Star Trek: Discovery 3x03

Star Trek: Discovery 3x03

In der Folge People of Earth der US-Serie Star Trek: Discovery wagen unsere Figuren eine Reise zur Erde, also, der zukünftigen Erde. Auf der Suche nach der Föderation (oder was davon übriggeblieben ist), warten diverse Überraschungen auf die Besatzung der Discovery - und natürlich auch auf uns.

Star Trek: Discovery: People of Earth (c) CBS All Access
Star Trek: Discovery: People of Earth (c) CBS All Access
© tar Trek: Discovery: People of Earth (c) CBS All Access

Vor dem Intro

People of Earth mutet ein wenig seltsam an. Vor dem Intro wird uns in aller KĂŒrze mal aufgezeigt, wie das vergangene Jahr fĂŒr Michael Burnham (Sonequa Martin-Green gewesen ist, dass sie zu einem „Kurier“ geworden ist, um nach der Discovery und der Ursache von The Burn zu suchen und sich somit verĂ€ndert hat. Es gibt eine Menge Informationen in einer Sequenz, die gut und gerne eine weitere Episode an Zeit, aber mindestens ein paar RĂŒckblicke benötigt hĂ€tte. Zumal die Frage, wer diese Michael Burnham nach einem Jahr in der Zukunft geworden ist, im Folgenverlauf öfter angeschnitten wird und Teil der Haupthandlung ist.

Im direkten Anschluss geht es in das Wiedersehen mit der Crew der Discovery. Aus Michaels Sicht ist das etwas, womit sie schon abgeschlossen hatte, denn statt einem hĂ€tten es auch hundert(e) Jahre sein können, ehe die Discovery in der Zukunft aufschlĂ€gt (falls ĂŒberhaupt). Hier greift die EmotionalitĂ€t der Szenen.

Aus Sicht der Besatzung sind allerdings erst zwei Tage oder so vergangen, da wirkt die Herzlichkeit ein wenig ĂŒbertrieben, wenngleich sich jede/r natĂŒrlich freuen darf, dass Michael wohlbehalten in der Zukunft angekommen ist. FĂŒr mich ist das jedenfalls ein bisschen zu dick aufgetragen, da fehlte ein bissiger Spruch von Jett Reno (Tig Notaro), die neben Culber (Wilson Cruz) diese Woche leider durch Abwesenheit glĂ€nzt.

Captain Saru

Ebenfalls vor dem Intro wird noch die Frage beantwortet, wer jetzt auf dem Captain's Chair platznehmen darf. Die Antwort lautet selbstverstĂ€ndlich Saru (Doug Jones) und wird ohne große Diskussion direkt von Michael gegeben. Wie richtig diese Entscheidung ist, wird Ă€hnlich wie letzte Woche im Folgenverlauf veranschaulicht. Denn nach Abschluss der Reparaturen geht es zur Erde, wo ein gewisser Admiral Tal vor zwölf Jahren ein Signal aussendete, dass sich an Mitglieder der Föderation richtete. Was dahinter steckt, erfahren wir und unsere Protagonisten erst spĂ€ter, aber die Schnitzeljagd nach dem Verbleib der Föderation kann somit beginnen.

Die BegrĂŒĂŸung durch die United Earth Defense Force (UEDF) und Captain Ndoye (Phumzile Sitole) fĂ€llt nĂ€mlich alles andere als herzlich aus. Sarus kleine ErklĂ€rungsgeschichte kann zunĂ€chst Schlimmeres verhindern und auch die Inspektion durch Ndoyes Leute verlĂ€uft den UmstĂ€nden entsprechend gut. Erst als ein Angriff durch Wen (Christopher Heyerdahl) und dessen Schiffen erfolgt, beginnt das gerade aufgebaute Vertrauen wieder zu schwinden und wird durch den Alleingang von Michael und Book (David Ajala) weiter gefĂ€hrdet. Außerdem wurden noch die Transporter manipuliert, womit Ndoye und ihr Team auf der Discovery festsitzen, was fĂŒr weitere Spannungen sorgt.

Sarus Vertrauen in Michael wird auf die Probe gestellt, wĂ€hrend er gleichzeitig seine diplomatischen FĂ€higkeiten anwenden muss, um die Lage unter Kontrolle zu halten. Da sind richtige Entscheidungen im Sekundentakt gefragt und wie schon letzte Woche, kann Saru auf ganzer Linie ĂŒberzeugen. Seine defensive Vorgehensweise, die Entscheidung, die Discovery als Schutzschild gegen die Angriffe der UEDF zu nutzen und schließlich die Vermittlung zwischen Ndoye und Wen tragen dazu bei, dass ein langanhaltender Konflikt schließlich auf eine friedliche Lösung trifft. Fraglos ein erster Lichtblick, um der sonst dĂŒsteren Zukunft, wo alles und jeder nach Dilithium zu jagen scheint, entgegenzuwirken und die erste erfolgreiche Mission vom jetzt offiziellen Captain Saru. Bravo.

Michael Burnham

Dass Michael ein Jahr in der Zukunft verbracht hat, ehe die Discovery dort auftauchte, macht sich nicht immer positiv bemerkbar. Ob nun im GesprĂ€ch mit Tilly (Mary Wiseman), die ihre Familienangehörigen vermisst oder im GesprĂ€ch mit Georgiou (Michelle Yeoh), wird herausgestellt, dass Michael sich in gewisser Weise von der Discovery verabschiedet und „neue Freiheiten“ entdeckt hat. Was ein Kurier macht, haben wir letzte Woche erst anhand von Zareh (Jake Weber) gesehen und wissen daher, dass die Beschaffung von Waren, die mit Dilithium belohnt wird, oft in die zwielichtige Richtung geht. Nehmen wir die Freundschaft mit Book dazu, dessen Vorgehensweise im Staffelauftakt deutlich gemacht wurde, wird auch klar, dass innerhalb des Jahres einiges davon auf Michael abgefĂ€rbt hat.

Ihr Alleingang (ohne Saru vom Plan zu unterrichten) erhĂ€lt somit einen negativen Beigeschmack, zumal sie damit abermals einen Großteil der Lorbeeren fĂŒr den Erfolg der Mission einheimsen kann. Allerdings nicht mit Diplomatie und einer defensiven Vorgehensweise, was hier ein bedeutender Unterschied ist. Abermals wird uns aufgezeigt, dass es ohne eine gewisse AggressivitĂ€t nicht geht, auch wenn die Gefangennahme von Wen sehr viel glimpflicher vonstattengegangen sein wird als Georgious Auseinandersetzung mit Zareh und dessen Leuten von letzter Woche. Schade ĂŒbrigens, dass wir der AusfĂŒhrung des Plans nicht beiwohnen durften - mich hĂ€tte schon interessiert, wie der genaue Ablauf gewesen ist.

Andererseits sind Michaels AlleingĂ€nge aber (mit Blick auf die ersten beiden Staffeln) auch irgendwie Teil dieser Figur und gehören zur Serie dazu. Nur sollte sie, zumal sie am Ende der Episode und nach kleiner Aussprache mit Saru als erster Offizier an Bord der Discovery bleibt, ihre kĂŒnftigen „EinsĂ€tze“ mit den anderen vorher absprechen. Denn gerade, wenn es darum geht, der Föderation wieder auf die Beine zu helfen, ist Teamarbeit gefragt. Da sollte gegenseitiges Vertrauen keine Annahme, sondern Gewissheit sein.

Adira

Mit Adira (Blu del Barrio) gibt es eine neue Figur an Bord der Discovery und ich mache es jetzt mal Saru gleich und benutze die weibliche Form, wenn ich von ihr schreibe. Das mag falsch sein, schließlich ist Blu del Barrio nichtbinĂ€r, was auch im Vorfeld der Staffel durch die Presse ging. Aber solange die Rollenbezeichnung weiblich bleibt, werde ich erstmal von „ihr“ sprechen, wenn es um Adira geht.

Als Teil des Inspektionsteams fĂ€llt Adira direkt Paul (Anthony Rapp) und Tilly ins Auge, denn sie hat eine sehr gute Auffassungsgabe und erkennt ZusammenhĂ€nge schneller als ihre Kollegen, wie beispielsweise die Verbindung zwischen der Sporenkammer und der BrĂŒcke. Sie wird von Paul und Tilly auch als diejenige entlarvt, die fĂŒr die Sabotage am Transportersystem verantwortlich ist.

Vielleicht nicht der beste erste Eindruck, den sie damit hinterlĂ€sst, aber ihre ErklĂ€rungen dazu liefern schließlich den nĂ€chsten Brotkrumen auf der Suche nach dem Verbleib von Admiral Tal und der Föderation. So trĂ€gt sie einen Trill-Symbionten in sich, kann aber nicht auf die Erinnerungen der vorherigen Wirte (einer davon war Admiral Tal) zugreifen. Ich bin gespannt, wie sie sich in den weiteren Folgen ins Team integrieren wird und mein erster Eindruck ist positiv, was vor allem auf die ErklĂ€rungsszenen zwischen ihr, Paul und Tilly zurĂŒckgeht.

Sonstiges

Zuletzt noch ein paar Beobachtungen. Michaels Mutter ist offenbar nicht auf Terralysium oder wenn sie mal dort war, gibt es keine Hinweise mehr darauf. Vielleicht trifft sie aber auch erst noch irgendwann auf dem Planeten ein, Àhnlich wie die Discovery nicht zeitgleich mit Michael in der Zukunft gelandet ist? Mir schwant jedenfalls, dass dort noch etwas kommt.

Die BrĂŒckenbesatzung rĂŒckt immer wieder ins Bild, wobei Detmer (Emily Coutts) von allen noch am prĂ€sentesten wirkt. Allerdings wird nicht wirklich auf ihr Verhalten von letzter Woche eingegangen, hier hinterlĂ€sst sie einen eher „normalen“ Eindruck. Die anderen könnten derweil gerne grĂ¶ĂŸere Auftritte erhalten, wozu es letztes Mal AnsĂ€tze gab. Da sollten sich in den nĂ€chsten Folgen verschiedene Gelegenheiten bieten.

Cake is eternal.

Fazit

Insgesamt eine gute Episode, die zwar etwas holprig beginnt und vor dem Intro zu viel in zu kurzer Zeit vermitteln möchte, aber daraufhin und mit der Reise zur Erde ein Abenteuer abliefert, welches uns weitere Einblicke in die Zukunft beschert und nebenbei Captain Saru und seiner Besatzung die Gelegenheit zum Lösen eines langanhaltenden Konflikts gibt. Michaels Vorgehen bietet Anlass fĂŒr ein paar Bauchschmerzen, wĂ€hrend die EinfĂŒhrung einer neuen Figur neugierig auf mehr macht. Von mir gibt es diese Woche vier von fĂŒnf Sternen. Und von euch?

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Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 31. Oktober 2020
Episode
Staffel 3, Episode 3
(Star Trek: Discovery 3x03)
Deutscher Titel der Episode
Bewohner der Erde
Titel der Episode im Original
People of Earth
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 29. Oktober 2020 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 30. Oktober 2020
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 30. Oktober 2020
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 30. Oktober 2020
Autoren
Bo Yeon Kim, Erika Lippoldt
Regisseur
Jonathan Frakes

Schauspieler in der Episode Star Trek: Discovery 3x03

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