022

Nach dem tragischen Zusammenbruch des renommierten Schauspielers Arthur Leander auf der Bühne treffen sich Jeevan Chaudhary (Himesh Patel) und die junge Kirsten Raymonde (Matilda Lawler)... weiterlesen

30. Januar 2022

Zwanzig Jahre später treffen Kirsten (Mackenzie Davis) und ihre Shakespeare-Truppe, die Travelling Symphony, einen mysteriösen Mann auf dem Weg zu einem Auftritt in St. Deborah-by-the-Water. weiterlesen

1x03 – Hurrikan
30. Januar 2022

Während sie um ihre einzige Überlebenschance kämpft, denkt Miranda Carroll (Danielle Deadwyler) über die Kosten ihrer Beziehung zu Arthur und Dr. Eleven nach. weiterlesen

6. Februar 2022

Nachdem Kirsten (Mackenzie Davis) die Travelling Symphony aus der Bahn geworfen hat, um das Geheimnis des Propheten zu lüften, wird eine viel düsterere Wahrheit enthüllt. weiterlesen

13. Februar 2022

Nach einer unerwarteten Landung in Severn City sehen sich Arthurs Ex-Frau Elizabeth, Sohn Tyler und Freund Clark (David Wilmot) einer noch ungewisseren Zukunft gegenüber. weiterlesen

20. Februar 2022

Während Kirsten (Mackenzie Davis) die Travelling Symphony hinter sich lässt um den Propheten aufzuspüren, nimmt der Dirigent eine Einladung für den Rest der trauernden Truppe an, die ihr das... weiterlesen

27. Februar 2022

Während der Reise, die ihr tiefstes Trauma aufzudecken soll, kehrt Kirsten (Mackenzie Davis) in die Wohnung zurück, die sie einst mit Jeevan (Himesh Patel) und Frank (Nabhaan Rizwan) teilte. weiterlesen

1x08 – Wer ist da?
6. März 2022

Kirsten (Mackenzie Davis) kommt in Severn City an, um die Traveling Symphony zu retten nur um sich in einem Familienkonflikt wiederzufinden, der vor zwanzig Jahren begann. weiterlesen

13. März 2022

Jeevan (Himesh Patel) und Kirsten (Mackenzie Davis) überleben ihren ersten Winter allein, bis ein Streit Jeevan auf einen unerwarteten Weg schickt. weiterlesen

20. März 2022

Kirsten (Mackenzie Davis) setzt ihren Plan in Gang, die Travelling Symphony zu befreien, während Miranda (Danielle Deadwyler) versucht, das richtige Leben zu führen. weiterlesen

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