Star Trek: Discovery 3x05

© tar Trek: Discovery (c) CBS All Access
„Dysfunction is the team.“ - Jett Reno (Tig Notaro).
Die Trying
Um direkt auf die Fragen aus der Einleitung zurückzukommen, wird die Vorfreude unserer Besatzung mit der Ankunft im Hauptquartier der Sternenflotte direkt getrübt. Admiral Vance (Oded Fehr) möchte nämlich erstmal handfeste Beweise haben, ehe er Saru (Doug Jones), Michael (Sonequa Martin-Green) und dem Rest der Besatzung vertraut. Zwar entdecken die holografischen, künstlichen Intelligenzen beim Verhör von Saru und Michael keinerlei Anzeichen von Lügen, aber die „Wahrheit“ über die Discovery ist laut den Geschichtsbüchern eben eine andere. Und obendrein sind Zeitreisen in dieser Zukunft ohnehin verboten - womit unsere Besatzung auf Basis der jetzigen Gesetze zu Kriminellen wird. Keine guten Voraussetzungen für unsere Crew also, um sich auf Anhieb „wie Zuhause“ zu fühlen.
Da muss - wie auch der deutsche Titel der Folge aufzeigt - eine Bewährungsprobe her, damit die Besatzung nicht aufgeteilt und den jeweiligen Präferenzen/Spezialitäten nach dieser neuen Sternenflotte dient. Aber auch diese Bewährungsprobe müssen sich Saru und Michael zunächst erkämpfen, ehe es zum Abenteuer der Woche und einer kleinen Nebenhandlung um Georgiou (Michelle Yeoh) und dem ominösen Sicherheitschef Kovich (David Cronenberg!) übergeht.
Insgesamt ist Die Trying eine Episode, die den seriellen, roten Faden nicht aus den Augen verliert und uns gleichzeitig ein Abenteuer der Woche mit Außenmission beschert. Und das funktioniert mitunter sehr prächtig, weil diese Mission zum roten Faden gehört. Das Abenteuer mag nicht der große Hit sein, ist aber zum Glück gut genug umgesetzt. Mitunter auch deshalb, weil die tragische Geschichte von Dr. Attis (Jake Epstein) nicht schlecht ist, Nhan (Rachael Ancheril) darin wegen ihrer Herkunft involviert ist und Willa (Vanessa Jackson) derweil die Gelegenheit erhält, dem Team um Stamets (Anthony Rapp), Jett Reno und Tilly (Mary Wiseman) an Bord der Discovery zuzuschauen, wenn eine heikle Angelegenheit zum Glücken der Mission gelöst werden muss.
Adira
Es herrscht großes Interesse am Symbionten namens Tal und Admiral Vance fragt Adira (Blu del Barrio) auch direkt nach Senna Tal, der mit Sicherheit eine große Bedeutung für die jetzige Sternenflotte hat(te). Vance und Senna hatten offenbar regelmäßigen Umgang und dass es jetzt einen neuen Wirt für den Symbionten gibt, stößt bei Vance auf Misstrauen. Adira wird jedenfalls direkt zum Testen auf die Krankenstation geleitet.
Und das ist dann leider auch das letzte Mal, dass wir irgendwas von Adira hören oder sehen. Sehr merkwürdig. Zumal später auch weder Saru noch Michael danach fragen, was die Tests ergeben haben und ob Adira jetzt wieder an Bord der Discovery verweilen wird. Da wird sicher noch was kommen, aber es ist schon schade, dass sie erstmal sang- und klanglos verschwindet. Wobei, halt, nicht klanglos.
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Musik
Ein übergreifendes Thema scheint sich auf die Melodie zu beziehen, die Adira letzte Woche gespielt hat. Denn Michael erkennt die Klänge bei Dr. Attis' Frau wieder, die den Töchtern etwas zu summt. Willa bestätigt gegen Ende der Folge, dass diese Melodie sehr weit verbreitet ist, aber eine echte Erklärung dafür gibt es nicht. Hängt die Melodie irgendwie mit The Burn zusammen? Diese Vermutung liegt nahe, auch wenn man sich als Zuschauer zu diesem Zeitpunkt sicher keinen Reim drauf machen kann.
The Burn wird derweil auch des Öfteren angesprochen. Dieses einschneidende Ereignis betrifft auch die Nebenhandlung um Georgiou. Ob die Terraner des Spiegelunivsersums etwas damit zu tun haben? Möglich. Aber offenbar gibt es zu viele Theorien um das Ereignis und keine davon hat bislang Früchte getragen. Mal schauen, ob sich da in den nächsten Folgen noch etwas offenbart.

Philippa Georgiou
Womit wir mal direkt bei Philippa Georgiou sind. Ihr Verhör hat offenbar eine „andere“ Richtung eingeschlagen, denn als Michael am Ende der Folge auf sie trifft, scheint sie neben sich zu stehen. Ein ungewohnter Anblick, der vermuten lässt, dass Kovich sie irgendwie manipuliert hat. Hier muss uns noch einiges erläutert werden.
Aber die Angelegenheit ist spannend und das Verhör eine gute Nebenhandlung zum anderen Geschehen. Denn offenbar ist Kovich bestens mit den Terranern vertraut, kennt die Stärken und Schwächen des Spiegeluniversums, obwohl dieses bereits seit mehr als 500 Jahren keine Probleme mehr bereitet. Man ist aber jetzt in der Lage, Terraner ausfindig zu machen und deshalb wird Georgiou diesem speziellen Verhör unterzogen.
Mich freut es dabei, dass jemand wie David Cronenberg - dem wir übrigens Filme wie „Die Fliege“ (1986) oder „A History of Violence“ (2005) zu verdanken haben - hier an Bord ist. Ob Philippa jetzt ihren Meister gefunden hat? Keine Ahnung. Ich würde eher vermuten, dass sie mit der Ausrüstung von Michaels Mutter (sofern wir die noch treffen und sofern die ihren Engelsanzug noch hat) zurück in die Vergangenheit geht. Aber was meint Ihr?
Michael vs. Saru
Michael Burnham ist die Hauptperson der Serie, daran führt kein Weg vorbei. Allerdings gibt Saru ihr diese Woche einiges an Paroli und plädiert anfangs für eine Vorgehensweise nach Protokoll der (jetzigen) Sternenflotte. Insofern wird auch klar herausgestellt, wer die „Hosen an hat“. Sehr schön, wobei ich Michael durchaus verstehen kann und ihre Vorgehensweise nach dem ersten Kontakt mit Vance quasi unumgänglich ist. Denn es gilt hier, das Team, welches wir mittlerweile kennen und diese Woche noch mehr kennenlernen, zu unterstützen. Das weiß auch Saru, der von der Aufspaltung der Crew ebenfalls nicht überzeugt ist und sich quasi als „Geisel“ anbietet, um die Außenmission erst möglich zu machen. Das Vertrauen geht da an Michael und wird nicht enttäuscht. Ach, Saru ist einfach ein guter Captain.
Hatte ich meine Freude an den Verhören von den Crewmitgliedern? Ja, die hatte ich. Culber (Wilson Cruz) war super, aber auch alle anderen haben in den jeweiligen Verhören sehr überzeugend ihre Dialoge gesprochen. Welches Verhör hat euch am besten gefallen? Ich glaube, ich hätte es wie Jett Reno gemacht und mir ein paar Snacks und Drinks geordert. Und oh, Nhan erhält Pluspunkte, weil sie sich dem Verhör nicht beugen will.
Nhan
Leider müssen wir wohl einen längeren Abschied von Nhan nehmen, die diese Woche erst mit auf die Außenmission kam und später an Bord des Schiffes blieb, welches sich auf die Sammlung von Pflanzen(sporen) konzentriert hat. Diese Entscheidung möchte man ihr aber nicht verübeln, ist selbstlos und zeigt nur auf, weshalb ihre Heimatwelt Barzan ein Mitglied der Föderation wurde.
Mir hat es jedenfalls sehr gefallen, dass sie sich jetzt für das Sammelschiff verantwortlich fühlt und die dortige Barzan-Mission zu Ende bringen will. Obwohl, nachdem sie jetzt den großen Einsatz bekam, ist es auch wieder schade, dass sie (vorerst) aus dem Team ausscheidet. Aber eine Rückkehr liegt nahe, von daher ist hier alles in Ordnung.
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Die Zukunft
Vor dem Intro beschreiben diverse Crewmitglieder der Discovery die neuen, nahezu unglaublichen Errungenschaften der modernen Technik. Dazu gehören Holo- und organische Schifftypen, eine Voyager der J-Klasse, das Tarnsystem an sich, aber auch viele andere Dinge wie die holografischen KIs, die erst später auftreten und leicht von Georgiou ausgeblinzelt werden können.
Der letzte Punkt zeigt schon, dass es im Jahr 3189 nicht unbedingt „zukünftig“ vorgeht, wenngleich es viele verschiedene Äußerungen unserer Crew gibt, wenn der Stützpunkt angeflogen wird. Vielleicht hätte der eine oder andere Zuschauer sich da mehr erwartet, weil 930 Jahre jetzt nicht gerade wenig sind. Aber wie sieht das überhaupt im aktuellen Zeitplan aus? Waren nicht auch die Veränderung von TOS zu TNG eher marginal? Und überhaupt, wenn verschiedene Technologien eingestampft wurden und es dieses große Ereignis namens The Burn gab, ist es dann nicht möglich, dass sich auch die Zukunft (der Föderation) in einem quasi-Mittelalter wiederfindet und sich erst neu orientieren muss, um die Renaissance zu finden? Nach oben schauen ist die Devise!

Mir gefällt der Ansatz jedenfalls. Es gibt viele Neuerungen, gleichzeitig aber auch Rückschritte. Wirklich neu für die Serie ist eigentlich, dass sie jetzt die Gelegenheit nutzt, um zur episodisch-klassischen Variante zurückzukehren. Okay, nicht ganz. Denn ein übergreifendes Thema gibt es trotzdem. Und erwartungsgemäß wird die Discovery der Schlüssel bleiben, um eben dieser Zukunft wieder auf die Beine zu helfen. Passt für mich und ich kann die weiteren Abenteuer kaum erwarten.
Fazit
Der Spagat zwischen Fall der Woche und dem großen Thema gelingt Die Trying wunderbar. Es gibt ein paar neue Spielfiguren auf der Bühne, ein klassisch angelehntes Abenteuer und das weiterhin große Bangen um die Zukunft. Gleichzeitig steht die Brückencrew öfter mal zur Verfügung, wenn es heikel wird. Gerne mehr davon. Würde meinen, dass es sich hier um eine gute bis sehr gute Folge handelt. Daher wären vier von fünf Sternen von meiner Seite aus drin. Und von Euch?
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Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode der US-Serie Star Trek: Discovery (3x06):
Verfasser: Christian Schäfer am Freitag, 13. November 2020Star Trek: Discovery 3x05 Trailer
(Star Trek: Discovery 3x05)
Schauspieler in der Episode Star Trek: Discovery 3x05
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?