Star Trek: Strange New Worlds 3x03

Star Trek: Strange New Worlds 3x03

In der Folge „Shuttle to Kenfori“ der US-Serie „Star Trek: Strange New Worlds“ gilt es, eine seltene Pflanze zu finden. Und das im Sperrgebiet der Klingonen...

Babs Olusanmokun und Anson Mount in der Serie „Star Trek: Strange New Worlds“
Babs Olusanmokun und Anson Mount in der Serie „Star Trek: Strange New Worlds“
© Paramount+

Shuttle to Kenfori

Wenn der Titel Shuttle to Kenfori (dt.: „Shuttle nach Kenfori“) schon Ă€hnlich wie ein südkoreanischer Zombiefilm aus dem Jahre 2016 klingt und die Aussprache von „Kenfori“ dem Namen des Darstellers Ken Foree aus Dawn of the Dead (1978) entspricht, lĂ€sst sich schnell erahnen, mit welchen Kreaturen es Captain Pike (Anson Mount) und seine Crew diese Woche zu tun bekommen könnten...

Zwar möchte Dr. M'Benga (Babs Olusanmokun) das „Z-Wort“ nicht benutzen, aber was ihn und Pike neben ein paar Klingonen auf dem Planeten Kenfori erwartet, lĂ€sst sich wohl kaum anders beschreiben. Nach der romantischen Komödie Wedding Bell Blues wirft uns die Sci-Fi-Serie Star Trek: Strange New Worlds diese Woche also wieder in ein komplett anderes Szenario.

Aber fangen wir vorne an: Captain Marie Batel (Melanie Scrofano) hatte eigentlich schon ihre Taschen gepackt, als Pike sie bewusstlos am Boden vorfindet. Ihre „Gorn-Infektion“ hat sich zurĂŒckgemeldet, womit auch der letzte Heilungsversuch fehlgeschlagen ist. Laut Spock (Ethan Peck) und M'Benga gibt es aber noch eine Chance in Form einer seltenen Pflanze, die sich auf dem titelgebenden Planeten befindet und dort von Forschern studiert wurde.

Bis zum Krieg mit den Klingonen jedenfalls (der noch nicht so lange her ist), denn danach haben sich beide Parteien darauf geeinigt, den Planeten zu meiden, der sich nun in einem Sperrgebiet befindet. NatĂŒrlich hĂ€lt das Pike nicht auf, eine weitere inoffizielle Mission zu starten - dieses Mal allerdings, ohne sich vorher die Zustimmung von Admiral April (Adrian Holmes) zu holen. Wenn das mal gutgeht...

Das Außenteam, welches heimlich mit einem Shuttle auf den Planeten vordringt, besteht in diesem Fall aus dem Captain und M'Benga. Der Plan ist, unter dem Radar der Klingonen zu bleiben, ein paar Proben der Pflanze aus der alten Forschungsstation einzupacken und möglichst schnell wieder zurĂŒck zur Enterprise zu fliegen, um Marie zu retten. Eigentlich ein guter Plan, aber es kommt natĂŒrlich anders. Denn M'Benga wird schon lĂ€nger von der Klingonin Bytha (Christine Horn) beobachtet, die es auf ihn abgesehen hat (die GrĂŒnde erfahren wir noch) und mit ihrem Team zur Tat schreitet, wĂ€hrend auf dem Planeten außerdem untote Menschen und Klingonen mit einem besonderen Heißhunger auf Fleisch versorgt werden wollen.

Warum haben wir keine SchutzanzĂŒge dabei?
Warum haben wir keine SchutzanzĂŒge dabei? - © Paramount+

An Bord der Enterprise hat Una (Rebecca Romijn) zwischenzeitlich das Kommando und wird skeptisch, als Pike und M'Benga sich nicht zurĂŒckmelden wie vereinbart. Spock schlĂ€gt einen langsamen Kurs zur Rettung des Außenteams vor, um die Aufmerksamkeit des entdeckten klingonischen Schiffs nicht zu wecken, wĂ€hrend Ortegas (Melissa Navia) ein risikoreiches Manöver vorschlĂ€gt, um keine Zeit zu verlieren. Una wĂ€hlt den sicheren Weg, muss spĂ€ter aber trotzdem auf Plan B zurĂŒckgreifen.

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WĂ€hrenddessen geht es Marie schlecht. Ihre Schmerzen lassen sich nicht mehr lindern, weshalb Spock eine Gedankenverschmelzung vornimmt - in der Hoffnung, ihr Leid auf diese Weise zu lindern. Auch hier verlĂ€uft nicht alles nach Plan und mit Blick darauf, was die seltene Pflanze tatsĂ€chlich bewirken soll, dĂŒrfen wir weiterhin um Pikes große Liebe bangen.

Go back or die

Ob Pike die Warnung der klingonischen Boje auch ignoriert hĂ€tte, wenn er gewusst hĂ€tte, was ihn und Joseph auf dem Planeten Kenfori erwartet? Vermutlich, denn fĂŒr Maries Rettung wĂŒrde er wohl alles tun. Vor der Mission, die Pike auf seine Kappe nimmt, hĂ€tte ich mir allerdings noch ein Meeting der Offiziere gewĂŒnscht sowie deren Zustimmung zum gewagten Unterfangen off the books.

Außerdem frage ich mich, was man dem Sternenflottenkommando wohl erzĂ€hlt hat. „Wir sind dann mal weg und kommen bald wieder“? - das wird wohl kaum akzeptiert. Dann doch lieber mit RĂŒckendeckung des Admirals wie in Hegemony, Part II ins Abenteuer starten. Aber gut, offenbar macht die Crew mit und sollten die Klingonen tatsĂ€chlich Beschwerden einreichen, kann April ohne zu lĂŒgen behaupten, dass Pike und seine Crew allein gehandelt haben.

Hungry!
Hungry! - © Paramount+

Kommen wir also zum Abenteuer auf Kenfori. Meiner Meinung nach hĂ€tte das auch ohne Klingonen funktioniert. Dazu hĂ€tte aber mindestens ein Redshirt im Außenteam vertreten sein mĂŒssen, um uns die Gefahr zu verdeutlichen. Statt auf Bytha und ihre beiden Begleiter zu treffen, hĂ€tte unser Außenteam zunĂ€chst die Bekanntschaft mit einem der Untoten gemacht und sich anschließend zurĂŒck zum Shuttle durchschlagen mĂŒssen - bei dem GelĂ€nde nicht einfach...

M'Benga hĂ€tte seine ErklĂ€rungen zu deren Zustand abgeben können wie gehabt und die Folge wĂ€re ebenso spannend gewesen. Aber halt mit grĂ¶ĂŸerem Fokus auf die „Zombies“, der mir hier doch ein wenig klein ausfiel. Und ehrlich gesagt, so grafisch ein paar Szenen auch waren, wirkten die immer hungrigen Bedrohungen doch nur als Beiwerk.

Ich muss aber dennoch zugeben, dass mir das Zombieszenario als solches sehr zugesagt hat. Man hat sich hier sichtlich MĂŒhe gegeben, was auch die Special Effects angeht. Außerdem hat mir die halbwegs wissenschaftliche ErklĂ€rung zum Ursprung der „lebenden Toten“ gefallen. Ich frage mich zwar, ob es eine gute Idee gewesen wĂ€re, auf Basis dieses Mooses Nahrung herzustellen, aber der Science-Fiction-Faktor fĂŒhlt sich schon stimmig an.

Zuletzt habe ich mich noch gefragt, ob es nicht möglich gewesen wĂ€re, eine Heilung fĂŒr die (unversehrten) „Betroffenen“ zu finden. Diese Option wird nicht angesprochen und entfĂ€llt komplett, was doch ein wenig schade ist. Vor allem vor dem Hintergrund, dass M'Benga den „Hinweg“ zur Seuche analysiert bekommt und ein Großteil der Forschungsdaten nicht verloren gegangen ist (sonst wĂ€re Spock auch nie auf die Pflanze aufmerksam geworden).

The monster in me

Kommen wir zu M'Benga. SpĂ€testens seit Under the Cloak of War wissen wir um seine dunkle Seite Bescheid und welche Schrecken er im Krieg mit den Klingonen durchmachen musste. Sein Mord an Dak'Rah (Robert Wisdom) soll ihn diese Woche einholen, denn Bytha ist dessen Tochter und hat schon lange auf eine Gelegenheit gewartet, sich M'Benga zu stellen. Allerdings nicht aus Rache, sondern weil unser Schiffsarzt ihr angeblich zuvorgekommen ist und ihr damit die Chance genommen hat, die „Ehre ihres Hauses“ wiederherzustellen. Oder so.

Wieso Karaokewettbewerb? Ich will kÀmpfen!
Wieso Karaokewettbewerb? Ich will kĂ€mpfen! - © Paramount+

Bythas Argumente fand ich ohnehin etwas schwammig und den Zweikampf mit M'Benga unnötig. SpĂ€testens nachdem ihr erster Begleiter von den Zombies vernascht wurde, hĂ€tte sie sich lieber mit Chris und Joseph zusammentun sollen, um zu ĂŒberleben - in dem Fall wĂ€re der Fokus auch wieder stĂ€rker auf die Zombies gewandert. Und mal angenommen, sie hĂ€tte den Zweikampf gewonnen.

Allein zurĂŒck zum Shuttle durch die Horde wĂ€re ebenfalls eine aussichtslose Unternehmung geworden. Außerdem muss ich zugeben, dass ich wegen der goldenen RĂŒstung stĂ€ndig die „K-Pop“ Klingonen aus Subspace Rhapsody vor Augen hatte.

M'Benga hingegen wird ein GestĂ€ndnis abverlangt und er gibt zu, Dak'Rah ermordet zu haben. Nachdem er sich entschieden hat, die Wahrheit zu sagen, wird uns und Pike auch bewusst, dass dort tatsĂ€chlich ein Monster in Joseph schlummert, welches er bei Bedarf freilassen kann. Aber er verzichtet darauf, Bytha zu töten. Vielleicht einer der GrĂŒnde, weshalb Pike ihm spĂ€ter sagt: „You're not a monster, Joseph. Just a man. And my friend.“ Relativ großzĂŒgig, wenn man bedenkt, dass der Schiffsarzt einen klingonischen Botschafter getötet hat...

Und weshalb wird Chapel (Jess Bush) nicht spÀter von Pike befragt? Immerhin hat sie als Zeugin damals M'Bengas Unschuld beteuert. Vorerst braucht Joseph sich jedenfalls keine Sorgen zu machen, aber irgendwie glaube ich, dass das Thema noch nicht zu den Akten gelegt wird.

Handschuhe und Lappen vorm Mund? Ohne mich...
Handschuhe und Lappen vorm Mund? Ohne mich... - © Paramount+

Becoming Gorn?

Unserem Captain wird die seltene Pflanze als Heilmittel fĂŒr Marie verkauft. Aber auf Kenfori kann Chris spĂ€ter selbst eins und eins zusammenzĂ€hlen und aus der Funktion der Pflanze schließen, dass die „Heilung“ vielmehr eine Verschmelzung von Mensch und Gorn zur Folge hat. Wie sich die Anwendung der Pflanze auf Marie auswirkt, lĂ€sst sich kaum einschĂ€tzen. Sicher ist nur, dass sie sich zwangslĂ€ufig verĂ€ndern wird. Aber das ist - wie alle gegenĂŒber Chris auch immer wieder beteuern - die letzte Chance, Marie noch irgendwie zu retten.

Wie sehr die Zeit dort drĂ€ngt, zeigen uns auch die Szenen in der Krankenstation. Was Spock und Marie wĂ€hrend der Gedankenverschmelzung erleben, lĂ€sst uns da nur mit bösen Vorahnungen zurĂŒck.

Aber ihr bleibt jetzt keine Alternative mehr und ich kann auch ein wenig verstehen, dass sie gegenĂŒber Pike zunĂ€chst verschweigt, was ihr nach der Behandlung bevorstehen könnte. Dennoch ist Ehrlichkeit in meinen Augen das bessere Mittel. Denn mal angenommen, er wĂ€re weiter im Dunkeln getappt und hĂ€tte erst viel spĂ€ter anhand der Folgen herausgefunden, was das „Heilmittel“ tatsĂ€chlich bewirkt - das hĂ€tte leicht eine böse Überraschung geben können.

My mind to your mind - autsch!
My mind to your mind - autsch! - © Paramount+

Somit zĂ€hlt am Ende, dass beide auf dem gleichen Nenner sind und sich auf die möglichen Konsequenzen der Behandlung einstellen können. Vielleicht hat Marie auch GlĂŒck und bekommt nur die positiven Eigenschaften der Gorn (wie deren StĂ€rke) vererbt, wĂ€hrend sie weiterhin im Geiste sie selbst bleibt. Abwarten...

I fly the ship

FĂŒr Sorgenkind Ortegas ist es nicht gerade hilfreich, dass die Klingonen hier im Spiel sind. Sie hat ihre Begegnung mit den Gorn noch nicht verarbeitet und befĂŒrchtet das Schlimmste, nachdem der Captain und der Schiffsarzt sich nicht zurĂŒckmelden. Wobei ich sie durchaus nachvollziehen kann. Jedenfalls bis zu einem gewissen Punkt, den sie mit ihrer Insubordination spĂ€ter ĂŒberschreitet.

Beim Treffen der Offiziere - als sie ihren Vorschlag unterbreitet, obwohl der Plan bereits feststeht - erhĂ€lt sie von Una auch noch RĂŒckendeckung, obwohl La'an (Christina Chong) bereits wittert, dass etwas im Busch ist. Nachvollziehbar. Und Ortegas ist es auch zu verdanken, dass unsere Crew auf das klingonische Schiff aufmerksam wird, welches beim Planeten auf der Lauer liegt. Insofern kann sie bei mir durchaus Pluspunkte sammeln - und bei Una vermutlich auch, sonst wĂ€re die Strafe am Ende sicher grĂ¶ĂŸer ausgefallen.

Diese Woche fliegt nicht nur das Schiff...
Diese Woche fliegt nicht nur das Schiff... - © Paramount+

Die gesamte Mannschaft in Gefahr zu bringen, geht natĂŒrlich gar nicht. Klar, sie macht sich Sorgen um das Außenteam. Aber eigenmĂ€chtig die Geschwindigkeit wieder zu erhöhen (was wir nur hören) und somit das riskante Manöver zu provozieren, ist ein No-go. Unterhaltungstechnisch lassen sich da bestimmt trotzdem ein paar Pluspunkte verbuchen, aber nĂŒchtern betrachtet sind zwei Wochen Flugverbot als Strafe zu wenig.

Wobei das auch wieder so eine Sache ist, die sich aus zwei Perspektiven betrachten lĂ€sst - abhĂ€ngig davon (was aber zu dem Zeitpunkt niemand weiß), wie es gerade um das Außenteam steht. In diesem Fall hĂ€tten Pike und M'Benga auch ohne Hilfe entkommen können. Das klingonische Shuttle hĂ€tten sie locker erreicht, sie waren bereits auf dem Weg dorthin. Aber was, wenn dem nicht so gewesen wĂ€re? Diese Option wĂ€re durchaus denkbar gewesen, hĂ€tte Bytha sich nicht geopfert. Dann wĂ€re der Schutzschild ausgefallen und die Zombiehorde wĂ€re von allen Seiten auf unser Außenteam zugestĂŒrmt. Insofern finde ich es schwierig, Ortegas und ihre Handlungen zu beurteilen.

Sonstiges

Chris Myers ist als Krankenpfleger wieder dabei. In den End Credits wird er zwar nur als namenloser Gast gelistet, aber bei diversen Datenbanken lĂ€sst sich ein Name ausmachen: FĂ€hnrich Dana Gamble. Ich bin mal gespannt, ob seine Rolle demnĂ€chst etwas grĂ¶ĂŸer ausfĂ€llt. Außerdem gibt es auf der BrĂŒcke mit Lt. Scannell (Ishan Dave) einen Neuzugang zu verbuchen. Seine Szenen fallen vorerst aber noch kleiner aus als die von Gamble.

Ungewisses Schicksal...
Ungewisses Schicksal... - © Paramount+

Lt. Scott (Martin Quinn) darf dafĂŒr in den wenigen Szenen, die ihm diese Woche vergönnt sind, erneut glĂ€nzen. Durch ihn kommt diese Woche dann doch noch ein bisschen Humor ins Geschehen, was sicher nicht verkehrt ist.

Fazit

Eine gute Episode, die aber noch Luft nach oben hat. Charakterlich haben mir die Entwicklungen unserer Protagonisten sehr gut gefallen und machen Lust auf mehr, auch wenn es sicher ein paar fragwĂŒrdige Entscheidungen zu verbuchen gibt. Aber bei dem Szenario hĂ€tte ich mir einen grĂ¶ĂŸeren Fokus auf die untote Bedrohung gewĂŒnscht, die in meinen Augen eher Beiwerk als Mittelpunkt der Handlung ist.

Von mir gibt es diese Woche daher vier von fĂŒnf Sternen. Und von Euch?

Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 26. Juli 2025
Episode
Staffel 3, Episode 3
(Star Trek: Strange New Worlds 3x03)
Deutscher Titel der Episode
Folge 3
Titel der Episode im Original
Shuttle to Kenfori
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 24. Juli 2025 (Paramount+)

Schauspieler in der Episode Star Trek: Strange New Worlds 3x03

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