Star Trek: Discovery 3x07

Star Trek: Discovery 3x07

In der Folge Unification III der US-Serie Star Trek: Discovery steht einmal mehr Michael Burnham im Fokus. Es gilt, an weitere Daten für den Ursprung des Desasters namens The Burn heranzukommen, womit die Vergangenheit eine große Rolle spielt. Saru wählt derweil eine neue Nummer eins.

Star Trek: Discovery (c) CBS All Access
Star Trek: Discovery (c) CBS All Access
© tar Trek: Discovery (c) CBS All Access

Unification III

Wie der Episodentitel vermuten lĂ€sst, handelt es sich bei Unification III um eine (sehr) spĂ€te Fortsetzung des nahezu gleichnamigen Zweiteilers aus Star Trek: The Next Generation (5x07 & 5x08). Spocks (Leonard Nimoy) BemĂŒhungen um eine Vereinigung der Vulcanier und Romulaner haben hier FrĂŒchte getragen, denn nach der Zerstörung von Romulus (die kurioserweise nicht erwĂ€hnt wird), haben sich die beiden Völker schließlich auf Ni'Var (ehemals Vulcan) zusammengefunden. Die Botschaft ist eindeutig: durch Spock wurde hier in die Wege geleitet, was aktuell Stand der Dinge ist, auch wenn es erst lange nach seinem Tod passierte. Und Michael Burnham (Sonequa Martin-Green) muss jetzt dafĂŒr sorgen, dass der Planet nach vorherigen Differenzen wieder freundlicher mit der Föderation umgeht. Denn von eben dieser hat sich Ni'Var vor hundert Jahren abgewendet.

Actionfreunde werden die Folge sicher langweilig finden. Kenner der Ă€lteren Serien werden vielleicht entzĂŒckt sein, dass wir diese Woche eine „Gerichtsfolge“ erhalten, die im Kern in die Fußstapfen der Ă€lteren Reihen tritt. Was es am Ende gibt, ist aber eine sehr emotionale Episode, die den weiteren Werdegang der anfangs unentschlossenen Michael Burnham bestimmt. Okay, unentschlossen war sie nicht, aber sie Ă€ndert ihre Meinung wĂ€hrend der Episode beziehungsweise bekommt von ihrer Mutter Gabrielle (Sonja Sohn) indirekt (und auf unangenehme Weise) aufgezeigt, wofĂŒr sie sich entscheiden sollte.

CBS All Access
CBS All Access - © CBS All Access

The Michael Burnham Show

Ich hĂ€tte ehrlich gesagt ĂŒberhaupt kein Problem damit gehabt, wenn Michael und Book (David Ajala) die Discovery fĂŒr ein paar Episoden verlassen hĂ€tten. Saru (Doug Jones) und die anderen wĂ€ren sicher auch ohne sie zurechtgekommen und wĂ€ren mit den bisherigen Daten ĂŒber The Burn ebenfalls etwas weitergekommen. Vielleicht eine weitere Blackbox in dieser Woche finden und ein paar Folgen spĂ€ter dann durch Vance (Oded Fehr) erfahren, dass es Ni'Var und das Projekt SB-19 gibt, dessen Daten fĂŒr die Spurensuche unerlĂ€sslich sind. Damit hĂ€tte man Michael zurĂŒckholen können, die in der Zwischenzeit mit Book ein oder zwei andere Abenteuer erlebt hĂ€tte.

Aber hĂ€tte, hĂ€tte, Fahrradkette. Michael Burnham ist und bleibt der Dreh- und Angelpunkt der Serie, was durch diese Episode erneut hervorgehoben und selbst in meinen Augen (ich mag Michael eigentlich) ĂŒbertrieben wird. Das fĂ€ngt schon damit an, dass Admiral Vance ausschließlich Michael fĂŒr die passende Person hĂ€lt, um in die Verhandlungen mit T'Rina (Tara Rosling) zu treten. Ihre Verbindung zu Spock (von der niemand mehr wissen sollte), prĂ€destiniert sie angeblich fĂŒr die Mission. Mit dem Auftritt ihrer Mutter, die inzwischen Teil des Qowat Milat ist und ihr im T'Kal-in-ket zur Seite gestellt wird, kommt der nĂ€chste Zufall daher. Gut, dass Mama Burnham noch auftauchen wĂŒrde, ließ sich annehmen. Aber durch ihre RĂŒckkehr in dieser Episode kommt die emotionale Achterbahnfahrt erst auf Touren und lĂ€sst Michaels persönliche Unsicherheiten darĂŒber, wo sie hingehört, mit zahlreichen anderen Punkten verschwimmen. Punkte, wie die noch immer angespannte Lage zwischen Romulanern und Vulcaniern auf Ni'Var oder die Trennung des Planeten von der Föderation (und das, obwohl Vulcan damals ein GrĂŒndungsmitglied war). Da erhĂ€lt man schnell den Eindruck, dass das Universum sich um Michael dreht. Ein Nebensatz gen Ende legt schließlich sogar nahe, dass Spocks Errungenschaften auf Michael zurĂŒckzufĂŒhren sind, dabei gab sie ihm im letzten Staffelfinale lediglich einen Tipp fĂŒr die Auswahl seines (zukĂŒnftigen) Captains. Spocks weiterer Werdegang, wie aus Star Trek (TOS) und seinen weiteren Auftritten in den Kinofilmen und anderen Trek-Serien bekannt, ist auf Spock und sein Umfeld ohne Michael zurĂŒckzufĂŒhren.

Dennoch muss ich zugeben, dass mir die Vorgehensweise mit Michael im Mittelpunkt die Folge nicht verdorben hat. Vielleicht liegt das an diversen Überraschungen wĂ€hrend des T'Kal-in-ket. Die grĂ¶ĂŸte dabei ist die Art und Weise, wie Gabrielle ihre Tochter bloßstellt und zu absolute candor herausfordert. Hier wird ausnahmsweise Michael manipuliert und der Ausgang der Episode zunĂ€chst doch eine gute Portion ungewisser. Jedenfalls, wenn man zu dem Zeitpunkt nicht mehr auf dem Schirm hat, dass es neben N'Raj (Oliver Becker), V'Kir (Emmanuel Kabongo) und Shira (Stephanie Belding) noch das Publikum gibt. Und ja, so ganz spurlos sind die GefĂŒhlsausbrĂŒche von Michael nicht an mir vorbeigegangen.

Hier kannst Du die Episode Star Trek - Discovery: Unification III bei Netflix streamen

Spocks Erbe

In Sachen Fanservice wird derweil gut abgeliefert. Da erinnern die verschiedenen Schiffsnamen schon an diverse Persönlichkeiten wie Riccardo Giacconi oder den viel zu frĂŒh verstorbenen Chekov-Darsteller Anton Yelchin. Ethan Peck und Leonard Nimoy sind in RĂŒckblicken als Spock zu sehen (aus den persönlichen Archiven eines Admiral Jean-Luc Picard (Patrick Stewart) - was spĂ€ter mit den Qowat Milat Schwestern auch an Star Trek: Picard erinnert). Zudem erfahren wir, was aus den Romulanern und Vulcaniern geworden ist - eine Frage, die sich berechtigterweise stellenließ.

Leider findet das T'Kal-in-Ket nicht auf dem Planeten statt, denn ich hĂ€tte schon gerne gesehen, wie sich Ni'Var a.k.a. Vulcan verĂ€ndert hat. Der Werdegang der beiden Völker, die sich noch immer nicht ganz grĂŒn (pun intended) sind, erscheint aber plausibel. Nicht nur wegen Spocks VermĂ€chtnis, was gut aufgegriffen wird, sondern auch wegen der Geschichte die Föderation betreffend. Das Dilithium wurde schon vor The Burn knapp, weil die Föderation immer grĂ¶ĂŸer wurde, immer mehr Mitglieder hatte und somit nach Alternativen gesucht werden musste. SB-19 kam als mögliche Lösung in Frage, wobei die Vulcanier es fĂŒr zu gefĂ€hrlich hielten, die Föderation aber darauf pochte, weiterzuforschen. Dann The Burn, noch mehr Druck, einen neuen Antrieb zu finden plus die Theorie, dass SB-19 die Ursache des Desasters ist. Der Austritt von Ni'Var aus der Föderation als Konsequenz, aber auch als Hinweis darauf, dass die Föderation selbst jetzt womöglich nicht mehr fĂŒr das steht, was sie einst reprĂ€sentierte.

T'Rinas erster Auftritt verdeutlicht auch wunderbar die Skepsis gegenĂŒber den Neuankömmlingen, weil sie Teil der Föderation sind. Ein NĂ€herrĂŒcken der getrennten Fraktionen erscheint von vornherein unwahrscheinlich, Ă€hnlich wie damals zwischen Romulanern und Vulcaniern. NatĂŒrlich muss Spocks Schwester am Ende den Hebel fĂŒr eine neuerliche AnnĂ€herung in Bewegung setzen, aber in meinen Augen hat Saru hier ebenfalls erheblich zu beigetragen. Und zwar auf sehr diplomatische Art und Weise, was man von Michael nicht (zumindest anfangs nicht) behaupten kann. Bleibt nur zu hoffen, dass die jetzige Föderation und Admiral Vance tatsĂ€chlich das beste fĂŒr alle Völker im Sinn haben. So ganz sicher können wir uns da nicht sein. SpĂ€testens nach dieser Folge.

CBS All Access
CBS All Access - © CBS All Access

Tilly

Neben Sarus GesprĂ€chen mit T'Rina gibt es noch eine kleine Nebenhandlung um Tilly (Mary Wiseman), die vermutlich den einen oder anderen Zuschauer aus der Fassung bringen wird. Und ich habe richtig getippt, denn Saru macht ihr das Angebot, vorĂŒbergehend seine Number One zu werden. Der Rang spielt offenbar keine Rolle, was auch Stamets (Anthony Rapp) zunĂ€chst verwundert. Ein FĂ€hnrich als Nummer eins? Sicher ein Spalter, oder?

Mir gefĂ€llt die Wahl aber und dass Paul den anderen davon berichtet und Tilly die Zustimmung erhĂ€lt, empfinde ich einfach nur herzlich und richtig. Oder, um es mit Sarus Worten auszudrĂŒcken: „I am asking, because this is in the best interest of our ship.“ Und ich bin tatsĂ€chlich gespannt, wie Tilly sich schlagen wird. Denn sie kann durchaus kritisch auftreten, was anfangs beim GesprĂ€ch mit Michael deutlich wird. Vielleicht ist sie ein wenig zu unsicher, was (harte) Entscheidungen angeht, aber andererseits machen diese Unsicherheiten sie immer irgendwie sympathisch.

Fazit

Ich bin ein wenig hin- und hergerissen. Es gibt eine Menge, was mir zugesagt hat, wie die offenbarten geschichtlichen Aspekte samt Referenzen, Tillys neue Position und wie sie aufgenommen wird, Sarus diplomatisches Vorgehen und auch ein paar Sachen der Michael Burnham Show. Im letzten Punkt findet sich aber auch die grĂ¶ĂŸte Kritik wieder, denn da hĂ€tte sich vorerst ein anderer Weg angeboten und insgesamt wirkt der Handlungsverlauf zu sehr auf sie gestrickt. Von mir sind diese Woche 3,5 von 5 Sternen drin. Und von Euch?

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Hier abschließend noch der Trailer zur nĂ€chsten Episode der US-Serie Star Trek: Discovery (3x08):

Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 28. November 2020

Star Trek: Discovery 3x07 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 7
(Star Trek: Discovery 3x07)
Deutscher Titel der Episode
Wiedervereinigung Teil III
Titel der Episode im Original
Unification III
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 26. November 2020 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 27. November 2020
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 27. November 2020
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 27. November 2020
Autoren
Kirsten Beyer, Kenneth Lin
Regisseur
Jon Dudkowski

Schauspieler in der Episode Star Trek: Discovery 3x07

Darsteller
Rolle
Doug Jones
Mary Wiseman

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