Star Trek: Discovery 5x02

Star Trek: Discovery 5x02

In der Folge „Under the Twin Moons“ der US-Serie „Star Trek: Discovery“ wird die Schnitzeljagd der Discovery fortgesetzt. Rayner muss sich für die Taten aus der Auftaktfolge verantworten, während es für Michael gilt, den nächsten Hinweis zu finden. Für Saru ist es die letzte Mission als Number One.

Doug Jones in „Star Trek: Discovery“
Doug Jones in „Star Trek: Discovery“
© Paramount+

Under the Twin Moons

Under the Twin Moons beziehungsweise „Unter den Zwillingsmonden“ (deutscher Titel) soll uns und die Crew der Discovery zum nächsten Hinweis führen, den Dr. Vellek (Michael Copeman) hinterlassen hat. Mir stellt sich zwar schon jetzt die Frage, weshalb der Romulaner in der Lage war, so viele Hinweise (vier Puzzleteile fehlen am Ende ohnehin noch) zu verteilen und am Ende doch dem Schicksal vom Auftakt (und vor 800 Jahren) zu folgen, statt bessere Optionen zu haben, aber warten wir mal ab, worauf die Jagd letztlich hinausläuft.

Bevor es aber unter die Zwillingsmonde geht, erwartet Michael (Sonequa Martin-Green) noch eine Anhörung, die sich um Captain Rayner (Callum Keith Rennie) und sein Verhalten auf Q'Mau dreht. Mit dabei sind auch Föderationspräsidentin Rillak (Chelah Horsdal) und Admiral Vance (Oded Fehr), die Rayner ordentlich in die Mangel nehmen, was schließlich zu einem verbalen Wutausbruch des Captains führt, der über 30 Jahre der Föderation treu war.

Wenig später begibt sich die Discovery zum Planeten der Zwillingsmonde, wobei diesmal neben Book (David Ajala) auch Tilly (Mary Wiseman) dabei ist, um Unterstützung zu leisten. Für Saru (Doug Jones) soll es (vorerst?) die letzte Mission sein. Zusammen mit Michael wird er auf den Planeten gebeamt, der den Promellianern (siehe auch hier oder hier) als letzte Ruhestätte dient und mit Fallen gespickt ist, die es zu überwinden gilt. Die Leben von Michael und Saru hängen dabei plötzlich am seidenen Faden, während an Bord der Discovery Adira (Blu del Barrio) und Tilly einen Weg suchen, die Falle zu überwinden - was ihnen mit der Hilfe von Rayner gelingen soll.

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Book nimmt derweil Kontakt zu Moll (Eve Harlow) und L'ak (Elias Toufexis) auf, was uns letztlich etwas mehr Informationen über einen der beiden Antagonisten beschert und Books Situation erneut verkomplizieren könnte. Gleichzeitig finden Michael und Saru den nächsten Hinweis und erfahren, dass Moll und L'ak ihnen abermals zuvorgekommen sind, aber etwas übersehen haben. Gut möglich also, dass nächste Woche unsere Disco-Crew einen Vorsprung bei der Suche nach dem „heiligen Gral allen Lebens“ hat.

Doug Jones und Sonequa Martin-Green in „Star Trek: Discovery“
Doug Jones und Sonequa Martin-Green in „Star Trek: Discovery“ - © Paramount+

Action Saru!

Es ist irgendwie schade, dass wir den Spitznamen von Saru vorher noch nie zu hören bekommen haben. Dass Jett Reno (Tig Notaro) die Urheberin sein soll, ist derweil weniger verwunderlich und ich hoffe inständig, dass sie in dieser Staffel noch mehrere Auftritte erhält. Ihre Zwiegespräche mit Stamets (Anthony Rapp) fehlen mir jedenfalls nach den ersten beiden Episoden dieser Staffel bereits. Aber zurück zu Saru, der zu Beginn seiner vermeintlich letzten Mission an Bord der Discovery zunächst mit Michael den Planeten Lyrek begutachten und über die gemeinsame Reise der beiden Figuren sprechen darf. Man merkt, dass der Abschied naht und dieser schwerfallen wird. Vielleicht ähnlich wie bei uns, die diese Besatzung seit Serienstart kennen und lieben gelernt haben, mit all ihren Facetten, Werten und persönlichkeitsbestimmenden Momenten.

Aber zunächst gilt es, den weiteren Hinweis zu finden und da wird unseren beiden Freunden einiges an Steinen in den Weg gelegt. Killerdrohnen strömen aus einer vieräugigen Statue und während Michael und Saru ums nackte Überleben kämpfen, müssen Tilly und Adira einen Weg finden, um die Energiequelle dieses Abwehrmechanismus auszuschalten. Keine leichte Aufgabe, aber glücklicherweise hat Captain Rayner übergroße Ohren und meldet sich per Holo-Projektion, um zielführende Tipps zu geben. Ernsthaft, ich verstehe ja, dass man Rayner irgendwie positiv in die Handlung einbringen möchte, aber so hilfreich sein Auftritt auch sein mag, fällt es mir schwer zu glauben, dass er diesen „einfach mal so“ machen konnte. Schließlich ist er die Person, um die sich die Anhörung dreht und sollte von daher in U-Haft oder etwas Vergleichbarem sitzen, statt Kommunikationskanäle abzuhören und obendrein noch einzuschreiten. Aber gut, ohne seine Tipps wären Tilly und Adira aufgeschmissen gewesen und Michael und Saru vermutlich beerdigt worden.

Zurück zur Story darf Saru anschließend die Drohnen ablenken, während Michael versucht, den Verteidigungsmechanismus auszuschalten. Das erinnert natürlich an die Fähigkeiten des Kelpianers, die er bereits in Si Vis Pacem, Para Bellum zeigen durfte. Und glücklicherweise haben sich die Autoren nicht dafür entschieden, unserem Kelpianer auf seiner vermeintlich letzten Mission ein vorzeitiges Ende zu bescheren. Es ist zwar knapp, aber Saru fängt sich bloß eine kleinere Verletzung ein. „Action Saru“ eben, was sich durchaus feiern lässt. Insofern darf nächste Woche (oder auch später) die Hochzeit gerne kommen. Ich freue mich jetzt schon auf die Zeremonie mit Saru und T'Rina (Tara Rosling).

Sonequa Martin-Green und Doug Jones in „Star Trek: Discovery“
Sonequa Martin-Green und Doug Jones in „Star Trek: Discovery“ - © Paramount+

Cleveland Booker

Book nutzt das „Dark Web“, äh, „Dark Comms“, um Kontakt zu Moll und L'ak aufzunehmen. Die beiden antworten sogar auf seine Botschaft, haben aber keinerlei Interesse mehr daran, das Buch von Dr. Vellek zu verhökern. Offenbar ist ihnen bewusst geworden, wie wertvoll der versteckte „Schatz“ sein muss. Warnungen von Book, dass ihnen die Föderation im Nacken sitzt, werden ignoriert.

Während des Dialogs erfahren wir, dass der Name „Cleveland Booker“ für Moll eine große Bedeutung besitzt. Sein Name ist nicht nur bei den Kurieren bekannt - schließlich war Book lange Zeit selbst ein Kurier - sondern hat für Moll noch eine andere Bedeutung, weil sie die Tochter von „Cleveland Booker IV“ ist.

Diese Information, die Book anhand eines Geburtsmals und mit der Hilfe von Zora (Annabelle Wallis) erlangt, wird Book sicher noch zu schaffen machen. Denn nach der Zerstörung von Kwejian und mit der Verbindung zu seinem ehemaligen Mentor ist Moll oder Malinne (wie ihr echter Name lautet) tatsächlich so etwas wie Familie. Da bahnen sich Konflikte an, wenn Book sich zwischen ihr und der aktuellen Mission entscheiden muss.

Captain Rayner

Für Captain Rayner sehen die Karten zu Beginn der Episode schlecht aus. Zwar versucht Michael, ihn zu schützen und ihn davon abzuhalten, sich verbal sein eigenes Grab während der Anhörung zu schaufeln, aber ohne Erfolg. Rayners Sichtweise - auf die Mission und seine Handlungen - stammt aus einer Zeit vor der Ankunft der Discovery, als die Emerald Chain am Drücker war und der tägliche Überlebenskampf mehr oder weniger zum Alltag gehörte. Ich hatte ihn im letzten Review als leicht hitzköpfig bezeichnet und eine Parallele zu Michael aus der ersten Staffel gezogen, was noch immer zutrifft. Während Michael aber mittlerweile gelernt hat, gewisse Situationen anders zu bewerten und nicht immer den Erfolg der jeweiligen Mission in den Vordergrund zu stellen, wenn dadurch Leben gefährdet werden, besteht hier bei Rayner offenbar noch lernbedarf.

Ich finde Captain Rayner allerdings durchaus nachvollziehbar und halte ihn für einen guten, sehr pflichtbewussten Captain, wozu mir Admiral Vance (Oded Fehr) sicher zustimmen würde. Schließlich lobt der Admiral selbst den Captain, mit dem er schon einige Gefechte gemeinsam beschritten hat. Für Rayner ist es auch schon die siebte rote Direktive, er hat sich mehrere Auszeichnungen verdient und als Mann der Tat hat er im Staffelauftakt auch Michael beeindrucken können, die sonst wohl kaum versucht hätte, ihn zu decken.

Callum Keith Rennie und Sonequa Martin-Green in „Star Trek: Discovery“
Callum Keith Rennie und Sonequa Martin-Green in „Star Trek: Discovery“ - © Paramount+

Wie oben weiter geschrieben, liefert Rayner auch gute Tipps für Adira und Tilly, was sicher dazu beiträgt, dass Michael ihn am Ende der Episode als ihre neue Number One haben möchte. Ich hätte mir nur gewünscht, dass dieser Einsatz von Rayner etwas anders gestaltet worden wäre, denn sein Holo-Auftritt kratzt doch stark an der Glaubwürdigkeit, wenn er zu der Zeit im Mittelpunkt einer Anhörung steht und trotzdem die Gelegenheit hat, Kommunikationen abzuhören und selbst einzugreifen - angestrebter Missionserfolg hin oder her.

Aber wie auch immer. Ich bin gespannt, wie sich die neue Nummer eins an Bord der Discovery schlägt. Schließlich wissen wir, wie engstirnig Michael sein kann und im Gegensatz zu Saru hat Rayner eben nicht den Vorteil, auf jahrelange Erfahrungen mit seinem neuen Captain zurückgreifen zu können. Geschweige denn auf Erfahrungen mit dieser Crew, die genau wie ihr Schiff einmalig bleibt.

Sonstiges

Rayner erwähnt die Breen und die Tholianer, außerdem scheint sich bei den Orionern noch etwas zu tun. Weitere Referenzen gibt es in der zweiten Episode ebenfalls, wenn auch leicht spärlicher gesät als im Auftakt.

Sicher scheint aber, dass Moll und L'ak erstmal Betazed einen Besuch abstatten, während die Discovery nach Trill aufbricht und somit einen Vorsprung erlangen könnte. Trotzdem bin ich mir sicher, dass Moll und L'ak den Spieß noch einmal umdrehen werden und Book dabei ein Rolle spielt. Mal schauen…

Zwei Episoden, zwei „neue“ Planeten. Das darf natürlich gerne so weitergehen, auch wenn wir Trill bereits (mehr oder weniger) kennen. Aber selbst, wenn nächste Woche ein bekanntes Set genutzt wird, um den nächsten Hinweis von Dr. Vellek zu erlangen, bleiben noch drei weitere Teile im Puzzle auf der Entdeckungsliste. Also vermutlich drei weitere Planeten, auf denen es Rätsel zu lösen gilt, um in der Schnitzeljagd weiterzukommen. Ich bin da sehr zuversichtlich, was die weitere Reise angeht und freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung des Abenteuers.

Fazit

Die erste Episode hat mir besser gefallen, weil sie irgendwie mehr von allem hatte. Under the Twin Moons ist trotzdem aus vielerlei Hinsicht großartig, hat aber mit Rayners überraschender Hilfe einen wesentlichen Kritikpunkt, der sich nicht wegdichten lässt. Ich würde vier von fünf Sternen vergeben. Und ihr?

Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 7. April 2024
Episode
Staffel 5, Episode 2
(Star Trek: Discovery 5x02)
Deutscher Titel der Episode
Unter den Zwillingsmonden
Titel der Episode im Original
Under the Twin Moons
Länge der Episode im Original
53 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 4. April 2024 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 4. April 2024
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Donnerstag, 4. April 2024
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Donnerstag, 4. April 2024

Schauspieler in der Episode Star Trek: Discovery 5x02

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