Star Trek: Strange New Worlds 2x02

Star Trek: Strange New Worlds 2x02

In der Folge „Ad Astra Per Aspera“ der US-Serie „Star Trek: Strange New Worlds“ steht Una Chin-Riley vor Gericht. Sie hat bei der Aufnahme in die Sternenflotte ihre genetischen Modifikationen verschwiegen. Pike setzt alle Hebel in Bewegung, um ihr zu helfen.

Rebecca Romijn in „Star Trek: Strange New Worlds“
Rebecca Romijn in „Star Trek: Strange New Worlds“
© Paramount+

Ad Astra Per Aspera

Während wir im zweiten Staffelauftakt nur kurz Una Chin-Riley (Rebecca Romijn) und Christopher Pike (Anson Mount) sehen konnten, geht es in Ad Astra Per Aspera nun endlich an die Auflösung des Cliffhangers aus der ersten Staffel. Denn Number One wurde verhaftet, weil sie Illyrianerin ist. Halt, das ist nicht ganz richtig. Sie gehört zu den Illyrianern, die genetisch modifiziert wurden und solche Personen sind seit den Eugenischen Kriegen nicht berechtigt, in der Sternenflotte aufgenommen zu werden. Una hat ihre wahre Herkunft verschwiegen, als sie der Sternenflotte beigetreten ist und seit Ghost of Illyria wussten Pike, La'an (Christina Chong) und andere Crewmitglieder der Enterprise von ihrem Geheimnis und haben das gehütet.

Die Verhaftung erfolgte durch Captain Batel (Melanie Scrofano), die eine Beziehung mit Pike pflegt und brisanterweise auch die Anklage vertritt. Um Una zu helfen, ist Pike letzte Woche aufgebrochen, um ihr einen Anwalt zu besorgen. Auserwählt für diese Rolle hat er Neera Ketoul (Yetide Badaki), die selbst Illyrianerin ist, aber den Fall aufgrund einer alten Meinungsverschiedenheit mit Una zunächst nicht übernehmen möchte. Pike kann sie überzeugen und so verzichtet Una auf den eingangs angebotenen Deal von Batel, unehrenhaft - aber ohne Haftstrafe - aus der Sternenflotte entlassen zu werden und plädiert auf „nicht schuldig“. Damit beginnt die Episode erst, denn jetzt blühen Una 20 Jahre in einer Strafkolonie, sollte sie von den Richtern für schuldig befunden werden.

Gerichtsfolge

Episoden, in denen ranghohe Teile der Besatzung angeklagt werden, haben in Star Trek eine kleine Tradition und gehen bereits auf die Originalserie zurück. „The Menagerie“ - der TOS-Zweiteiler, in dem Spock (Leonard Nimoy) vor Gericht steht - dürfte wohl das erste Beispiel dieser Art von Episode sein. Es sind oft ruhige und dialogreiche Folgen, die sich mit (aktuellen) gesellschaftlichen Themen beschäftigen und am Ende aufzeigen, was „richtig“ ist. Wobei sich „richtig“ nicht einfach definieren lässt, denn natürlich ist auch die Anklage immer der Meinung, „richtig“ zu handeln und die geltenden Gesetze zu vertreten.

Die Frage danach, ob die angeklagte Person - in diesem Fall Una - am Ende freigesprochen wird, stellt sich dabei nicht. Schließlich dürfte kein Zuschauer erwarten, dass Number One plötzlich aus der Serie geschrieben wird oder eine episodenübergreifende Nebenhandlung außerhalb der Sternenflotte erhält. Die Frage ist vielmehr, wie die Verteidigung oder gar der Mandant selbst das Ziel eines Freispruchs erreicht und da kommen dann auch die Spannungselemente solcher Episoden her. Denn neben den diskutierten Themengebieten warten stets ein paar Überraschungen und Wendungen auf uns. Insbesondere gegen Ende der Verhandlungen, wenn die Lage plötzlich sehr aussichtslos für den Angeklagten aussieht und doch noch eine Lösung gefunden wird.

Der Fall Una Chin-Riley

Was nun diese Episode angeht, steht Una und ihr Werdegang innerhalb der Sternenflotte im Mittelpunkt und gleichzeitig zur Diskussion. Wir erhalten dazu Rückblicke in ihre Kindheit (Anna Claire Beitel spielt die jüngere Version) und sehen, dass ihr Vater (Jim Annan) und ihre Mutter (Catherine Black) bereits Mühe hatten, die Fähigkeiten ihrer Tochter vor der Allgemeinheit geheim zu halten. Später erfahren wir, was mit den Illyrianern passiert ist, deren Fähigkeiten entdeckt wurden, womit es einen guten Grund gibt, weshalb Una quasi ihr ganzes Leben lang ihre wahre Identität geheim gehalten hat. Hier spielt auch die Meinungsverschiedenheit mit Neera hinein, die uns im Folgenverlauf offenbart wird und aufzeigt, wie schwierig es ist, den „richtigen Weg“ einzuschlagen, wenn man zu einer Minderheit gehört, die offenkundig verfolgt wird. Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass weder Una noch Neera ihre Herkunft ausgewählt haben. Sie wurden so geboren, wie sie sind, waren einst Freundinnen und haben schließlich unterschiedliche Wege eingeschlagen, um mit dem größeren „Problem“ umzugehen.

Rebecca Romijn in „Star Trek: Strange New Worlds“
Rebecca Romijn in „Star Trek: Strange New Worlds“ - © Paramount+

Insgesamt hat mir sehr gefallen, dass wir durch diesen Fall endlich eine Hintergrundgeschichte zu Una erhalten und obendrein noch eine, die sich sehr gut nachvollziehen lässt und zur aktuellen Situation geführt hat. Denn ehrlich gesagt (und das habe ich sicher in meinen Reviews zur ersten Staffel mehr als einmal angemerkt) hatte ich bislang nur wenig Ahnung davon, wer diese ominöse Number One eigentlich ist und weshalb Pike sie dem eigenen Risiko zum Trotz nicht nur verteidigen, sondern als erste Offizierin behalten möchte. Aber mit Blick auf ihre Karriere und Taten, ihre Kindheit und ihr großes Ziel, zu den Sternen zu fliegen, ist mir Una durch diese Episode sehr viel sympathischer geworden als zuvor. Es lässt sich regelrecht mit ihr mitfühlen, wenn sie ihren Lebensweg beschreibt und auch, wenn diverse Crewmitglieder in den Zeugenstand gerufen werden, um zu ihrer Verteidigung beizusteuern.

Lange Zeit schwebt die Frage über der Episode, wer Una verraten haben könnte. Unsereins hat zwar nie angenommen, dass ein „technischer Fehler“ zum Freispruch führen könnte, aber La'an geht dem nach, womit wir kleinere Ausflüge erhalten, zu denen ich gleich noch komme. Wichtig ist hier nur, dass Una sich selbst verraten hat, weil sie sich nicht länger verstecken wollte. Und wir verstehen, weshalb das so ist und weshalb das ein sehr großer und risikoreicher Schritt ist. Gleichzeitig ist genau dieser „Selbstverrat“ der entscheidende letzte Punkt, mit dem Neera einen Freispruch erlangen kann. Wobei Neera als erste erkennt, dass dem so ist und entsprechend Una in den Zeugenstand ruft, obwohl sie eingangs davon absehen wollte. Ein Twist, den ich nicht habe kommen sehen. Ihr?

Aktuelle Themen

Ganz offensichtlich dominieren aktuelle Themen die Verhandlung um Una. Es geht um Verfolgung, aber auch generell um Minderheiten, die aus zahlreichen Bereichen stammen können. Religion, sexuelle Orientierung und Geschlecht, Rasse und mehr wird (direkt) angesprochen, während die Sternenflotte von Neera als eine Organisation betrachtet wird, die in diesem Fall den eigenen Schaden möglichst begrenzen will. Für den Zuschauer gibt es da vieles, worüber sich im Anschluss nachdenken lässt, denn natürlich eröffnen sich da zahlreiche Parallelen zu unserer heutigen Gesellschaft und dahingehend zum Umgang mit Minderheiten, die es immer geben wird und deren Benachteiligung von der Episode thematisiert wird.

Richtig und falsch liegen da oft beieinander, was mit der Erwähnung der Eugenischen Kriege für diese Folge ein wenig emporsticht. Da kommt das Thema der genetischen Modifikation zur Sprache, welches heutzutage vielleicht sehr viel begrenzter ausfällt, aber unterm Strich durchaus möglich ist und auch bereits über Jahrzehnte durchgeführt wird (kleines Beispiel: Kartoffeln). Die Angst vor genetischen Veränderungen und deren Folgen ist durchaus berechtigt, denn man kann (mit den heutigen Mitteln) nicht genau absehen, wohin das führt. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass uns Eugenische Kriege bevorstehen, aber künstliche Veränderungen im Genom können durchaus ungeahnte Folgen haben, auch wenn es in dieser Episode nicht darum geht.

Christina Chong in „Star Trek: Strange New Worlds“
Christina Chong in „Star Trek: Strange New Worlds“ - © Paramount+

Hier geht es vielmehr darum, dass solche Veränderungen bewusst und erfolgreich mit einem bestimmten Ziel durchgeführt wurden (siehe Khan Noonien-Singh (Ricardo Montalban)), was zu besagten Eugenischen Kriegen führte und weshalb im Anschluss ein Verbot für eben solche genetischen Veränderungen ausgesprochen wurde. Star Trek: Strange New Worlds bleibt insofern aktuell, geht aber doch ein paar Schritte weiter, indem Figuren wie Una zur verfolgten Minderheit werden, obwohl sie unterm Strich nichts bis wenig falsch gemacht hat beziehungsweise haben. Nehmen wir Neera hinzu, so wird deutlich, dass die schrecklichen Ereignisse, die aus genetischen Veränderungen geboren wurden, zu Gesetzen geführt haben, die jetzt fragwürdig werden. Denn weder Neera noch Una haben sich ihre Herkunft ausgesucht, beide gehen auf unterschiedliche Weise damit um, wobei das Ziel aber letztlich das gleiche ist. Und zwar, diese einst gefährliche Minderheit zur Normalität zu führen. Denn Gesetz hin oder her, liegt der Gesetzgeber auch nicht immer richtig. Erst recht, wenn es um alte Gesetze geht, die vielleicht überholt werden müssten.

Nebenbei wird aber nicht nur der Gesetzgeber kritisiert, sondern mehr oder weniger auch große Konzerne oder Organisationen (hier eben die Sternenflotte), die im Fall der Fälle um Schadensbegrenzung bemüht sind. Vielleicht eher ein Randthema in der Folge und mit Blick auf das Endergebnis wird uns veranschaulicht, dass die Sternenflotte „richtige“ Entscheidungen treffen kann. Aber dennoch sollte selbst dieses Randthema zum Nachdenken anregen, weil sowohl Anklage als auch Verteidigung meinen, im Recht zu liegen und entsprechend handeln.

Neera Ketoul

Mit Neera Ketoul wird uns eine neue Figur vorgestellt, die die Episode tragen muss. Ihre Vergangenheit mit Una ist wichtig, ebenso wie ihre Denkweise in Bezug auf die Illyrianer und ihr Kampf gegen eine „verkrustete“ Sternenflotte, die von Vorurteilen geprägt erscheint. Unsereins kann die Autorin Dana Horgan nur loben, denn Neera und ihre Motive werden sehr gut getroffen, während das ganze Drumherum sich sehr gut in die Folge einfügt. Es mag teilweise etwas trocken sein und diverse Themen werden vielleicht auch mit dem Holzhammer angegangen, um bloß erwähnt zu werden. Aber unterm Strich ist die Episode und der Charakter von Neera Ketoul sehr gut geschrieben.

Neeras Taktik, um den Fall zu gewinnen, ist dabei wohl die größte Überraschung überhaupt und eröffnet sich erst gegen Ende. Aber bevor wir dorthin kommen, muss Pike sie erst überzeugen, sich überhaupt dem Fall anzunehmen und etwas später sehen wir ihren Angriff auf Admiral Robert April (Adrian Holmes), der mehrfach die oberste Direktive gebrochen hat - jedes Mal natürlich aus gutem Grund, aber es sieht so aus, als wenn Neera eine Klage gegen ihn einreichen möchte. Das führt auch dazu, dass das anschließende Gespräch zwischen Pike und April nicht gerade nett ausfällt und zu diesem Zeitpunkt war mir auch nicht klar, ob Neera einfach nur eine Art Rachefeldzug plant oder mehr hinter der Kritik an April steckt. Schließlich hat Pike sie mit der Aussicht auf einen großen Schlag gegen die Sternenflotte für Unas Verteidigung überzeugen können und falls Neera diesen Weg hätte einschlagen wollen, wäre es durchaus möglich gewesen, dass sie einen hoch dekorierten Admiral diskreditiert, um ihre persönlichen Ziele zu verwirklichen.

Ethan Peck und Yetide Badaki in „Star Trek: Strange New Worlds“
Ethan Peck und Yetide Badaki in „Star Trek: Strange New Worlds“ - © Paramount+

Bezeichnend ist auch, dass sie Pike nicht in den Zeugenstand ruft (der vermutlich eine großartige Rede über Una gehalten hätte, die ich gerne gesehen hätte) und zunächst davon absieht, Una vor Gericht zu befragen. Denn Neera ist sich bewusst, dass es hier nicht nur um Una geht, sondern auch um andere wie Pike, die ihre Karriere möglicherweise aufs Spiel setzen. Wobei, Moment, Pikes Karriere ist Neera wohl egal, aber sie möchte den Fall für alle Illyrianer gewinnen und das schafft sie nicht, wenn Pike als Teil der „Verschwörung“ angesehen wird, die sich um Una dreht. Insofern ist Neeras Taktik, die Ausnahmen von Gesetzen aufzuzeigen und es bieten sich kaum bessere Ausnahmen als die von der ersten Direktive an, die April mehrfach (aus guten Gründen) gebrochen hat.

Des Weiteren geht Neera stets professionell vor, befragt mit Spock, La'an und M'Benga passende Zeugen, die Sympathien für Una wecken. Dabei wird fleißig aus der Vergangenheit referenziert und aufgezeigt, dass Una nicht nur eine hervorragende Offizierin ist, sondern eben in der Crew auch zahlreiche Freunde hat und von La'an sogar als Teil der Familie angesehen wird. Diese Szenen sind schlichtweg großartig und zwar, weil sie nicht nur die guten Taten von Una untermauern, sondern weil sie aufzeigen, wie wichtig sie für die Crew ist. Da kann wirklich nur jemand wie Pasalk (Graeme Somerville) die damit einhergehenden Emotionen in Frage stellen.

Graeme Somerville und Melanie Scrofano in „Star Trek: Strange New Worlds“
Graeme Somerville und Melanie Scrofano in „Star Trek: Strange New Worlds“ - © Paramount+

Der größte Kniff ist aber, dass Neera erkennt, wer Una verraten hat und ihre Aussagen im Zeugenstand dazu nutzt, ein anderes Gesetz anzuführen, welches auf Asylrecht aus ist und schließlich zum Freispruch führen soll. Dieses „Schlupfloch“ lässt auch Pike von der Klinge springen, aber das ist eher Nebensache. Denn rückblickend wird deutlich, wie viel Neera daran liegt, dass die Sternenflotte nicht nach der Herkunft und den damit einhergehenden Eigenschaften von Illyrianern handelt, sondern sich bewusst wird, dass die Vergangenheit oder Herkunft keine große Rolle spielen, wenn der oder die Einzelne stets nach den Statuten der Sternenflotte agiert hat und der Utopie der Serie im Allgemeinen gefolgt ist. Für Neera ist der Kampf damit zwar noch nicht zu Ende, aber mit dem Freispruch von Una kann sie einen guten Schritt nach vorne machen und wird sicher weitere Erfolge für ihre Leute erzielen, die dringend notwendig sind.

Nebenhandlungen

Es gibt zwar keine Nebenhandlungen, denn alles dreht sich diese Woche um die Gerichtsverhandlung, aber ein paar kleinere Ausflüge gibt es dennoch. Angefangen vielleicht mit Pike, der eine extreme Methode wählt, um die Aufmerksamkeit von Neera zu erhalten. In meinen Augen ein wenig übertrieben, das eigene Leben dafür aufs Spiel zu setzen, aber andererseits weiß er ja, dass er die Situation überleben wird und ihm weit Schlimmeres in Zukunft blüht.

Ein wenig Auflockerung erfährt die Episode derweil durch Spock. Vornehmlich natürlich durch die Szene, in der Ortegas (Melissa Navia) zunächst ein fiktives Gespräch zwischen ihm und Pasalk wiedergibt, woraufhin M'Benga die Anspannung zwischen den beiden Vulkaniern anspricht. Spock entschuldigt sich anschließend sogar bei beiden für den Vorfall, was sehr witzig ist und ein wenig von der Ernsthaftigkeit der Episode ablenkt. Noch besser hat mir allerdings gefallen, dass Spock vor Gericht anspricht, dass Una Geheimnisse hat, die er bemerkt hat. Wie großartig war diese Referenz auf die Short Treks Episode „Q&A“, in der Una und Spock im Turbolift feststecken und sich austauschen dürfen?

Yetide Badaki und Anson Mount in „Star Trek: Strange New Worlds“
Yetide Badaki und Anson Mount in „Star Trek: Strange New Worlds“ - © Paramount+

Dann haben wir noch die Nebenhandlung, in der La'an Neera unterstützen möchte. Es gilt, den Verräter zu finden, der Una angeschwärzt hat und dazu möchte La'an Einblick in die privaten Aufzeichnungen der Crew erhalten. Von Uhura (Celia Rose Gooding) erhält sie aber einen Korb, denn private Aufzeichnungen sind eben privat und können nur schwerlich angefordert werden. Datenschutz und so, womit ein weiteres aktuelles Thema Einzug in die Episode findet. Und Uhura handelt hier „richtig“, wenn sie diesen Einblick verweigert, der später auch Neera zu der Erkenntnis bringt, wer Una verraten hat. La'an hat außerdem ein schlechtes Gewissen, weil sie selbst Aufzeichnungen vorgenommen hat, die Una entlarven. Schließlich hat Una sie nie in ihr Geheimnis einbezogen, was aufgrund der Beziehung zwischen den beiden damals durchaus als Vertrauensbruch gelten könnte und zu besagten, privaten Aufzeichnungen führte. Und es ist wichtig, dass La'an das anspricht, obwohl sie nur Lorbeeren über Una bereithält, wenn sie vor Gericht befragt wird.

Sonstiges

Eigentlich wollte ich gar nicht viel über diese Folge schreiben und dennoch habe ich das Gefühl, nicht alles angesprochen zu haben. Das ist irgendwie komisch, zumal sich alles um die Haupthandlung dreht, was an sich schon eine Seltenheit ist. Ich war allerdings durchweg gefesselt, obwohl ich das Ende vorhersehen konnte. Die Frage nach dem „Wie“ hat da bei mir den Ausschlag gegeben, wurde durch die Hintergrundgeschichte zu Una garniert und wenn ich jedes einzelne Thema bis ins letzte Detail ansprechen und ausführen wollte, würdet ihr dieses Review wohl erst im Herbst erblicken. Ernsthaft, was diese Gerichtsfolgen angeht, hat Star Trek: Strange New Worlds sich mit dieser Episode direkt in die Top 5 des Subgenres innerhalb des Franchise katapultiert, wobei ich mir nicht sicher bin, ob sie nicht sogar an der Spitze steht. The Measure of a Man oder The Drumhead zählten zuvor zu meinen Lieblingen, aber diese Episoden (und alle anderen, die ähnlich gehandhabt wurden), müsste ich erst noch einmal schauen, um meine Topliste wirklich „richtig“ aufzustellen. Wie sieht das bei Euch aus?

Ansonsten möchte ich noch anmerken, dass es auch ohne viel Action möglich ist, eine großartige Folge zu bringen. Die musikalische Untermalung ist mir erneut positiv aufgefallen und die Wiederverwertung eines bestimmten Sets aus Star Trek: Discovery natürlich auch, was sicher ein nettes Easter Egg ist. 20 Jahre in einer Strafkolonie ist derweil sicher nicht Teil einer Utopie und gehört hinterfragt. Aber da ich mir nicht sicher bin, wie diese Strafe genau aussieht und was der Begriff einer „Strafkolonie“ zu der Zeit bedeutet, lasse ich das Thema erstmal ruhen.

Für mich ist am Ende fast alles gut, womit uns jetzt eine befreite Una zur Verfügung steht, die sich und ihre Fähigkeiten nicht mehr zu verstecken braucht. Gleichzeitig frage ich mich aber, ob und wie es mit Batel und Pike weitergeht, denn die beiden haben nie direkt über ihre Beziehung gesprochen, die uns bereits in Staffel 1 gezeigt wurde. Diese Woche treffen sich die beiden zwar auch wieder privat und ich musste Schmunzeln, wie Pike darauf reagiert, dass Una den anfänglichen Deal abgelehnt hat. Aber zu den beiden hätte ich mir auch noch einen kleinen „Abschluss“ für diese Woche gewünscht.

Fazit

Es geht auch ohne viel Action, CGI und Bumm-Bumm. Gerichtsfolgen haben eine gewisse Tradition in Star Trek und diese Folge weiß genau, wie man Tradition und Moderne verbindet, um zu einem sehr guten Endergebnis zu führen. Ein Endergebnis, welches sich bestimmt vorhersehen lässt, aber den Wert auf das „Wie“ und interessante Themen legt, über die sich auch lange nach der Episode nachdenken lässt, weil sie aktuell angesiedelt sind. Kleinere Kritikpunkte sind sicher vorhanden, aber fallen aufgrund des großartigen Drehbuchs nicht sonderlich ins Gewicht. Von mir gibt es diese Woche erneut viereinhalb von fünf Sternen. Und von Euch?

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 24. Juni 2023
Episode
Staffel 2, Episode 2
(Star Trek: Strange New Worlds 2x02)
Titel der Episode im Original
Ad Astra Per Aspera
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 22. Juni 2023 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 22. Juni 2023
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Donnerstag, 22. Juni 2023
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Donnerstag, 22. Juni 2023
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Donnerstag, 22. Juni 2023
Autoren
Gene Roddenberry, Akiva Goldsman, Alex Kurtzman, Gene Roddenberry
Regisseure
Chris Fisher, Valerie Weiss

Schauspieler in der Episode Star Trek: Strange New Worlds 2x02

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