Star Trek: Discovery 4x06

Star Trek: Discovery 4x06

In der Folge Stormy Weather der US-Serie Star Trek: Discovery hat die Anomalie einen Riss im Subraum hinterlassen, der von der Discovery unter die Lupe genommen wird. Statt der erhofften Daten, die Hinweise auf den Ursprung der DMA geben sollen, findet unsere Crew das nächste Abenteuer.

Grudge in Star Trek: Discovery, (c) Paramount+
Grudge in Star Trek: Discovery, (c) Paramount+
© rudge in Star Trek: Discovery, (c) Paramount+

Stormy Weather

Die Discovery soll einen Riss im Subraum untersuchen, den die DMA jüngst hinterlassen hat. Kein ungefährliches Unternehmen, denn wie Saru (Doug Jones) anmerkt, hatten bereits die Enterprise und die Voyager das Vergnügen, sich derartige Risse anzuschauen und mussten dabei auf den Warpantrieb verzichten, während die Reise sich äußerst holprig gestaltete. Doch dieser Riss soll anders sein und führt die Discovery ins Nichts. Ein Nichts, welches stetig kleiner wird und sämtliche vorhandene Materie sprichwörtlich auffrisst, womit die Uhr zu ticken beginnt. Als sich auch noch der Sporenantrieb als nutzlos erweist, beginnt ein Kampf ums Überleben.

An anderer Stelle fühlt sich Schiffscomputer Zora (Annabelle Wallis) mangels Signalen der externen Sensoren von den inneren Sensoren überwältigt. Hier ist es zunächst an Gray (Ian Alexander), Zora ein wenig abzulenken und schließlich eine wichtige Entdeckung zu machen. Book (David Ajala) hätte statt der Untersuchung des jüngsten Tatorts der DMA lieber einen anderen Weg bestritten, um nach der Spezies hinter der Anomalie zu suchen. Nachdem er beim Versuch scheitert, die Discovery per Sporenantrieb aus der Gefahrenzone zu bringen, wird er von Halluzinationen geplagt, die sich in Form seines entfremdeten Vaters (Rothaford Gray) bemerkbar machen.

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Die Autoren Anne Cofell Saunders und Brandon Schultz jonglieren mit unterschiedlichen Themen, die unter der Regie von Jonathan Frakes schließlich zusammengeführt und lösungsweisend für das aktuelle Problem sein sollen. Inklusive eines Ausflugs in den Transporter-Speicher für die gesamte Besatzung außer Michael (Sonequa Martin-Green). Obendrein ist man am Ende einen kleinen Schritt weiter, was die unbekannte Spezies „10C“ angeht, denn Paul (Anthony Rapp) findet Hinweise, die auf den Rand der aktuellen Galaxie hindeuten.

Reise ins Unbekannte

Es wäre sicher eine gute Idee gewesen, erst einmal eine Sonde in den Riss zu schicken, ehe die Discovery hindurchfliegt. Oder vielleicht hätte man Books Schiff mit einem dieser neuartigen Anker versehen und ihn vorschicken können, um die Lage auf der anderen Seite zu erkunden. Aber gut, hinterher ist man immer schlauer und mit der großen Portion Nichts ließ sich nicht rechnen, weil bereits andere Schiffe ähnliche Phänomene untersucht haben. Außerdem konnte niemand wissen, dass sich der Sporenantrieb nicht als Notlösung erweisen würde.

Statt also in Ruhe die Umgebung zu sondieren und den jüngsten Tatort der DMA nach Hinweisen auf ihren Ursprung beziehungsweise den Ursprung der Erbauer zu untersuchen, gibt es auf der anderen Seite vom Spalt erstmal nichts zu entdecken. Gar nichts. Laut Adira (Blu Del Barrio), die Linus (David Benjamin Tomlinson) auf der Brücke vertritt, ein Ding der Unmöglichkeit und tatsächlich scheint diese Leere eine Art Rand zu haben, der sich aber nicht detektieren lässt und sämtliche Materie verschlingt. Wenn der vorgeschickte DOT sich schreiend auflöst (was ich übrigens auf Zora zurückführen würde, die hier einen Teil ihres „Körpers“ verliert) und der tödliche Rand näherkommt, wird sich die Crew der Gefahr bewusst.

Ausschnitt aus der Episode Stormy Weather der US-Serie Star Trek: Discovery
Ausschnitt aus der Episode Stormy Weather der US-Serie Star Trek: Discovery - © Paramount+

Mehr als einmal darf Michael ihre Besatzung zum Brainstorming auffordern, um eine Lösung für das Dilemma zu finden und die Crew hat tatsächlich einige hilfreiche Vorschläge parat, zeigt sich als Team und konzentriert sich gemeinsam auf eine Lösung. Das weiß zu gefallen, zumal dabei Figuren zu Wort kommen, die sonst bloß am Rande auftreten. Wobei mir Owosekuns (Oyin Oladejo) Einwürfe in Anbetracht der jeweiligen Lage unpassend vorkamen, den kleinen Konflikt mit Saru (der kurzzeitig das Kommando hat) hätte man sich da schenken können. Bryce (Ronnie Rowe) hingegen darf uns am Ende die Lösung erklären, die die Discovery zurück in den normalen Raum führen soll. Ich sehe zwar nicht, wie Sonar und Echolot ohne ein Medium wie Wasser funktionieren sollen, aber dieser Vergleich diente vermutlich bloß zur Erklärung des Prinzips und nicht der tatsächlichen Anwendung. Bei dem ganzen Technik-Gequassel, beispielsweise wenn Paul erläutert, wie er in Books Gehirn Hinweise findet, schalte ich ohnehin regelmäßig mal ab, wenn es zu wild wird. Hauptsache, die Besatzung findet schlussendlich eine Lösung, die sich halbwegs nachvollziehen lässt.

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Gegen Ende und als es für Michael zu heiß wird, habe ich mich allerdings schon gefragt, weshalb sie nicht auch den Speicher des Transporters aufsucht. Ist zwar nett, wenn Zora ihr das titelgebende Lied von Lena Horne singen darf, aber weshalb Ablenkung verschaffen, wenn doch Sicherheit gefragt ist und Zora ohnehin dafür zuständig ist, die Crew wieder aus dem Speicher zurückzuholen?

Zora

Bleiben wir erstmal bei Zora, die sich seit letzter Woche mit Emotionen auseinandersetzen muss. Ein Computer mit Gefühlen lässt schnell die Alarmglocken läuten, schließlich kennen wir bereits genug künstliche Intelligenzen, die auch ohne Emotionen gefährlich wurden (wir erinnern uns kurz an Control aus Staffel zwei), da könnten schlechte Launen des Schiffscomputers zu einem echten Problem werden. Mit Zora verfolgt man aber offenbar einen anderen Ansatz, denn bei ihr stellt sich vorerst nie die Frage, ob sie einem Befehl folge leistet oder nicht. Ihr Fokus ist auf die Sicherheit der Besatzung und des Schiffes ausgerichtet. Die neu gefundenen Emotionen sorgen zunächst dafür, dass sie diesen Fokus nicht ganz aufrechterhalten kann, weil sie von den Eindrücken der internen Sensoren überwältigt wird, nachdem die externen nichts mehr registrieren.

Folglich besteht ihr Dilemma aus durchaus menschlichen Problemen wie die Konzentration auf das Wesentliche oder später die Auseinandersetzung mit den eigenen Ängsten. Mich erinnert Zora dabei an einen späteren Data (Brent Spiner) mit Emotionschip, allerdings ohne den Luxus, diesen Chip gegebenenfalls abschalten zu können. Sie muss sich somit direkt mit der neu gefundenen Gefühlswelt auseinandersetzen und benötigt Hilfe, die ihr zunächst in Form von Gray Tal zuteil wird.

Ausschnitt aus der Episode Stormy Weather der US-Serie Star Trek: Discovery
Ausschnitt aus der Episode Stormy Weather der US-Serie Star Trek: Discovery - © Paramount+

Eine unverhoffte Aufgabe, für die Gray aber eine Lösung in Form eines Spiels parat hat, um Zora ein wenig von der Flut der Eindrücke abzulenken. Und siehe da, es funktioniert. Der Schiffscomputer mag für Ensign Cortez (Ivan Lopez) zwar zu spät auf den drohenden Schaden aufmerksam werden, aber ein größeres Fiasko wird verhindert. Gleichzeitig erhält Gray endlich mehr Screentime und darf seine Entdeckung auf der Brücke kundtun, womit er zumindest in dieser Episode nicht nur wie ein Anhängsel von Adira wirkt, sondern einen wichtigen Beitrag leisten darf. In Zukunft gerne mehr davon. Vielleicht kann Gray beispielsweise Dr. Culber (Wilson Cruz) unterstützen/entlasten und der Crew dabei helfen, sich mit den persönlichen Problemen auseinanderzusetzen? In dieser Rolle könnte ich mir Gray gut vorstellen, zumal der Umgang mit Adira bereits in diese Richtung läuft.

Aber nochmal kurz zurück zu Zora, die später auch von Michael Hilfe erhält, um die Discovery doch noch aus der Krise zu führen. Mir gefällt dieser positive, menschliche Ansatz, mit dem der Schiffscomputer behandelt wird. Da haben wir keinen „HAL 9000“ oder gar ein neues „Skynet“ vor uns, sondern eine künstliche Intelligenz, die zu jedem Zeitpunkt daran interessiert ist, Besatzung und Schiff heile aus der misslichen Lage zu führen. Der wohl größte Pluspunkt dieser Episode.

Book

Cleveland Booker möchte viel lieber auf eigene Faust nach den Ursprüngen der DMA suchen und wir erfahren in den ersten Szenen mit Michael, die sich gerade ein Bäumchen wie in The Examples zurechtbastelt, dass er auf seinen verstorbenen Vater (der heute Geburtstag hat) nichts gibt. Innere Konflikte, die Book später ausgiebig mit seiner Halluzination diskutieren soll, wo wir auch seinen Geburtsnamen „Tareckx“ erfahren.

David Ajala erweist sich abermals als eine enorme Bereicherung für die Serie. Wer war noch gleich Ash Tyler (Shazad Latif)? Jedenfalls lässt sich mit Book wieder einmal sehr gut mitfiebern und nachvollziehen, wenn er statt des letzten Tatorts der DMA lieber andere potenzielle Quellen aufsuchen möchte oder jederzeit bereit ist, sich selbst in Gefahr zu begeben oder Paul zu unterstützen. Der Konflikt mit seinem Vater manifestiert sich, nachdem Book (erfolglos) den Sporenantrieb bedienen wollte. Ob wir seinen Vater jetzt (wie Book) als Geist ansehen oder nicht, liegt im Auge des Betrachters und wer weiß schon, wie die komischen Partikel funktionieren, denen Book ausgesetzt wurde? Die Auseinandersetzung der beiden ist aber auf jeden Fall gelungen und bringt Book persönlich voran, wenn er sich eingestehen muss, dass der Apfel meist nicht weit vom Baum fällt.

Ausschnitt aus der Episode Stormy Weather der US-Serie Star Trek: Discovery
Ausschnitt aus der Episode Stormy Weather der US-Serie Star Trek: Discovery - © Paramount+

Was mich aber echt aus den Socken gehauen hat, ist das Gespräch mit Saru gegen Ende. Schließlich macht Saru stets einen ausgeglichenen Eindruck, steht jedem Besatzungsmitglied mit Rat und Tat zur Seite und wird von Book nun mit dessen Rachegelüsten (falsches Wort, aber ich finde gerade kein besseres) konfrontiert. Da muss unser Kelpianer in der Tat ausholen und darf seinen inneren Konflikt mit den Ba'ul preisgeben. Mein persönliches Highlight dieser Woche.

Fazit

Stormy Weather mag „nur“ eine bottle episode sein und bietet mit Blick auf die beiden Vorwochen sicher mehr Anlass zur Kritik. Aber mir gefällt die aktuelle Ausrichtung mit eher klassischen (wöchentlichen) und charakterbezogenen (durchgehenden) Themen sehr gut. Außerdem wirkt der Ansatz bei Zora sehr frisch und wird hoffentlich in dieser Richtung fortgesetzt. Von mir gibt es diese Woche dreieinhalb von fünf Sternen. Und von Euch?

Sneak Peek zur nächsten Folge:

Hier abschließend noch das Sneak Peek zur nächsten Episode (4x07) der Serie Star Trek: Discovery:

Verfasser: Christian Schäfer am Freitag, 24. Dezember 2021
Episode
Staffel 4, Episode 6
(Star Trek: Discovery 4x06)
Deutscher Titel der Episode
Stürmisches Wetter
Titel der Episode im Original
Stormy Weather
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 23. Dezember 2021 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 24. Dezember 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Freitag, 24. Dezember 2021

Schauspieler in der Episode Star Trek: Discovery 4x06

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