Star Trek: Discovery 4x11

© ilson Cruz, Emily Coutts, Sonequa Martin-Green und Doug Jones in Star Trek: Discovery, (c) Paramount+
Rosetta
Der erste Kontakt mit der unbekannten Spezies 10C nimmt eine weitere Auszeit, obwohl die Zeit drängt und die jetzt anvisierte Mission vielleicht nicht erfolgreich sein wird. Es gilt, den ehemaligen Heimatplaneten der Milchstraßeninvasoren zu erkunden und Hinweise darauf zu finden, wie eine Kommunikation möglicherweise stattfinden kann. Je mehr man im Vorfeld über die noch unbekannte Spezies weiß, umso besser. Aber nicht jeder ist mit dieser möglicherweise gewinnbringenden Verzögerung einverstanden, die zudem noch Michael Burnham (Sonequa Martin-Green), Saru (Doug Jones), Dr. Culber (Wilson Cruz) und Detmer (Emily Coutts) involviert, welche dem Gasriesen einen Besuch abstatten.
Book (David Ajala) und Tarka (Shawn Doyle) haben derweil zur Discovery aufgeschlossen und wollen Books Schiff unbemerkt von Zora (Annabelle Wallis) mit der Discovery verbinden, um ins Hyperfeld zu gelangen, wo noch immer die Energiequelle der 10C eingeheimst werden soll. Dazu muss Tarka allerdings im Maschinenraum der Discovery einen „Patch“ installieren, womit sich beide heimlich an Bord beamen. Neben der Außenmission und den beiden Eindringlingen gibt es außerdem noch verschiedene Konversationen an Bord der Discovery zu beobachten.
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Unnötige Verzögerung?
Fangen wir direkt mit einem kleineren Knackpunkt an. Der erste Kontakt mit Spezies 10C steht nun schon seit mehreren Wochen auf der To Do - Liste der Föderation und den Abgesandten verschiedener Völker. Nach einigem Hin und Her sowie der Durchquerung der galaktischen Barriere letzte Woche, wohnt der Zuschauer nun einer weiteren Hinhaltetaktik bei, womit der erste Kontakt frühestens nächste Woche stattfindet. Das ist mit Blick auf die letzten Folgen schon ein bisschen deprimierend, auch wenn es sicher nicht verkehrt ist, im Vorfeld mehr über die unbekannte Spezies zu erfahren.
29 Stunden verbleiben zu Beginn der Episode, ehe die Erde und Ni'Var die Auswirkungen der DMA zu spüren bekommen werden. Bleibt da wirklich Zeit für einen Ausflug zum ehemaligen Heimatplaneten von 10C? Ndoye (Phumzila Sitole) meint nein, vielleicht auch von der Bemerkung von Dr. Hirai (Hiro Kanagawa) angetrieben, der später von Rillak (Chelah Horsdal) dafür zurechtgewiesen wird. Dabei sind Zweifel an Sinn und Zweck der kommenden Außenmission durchaus gerechtfertigt. Schließlich hätte das Außenteam auch mit leeren Händen zurückkehren können, wenn auf dem Gasriesen keine Spuren von 10C mehr übriggeblieben wären. Michaels Versprechen, etwas zu finden, ist da vollkommener Quatsch. Es wird ein Risiko eingegangen, und zwar mit der (berechtigten) Hoffnung, irgendetwas zu finden, was den ersten Kontakt erleichtern könnte.
Ein weiteres Risiko besteht darin, den Captain, den ersten Offizier und den Schiffsarzt zusammen auf diese Mission zu schicken. Natürlich wird erklärt, warum das so sein muss, und Michael soll (wie fast immer) richtig liegen. Aber mal angenommen, das Shuttle wäre abgestürzt. Wie lange hätte die Discovery mit Nilsson (Sara Mitich), die zwischenzeitlich das Kommando hat, gewartet, ehe man nach dem Außenteam schaut oder gar ohne weiterzieht? In meinen Augen ist es jedenfalls nicht einfach, für und wider zu argumentieren. Zweifel sind berechtigt, weil eben niemand im Vorfeld wissen kann, ob diese Außenmission sich lohnen wird.
Außenmission
Was uns dann allerdings in der Außenmission geboten wird, macht die Verzögerung wieder wett. Hätte Terri Hughes Burton sich ausschließlich auf dieses Geschehen konzentriert und zusätzlich die kleinen Unterhaltungen an Bord während des Ausflugs eingestreut, wäre Rosetta eine ausgezeichnete Episode. Ich hatte ja vor ein paar Wochen, nachdem klar war, dass die DMA Boronit erntet und dieses dafür genutzt werden kann, um das Omega-Molekül herzustellen, kurzzeitig die Borg in Verdacht, hinter der unbekannten Spezies 10C zu stecken (schließlich wissen wir noch nicht, was mit denen in der Zukunft passiert ist). Aber nach dieser Folge ist klar, dass wir es tatsächlich mit einer neuen, sehr fremdartigen Lebensform zu tun haben.
Das wird schon deutlich, sobald der unwohnliche Planet betreten wird und unser Außenteam die ersten Hinweise findet, die über das Aussehen und die Lebensweise von 10C mutmaßen lassen. Zudem scheint Saru plötzlich durchzudrehen, hat Halluzinationen und verspürt große Angst, obwohl er seit seiner Entwicklung in Staffel zwei mehrere Schritte weiter ist und derartige Panikattacken nicht mehr vorkommen sollten. Da liegt halt etwas in der Luft (oder am Boden), was unbekannt ist und anschließend auch auf Culber und Burnham übergreift.
Monieren lassen sich zwei Punkte. Einerseits, dass Saru nach seiner ersten Panikattacke von Vertigo spricht und somit den anderen den wahren Grund für sein Verhalten verschweigt. Und zum anderen, dass die Anzüge eigentlich alle fremden Stoffe außen vorhalten sollten. Schließlich ist die Rede von Kohlenwasserstoffverbindungen und egal, wie fremdartig die sein mögen, handelt es sich dabei um Substanzen (ob nun fest, flüssig oder gasförmig), vor denen ein Anzug schützen sollte. Strahlung wäre ein anderes Thema, die kann feste Materie durchdringen. Aber vielleicht bin ich an dieser Stelle auch ein wenig überkritisch.
Jedenfalls hat mir (trotz der kleinen Kritikpunkte) die Außenmission gefallen. Diese Entdeckungsreise liefert die nötigen Erkenntnisse, die es sicher braucht, um einen erfolgreichen ersten Kontakt zwischen 10C und den Einwohnern der Milchstraße herzustellen. Ich bin mir zwar noch nicht sicher, wie eine Unterhaltung über Pheromone funktionieren soll, aber naja, abwarten. Detmers Beteiligung an der Mission hat mich ebenfalls gefreut, denn da gibt es durchaus eine Entwicklung zu verbuchen, die uns diese Figur näherbringt, ohne aufgepresst zu wirken, wie es in vorherigen Folgen und mit anderen Charakteren der Brücke zuweilen der Fall war. Wie gesagt, dieser Handlungsbogen weiß zu gefallen und liefert (mit kleinen Abstrichen) genau das, was neugierig auf mehr macht.
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Eindringlinge an Bord!
Diese Meldung verkündet Zora leider nicht. Tarka hat nämlich etwas aus dem Hut gezaubert, was ihm und Book ermöglicht, sich unerkannt an Bord der Discovery zu bewegen. Außerdem hält Zora gerade ihr Mittagsschläfchen, als die beiden Eindringlinge an Bord kommen und erkennt diverse Dinge nicht. Beispielsweise, dass jemand an den Replikatoren rumfummelt, Jett Reno (Tig Notaro) verschwindet oder Tarka einen „Patch“ installiert, der sie an einer Stelle der Außenhülle taub macht.

Ernsthaft, dieser Handlungsbogen war Murks hoch zehn. Meine erste Frage wäre, wie Tarka und Book überhaupt durch die Barriere gekommen sind und so schnell zur Discovery aufschließen konnten. Rein zeitlich passt das schon nicht, denn die Uhr tickt immer lauter. Und bei allem Wissen, was Tarka zu Tage legt und mit allen Erfindungen, die er aus dem Hut zaubert, weiß er nicht, wie er zusammen mit Book ins Hyperfeld gelangen soll und ist daher auf die Discovery angewiesen? Nee, das passt vorne und hinten nicht.
Aber nehmen wir einmal an, die beiden könnten sich tatsächlich unbemerkt auf die Discovery beamen, unbemerkt Gespräche miteinander und Ndoye führen, Türen und Schotts öffnen und obendrein noch hinter Zoras Rücken Replikatoren zur Ablenkung manipulieren und im Maschinenraum besagten „Patch“ vornehmen. Spätestens als Reno Tarka entdeckt, hätte diese Reise enden müssen. Stattdessen sehen wir sie am Ende auf Books Schiff in einer Zelle und Zora schläft weiterhin. Witzig außerdem, dass Book darauf besteht, Tarka zu begleiten, weil er das Schiff ja besser kennt. Erste Szene auf der Discovery ist dann, dass er eine Karte zückt, um den schnellsten Weg zum Maschinenraum ausfindig zu machen (echt jetzt?). Tarka läuft derweil unbemerkt und offscreen mehrere Decks ab, um die Replikatoren zu manipulieren. Mit anderen Worten: Tarka scheint das Schiff besser zu kennen als Book.
Aber das ist noch nicht alles. Ndoye mag mit Michaels Vorgehen nicht übereinstimmen, aber die Früchte der Außenmission sicher begrüßen, weil Michael ihr „Versprechen“ halten konnte. Zwar ist das Zeitfenster geschrumpft, aber der erste Kontakt wird mit den neuen Erkenntnissen bessere Chancen haben. Da müsste Ndoye Michael über den Eindringling informieren. Positiv allerdings, dass sie Book das Versprechen abverlangt, im Friedensfall die Füße still zu halten. Ob Book aber Tarka davon überzeugen kann, der zuvor schon nicht an Bord war, als es um die Zerstörung der DMA ging? Fraglich.
Sonstiges
Saru und T'Rina (Tara Rosling) sind nach wie vor liebenswert. Mögen die beiden zueinander finden und sich gegenseitig stützen. Diese Beziehung, die sich langsam und bedächtig über mehrere Folgen entwickelt hat, ist für mich jedenfalls nach wie vor ein kleines Highlight.
Adira (Blu del Barrio) bekundet derweil gegenüber Reno, dass Detmer ganz toll ist. Woher da jetzt die Zuneigung kommt, bleibt mir vorerst ein Rätsel und fühlt sich direkt auf die Folge zurechtgesponnen an. Aber naja, kann sicher nicht schaden, wenn Adira und Detmer sich etwas näherkommen und miteinander austauschen.

Fazit
Das Gelbe vom Ei ist durchaus sichtbar, wenn es um die Außenmission geht und auch die kleineren Gespräche an Bord der Discovery sind insgesamt sehenswert. Aber wenn es um Tarka und Book geht, ist die Episode ein ganz großes Fail. Ich bin hin- und hergerissen, was die Wertung angeht. Vielleicht drei von fünf Sternen? Was meint Ihr?
Sneak Peek zur nächsten Folge der Serie Star Trek - Discovery:
Hier abschließend noch das Sneak Peek zur nächsten Episode (4x12) der Serie Star Trek: Discovery:
Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 5. März 2022(Star Trek: Discovery 4x11)
Schauspieler in der Episode Star Trek: Discovery 4x11
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?