Star Trek: Strange New Worlds 3x05

Star Trek: Strange New Worlds 3x05

In der Folge „Through the Lens of Time“ der US-Serie „Star Trek: Strange New Worlds“ steht eine archĂ€ologische Außenmission an. Indiana Jones trifft Event Horizon.

Cillian O'Sullivan und Jess Bush in „Star Trek: Strange New Worlds“
Cillian O'Sullivan und Jess Bush in „Star Trek: Strange New Worlds“
© Paramount+

Through the Lens of Time

Through the Lens of Time (dt.:„Durch die Linse der Zeit“) lĂ€sst aufgrund des Titels vielleicht eine (weitere) Zeitreise-Episode vermuten und gewissermaßen trifft das vielleicht auch zu. Aber vornehmlich steht eine archĂ€ologische Außenmission fĂŒr ein paar auserwĂ€hlte Crewmitglieder an, um Dr. Roger Korby (Cillian O'Sullivan) und Christine Chapel (Jess Bush) bei ihren Forschungen auf dem Planeten Vadia IX zu unterstĂŒtzen. Mit dabei ist auch N'Jal (Ish Morris), ein M'Kroon und Einheimischer, der unterstĂŒtzend zur Seite steht und darauf achten soll, dass die Besucher die (heilige) AusgrabungsstĂ€tte mit Respekt behandeln. Außerdem möchte er mehr ĂŒber das alte Volk der StĂ€tte wissen, welches angeblich eine Form der Unsterblichkeit entdeckt und nicht nur auf Vadia IX Spuren hinterlassen hat.

Das persönliche Logbuch darf zu Beginn FĂ€hnrich Dana Gamble (Chris Myers) aufzeichnen, dem diese Woche seine erste Außenmission bevorsteht. Erica Ortegas (Melissa Navia) stĂ¶ĂŸt zwar nicht zum Außenteam, aber ihr Bruder Beto (Mynor Luken) gehört dazu, um mit einer Drohne alles aufzuzeichnen und ein wenig mit Uhura (Celia Rose Gooding) zu flirten, die aufgrund ihrer Sprachkenntnisse Teil des Teams ist. Zuletzt ist La'an (Christina Chong) dabei, um fĂŒr Sicherheit zu sorgen. Spock (Ethan Peck) soll derweil vom Schiff aus beobachten, wird aber bereits nach den Opening Credits zum Team dazustoßen, welches schnell eine große Entdeckung macht.

Das freigelegte GebĂ€ude, welches zunĂ€chst als Tempel oder Palast gehandelt wird, fordert zum Betreten ein wenig Blut, welches Chapel bereitwillig gibt. In der ersten großen Kammer warten gewaltige Entdeckungen auf unser Außenteam, aber auch tote GrabrĂ€uber, die offenbar verhungert sind. FĂ€hnrich Gamble ist unvorsichtig und hebt eine Kugel auf, die sich in der Tasche eines GrabrĂ€ubers befindet. Fasziniert schaut er auf das Objekt, welches zu leuchten anfĂ€ngt und schließlich explodiert, um ihn das Augenlicht zu nehmen. Gamble wird von La'an und Chapel zur Enterprise gebracht, wo M'Benga (Babs Olusanmokun) versucht, seine Augen zu regenerieren, wĂ€hrend Pelia (Carol Kane), Scott (Martin Quinn) und Sam Kirk (Dan Jeannotte) die RĂŒckstĂ€nde der Kugel untersuchen. Etwas stimmt mit Gamble nicht, der von M'Benga als hirntot diagnostiziert wird und plötzlich unheimliche Verhaltensweisen an den Tag legt.

Was wĂŒrde Indy jetzt machen?
Was wĂŒrde Indy jetzt machen? - © Paramount+

Auf dem Planeten kehren Chapel und La'an zum Team zurĂŒck. Eigentlich soll die Mission abgebrochen werden, aber Beto hat seine Drohne in die nĂ€chste Kammer geschickt und eine Entdeckung gemacht. Die Aufnahmen lösen Angst in N'Jal aus, der von etwas Bösem spricht und panisch Richtung Ausgang lĂ€uft, um gescannt und anschließend verbrannt zu werden. Jetzt ist die TĂŒr zu und auch Chapel kann sie nicht öffnen. Unser Team sitzt fest und muss einen Ausweg finden, ohne auf die Hilfe der Enterprise setzen zu können. Denn in der StĂ€tte gibt es keinen Kontakt zum Schiff.

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Mika-tah, Vezda-pah!

Fangen wir mit dem Abenteuer an, welches auf den ersten Blick vielleicht ein wenig vertraut erscheint. Schließlich gab es im Franchise immer wieder archĂ€ologische Missionen auf fremden Planeten, um mehr ĂŒber die Vorfahren einer fremden Kultur zu erfahren. Dass diese Missionen gefĂ€hrlich werden können, steht wohl außer Frage, aber an einen Ansatz wie hier kann ich mich nicht entsinnen. Die Vorfahren der M'Kroon sollen das Sterblichkeitsproblem gelöst haben und konnten zwischen den Galaxien reisen. Das allein ist schon Grund genug dafĂŒr, ihre Hinterlassenschaften zu erkunden, wobei zahlreiche Indizien entdeckt werden, dass es sich hier um mehr als einen Mythos handelt. So haben Korby und Chapel bereits mehrere Artefakte auf anderen Planeten entdeckt und spĂ€ter wird sogar ein chinesischer Text ausfindig gemacht, der vermuten lĂ€sst, dass dieses alte Volk auch einmal auf der Erde war. Wer wĂŒrde da nicht neugierig werden und einen Tropfen Blut geben, um den Geheimnissen auf die Schliche zu kommen?

Wo wir hinfliegen brauchen wir keine Augen
Wo wir hinfliegen brauchen wir keine Augen - © Paramount+

Das Abenteuer hat mich jedenfalls direkt abgeholt und spĂ€ter komplett in seinen Bann gezogen, nachdem Gamble verletzt, N'Jal getötet und das Außenteam eingesperrt wurde. Das „Böse“ zeigt sich spĂ€ter in Form von Gamble, der beim Unfall offenbar nicht nur seine Augen verloren hat und Vibes von Dr. Weir (Sam Neill) aus „Event Horizon“ (1997) ausstrahlt, wenn er ĂŒber M'Bengas Tochter Rukiya (Sage Arrindell) spricht - von der Gamble eigentlich nichts weiß. Spock entdeckt spĂ€ter, nachdem das Außenteam getrennt wurde, auch die wahre Funktion des alten GebĂ€udes, welches sich als GefĂ€ngnis fĂŒr die Wesen entpuppt, die aufgrund der Experimente des alten Volks von außerhalb unseres Universums eingedrungen sind. In Kugeln gesperrt gibt es tausende davon, die darauf warten, freigesetzt zu werden. Ein Gegner, der sich unserem VerstĂ€ndnis entzieht und eine enorme Bedrohung darstellt. Ob es da von Scott eine gute Idee war, die Kreatur in den Transporter-Speicher zu sperren? Abwarten.

Auf jeden Fall hat mir diese Mischung aus Science-Fiction und „Magie“ gefallen. Nicht, dass ich jetzt verstanden hĂ€tte, wie die Quantum-InstabilitĂ€t auf molekularer Ebene funktionieren soll oder wie es sein kann, dass Ursache und Wirkung vertauscht werden. Ich stempel das einfach unter fortgeschrittener Technologie ab. Die gefangenen Wesen hingegen und wie eines davon von Gamble besitzt ergreift, geht wohl ein wenig ĂŒber fortgeschrittene Wissenschaft hinaus. Ein anderes Wort als „Magie“ fĂ€llt mir da nicht ein, aber fĂŒr mich war das okay. Immerhin wird Star Trek: Strange New Worlds damit seinem Namen gerecht.

Woher kennst du Rukiya?
Woher kennst du Rukiya? - © Paramount+

Gamble

Irgendwie hatte ich vermutet, dass FĂ€hnrich Gamble diese Mission nicht ĂŒberleben wĂŒrde. Aber ich könnte jetzt nicht genau sagen, weshalb. Immerhin wurde diese Figur bereits vor Wochen in die Serie eingefĂŒhrt, sympathisch dargestellt und als M'Bengas SchĂŒtzling prĂ€sentiert, so dass die Vermutung, er könnte bei seinem ersten großen Abenteuer sterben, nicht wirklich gegeben war. Außerdem trĂ€gt er bei der Außenmission keine rote Uniform, falls ihr versteht, was ich meine.

SpĂ€ter auf der Krankenstation war mir allerdings klar, dass M'Bengas Versuche, ihm zu helfen, zum Scheitern verurteilt sein mĂŒssen. Von einem Hirntod kommt man nicht zurĂŒck und wenn diese Person trotzdem noch lebendig agiert, muss da irgendwas im Argen sein. Die Idee einer fremden EntitĂ€t, die vom Körper Besitz ergriffen hat, kam da nicht nur Sam Kirk in den Sinn. Aber ich kann M'Benga nachvollziehen, wenn er bis zuletzt glaubt, Gamble noch retten zu können.

Das ist ĂŒbrigens eine der großen StĂ€rken dieser Episode. Die Figuren lassen sich nachvollziehen und tun ihr Bestes, um keine unnötigen Risiken einzugehen. Gamble hat auch nur einen kleinen Fehler gemacht, als er sich die Kugel schnappte und nĂ€her ansah. Diese Neugierde lĂ€sst sich kaum verĂŒbeln und wenn er sie nicht aufgehoben hĂ€tte, wĂ€re jemand anderes seinen Weg gegangen. Da reagiert Spock spĂ€ter richtig, wenn er eine weitere Kugel betrachtet und davor zurĂŒckschreckt. Sein GlĂŒck, dass er sie nicht angefasst und Abstand gehalten hat.

Und so gerne ich Gamble auch weiter in der Serie gehabt hÀtte, ist er doch die Person, auf die ich noch am ehesten verzichten kann. Die Autoren hÀtten ihn zwar auch retten können, da hÀtte es sicher Möglichkeiten gegeben. Aber dem Drama hÀtte eine solche Lösung sicher weniger gutgetan. So bleibt die Bedrohlichkeit dieser Wesen erhalten, von denen wir vielleicht noch nicht alles gesehen haben.

Kennen wir uns?
Kennen wir uns? - © Paramount+

Batel

Diese Woche ist Marie Batel (Melanie Scrofano) wieder dabei. Ihre Genesung scheint Fortschritte gemacht zu haben und bislang keine Nebeneffekte zu zeigen, obwohl sie Gorn-DNA in sich trÀgt. Das soll sich Àndern, als sie die Krankenstation aufsucht und FÀhnrich Gamble erblickt. Die beiden gehen aufeinander los und kÀmpfen so lange, bis die anderen dazwischengehen können und M'Benga ihr ein Beruhigungsmittel verpasst.

SpĂ€ter erklĂ€rt sie Pike (Anson Mount), dass sie plötzlich die Kontrolle verloren und keine ErklĂ€rung dafĂŒr hat. Deutlich wird derweil, dass sie sich verĂ€ndert hat. Im Kampf gegen Gamble erscheint sie ungewöhnlich stark und agil, was sicher positiv zu vermerken ist. Aber dass die Gorn-Seite die Kontrolle ĂŒbernehmen kann, lĂ€sst Böses erahnen. Vielleicht steht ihr da auf lange Sicht ein weniger gutes Schicksal bevor.

Was mich allerdings wurmt: Batel oder vielmehr die Gorn in ihr erkennen Gamble als etwas Böses. Hatten die Gorn also vorher schon Kontakt zu Ă€hnlichen Lebensformen? Oder sind die Gorn einfach nur in der Lage, mehr zu sehen als ein Mensch? Ich bin mir jedenfalls unschlĂŒssig, wie ich diesen Angriff bewerten soll oder was er auf lange Sicht bedeuten könnte. Also, abgesehen davon natĂŒrlich, dass Marie mit gewissen VerĂ€nderungen leben muss, die sich bestimmt noch öfter auswirken und ihre Zukunft ungewiss gestalten.

Außenteam

Die Konstellation des Außenteams wusste zu ĂŒberzeugen. Korby und Chapel haben die Mission eingeleitet, um ihre Forschungen voranzubringen. Wir haben Gamble als medizinische UnterstĂŒtzung dabei, einen Einheimischen, der die Gruppe begleitet, Uhura wegen der Sprachkenntnisse, Beto als „Kameramann“ und La'an als Sicherheitschefin. Spock kommt noch dazu, als die Entdeckung grĂ¶ĂŸer wird und ergĂ€nzt das Team, was mir nur logisch erscheint.

Das Team ist dabei aber gleichzeitig von persönlichen EinflĂŒssen geprĂ€gt, die sich vor allem bei Spock, Korby und Chapel bemerkbar machen - dem Beziehungs-Dreieck, welches in Wedding Bell Blues behandelt wurde. Das macht die Sache noch ein wenig spannender. Vor allem dann, wenn spĂ€ter alle zusammenarbeiten mĂŒssen, um der Gefahr zu entkommen. Da ist dann gegenseitiges Vertrauen gefragt, welches nicht selbstverstĂ€ndlich ist.

Double Dinner anyone?
Double Dinner anyone? - © Paramount+

Wenn ich etwas zu monieren hĂ€tte, dann höchstens, dass mir ein paar der persönlichen VerhĂ€ltnisse zu kurz gekommen sind. La'an beispielsweise hat abgesehen von einem GesprĂ€ch mit Chapel zu Beginn an Bord der Enterprise keinerlei persönliches im GepĂ€ck mitgenommen und agiert auf dem Planeten ausschließlich professionell. Sie wird zwar zusammen mit Chapel in einen Raum gesteckt, wo die beiden Gelegenheit hĂ€tten, erneut ĂŒber ihre Beziehungen zu Spock zu sprechen, aber das Thema ist wohl schon durch. Bei Uhura und Beto funkt es anfangs ein wenig, aber auch hier wird nichts weiter draus gemacht. Uhura darf Beto zwar beruhigen, als die beiden allein in einem Raum sind, aber das war dann auch schon alles. Einzig Spock und Korby gehen etwas persönlicher miteinander um, was sich aber weniger beziehungstechnisch Ă€ußert, sondern vielmehr die weitere Vorgehensweise betrifft, bei denen sie oft unterschiedlicher Meinung sind.

Nicht, dass ich jetzt gerne stundenlange Diskussionen innerhalb der Zweiergruppen gehabt hĂ€tte. Aber dafĂŒr, dass uns zu Beginn hier doch einiges prĂ€sentiert wurde, scheinen die Autoren das im weiteren Folgenverlauf wieder vergessen zu haben. Und klar, es liegt eine Krisensituation vor, die gemeistert werden muss. Aber ein paar persönliche Noten mehr hĂ€tten sicher nicht geschadet.

Zuletzt noch eine Anmerkung: „Indiana Jones“ Korby weigert sich, den Sprung des Glaubens zu machen. Stattdessen muss Spock Chapel ĂŒberzeugen, die nicht vorhandene BrĂŒcke zu betreten. Schöner Seitenhieb.

Maschinenraum

Jede Folge mit Pelia ist eine Bereicherung. Endlich ist sie wieder da und darf Scotty unterstĂŒtzen. Außerdem ist mir wieder eingefallen, dass auch Sam Kirk dazu gehört, der sich ja auch gerne mal Auszeiten nimmt. Die drei dĂŒrfen die zerbrochene Kugel untersuchen und dem Captain Bericht erstatten - „heebie-jeebies“ von Pelia inklusive.

Transporter-Speicher? Ist das nicht ein Risiko?
Transporter-Speicher? Ist das nicht ein Risiko? - © Paramount+

Die Rollen mögen diese Woche nicht groß ausfallen, aber dank Pelia und Scott kann die Bedrohung durch Gamble abgewendet werden, womit beide Figuren doch eine grĂ¶ĂŸere Bedeutung haben. Vor allem Pelia steht in ihren Szenen im Rampenlicht, unterbricht Scotty sogar einmal, um ihre Worte zum Thema zu geben. Sie hat ohnehin keine Probleme damit, ihre Meinung zu Ă€ußern, das wird schon beim Treffen vor der Mission deutlich. Und mir gefĂ€llt ihre Haltung, die von Selbstbewusstsein nur so strotzt.

Als vermutlich Ă€lteste Person an Bord sind Pelias EinschĂ€tzungen besonders gefragt. Sie hat sicher schon einiges erlebt und wenn sie Muffensausen bekommt, dann sicher nicht ohne Grund. Sie kann es zwar nicht erklĂ€ren, aber sie soll am Ende richtig liegen und auch korrekt handeln, wenn sie auf Gamble feuert. Ob ihre Worte beim abschließenden Meeting ernst gemeint sind, lĂ€sst sich derweil bezweifeln. Wollte sie nur vor der Kamera dramatisch wirken? Kann sein. Aber so oder so fand ich ihre kleine Rede beeindruckend und passend zur Folge.

Scotty lĂ€sst sich derweil wegen seiner schnellen Handlung loben. Ohne ihn wĂ€re das Wesen, welches von Gamble Besitz ergriffen hatte, sicher wieder entkommen. Schade nur, dass er diese Woche wenig Dialoge erhĂ€lt. Der Einsatz des Transporter-Speichers ist natĂŒrlich ein kleiner Wink auf seine persönliche Zukunft. Außerdem ist somit die RĂŒckkehr von „Vezda“ im Bereich des Möglichen.

Fazit

Ein klassisches und doch originelles Abenteuer, welches zu ĂŒberzeugen weiß. „Strange New Worlds“ eben, wie wir sie hoffentlich noch öfter erleben werden. Mir hat zwar auf der charakterlichen Ebene noch eine Spur mehr gefehlt, aber das wirkt sich nur marginal auf das Figurengeflecht und deren Entscheidungen aus, die sich stets nachvollziehen lassen. Mitfiebern ließ sich ohnehin und die Spannung auf das, was uns diese Staffel noch bevorsteht, ist ebenfalls gestiegen. Von mir gibt es diese Woche viereinhalb von fĂŒnf Sternen. Und von Euch?

Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 9. August 2025
Episode
Staffel 3, Episode 5
(Star Trek: Strange New Worlds 3x05)
Deutscher Titel der Episode
Folge 5
Titel der Episode im Original
Through the Lens of Time
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 7. August 2025 (Paramount+)

Schauspieler in der Episode Star Trek: Strange New Worlds 3x05

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