Sons of Anarchy 6x07

Sons of Anarchy 6x07

Der Club räumt die Trümmer der Explosion auf und versucht einen Neuanfang an einem neuen Ort und mit neuen Rekruten. Doch den Familienproblemen in der Episode Sweet and Vaded entkommt niemand.

Gemmsa (Katey Sagal) hat Besuch von Venus van Damme (Walton Goggins) in der Serie „Sons of Anarchy“ / (c) FX
Gemmsa (Katey Sagal) hat Besuch von Venus van Damme (Walton Goggins) in der Serie „Sons of Anarchy“ / (c) FX

Die Episode Sweet and Vaded bringt einen zaghaften Neuanfang und fremde Familienprobleme, in die Jax (Charlie Hunnam) sich einschaltet während sich vor seiner Nase eine eigene Familienfehde warmläuft.

Home is where the Reaper is

Die Sons of Anarchy-Macher gönnen uns in der Episode Sweet and Vaded zahlreiche kleine und große Momente der Clubidylle. Sie räumen die Trümmer des Clubhauses auf, retten ihren Tisch und siedeln sich mit Hilfe des nach wie vor korruptem Bürgermeisters in einem Süßigkeitenladen in der Stadt an. Große Fenster, mehr Licht, SAMCRO räumt auf.

Der Konflikt mit den Iren hat sich wieder etwas entspannt, selbst August hält fürs Erste still. Jax hat sich eine Atempause erkauft, in der die Hoffnung weiterlebt, dass die Sons den Ausstieg aus dem Waffengeschäft schaffen. Und diese Pause nutzen die Sons, um das Gruppengefühl mal wieder etwas anzuheizen. Sie wählen Bobbys Neuzugänge in den Club, doch das kann uns nur wenig bedeuten, wir kennen sie nicht und die Sons of Anarchy-Macher geben sich auch keine Mühe, sie uns vorzustellen. Zwischenzeitlich waren es sogar teilweise andere Personen, mit denen er sich getroffen hat.

Doch ein bisschen des alten Gefühls kommt zurück als sie Ratboy (Niko Nicotera) zum Mitglied ernennen. Seit Beginn dieser Staffel haben die Autoren uns vorsichtig an Ratboy als Figur herangeführt, er hat immer wieder kleine Einzelaktionen gefahren und sich für den Club ins Zeug gelegt. Man kann sich wirklich mit ihm freuen.

Und doch bleibt eine Entfremdung zurück. Im Gegensatz zu den anderen Staffeln sind wir den Sons nicht so nahe. Unser Einblick in den Alltag der ursprünglichen Mitglieder ist beschränkt worden, wir wissen immer noch nicht, wie es Juice (Theo Rossi) wirklich geht, was Tig (Kim Coates) nach dem Verrat durch Jax denkt und Bobbys Abwesenheit hat sich in Wohlgefallen aufgelöst.

Das können auch drei charakterlose Neulinge und eine überfällige Beförderung nicht wettmachen. Doch es ist ein Anfang.

Die juristische Bedrohung

Tyne Patterson (CCH Pounder) ist eine andere Nummer als Lee Toric (Donal Logue). Immer noch haben wir keine Ahnung, was der Auftritt des verstörten Ex-Cops sollte. Bisher ist sein einziger Verdienst, Nero (Jimmy Smits) hinter Gitter gebracht zu haben. In gewisser Weise ist es sogar sehr amüsant: Toric war wahnsinnig, zu allem entschlossen und hat auch vor gezielten Folterungen wie im Fall von Otto (Kurt Sutter) nicht zurückgeschreckt. Er stand mit einem Bein im Lager von Tyne Patterson und hatte offenbar unendlich viele Gefallen bei den Gefängnismitarbeitern frei, eine Wild Card mit offizieller Unterstützung und dem Wahnsinn eines Gesetzlosen.

Er war die Karikatur eines Superschurken und hätte zum Ende des Clubs beitragen können. Doch das haben die Macher sich dann doch nicht getraut. Während der für den Abschuss freigegebene Otto jede Nacht vergewaltigt wurde, war das für Clay (Ron Perlman) lediglich eine Drohung. Bevor Toric echten Schaden angerichtet hat, wurde er von den Sons of Anarchy-Machern beseitigt. Und das hat auch eine absurd-amüsante Seite. Er hatte alles, was man braucht für einen würdigen Finalgegner, offizielle Autorität und absolute Gewissenlosigkeit. Doch er ist ganz einfach über den Fußabtreter des Clubs gefallen, Otto hat ihn beseitigt.

Wenn die Serie Sons of Anarchy auf alter Höhe wäre, könnte diese Absurdität, diese sinnlose Verschwendung von Bösem richtig amüsant sein, doch in dieser Staffel funktioniert das nur bedingt.

Tyne Patterson wirkt wie eine Strohpuppe, die immer wieder zwischen den wirklich wichtigen Szenen auftaucht und droht, doch niemals etwas wirklich tut.

Familienfehden

Während Tara (Maggie Siff) ihre Intrigen weiterspinnt, werden Jax und der Club in eine ganz andere Familiengeschichte verstrickt. Die Parallelen sind offensichtlich: Jax zieht los, um einer gewalttätigen Großmutter ihren Enkel zu entreißen während seine Frau daran arbeitet, seine Söhne aus Gemmas Reichweite zu schaffen. Venus' (Walton Goggins) Rückkehr ist amüsant, besonders weil es Spaß macht, Tig dabei zuzusehen, wie er sich von ihr angezogen fühlt. Doch darüber hinaus ist die Geschichte um ihre Familie eher bedingt interessant. Wir sehen eine Großmutter, die sadistischer mit ihren Kindern und Enkeln umgeht als Gemma das je tun würde. Doch auch die Königin der Biker hat ihre Enkel schon in große Gefahr gebracht. Und es geht Tara im Ganzen darum, die Kinder aus dem Dunstkreis des Clubs zu bringen, nicht nur aus Gemmas Reichweite.

Ihr Plan nimmt vor unseren Augen langsam Gestalt an. Durch Wendy (Drea de Matteo) reizt sie Gemma (Katey Sagal) zur Weißglut, um einen Angriff vorzutäuschen, bei dem sie ihr erfundenes Kind verliert. Die Sache dient dazu, um Jax' Unterschrift zu bekommen um Gemma fernzuhalten.

Bisher war der Club der Mittelpunkt, man gehörte entweder dazu oder nicht. Doch nun haben die Aussätzigen unter Tara eine eigene Allianz gebildet. Es gibt eine weitere Gruppe, die zusammenhält. Jeder einzelne konnte nichts gegen den Club ausrichten, doch gemeinsam arbeiten sie an einem diabolischen Plan, zum Schutz der Kinder.

Unter Taras Führung sind es Wendy und Unser (Dayton Callie), unterstützt von Anwältin Ally Lowen (Robin Weigert) und Margaret Murphy (McNally Sagal), die gegen Gemma und den Club antreten. Sie haben den Vorteil, dass sie als harmlos wahrgenommen werden, es ist ein Angriff, den Jax nicht erwartet.

Die Sons schießen vor Wut im Zweifel um sich, wie Jax als er Alice in der Episode Sweet and Vaded hinrichtet, weil sie Schwachsinn über ihren Sohn von sich gibt. Doch er kann auch anders: Jax hat seinen geheimen Schlag gegen Clay angewendet. Nun ist er selbst Ziel eines solchen. Und es stellt sich heraus, dass die Gegner geduldig sind. Keine blinde Wut, keine schnelle Rache, es ist kalte Berechnung mit dem Ziel, die Kinder zu retten, die die Verschwörer antreibt.

Fazit

Die Episode Sweet and Vaded fordert viel Interessantes zutage: Taras Plan nimmt Form an, der Club bekommt eine idyllische Atempause und Venus ist noch da. Doch die Entfremdung, die mit dieser Staffel eingesetzt hat, ist noch immer zu spüren. Wir haben einfach zu wenig Einblicke in das Leben der Figuren, die wir sonst so eng begleiten durften. Doch es fühlt sich an als wenn die Autoren auf den alten Weg zurückfinden würden. Und vielleicht ist das Gefühl der Entfremdung auch gewollt, immerhin hat der Club sich selbst durch die Ereignisse um Clay auch von sich selbst entfremdet. Vielleicht führen die Autoren uns zum Ende der Staffel wieder zurück ins Zentrum, wenn sie die Sons wieder zusammenbringen. Das sollte dann aber besser ein echtes Spektakel von Finale werden.

Immerhin in einem Bereich sind die Sons of Anarchy-Macher auch in dieser Staffel in Bestform: Die Musikauswahl ist wie immer bestechend und das bringt uns ein Stück näher an Charming heran.

Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 24. Oktober 2013
Episode
Staffel 6, Episode 7
(Sons of Anarchy 6x07)
Deutscher Titel der Episode
Befreiungsaktion
Titel der Episode im Original
Sweet and Vaded
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 22. Oktober 2013 (FX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 27. März 2015
Autoren
Kurt Sutter, Adria Lang
Regisseur
Paris Barclay

Schauspieler in der Episode Sons of Anarchy 6x07

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