Star Trek: Discovery 4x03

© ara Rosling und David Ajala in Star Trek: Discovery, (c) Paramount+
Choose to Live
Nach den ersten beiden Episoden der vierten Staffel Star Trek: Discovery rückt die Gravitationsanomalie ein wenig in den Hintergrund, denn im Abenteuer der Woche gilt es, J'Vini (Ayesha Mansur Gonsalves) und ihre kleine Gruppe zu überführen, die offenbar schon länger Dilithium von den bereitwilligen Spendern stehlen und nun für den Tod eines Sternenflottenoffiziers (Khalil Abdul-Malik) verantwortlich sind. Brisant wird das Ganze, weil J'Vini zu den Qowat Milat gehört, ihren „lost cause“ gefunden hat und Präsidentin Laira Rillak (Chelah Horsdal) möglichst diplomatisch vorgehen möchte, um Ni'Var für die Föderation zu gewinnen. Entsprechend schwierig wird es, wenn Michael (Sonequa Martin-Green) mit ihrer Mutter Gabrielle (Sonja Sohn) kooperieren muss.
An anderer Stelle hat Paul Stamets (Anthony Rapp) eine neue Theorie für die Gravitationsanomalie aufgestellt, die aber in einem Punkt widersprüchlich erscheint. Zur näheren Ergründung werden die Wissenschaftler von Ni'Var hinzugezogen, wobei Paul von Cleveland Booker (David Ajala) und T'Rina (Tara Rosling) begleitet wird. Wesentlich neue Punkte gibt es an dieser Stelle allerdings nicht zu verbuchen, höchstens was Book angeht, der gegen Ende der Episode auch wesentlich entspannter wirkt.
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Eine weitere Nebenhandlung ist Adira (Blu del Barrio) und Gray Tal (Ian Alexander) gewidmet, denn was in Anomaly bereits durch Dr. Culber (Wilson Cruz) vorgestellt wurde, soll nun durch Guardian Xi (Andreas Apergis) in die Tat umgesetzt werden. Allerdings ist die Prozedur mit ein paar Risiken verbunden, die vor allem bei Adira im Nachhinein Zweifel aufwerfen, ob es die richtige Entscheidung war.
Insgesamt greift Choose to Live alle (persönlichen) Handlungen der letzten Woche auf und vernachlässigt kaum eine Figur. Mehrere Aspekte wirken aber weniger spannend, weil wir entweder den Ausgang erahnen können oder aber nicht wirklich weiterkommen. Selbst beim Abenteuer der Woche, was durchaus diskutierenswert ist, lassen sich leicht vertane Chancen erkennen.
It's Alive!
Zäumen wir das Pferd mal von hinten auf und nehmen die Nebenhandlung, die durchweg vorhersehbar gestaltet ist. Gray Tal hat sich dafür entschieden, einen neuen Körper zu erhalten, auch wenn es gut möglich ist, dass die Prozedur ohne Erfolg verläuft. Natürlich lässt sich mit Adira mitbangen, während eine gewisse Unsicherheit präsent ist. Aber mir kam nie in den Sinn, dass Gray anschließend nicht aufwachen würde, geschweige denn, dass das Risiko es nicht wert gewesen wäre. Und siehe da, am Ende wird alles gut.
Man kann Adira natürlich verstehen, denn von Zweifeln geplagt findet sich erst gegen Ende die Gewissheit, dass Gray in seinem neuen Körper angekommen ist. Aber abseits von Adira hätte wohl kaum jemand mit einem anderen Ausgang gerechnet, oder? Culber ist immer zuversichtlich gewesen und nebenbei bemerkt auf meiner Skala bald ähnlich hoch einzuordnen wie Saru (Doug Jones), der mit seinen Ratschlägen und Interventionen oft alle überflügelt.
Was die weitere Zukunft von Adira und Gray angeht, bin ich mir derweil noch unsicher. Nachdem die Hürde des eigenen Körpers überwunden ist, stellt sich nämlich die Frage, wie es mit den beiden weitergehen wird. Also, welche Fähigkeiten könnte Gray an Bord beisteuern, wie wird das Verhältnis zwischen den beiden aussehen, nachdem Adira Gray nicht mehr spüren kann und überhaupt? Ich wäre leicht gespannt, wie die beiden Figuren weiterentwickelt werden. Aber in Bezug auf diese Folge gab es kaum Überraschungen.
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Tachyonen vermisst
Paul hat eine neue Theorie bezüglich der Anomalie entwickelt, die auf Wurmlöchern basiert. Es gibt allerdings noch einen Knackpunkt, denn vier von fünf Faktoren sind stimmig bezüglich seiner Annahme, während der letzte Faktor nicht ins Bild passt - denn die blöden Tachyonen lassen sich nirgends blicken, obwohl sie zu Wurmlöchern dazugehören. Entsprechend gespannt können wir sein, wenn Paul seine Theorie auf Ni'Var vorstellt, wo die Wissenschaftler eifrig über das Thema meditieren (so läuft das also).

Und was ist das Resultat dieser Meditation? Joa, genau das, was wir und Paul bereits wissen. Es kann kein Wurmloch sein, wenn die Tachyonen fehlen. Glückwunsch, liebe Vulcanier, denn damit sind wir mal so gar nicht weitergekommen. Wenn es wenigstens eine neue Theorie gegeben hätte, sähe die Sache anders aus, aber offenbar waren alle nur darauf ausgerichtet, die Theorie von Paul zu untersuchen, was mit Blick auf das Ergebnis verschwendete Zeit ist.
Aber es gibt in diesem Handlungsstrang nicht nur Schatten, sondern auch Licht. So hat mir Pauls Einsatz gefallen, denn der zeigt nur, dass er sein Versprechen gegenüber Book erfüllen möchte und wirklich alle Hebel in Bewegung setzt, um zu einer Lösung zu kommen. So ungewöhnlich die (mit Blick auf die Wissenschaftler auf Ni'Var) auch sein möge. Und Paul besteht darauf, dass Book ihn begleitet - und sei es nur, um die eigenen Erfahrungen deutlich zu machen.
Für Book soll diese kleine Reise aber auf jeden Fall lohnend sein, denn T'Rina bietet ihm eine Gedankenverschmelzung an, um in Erfahrung zu bringen, ob es nicht doch einen Hinweis auf Tachyonen gibt. Was Book dabei erfährt, hilft ihm persönlich aber, um eine wichtige Frage zu beantworten, die Leto (Luca Doulgaris) betrifft. Und diese Erleichterung merkt man Book sichtlich an. Überhaupt ist David Ajala in jeder seiner Szenen sehr gut aufgestellt und überzeugt auf ganzer Linie. Da dürfen auch gerne ein paar Tränen fließen.
Fall der Woche
Dilithium-Diebe sind sicher nichts Neues, aber es wird halt genauer untersucht, wenn ein Offizier der Sternenflotte sein Leben lassen muss, weil irgendwer nicht warten will, ehe die Spende kommt. Das genau ist auch der große Haken am Fall der Woche, denn ich wäre mir sicher, dass J'Vini ganz sicher bevorzugt worden wäre, wenn sie eben vorgetragen hätte, weshalb sie die Mengen an Dilithium benötigt.
Michael, Gabrielle und Tilly müssen das jetzt anhand der Verfolgungsjagd herausfinden, aber unsereins wäre sich sicher, dass die Föderation auf Nachfrage J'Vini Unmengen von Dilithium zur Verfügung gestellt hätte, um eine verloren geglaubte Spezies zu retten. Schließlich passiert genau das in diesem Fall der Woche und wirkt sich bestimmt auch lindernd auf die Strafe aus, die J'Vini erwartet. Hätte sie ihr Ziel doch nur zuvor mit allen Beteiligten abgesprochen…

Bei Michael und Gabrielle sehe ich derweil kaum Ansatzpunkte, die die Mutter-Tochter-Beziehung stärken würden, was sehr schade ist. Da scheinen beide Figuren darauf bedacht, das jeweilige Ziel zu erfüllen und ohne direkt aufeinander einzugehen oder gar eine größere Diskussion über die jeweiligen Standpunkte anzustoßen. Diese Aufgabe wird durch Tilly kurz mal angestoßen, verebbt aber schnell wieder, von daher wird vorhandenes Potenzial verschenkt. Diverse Reibungspunkte zwischen Laira und Michael bleiben aber bestehen, denn da herrschen nach wie vor unterschiedliche Denkweisen.
Für Tilly wiederum ist dieser Einsatz eine kleine Offenbarung, denn sie agiert außerhalb ihrer Komfortzone. Da sie ohnehin ihren Werdegang überdenkt und „Neues“ ausprobieren möchte, ist sie bestimmt auf dem richtigen Weg, um ihre Möglichkeiten auszuloten. Aber ganz ehrlich (wobei Saru mir sicher zustimmen würde), Tilly, mach' einfach dein Ding und schau' mal, was dir am besten gefällt! Anschließend genau darauf fokussieren und wie immer das Beste geben. Wird schon funktionieren.
Fazit
Die ersten beiden Folgen dieser Staffel waren besser, keine Frage. Allerdings wird sehr viel Wert auf die Figuren gelegt, was auch diese Woche wieder der Fall ist und gerade bei einer Figur wie Book sehr gut aufgegriffen und umgesetzt wird. Ebenso bei Culber und Saru, die aber weit weniger Szenen haben. Andere Figuren scheinen förmlich durch die Story zu schwimmen und Potenzial zu vergeuden, Ausnahmen inklusive. Die Konzentration auf individuelle Charaktere wirkt somit gelungen, aber rein storytechnisch gibt es leider keine größeren Sprünge zu verbuchen, womit Choose to Live im Durchschnitt bleibt. Von mir gibt es diese Woche drei von fünf Sternen. Und von Euch?
Star Trek: Discovery 4x04 Sneak Peek
Verfasser: Christian Schäfer am Freitag, 3. Dezember 2021(Star Trek: Discovery 4x03)
Schauspieler in der Episode Star Trek: Discovery 4x03
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?