Star Trek: Discovery 4x10

Star Trek: Discovery 4x10

In der Folge The Galactic Barrier der US-Serie Star Trek: Discovery gilt es für die Discovery, die galaktische Barriere zu durchbrechen. An Bord befinden sich mehrere Delegierte, die den Kontakt zur unbekannten Spezies 10C herstellen sollen. Tarkas Hintergrundgeschichte wird derweil erläutert.

Sonequa Martin-Green in Star Trek: Discovery, (c) Paramount+
Sonequa Martin-Green in Star Trek: Discovery, (c) Paramount+
© onequa Martin-Green in Star Trek: Discovery, (c) Paramount+

The Galactic Barrier

Anhand des Titels lässt sich direkt erahnen, dass das Abenteuer der Woche (hauptsächlich) daraus besteht, die Discovery mit Präsidentin Rillak (Chelah Horsdal) und Abgeordneten verschiedener Völker durch die galaktische Barriere zu bringen. Kein leichtes Unterfangen, denn offenbar ist der Sporenantrieb auf unsere Galaxie beschränkt, so dass unser Schiff quasi „zu Fuß“ oder vielmehr mit Hilfe einer blasenförmigen „Fähre“ zur anderen Seite gelangen muss. Dumm nur, dass die ausgewählte Blase in einen Stau gerät.

Im zweiten großen Handlungsbogen wohnen wir Cleveland Booker (David Ajala) und Ruon Tarka (Shawn Doyle) bei, die ihre Diskrepanzen im Folgenverlauf beiseitelegen und ebenfalls die Grenze der Galaxie überschreiten wollen. Dazu benötigen die beiden aber programmierbare Antimaterie, weshalb es einen Ausflug in Tarkas Vergangenheit gibt, wo wir seinen „Freund“ Oros (Osric Chau) sowie den Kern seiner Motivation kennenlernen.

An Bord der Discovery gibt es außerdem noch ein paar Nebenhandlungen zu verfolgen. Saru (Doug Jones) und T'Rina (Tara Rosling) sind hier prominenter vertreten, während Stamets (Anthony Rapp) und Adira (Blu del Barrio) ebenfalls ein paar Auftritte erhalten. Und oh, die Brückencrew darf mitunter auch etwas mehr tun, als einfach nur dabei zu sein.

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Es gibt keine galaktische Barriere...

Wenn wir von Science-Fiction sprechen, haben wir irgendwie immer im Hinterkopf, dass es um Fiktion aber auch um Wissenschaft geht. Ein Reiz von Science-Fiction Serien (oder -Filmen) geht folglich zwangsweise davon aus, was in Zukunft vielleicht möglich ist und auf wissenschaftlichen Fakten fußt. Ob wir tatsächlich dahinkommen, steht auf einem anderen Blatt. So Dinge wie der Warp-Antrieb, Gravitationsdämpfer oder das Beamen mögen Dinge sein, die seit jeher eher in den Bereich Fiktion fallen, während das eigentlich lautlose All (kein Medium ergo kein Schall) mit Sicherheit in Sachen Star Trek falsch gestaltet wurde.

Erinnere ich mich an meine erste PC-Festplatte, die gerade mal 20 Megabyte Datenspeicher hatte und blicke auf diverse Terabyte, die heutzutage möglich sind, könnte aber zumindest das Beamen irgendwann mal in Reichweite kommen (jedenfalls, wenn man allein auf die nötige Speicherkapazität blickt). Der Witz ist eben, dass unsere moderne Technologie einige Ansatzpunkte bereithält, die mit fortschrittlicher Weiterentwicklung einmal dort landen könnte, wo entsprechende Science-Fiction Serien sich wiederfinden.

Aber ich schweife ab. Die titelgebende „Galaktische Barriere“ ist natürlich Murks, wie selbst bei Memory Alpha (hier schaue ich übrigens gerne mal nach, um mein Gedächtnis aufzufrischen) angegeben wird, denn in der Realität gibt es keinerlei Hinweise auf eine solche Barriere. Allerdings ist diese (angeblich) nur schwer zu überwindende Grenze zum Raum zwischen den Galaxien bereits seit Where No Man Has Gone Before fest im Kanon verankert, daher kann man den Machern von Star Trek: Discovery kaum verübeln, wenn sie diese Barriere nun thematisieren und daraus ein Abenteuer gestalten. Die optischen Besonderheiten beim Durchqueren haben mir gefallen und überhaupt wurde die Erscheinung der Barriere etwas angepasst. Es gibt übrigens keinen neuen Gary Mitchell (Gary Lockwood) zu verzeichnen, während die Schutzfunktion der modifizierten Schilde schnell nachlässt.

Durch die Barriere

Die Zeit drängt, nachdem die unbekannte Spezies 10C eine neue DMA ins Spiel gebracht hat. Folglich liegt der Fokus jetzt auf einen ersten diplomatischen Kontakt, der sich äußerst schwierig gestalten könnte. Kovich (David Cronenberg) warnt davor, mögliche Sprachprobleme nicht zu unterschätzen und Experte Dr. Hirai (Hiro Kanagawa) wird ins Spiel gebracht, um der Mission beizuwohnen (was Kovich wohl Wichtigeres vorhat?) - aber diese Woche soll es noch nicht zum ersten Kontakt kommen.

Der Zeitdruck wird derweil in mehreren Schritten gesteigert. Zunächst erkennt Paul, dass die neue DMA viel schneller Boronit erntet und somit schon bald in eine neue Region aufbrechen wird. Der Sporenantrieb bringt die Discovery nicht so nah wie erhofft an die Barriere und obendrein erhalten Rillak und Burnham (Sonequa Martin-Green) noch eine Nachricht von Vance (Oded Fehr), wonach nun unter anderem die Erde und Ni'Var bald von der DMA bedroht werden. Eine Nachricht, die Rillak der Besatzung vorenthalten möchte.

Für Michael ergibt sich hier ein neuer Konflikt mit der Präsidentin, während die aktuelle Mission bereits bei der Durchquerung der Barriere scheitern könnte. Ein Problem folgt dem nächsten und das schöne an der Episode ist, wie sich alle - Brückencrew inklusive - darauf fokussieren, die Discovery dem Ziel näher zu bringen. Alle tragen ihren Teil bei und erhalten mal mehr, mal weniger Screentime und Text, ehe die Discovery tatsächlich die Barriere durchquert hat. Für den Zuschauer ergibt sich hier (im Unterschied zu manch anderen Episoden) der Eindruck, dass jedes Mitglied der Besatzung wichtig ist und nicht einfach nur auf der Brücke rumsitzt.

Was die Nachricht angeht, wird Rillak sicher durch die Brückencrew umgestimmt, die sich an einer Stelle darüber austauscht, was sie nach diesem Abenteuer vorhaben. Eine Ansprache später ist allen bewusst, was jetzt auf dem Spiel steht und wie wichtig ein erfolgreicher erster Kontakt ist. In meinen Augen der richtige Schritt, die neueste Entwicklung „daheim“ nicht zu verschweigen. Aber was meint ihr?

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Ruon Tarka

Nachdem Tarka die DMA letzte Woche vorzeitig zerstört hat, ist Book nicht gut auf ihn zu sprechen. Allerdings wird Book schnell klargemacht, dass er ohne Tarka wohl kaum die galaktische Barriere überwinden, geschweige denn zur Spezies 10C vordringen wird. Eine weitere Zusammenarbeit ist vonnöten, wobei zunächst programmierbare Antimaterie organisiert werden muss. Tarka weiß, wo er die finden kann, was neuerliche Skepsis bei Book weckt und uns endlich genauer aufzeigt, woher Tarkas Motivation rührt.

Ausschnitt aus der Episode The Galactic Barrier der US-Serie Star Trek: Discovery
Ausschnitt aus der Episode The Galactic Barrier der US-Serie Star Trek: Discovery - © Paramount+

Um es direkt vorwegzunehmen, hat mich Ruons Geschichte nicht vollständig überzeugt. Die Rückblicke, die uns seinen „Freund“ Oros vorstellen und die Beziehung der beiden Wissenschaftler ergründen, sind natürlich nett anzusehen. Von der Emerald Chain gefangen und dazu gezwungen, einen alternativen Antrieb zu entwickeln, ergibt Sinn. Ebenso ergibt es Sinn, wenn heimlich ein Transporter entwickelt wird, der die Flucht in ein paradiesisches Paralleluniversum ermöglichen soll. Ohne viel spekulieren zu wollen, aber wäre das nicht vielleicht ein guter Aufhänger für die fünfte Staffel Star Trek: Discovery? Schließlich scheinen Multiversen gerade „in“ zu sein...

Aber zurück zu Ruon und Oros. Dass Tarka bereut, seinen Freund zurückgelassen zu haben, kann ich selbstredend nachvollziehen, zumal hier auch mehr als reine Freundschaft suggeriert wird. Die Hoffnung, dass Oros im „Paradies“ auf Ruon wartet, gibt Tarka auch die entsprechende Motivation, seinerseits den Transporter fertigzustellen, der wiederum eine große Energiequelle benötigt. So weit kann ich folgen. Aber weshalb so viele Leben riskieren, wenn es möglicherweise auch einen diplomatischen Weg gibt, um an eine solche Energiequelle heranzukommen? Spezies 10C hat offenbar unvorstellbare Mittel zur Verfügung, ist wissenschaftlich so viel weiter als unsere Milchstraße. Also, wenn es nur darum geht, den Transporter zur Funktion zu bringen, sollten diplomatische Bemühungen das Ziel von Tarka sein und nicht potenziell kriegerische Akte, um die Quelle einzuheimsen.

Des Weiteren frage ich mich, wie Oros vom bestimmten Paralleluniversum weiß beziehungsweise wie er dorthin reisen möchte oder gar konnte. Gab es vorher schon Personen, die dorthin gereist sind und kurz zurückkamen, um davon zu berichten? In Sachen Star Trek kennen wir nur das Spiegeluniversum (man möge mich korrigieren, falls ich falsch liege), nicht mehr. Gut möglich, dass es mehr gibt, aber hier fehlt mir noch eine Begründung für die Annahme und wie Oros genau dieses eine Universum ausmachen konnte.

Sonstiges

Das kurze Gespräch zwischen Saru und Bryce (Ronnie Rowe), der zu Forschungszwecken zurückbleibt, war nett, aber nicht mehr. Viel besser waren die Momente zwischen Saru und T'Rina, denn da entwickelt sich was, nachdem Saru verkündet hat, dass er sich mehr als eine Freundschaft vorstellen könnte. Seine Unsicherheit, die er wenig später gegenüber Culber (Wilson Cruz) zum Ausdruck bringt, fördert nur meine Sympathien für diesen Charakter. Hier bin ich wirklich gespannt, wie es mit den beiden weitergeht.

Ausschnitt aus der Episode The Galactic Barrier der US-Serie Star Trek: Discovery
Ausschnitt aus der Episode The Galactic Barrier der US-Serie Star Trek: Discovery - © Paramount+

Adira wird derweil vor Michael und durch Ziehvater Paul in eine leicht peinliche Situation geführt. An dieser Front ist allerdings klar, woher Pauls Motivation rührt, auch wenn wir später noch eine weitere Erklärung dafür erhalten, als Paul versucht, sich ein wenig zu entschuldigen. Adiras Rückkehr stehe ich ohnehin positiv gegenüber und bin ebenfalls gespannt, wie sich diese Patchwork-Familie (zu der ich auch Gray (Ian Alexander) zähle) entwickelt.

An anderer Stelle hatte ich bereits erwähnt, dass die Brückencrew diese Woche prominenter als sonst auftritt. Gute Sache, die hoffentlich weiterverfolgt wird. Nicht nur, was die jeweiligen Fähigkeiten auf den unterschiedlichen Posten angeht, die diese Woche gefordert werden, sondern hoffentlich auch, was persönliche Hintergrundgeschichten angeht. Denn die sind trotz einiger Eindrücke bislang noch Mangelware.

Fazit

Das Thema der galaktischen Barriere dominiert die Folge und verschiebt den anvisierten ersten Kontakt mit Spezies 10C ein weiteres Mal, wenngleich dieser nicht nur in den Fokus rückt, sondern zunehmend dringlicher wird. Erfreulich ist aber auf jeden Fall der Einsatz der Crew, wenn es darum geht, ein Problem nach dem anderen bei der Durchquerung der Barriere zu bewältigen. An anderer Stelle erfahren wir endlich mehr zu Ruon Tarkas Hintergrundgeschichte und ein paar Nebengeschichten werden ebenfalls bedient. Spannend bleibt es mit Sicherheit, aber für mich sind diese Woche aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr als dreieinhalb von fünf Sternen drin. Wie viele Sternchen würdet Ihr vergeben?

Sneak Peek zur nächsten Folge der Serie Star Trek - Discovery:

Hier abschließend noch das Sneak Peek zur nächsten Episode (4x11) der Serie Star Trek: Discovery:

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 26. Februar 2022
Episode
Staffel 4, Episode 10
(Star Trek: Discovery 4x10)
Deutscher Titel der Episode
Die Galaktische Barriere
Titel der Episode im Original
The Galactic Barrier
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 24. Februar 2022 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 25. Februar 2022
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Freitag, 25. Februar 2022

Schauspieler in der Episode Star Trek: Discovery 4x10

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