Star Trek: Strange New Worlds 3x06

Star Trek: Strange New Worlds 3x06

In der Folge „The Sehlat Who Ate Its Tail” der US-Serie „Star Trek: Strange New Worlds“ gerät die USS Farragut in Not. Die Enterprise eilt zur Hilfe.

Paul Wesley in „Star Trek: Strange New Worlds“
Paul Wesley in „Star Trek: Strange New Worlds“
© Paramount+

The Sehlat Who Ate Its Tail

The Sehlat Who Ate Its Tail (dt.:„Der Sehlat, der sich in den Schwanz biss“) stellt James T. Kirk (Paul Wesley) in den Mittelpunkt. Die USS Farragut unter dem Kommando von Captain V'Rel (Zoe Doyle) ist auf Erkundungsmission unterwegs und ein gelangweilter Lt. Commander Kirk fragt nach, ob es nicht besser wäre, ein Außenteam auf den beobachteten Planeten zu schicken, um schneller an die Daten zu kommen. Sekunden später scheint der Planet zu explodieren, was die Farragut schwer beschädigt und mehrere Crewmitglieder verletzt oder gar das Leben kostet.

Die Enterprise eilt zur Hilfe, Spock (Ethan Peck), La'an (Christina Chong), Chapel (Jess Bush), Uhura (Celia Rose Gooding) und Scotty (Martin Quinn) beamen an Bord und Pike (Anson Mount) gibt den Befehl, die Farragut zu evakuieren. Doch ehe das Prozedere durchgeführt ist, meldet sich der Angreifer in Form eines gigantischen Raumschiffs zurück, „verschluckt“ die Enterprise und macht sich mit Warpgeschwindigkeit davon. Kirk (jetzt vorübergehend Captain der Farragut), Spock, Scotty, Uhura und Chapel bleiben auf der Farragut zurück und müssen einen Weg finden, sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Kirk gibt den Befehl, dem Schiff zu folgen, dessen Ziel sie ausmachen können und welches aufgrund seiner Masse nur mit niedriger Warpgeschwindigkeit unterwegs ist. Sie schaffen es tatsächlich, das Schiff zu überholen. Aber dann fällt der Warpantrieb endgültig aus (Scotty hatte davor gewarnt), während der Feind näherkommt und eine bewohnte Welt als nächstes Opfer auserkoren hat.

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Auf der Enterprise, die im inneren des Schiffs gefangen ist, realisieren La'an, Ortegas (Melissa Navia), Mitchell (Rong Fu) und andere, dass sie einem Mythos zum Opfer gefallen sind, der in den äußeren Gebieten Schiffe und ganze Planeten überfällt, um sich selbst zu versorgen. Dieser „Destroyer of Worlds“ saugt auch der Enterprise ihre Energie ab, stört die Kommunikatoren und Schiffssysteme und schickt Eindringlinge an Bord, denen mit Phaserwaffen nicht beizukommen ist. Pike und La'an nehmen zusammen mit einem Redshirt den Kampf auf und versuchen, die Verbindung zum fremden Schiff zu entfernen.

Destroyer of Worlds

Zur Mitte der Staffel fährt Star Trek: Strange New Worlds die großen Kaliber auf und lässt einen übermächtigen wie mysteriösen Gegner auf gleich zwei Schiffe der Föderation los. Action dominiert große Teile der Handlung und die Spezialeffekte sind wie fast immer sehr gut gelungen. Allein das gigantische Schiff, welches sich die Technologie mehrerer Spezies einverleibt hat, ist beeindruckend und die Bedrohung spürbar.

Mich wundert allerdings, dass dieses „Monster“, welches zuvor nur ein Mythos war, nicht schon eher auf dem Radar der Föderation aufgetaucht ist. Immerhin werden da ganze Planeten plattgemacht, komplette Schiffe verschwinden und bei so viel Tod und Zerstörung sollte man doch annehmen, dass irgendjemand da mal näher nachforscht, was passiert ist. Zumal scheinbar die Hälfte der Enterprise-Besatzung schon einmal von diesem „Mythos“ gehört hat, der eine deutliche Spur der Zerstörung hinterlässt. Aber gut, nehmen wir mal an, dass tatsächlich nur Randgebiete betroffen sind und die Klingonen lieber schweigen als über verschwundene Schiffe zu berichten.

Der Mythos schlägt zu
Der Mythos schlägt zu - © Paramount+

Gefallen hat mir aber sicher die Story hinter dem Ursprung des Weltenzerstörers, die am Ende der Episode offenbart wird. Da hat die Menschheit also nach dem dritten Weltkrieg und vor dem ersten Kontakt eine Art Arche losgeschickt, um ihr Überleben zu sichern und irgendwo auf dem Weg ist - vermutlich aus Verzweiflung - etwas schiefgelaufen, so dass sich daraus diese Monstrosität mit einer gnadenlosen Ausbeuter-Crew entwickelt hat. Das lädt zum Nachdenken ein, wenn die Folge vorbei ist und gehört sicher zu den Pluspunkten der Episode. Diverse Ähnlichkeiten des Ansatzes lassen sich zwar nicht wegdichten, man denke nur an V'ger oder Nomad oder an einen anderen Planeten-Killer. Aber die Autoren schaffen es trotzdem, hier etwas Eigenes auf die Beine zu stellen und lassen uns Zuschauer anschließend nachdenklich zurück.

Captain James T. Kirk

Für Kirk steht diese Woche eine Bewährungsprobe als Captain an und wir sehen ganz deutlich, dass er mit dieser Krisensituation zunächst überfordert ist. Schließlich ist er noch nicht der James T. Kirk, den William Shatner einst in TOS verkörperte, sondern muss den Weg dahin erst noch finden. Aber die Ambitionen für seine spätere Führungsposition sind bereits vorhanden, was schon in den ersten Szenen der Folge ersichtlich ist.

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Im Abenteuer übernimmt Kirk die Rolle des Captains, nachdem V'Rel ausgefallen ist und an Bord der Enterprise gebeamt wurde. Vielleicht wäre es interessant gewesen, wenn La'an ebenfalls auf der Farragut geblieben wäre, immerhin haben die beiden bereits ein „Quasi-Abenteuer“ in Tomorrow and Tomorrow and Tomorrow erlebt, an das sich La'an noch erinnert und welches auch romantische Züge zwischen den beiden Figuren aufgezeigt hat. Aber abgesehen von ein paar Blickwechseln gibt es nichts, was sicher auch ganz gut ist. Denn hier noch ein Dreieck zwischen Kirk, La'an und Spock aufzubauen, hätte sicher den Rahmen gesprengt und von der eigentlichen Krise abgelenkt, die zu Recht im Vordergrund steht.

Wir folgen dir auch in die nächste Serie!
Wir folgen dir auch in die nächste Serie! - © Paramount+

Dass neben Kirk ausschließlich die Figuren der Enterprise zurückbleiben, die später unter seinem Kommando stehen (okay, mit ein bis zwei Ausnahmen), ist sicher kein Zufall. Mehr dazu habe ich gleich noch, aber die Intention ist auch ohne weitere Anmerkungen klar. Kirk lernt seine spätere Besatzung kennen, wobei hauptsächlich Spock und Scotty wichtig sind, während Uhura und Chapel eher dabei als mittendrin sind - aber auch das ist okay. Denn für mich zählt in erster Linie, dass die zukünftige Freundschaft zwischen Spock und Kirk etabliert wird und was könnte da besser sein als das kleine aber wichtige Gespräch zwischen den beiden, nachdem Kirk sich zurückgezogen hat? Gute Arbeit, Spock!

Kirk gerät jedenfalls in eine Krise, nachdem er Scottys Warnungen ignoriert und die Farragut auf die Verfolgung beziehungsweise Überholung des fremden Raumschiffs angesetzt hat. Sein Ziel ist dabei klar, denn er will verhindern, dass der nächste Planet zerstört wird und nach Möglichkeit auch die Enterprise retten. Aber nachdem der Warpantrieb endgültig ausfällt und die weiteren Optionen nicht rosig aussehen, weiß er nicht weiter und fragt sich, ob er für den Job eines Captains tatsächlich gemacht ist. Er wird sich seiner Verantwortung bewusst und auch der von V'Rel, womit er den Kommandoposten erstmals mit anderen Augen sieht. Erst nach dem Gespräch mit Spock fasst er neuen Mut und findet zusammen mit den anderen die Alternative, die schließlich den Tag retten soll.

Können wir nicht einfach Freunde sein?
Können wir nicht einfach Freunde sein? - © Paramount+

Diese Entwicklung ist ein weiterer Kern des Abenteuers und auch wenn mir die Endlösung mit den Photonentorpedos weniger zugesagt hat, fand ich die restliche Strategie sehr überzeugend und teils auch selbstlos. Statt aufzugeben wird versucht, die Aufmerksamkeit auf die Farragut zu lenken und sei es nur, um dem nächsten Planeten auf der Speisekarte des Monsterschiffs etwas Zeit zu verschaffen. Der Plan mit den Warpgondeln und alles andere danach hätte auch in die Hose gehen können, aber hier blitzt eben der zukünftige Captain Kirk auf und wenn der Plan, der gemeinsam erdacht wurde, schließlich aufgeht, bleibt auch dem Zuschauer nichts anderes übrig, als mit dem Ausgang zufrieden zu sein - Risiken hin oder her.

Unterm Strich weiß Kirks Entwicklung zu gefallen. Die Integration von Spock war wichtig, die Rolle von Scotty gelungen wie immer, aber dennoch besonders und insgesamt macht sich das Gefühl breit, dass Kirk seiner zukünftigen Rolle immer näherkommt. Vor allem der letzte Punkt macht diesen Handlungsbogen so wichtig und das abschließende Gespräch mit Pike ist quasi die Kirsche auf dem Sahnehäubchen der Folge.

Space Invaders

Captain Pike hatte sich das alles sicher einfacher vorgestellt. Ein Schiff der Föderation in Not, wir schauen mal vorbei, retten die Überlebenden und anschließend geht die eigentliche Mission weiter. Pustekuchen. Die Farragut ist schwer angeschlagen und seine Entscheidung, alle Überlebenden an Bord der Enterprise zu bringen, sicher gerechtfertigt. Okay, Scotty macht das Schiff wenig später wieder halbwegs flugtauglich, aber Scotty muss diese Woche auch sprichwörtlich „Wunder“ vollbringen und ist die Ausnahme unter den Ingenieuren. Derweil wird die Enterprise verschlungen und die Chancen auf Rettung sehen alles andere als gut aus, womit auch hier der Captain gefragt ist.

Alkohol ist immer eine Lösung
Alkohol ist immer eine Lösung - © Paramount+

Aber wie will man gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner vorgehen, der das Schiff quasi unter Kontrolle hat und jedwede Kommunikation unterdrückt? Hier kommt unter anderem Pelia (Carol Kane) ins Spiel, die noch ein paar Utensilien aus den 1980er Jahren aufbewahrt hat - darunter ein paar alte Drehscheiben-Telefone, deren Kabel M'Benga (Babs Olusanmokun) verlegen darf. Überhaupt sticht Pelia wieder ein wenig hervor und lockert mit ihren Kommentaren die Lage ein wenig auf. Für mich fühlte sich das zwar nicht immer korrekt an, weil die Situation doch sehr ernst ist, aber mit ihren 5000 Jahren Lebenserfahrung darf Pelia auch gerne den einen oder anderen unangebrachten Kommentar loswerden und mindestens schmunzeln musste ich jedes Mal („Es werde Licht!“).

Gefallen hat mir außerdem die doch sehr klassische Vorgehensweise. Wir haben ein Redshirt, Pike und La'an müssen die Schwachstellen der überlegenen Eindringlinge finden und am Ende ist wieder Teamwork gefragt, um die Enterprise in Sicherheit zu bringen. Hier darf fast jede Figur ein wenig zur Rettung beitragen, womit verdeutlicht wird, dass ein Captain auch nur so gut ist wie seine Crew. Gleiches gilt übrigens für den anderen Handlungsstrang an Bord der Farragut, wo Kirk ohne die Unterstützung der anderen aufgeschmissen wäre.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich aber auch noch. Die Special Effects sind super, die Handlung hält die Spannung trotz diverser humoristischer Einschübe stets hoch und unsere Figuren handeln, wie wir es von ihnen erwarten würden. Warum ist es dann nicht möglich, die Sets der Farragut von denen der Enterprise zu unterscheiden? Okay, es gab kleine Anpassungen, die auch sehr liebenswert gestaltet sind und zum Rewatch einladen. Aber ganz ehrlich, ohne die Figuren hätte ich auf den ersten Blick nicht sagen können, ob wir uns an Bord der Enterprise oder der Farragut befinden. Mag sein, dass das beabsichtigt war, aber was das angeht, hätte ich doch mehr erwartet.

Es ist für dich, Erica
Es ist für dich, Erica - © Paramount+

Backdoor-Pilot für Star Trek: Year One?

ACHTUNG! Mögliche Spoiler zur Serienzukunft in diesem Abschnitt!

Zurzeit kursieren ein paar Gerüchte, die nicht nur das Ende von Star Trek: Strange New Worlds (fünfte Staffel) betreffen, sondern auch eine mögliche, weitere Prequel-Serie zu TOS, die direkt nach Star Trek: Strange New Worlds einsetzen soll. Diese wird aktuell unter dem Namen „Star Trek: Year One“ gehandelt, wurde aber noch nicht bestätigt. In dieser Folgeserie soll die Lücke zwischen Strange New Worlds und TOS gefüllt werden, denn in TOS sieht die Brückencrew doch ein wenig anders aus - Namen wie Chekov oder Sulu oder auch Dr. McCoy fallen da sicherlich jedem spontan ein - und deshalb visieren die Produzenten um Akiva Goldsman eine solche Serie an. Eine schöne Zusammenstellung dieser möglichen Folgeserie gibt es übrigens auf Trekmovie.com - ein Artikel, den ich empfehlen würde und der mehrere Quellen hat.

Demnach wären die Darsteller, die später in TOS wichtig sind, durchaus bereit, in „Star Trek: Year One“ mitzuwirken und diese zugegebenermaßen kleine Lücke zu schließen. Warum erwähne ich das hier? Nun, ein großer Teil der Handlung betrifft diese Woche Captain Kirk und seine zukünftige Crew, womit sich The Sehlat Who Ate Its Tail als ein Backdoor-Pilot entpuppen könnte. Es gibt zahlreiche Argumente, die dafürsprechen, allen voran natürlich „Captain“ Kirk und seine zukünftige Crew in Form von Spock, Scotty, Uhura und Chapel. Aber auch die eher klassische Vorgehensweise mit dem Schlag in die Magengrube, wenn plötzlich 7000 Menschen tot im All schweben, lässt Parallelen zu TOS (einige davon habe ich bereits genannt) erkennen. Und aus Produzentensicht wäre auch jetzt die Zeit, um über eine Folgeserie zu Star Trek: Strange New Worlds nachzudenken und Argumente dafür zu liefern. Insofern ist es vielleicht auch kein Zufall, dass die Sets der Farragut und der Enterprise sich kaum unterscheiden.

Wir sollen unter Kirk dienen? Echt jetzt? Guter Witz...
Wir sollen unter Kirk dienen? Echt jetzt? Guter Witz... - © Paramount+

Sicher ist derweil, wie Strange New Worlds enden wird. Wir werden Kirk auf dem Captain's Chair der Enterprise sehen und fraglos einen Großteil der Figuren (auf der Brücke, in der Krankenstation, im Maschinenraum, etc.), die uns in dieser Serie vorgestellt wurden. Das Schicksal von Pike kennen wir bereits, wird also vermutlich auch in der fünften Staffel der Serie behandelt. Die große Frage ist somit, ob wir noch eine weitere Serie brauchen, die die Lücke zwischen SNW und TOS schließt. Und mit Blick auf das, was bislang und speziell diese Woche geliefert wurde, würde ich meinen: „Ja, bitte! Gebt mir mehr davon!“ Und ihr?

Fazit

Bislang die beste Folge dieser Staffel, auch wenn unsere Figuren nicht unbedingt im Fokus stehen. Sollte es ein Backdoor-Pilot sein, ist dieser sicherlich gelungen und macht Lust auf mehr. Das war Star Trek, keine Frage. Bitte mehr davon und ja, manchmal darf man auch charakterliche Entwicklungen von Gast-Darstellern in den Vordergrund stellen. Von mir gibt es diese Woche fünf von fünf Sternen. Kritik? Das Wort kenne ich, spielt bei diesem Abenteuer aber keine Rolle. Und bei Euch?

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 16. August 2025
Episode
Staffel 3, Episode 6
(Star Trek: Strange New Worlds 3x06)
Deutscher Titel der Episode
Folge 6
Titel der Episode im Original
The Sehlat Who Ate Its Tail
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 14. August 2025 (Paramount+)

Schauspieler in der Episode Star Trek: Strange New Worlds 3x06

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