Star Trek: Discovery 4x13

Star Trek: Discovery 4x13

Mit der Folge Coming Home beendet die US-Serie Star Trek: Discovery ihre vierte Staffel. Während auf der Erde und Ni'Var Evakuierungen eingeleitet werden, muss die Discovery einen Weg finden, um Tarka aufzuhalten und die Verhandlungen mit Spezies 10C wiederaufzunehmen.

Chelah Horsdal und Sonequa Martin-Green in Star Trek: Discovery, (c) Paramount+
Chelah Horsdal und Sonequa Martin-Green in Star Trek: Discovery, (c) Paramount+
© helah Horsdal und Sonequa Martin-Green in Star Trek: Discovery, (c) Paramount+

Coming Home

Coming Home schließt die nunmehr vierte Staffel Star Trek: Discovery ab und kümmert sich dabei nicht nur um das große Problem, welches unsere Galaxie durch die Spezies 10C und deren „Erntemaschine“ heimsucht. Verschiedene Handlungsbögen, die uns über die Staffel hinweg begleitet haben und teilweise bis zum Staffelauftakt zurückreichen, werden hier abgeschlossen. Dadurch ergibt sich ein runder Abschluss, der auch gut als Serienfinale fungieren könnte und darüber spekulieren lässt, wie die Reise der Discovery in der kommenden fünften Staffel weitergehen wird.

Aber fangen wir vorne an. Die Uhr tickt weiterhin, weshalb die Föderation unter der Leitung von Admiral Vance (Oded Fehr) die größte Evakuierung der Geschichte einleitet, um möglichst viele Leben vor der DMA zu retten. Tilly (Mary Wiseman) ist Teil dieser Aufgabe, wobei wir aber auch erneut auf die Kadetten Gorev (Adrian Walters) und Harral (Seamus Patterson) treffen. Von vornherein ist klar, dass nicht alle Bewohner von der Erde oder auch Ni'Var evakuiert werden können, weshalb der Fokus schnell wieder zurück zur Discovery schwenkt.

Diese sitzt vorerst noch immer in der Blase fest, die Books Schiff durch Ndoyes (Phumzile Sitole) Eingriff verlassen konnte. Ruon Tarka (Shawn Doyle) ist derweil weiter auf Zerstörungskurs zur Energiequelle und hat Book (David Ajala) und Reno (Tig Notaro) in seiner Gewalt. Für Michael Burnham (Sonequa Martin-Green) und die Besatzung der Discovery stehen somit mehrere Aufgaben an. Einen Ausweg aus der Blase finden, Tarka irgendwie stoppen und den Kontakt zu Spezies 10C wiederherstellen, um hoffentlich genug Überzeugungsarbeit zu leisten und die DMA noch rechtzeitig aufzuhalten. Spannung ist da garantiert, während erneut auf Teamarbeit gesetzt wird und noch genug Zeit bleibt, um persönliche Werdegänge bestimmter Figuren zu behandeln.

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Evakuierung

Ganze Planeten und Monde zu evakuieren, ist eine Mammutaufgabe, die sich nicht von jetzt auf gleich umsetzen lässt. Um möglichst viele Bewohner zu retten, reist Admiral Vance mitsamt Föderationshauptquartier zur Erde. Nicht nur, dass diese Station über Warpantrieb verfügt, nein, die verschiedenen Ebenen können als Rettungsboote abgekoppelt und individuell gesteuert werden. Äußerst praktisch und in meinen Augen eine nette Idee, um die technologische Weiterentwicklung aufzuzeigen. Auch wenn ich mich frage, ob man mit anderer Technologie - wie beispielsweise Transporterspeichern oder sowas - nicht wesentlich mehr Leute hätte retten können.

Das Wiedersehen mit Tilly hat mich gefreut. Offenbar hat sie tatsächlich ihre Bestimmung an der Akademie gefunden, wie uns beiläufig im Umgang mit den Kadetten gezeigt wird. Ferner ruft sie die USS Mitchell auf den Plan (schöner Auftritt) und soll später zusammen mit Vance zurückbleiben, um den letzten Evakuierungsschiffen ein sicheres Entkommen zu ermöglichen. Ihr Gespräch mit dem Admiral über Familie, Bestimmung, Wünsche und Bedauern hat mir ebenfalls gefallen, zumal wir dabei auch etwas mehr über Vance lernen.

Ruon Tarka

Tarka bleibt weiterhin stur und nichts, was Book oder Reno anführen, soll ihn zum Umdenken bewegen, während er das Schiff in Richtung Energiequelle steuert und dabei dem Widerstand ausweicht, der ihm von Spezies 10C entgegengeworfen wird. Dabei verwundert es, dass der Widerstand nicht größer ausfällt, schließlich sollte diese technologisch derart überlegene Spezies doch in der Lage sein, sich um ein kleines Schiff zu kümmern, es irgendwie festzuhalten oder gar per Wurmloch aus dem Weg zu schaffen. Erst recht, wenn die Bedrohung, die Tarka aktuell darstellt, die eigene Existenz bedroht. Hier wäre sicher eine kleine Erklärung angebracht gewesen, weshalb es an Book, Reno und schließlich Ndoye liegen soll, das Schiff vom eingeschlagenen Kurs abzubringen, während Spezies 10C mehr oder weniger zuschaut.

An Bord soll es Book aber mit der Hilfe von Grudge (eine weitere nette Idee) gelingen, Tarka schließlich doch noch auszuknocken. Dummerweise können Reno und Book aber nicht die Kontrolle über das Schiff zurückgewinnen, weshalb sie darauf angewiesen sind, erneut auf Tarka einzureden. Mit der Frage, ob Oros (Osric Chau) Tarkas Plan gutheißen würde, findet Book endlich Gehör und kann eine Wendung einleiten. Aber auch dafür soll es bereits zu spät sein, denn selbst Tarka ist nicht mehr in der Lage, rechtzeitig die eigene Verschlüsselung auszuhebeln. Dumm gelaufen.

Ausschnitt aus der Episode Coming Home der US-Serie Star Trek: Discovery
Ausschnitt aus der Episode Coming Home der US-Serie Star Trek: Discovery - © Paramount+

Von allen Handlungssträngen ist dieser mit Sicherheit der schlechteste, denn man merkt an verschiedenen Stellen, dass das Drehbuch immer wieder zurechtgebogen werden musste, um zum gewünschten Ende zu gelangen. Bestes Beispiel ist Tarka selbst, der gegen Ende machtlos seinem eigenen Werk gegenübersteht. Und sollen wir da etwa mit ihm mitfiebern und hoffen, dass er den Sprung in sein „Paradies“ doch noch irgendwie geschafft hat? Nee, diese Figur hätte von Beginn an anders gestaltet werden müssen. Weniger widersprüchlich, deutlich sympathischer und vor allem nachvollziehbarer in seiner Rolle als (zwischenzeitlicher) Bösewicht.

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Aktionen und Konsequenzen

An Bord der Discovery lässt Michael die Delegierten versammeln, um den Übeltäter zu finden, der letzte Woche Books Schiff die Flucht aus der Blase ermöglicht hat. Ndoye gesteht schnell ihre Schuld und muss einsehen, dass sie durch ihr Handeln genau das Gegenteil von dem bewirkt hat, was sie anstrebte. Ups. Später soll sie allerdings die Möglichkeit erhalten, anstelle von Detmer (Emily Coutts) einen Kamikaze-Flug durchzuführen, der angeblich auch den sicheren Tod von Book und Tarka zur Folge haben wird. Wenige Momente nach der Kollision sind alle drei noch am Leben.

Ein weiteres Beispiel dafür, wie konsequenzlos mehrere Handlungen für bestimmte Figuren bleiben, was mit Sicherheit der größte Kritikpunkt am Staffelfinale ist. Ich möchte natürlich nicht sehen, wie unsere Figuren in den sicheren Tod aufbrechen. Aber wenn sie es doch tun oder eine Rettung im Vorfeld als aussichtslos eingestuft wird, sollten dann nicht auch Konsequenzen folgen, die daraus nach aller Wahrscheinlichkeit hervorgehen? Denn wenn nicht, wird das Drama heruntergespielt und man kommt sich als Zuschauer doch ein wenig hinters Licht geführt vor. Das ist bei Ndoye der Fall, aber auch bei Book, dessen „Opfer“ umgehend revidiert wird, um wenig später doch noch zu sterben, weil sein Transportersignal nicht ankommt und wieder später doch noch am Leben ist, weil Spezies 10C das Signal abgefangen und konserviert hat. Dieser (mehrfache) Wechsel vom einen Extrem zum nächsten tut weder der Handlung noch unseren Figuren gut.

Versteht mich nicht falsch, ich habe mich am Ende natürlich gefreut, dass Book nicht über die Klinge gesprungen ist und die Todesquote vergleichsweise niedrig ausfällt. Nehmen wir allerdings Michaels Entscheidung hinzu, seinen Tod in Kauf zu nehmen, um die Mission noch zum Erfolg zu führen, wiegt diese Entscheidung weniger schwer, wenn das Resultat dann doch wieder anders ausfällt.

Spezies 10C

Wenn es um die unbekannte Spezies geht, wissen die weiteren Entwicklungen zu gefallen. Einen ersten Hinweis auf ein „Hive-Bewusstsein“ (Schwarmdenken? - irgendwie fehlt mir als O-Ton Zuschauer das passende, deutsche Wort dafür) soll es bereits vor dem Intro geben und durch T'Rina (Tara Rosling) bestätigt werden. Offenbar können die 10C (schade, dass wir keinen echten Namen für diese Spezies erhalten) unsere einzelnen Individuen nicht voneinander unterscheiden und betrachten uns als Einheit, womit sie erst lernen müssen, unsere unterschiedlichen Denkweisen und Handlungen zu verstehen.

Dabei kann unsere Crew glücklich sein, dass die 10C (anders als die Borg) eine grundlegend friedliche Natur haben und schnell lernen. Auf jeden Fall erfrischend, wenn Star Trek: Discovery im Staffelfinale einmal nicht von Kämpfen dominiert wird, sondern weitere Verhandlungen das Ziel darstellen und diese schließlich zum gewünschten Ergebnis führen. Auch die optische Darstellung dieser fremdartigen Welt mitsamt seiner Bewohner weiß zu überzeugen und fühlt sich erfrischend anders an. Davon darf es in Zukunft gerne mehr geben.

Bei den Verhandlungen selbst tritt unsere Crew derweil als Team auf, auch wenn hauptsächlich Rillak (Chelah Horsdal), Burnham und schließlich Book den Dialog führen. Überraschend widerstandslos folgen die 10C dabei den Bitten und verzichten am Ende sogar auf das Hyperfeld, welches dem eigenen Schutz dient, aber eben die DMA erforderlich macht, die nicht nur ganze Welten zerstört, sondern (wie zuvor gezeigt) gefährliche Subraumspalten hinterlässt. Wenn sich doch nur alle Konflikte so verständnisvoll lösen lassen würden...

Ausschnitt aus der Episode Coming Home der US-Serie Star Trek: Discovery
Ausschnitt aus der Episode Coming Home der US-Serie Star Trek: Discovery - © Paramount+

Happy Endings

Für Michael Burnham, aber auch viele andere Figuren, soll die Reise auf einer äußerst emotionalen Note enden. Sie stellt hier den Erfolg der Mission vor ihr persönliches Glück, wenn sie bereit ist, Book zu opfern und später soll auch der Bogen zum Staffelauftakt geschlagen werden, wenn sie mit Rillak einen weiteren Dialog führt und das Kommando über die neue Voyager angeboten bekommt (und direkt ablehnt). Oben weiter hatte ich bereits einschränkend erwähnt, dass die dramatische Rechnung nicht ganz aufgeht, weil die notwendigen Konsequenzen ausbleiben. Übrigens auch für Book, der mit seiner „Strafe“ doch ziemlich gut zurechtkommen wird. Aber wenn ich die Wahl hätte, würde ich wohl auch zu diesem Ende greifen - ich mag einfach Happy Endings.

Weniger dramatisch sieht es bei anderen Figuren aus. Saru (Doug Jones) und T'Rina sollen endlich zusammenfinden, während Culber (Wilson Cruz) und Stamets (Anthony Rapp) sowie zahlreiche andere dem wohlverdienten Urlaub entgegenblicken. Adira (Blu del Barrio) hat neue Freunde in der Brückencrew gefunden - hier hat mich gewundert, dass Gray Tal (Ian Alexander) nicht noch einen kleinen Auftritt hatte - und das Wiedersehen mit Tilly soll nicht nur uns und Vance vergönnt sein. Die letzten Minuten drücken da gewaltig auf die Tränendrüse, was bestimmt wieder kritisiert werden wird. Aber sicher nicht von mir. Die Freude über das bestandene Abenteuer und die geretteten Planeten dürfen gerne emotional ausfallen und den Urlaub hat sich jedes Besatzungsmitglied verdient. Wie eingangs bemerkt, ein sehr rundes Ende (ohne Cliffhanger), vielleicht sogar mal als Serienende geschrieben. Da bin ich froh, dass die Reise der Discovery in der fünften Staffel weitergeht.

(Spoilerfreie) Eindrücke zur vierten Staffel

Ehe es ans Fazit zum vierten Staffelfinale geht, hier meine allgemeinen Eindrücke zur Staffel. Eine neue Bedrohung lässt nach dem Burn nicht lange auf sich warten und stürzt unsere Crew schnell ins nächste Abenteuer, welches zunächst genauer ergründet werden muss. Ganze Planeten werden von dem Phänomen ausradiert, was ein Besatzungsmitglied besonders trifft. Die vierte Staffel geht allerdings deutlich klassischer vor, setzt mehrfach auf Einzelabenteuer, bei denen die Bedrohung zwar mehr oder weniger im Hinterkopf bleibt, aber eben zuweilen von einer Art Fall der Woche abgelöst wird. Es gilt, zahlreiche Herausforderungen (auch innerhalb der Föderation) zu bewältigen, ehe die Discovery der Ursache näherkommt und sich dem Problem gen Staffelende schließlich stellen kann.

Ausschnitt aus der Episode Coming Home der US-Serie Star Trek: Discovery
Ausschnitt aus der Episode Coming Home der US-Serie Star Trek: Discovery - © Paramount+

Die Brückencrew tritt dabei vereinzelt in den Vordergrund, wodurch wir sie besser kennenlernen. Einige stehen sogar in bestimmten Folgen besonders im Fokus, was für die Serie ein Novum ist. Neben der großen Bedrohung warten aber auch mehrere persönliche Handlungsstränge auf uns, die sich teils durch die gesamte Staffel weiterentwickeln (und nicht nur Michael betreffen). Schon allein dadurch, aber auch durch bestimmte Fälle der Woche fühlt sich die vierte Staffel deutlich klassischer an, wirft ethische und moralische Fragen auf, wie man es aus den älteren Serien kennt und findet eigene Lösungen dafür. Eine Gastfigur, die uns länger begleiten soll, stellt allerdings ein Problemkind dar, mit dem sich nur schwerlich zurechtkommen lässt und welches bis zuletzt für Unmut sorgt.

Für mich persönlich funktioniert diese Staffel jedenfalls wesentlich besser als die ersten drei, denn es gibt keine Totalausfälle und lediglich ein paar Episoden, die ich als durchschnittlich einstufen würde. Ich würde jedenfalls jedem empfehlen, hier am Ball zu bleiben. Die Serie hat sich mit jeder Staffel ein bisschen weiterentwickelt und an sich gearbeitet, was man jetzt auch hier am Ergebnis bemerkt.

Fazit

Als Einzelfolge betrachtet würde ich wegen eines bestimmten Handlungsstrangs, der eine bestimmte Figur involviert und tatsächlich nicht bis wenig gut gelungen ist, wohl eher kritisch sein. Aber als Staffelabschluss kann sich das Finale sehenlassen, führt mehrere, persönliche Geschichten zu einem schönen Ende und kommt vor allem mit Blick auf die große Bedrohung zu einem überraschend friedlichen Ergebnis. Ich bin da jedenfalls geneigt, bei diversen Mankos ein Auge zuzudrücken und diese weniger schwer zu wichten, zumal ich gegen Ende auch die eine oder andere Träne wegwischen musste. Von mir gibt es daher diese Woche vier von fünf Sternen. Und von Euch?

Serientrailer zur vierten Staffel

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 19. März 2022
Episode
Staffel 4, Episode 13
(Star Trek: Discovery 4x13)
Deutscher Titel der Episode
Die Heimkehr
Titel der Episode im Original
Coming Home
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 17. März 2022 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 18. März 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Freitag, 18. März 2022

Schauspieler in der Episode Star Trek: Discovery 4x13

Darsteller
Rolle
Doug Jones

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