Sleepy Hollow 2x11

Sleepy Hollow 2x11

Das Midseason-Finale der zweiten Staffel von Sleepy Hollow wartet noch einmal mit zahlreichen Wendungen und sehr unterhaltsamen Actionsequenzen auf. Auch wenn am Ende ein paar Fragen offenbleiben: The Akeda markiert eine äußerst kurzweilige und bisweilen sehr spannende Episode.

Mit Armbrust bewaffnet und fest entschlossen im Angesicht der Apokalypse: Ichabod (Tom Mison) in „The Akeda“ / (c) FOX
Mit Armbrust bewaffnet und fest entschlossen im Angesicht der Apokalypse: Ichabod (Tom Mison) in „The Akeda“ / (c) FOX
© (c) FOX

Nachdem in der letzten Woche von Moloch die Apokalypse ausgerufen wurde und unseren beiden Protagonisten Ichabod (Tom Mison) und Abbie (Nicole Beharie) in letzter Sekunde das äußerst mächtige Schwert des Methusalem in ihren Besitz bringen konnten, steht in The Akeda nun das Abwenden der Schreckensherrschaft Molochs ganz oben auf der Agenda. Der Weg dorthin ist jedoch kein einfacher und immer wieder mit einigen mehr oder minder großen Überraschungen gespickt, die zweifelsohne zum hohen Unterhaltungswert der Folge beitragen.

Gleichzeitig muss man trotz dieses gelungenen Mid Season-Finales zur Winterpause von Sleepy Hollow ein paar kritische Fragen stellen. So temporeich „The Akeda“ auch sein mag, über die Probleme der Episoden zuvor kann sie nicht hinwegtäuschen. Ich persönlich hatte großen Spaß an dieser Folge, doch erst nach der gut zweimonatigen Unterbrechung wird sich Ende Januar zeigen, ob die Serienmacher die bisherigen Schwächen abstellen können.

The end of days?

Der Einstieg in diese Episode fühlt sich etwas erfrischender als sonst an, da man weitestgehend auf eine komödiantische fish out of water-Szene mit Ichabod verzichtet und uns unmittelbar ins Geschehen befördert. So findet sich der Zuschauer sofort inmitten des Kampfes gegen Moloch wieder. Abbie und Ichabod wollen sich schnellstmöglich mit dem Schwert des Methusalem zum Aufenthaltsort von diesem hinbegeben, um den Dämon doch noch aufzuhalten.

Nach dem Ausfall ihres Fahrzeuges müssen sie dafür auf ein Motorrad umsteigen, welches für einen begeisterten Gesichtsausdruck bei Ichabod sorgt, der unbedingt so ein Gefährt besitzen möchte, wenn der Krieg gegen Moloch gewonnen ist. Dieser kleine comic relief-Moment ist wie gewohnt charmant und in „The Akeda“ einer von ganz wenigen, da der Ernst der Lage von Minute zu Minute immer greifbarer wird.

Cancelling the apocalypse

Auf dem Anwesen um Fredericks Manor angekommen, entdecken Abbie und Ichabod erst mal keine Spur von Moloch oder Henry (John Noble). Als sie das Gebäude durchsuchen, stoßen sie nur auf weitere Hinweise (ein Pentagramm über dem Miniaturmodell von Sleepy Hollow) dafür, dass Henry gezielt die Invasion der Dämonenarmee Molochs vorbereitet hat. Ein Hilfeschrei Katrinas (Katia Winter) führt dann zur ersten Kampfszene dieser Episode, in der Ichabod und der kopflose Reiter Schwert und Axt miteinander kreuzen.

Bereit für den Kampf: Abbie (Nicole Beharie); Jenny (Lyndie Greenwood) und Irving (Orlando Jones) © FOX
Bereit für den Kampf: Abbie (Nicole Beharie); Jenny (Lyndie Greenwood) und Irving (Orlando Jones) © FOX

Das Schwert des Methusalem entfaltet sogleich seine Kräfte und so kann Ichabod den kopflosen Reiter bezwingen - am liebsten würde er ihn aber gleich noch einen Kopf kürzer machen. Die Auseinandersetzung der beiden zuvor ist ein erster kleiner Vorgeschmack, was uns an gut getimten Kampfchoreographien in „The Akeda“ noch bevorsteht. Das letzte Stündlein des Reiters scheint dann geschlagen zu haben, möchte er doch nicht preisgeben, wo sich Moloch befindet. Über Katrina wird dann Abraham (Neil Jackson) sichtbar gemacht, der sofort eine unmissverständliche Warnung an Ichabod und Co ausspricht: Sollte man mit dem Schwert des Methusalem eine andere Person oder Kreatur töten, verliert man selbst seine Seele und stirbt.

Ichabod hält dies für einen Bluff, doch Katrina stellt sich schützend vor Abraham, was wiederum erneut für Spannungen zwischen ihr und ihrem Gatten sorgt. Letztendlich kann Jenny (Lyndie Greenwood) nach kurzer Recherche die Ausführungen Abrahams bestätigen, die Nutzung des Schwerts von Methusalem geht in der Tat mit einem sehr hohen Preis einher.

The heat of the battle

Die ersten Minuten von The Akeda haben ein gutes Tempo und setzen den passenden Grundton für dieses Mid Season-Finale. Die Zeit drängt und die Figuren müssen sich klar darüber werden, was hier auf dem Spiel steht und was sie eventuell bereit sein müssen zu tun, um Moloch zu stoppen. Zusätzlich thematisiert man abermals die immer mehr fortschreitende Entfremdung von Ichabod und Katrina, die letztendlich darin resultiert, dass die beiden vor einer handfesten Trennung stehen.

Anfangs scheint es noch so, als würde Katrina Abraham dahin manipulieren wollen, Moloch zu entsagen, doch es ist durchaus eine emotionale Verbindung zwischen den beiden zu spüren. Auch Ichabod erkennt das und konfrontiert seine Frau ein letztes Mal, was eine Szene zur Folge hat, in der noch einmal die ganzen Lügen Katrinas hochkommen und das erschütterte Vertrauenverhältnis der beiden deutlich wird. Solche Momente hatten wir in der zweiten Staffel bereits mehrfach, wodurch sich der Dialog zwischen Ichabod und Katrina nicht besonders neu anfühlt. Der Zwist per se ist jedoch überzeugend und nachvollziehbar. Inwiefern er aber nach den Entwicklungen am Ende dieser Episode noch Bestand haben wird, bleibt abzuwarten.

Death for death

Ein immer wiederkehrendes Wort in „The Akeda“ ist „(to) sacrifice“- ein Opfer zu bringen oder sich selbst für das Allgemeinwohl zu opfern. Die Charaktere müssen sich wiederholt hinterfragen, wie weit sie gehen würden, um Moloch Einhalt zu gebieten und die Apokalypse abzuwenden. Ichabod ist bereit, seinen eigenen Sohn zu töten, sollte er sich ihm entgegenstellen. Doch wie steht es um Katrina? Ihre Hoffnung, Henry zu retten, bleibt unverändert, was den Konflikt zwischen ihr und Ichabod nur noch verschärft.

Ichabod ist bereit, sein Leben zu geben, um Moloch auszulöschen, doch Jenny kommt auf eine weitere Idee, die einen alten Bekannten mit ins Boot holt. Da Irving (Orlando Jones) seine Seele ja bereits an Henry verloren hat und somit die Nutzung des Schwerts des Methusalem keine Konsequenzen haben sollte, könnte er den mächtigen Säbel schwingen und den Kampf gegen das Böse mit entscheiden.

Dies tut er letztendlich auch, als er sich in einem beeindruckenden Kampf Henrys „War“ gegenübersieht. Hier schlägt das Actionherz höher. Orlando Jones macht sich hervorragendend als Schwertkämpfer und kann „War“ letztendlich zur Strecke bringen. Wahrhaftig ein Moment des Aufschwungs und Hoffnung für Ichabod und Co - würde Irving nach seiner heldenhaften Tat und seinem beherzten Auftreten nicht das Zeitliche segnen.

Ichabod (Tom Mison) Seite an Seite mit dem fest entschlossenen Irving (Orlando Jones) © FOX
Ichabod (Tom Mison) Seite an Seite mit dem fest entschlossenen Irving (Orlando Jones) © FOX

War Is Hell

Der ehemalige Polizeichef erliegt nämlich seinen Verletzungen aus dem Kampf gegen „War“, was schon eine kleinere Überraschung ist, der Episode aber ihre nötige Konsequenz gibt. Ob Irving, der, wenn man ganz ehrlich ist, in der zweiten Staffel so gut wie gar keine Rolle spielte und relativ lieblos in ein paar Folgen reingeschmissen wurde, tatsächlich zum letzten Mal zu sehen war, wird man erst noch sehen. Man darf nicht vergessen, dass Henry nach wie vor im Besitz von Irvings Seele ist, außerdem hallt immer noch die Vision von Irving als tödlicher Handlanger Henrys nach (Go Where I Send Thee...).

Über die Informationen Abrahams, die Irving zuvor ziemlich lässig aus diesem herauskitzelte, haben Abbie, Ichabod, Katrina und Jenny den derzeitigen Aufenthaltsort Molochs ausfindig gemacht und sind sich über dessen diabolische Pläne im Klaren. Seine Dämonen stellen sich ihnen bereits entgegen, wodurch Abbie relativ einfach eine Verletzung davonträgt - und zur Vollendung der Apokalypse fehlt dem Oberdämon nun nicht mehr viel.

Das Opfer Irvings soll aber nicht umsonst gewesen sein, also bereitet man sich auf den finalen Angriff vor. Dafür ist auch auf Hawley (Matt Barr) Verlass, der den Unerschrockenen ein paar legendäre Waffen - darunter zwei Flinten Blackbeards, mit dem dieser einst ein Seeungeheuer niedergestreckt haben soll - zuschustert und dann als Babysitter für Abraham abgestellt wird.

Faith, hope, charity

Doch Moloch, den wir erstmalig komplett zu Gesicht bekommen und dessen Design durchaus sehenswert ist, möchte nun nichts mehr dem Zufall überlassen und entsendet Henry, um das Schwert des Methusalem in seinen Besitz zu bringen und die beiden witnesses zu beseitigen. Wenn Henry dadurch sein Leben verlieren sollte, interessiert es seinen Meister nicht wirklich. Der will einfach etwas Zeit gewinnen, bis die Apokalypse endgültig ausgerufen ist. Dies scheint bei Henry Wirkung zu zeigen, der nun langsam erkennt, dass er doch nur ein Werkzeug ist und mitnichten an der Seite Molochs regieren wird. Auch dessen Umgang mit Abraham zeigt, dass Moloch nur auf sich bedacht ist.

Bei dem Zusammentreffen von Henry mit Ichabod, Abbie, Katrina und Jenny in der Kirche (gab es nicht eine Einschränkung, dass Henry derartig heiligen Boden nicht betreten kann?) scheint es dann erst so, als hätte ersterer alles unter Kontrolle. Doch seine vier Gegenüber können ihn überrumpeln, woraufhin Henry seine Eltern vor eine schreckliche Wahl stellt: Um aus der verbarrikadierten Kirche zu entkommen und Moloch aufzuhalten, müssen sie ihn töten.

What will it be, father?

Erneut wird an Henry appelliert und dass es für ihn doch noch nicht zu spät sei, sich gegen Moloch zu wenden. Anfangs sieht es so aus, als würde die biblische Geschichte der Opferung Isaaks durch seinen Vater Abraham ihre Wirkung zeigen. Doch Henry treibt wie so oft ein perfides Spiel und nutzt die naive Gutherzigkeit seines Vaters aus, um diesen zu entwaffnen und letztendlich seine neuen Gefangenen Moloch vorzuführen.

Das große Übel in seiner vollen Pracht: Moloch in %26bdquo;The Akeda%26ldquo; © FOX.jpg
Das große Übel in seiner vollen Pracht: Moloch in %26bdquo;The Akeda%26ldquo; © FOX.jpg

Als er dann seine eigene Mutter hinrichten soll und Ichabod sich in letzter Sekunde für Katrina opfern will, scheint der Groschen bei Henry gefallen zu sein. Wie Isaak von seinem Vater enttäuscht wurde, weil er seinen eigenen Sohn opfern wollte, wurde Henry zuallererst von seinem Vater Ichabod enttäuscht. Dieser tut aber alles, um Wiedergutmachung zu leisten, während Henrys „Ziehvater“ Moloch seine hässliche Fratze zeigt und kein Interesse daran hat, ob Henry nun lebt oder nicht.

Die Selbstlosigkeit Ichabods und die unerschütterliche Hoffnung seiner Eltern, Henry zurückzugewinnen, lassen den Gehilfen Molochs schwungvoll zum Schlag ausholen. Mit diesem versenkt er das Schwert Methusalems im Rumpf seines Herrn und Gebieters. Moloch ist besiegt und die Apokalypse abgewendet.

Fazit

Ich gebe zu, dass ich teilweise unglaublich gepackt von den Ereignissen in der Episode sowie den Entwicklungen am Ende von The Akeda war. Die gesamte Folge hinterließ in meinen Augen, bis auf ein paar kleinere Details, einen sehr guten Eindruck, die Erzählgeschwindigkeit treibt die Handlung schwungvoll voran, die actionenreichen Szenen sind kurzweilig und das Gefühl, dass hier wirklich etwas auf dem Spiel steht, ist definitv vorhanden. Die schauspielerischen Leistungen sagen mir ebenfalls zu, allen voran John Nobles Darbietung.

Das Mid Season-Finale ist eine sehr unterhaltsame Folge, womöglich die unterhaltsamste aller bisher ausgestrahlten Episoden der zweiten Staffel von „Sleepy Hollow“. Dennoch kommt man nicht umher, ein generelles Fazit über die Entwicklung das Formats zu ziehen, das für viele etwas ernüchternd ausfällt. Zahlreiche Folgen, in denen man einem „Monster of the Week“-Szenario folgte und Henry einen großen Masterplan nach dem anderen hatte, fühlen sich im Nachhinein extrem irrelevant an.

Auch bei den Charakteren und Nebenfiguren gab es oft ein Hin und Her, so dass ich mich schwertat, voll und ganz überzeugt zu sein. Ich schaue mir die Serie nach wie vor interessiert an, doch, wie es in einigen Leserkommentaren und auch von mir schon mehrfach erwähnt wurde: Die Macher müssen gehörig aufpassen, dass sich ihre bewährte Formel nicht gänzlich abnutzt. Zweifellos dürfen wir nach diesem Midseason-Finale sehr gespannt sein, was uns nach der Winterpause erwarten wird. Ob man jetzt nach der Vernichtung Molochs komplett neue Ansätze finden kann, die der Serie einen neuen, frischen Reiz geben können, steht jedoch in den Sternen.

Verfasser: Felix Böhme am Dienstag, 2. Dezember 2014

Sleepy Hollow 2x11 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 11
(Sleepy Hollow 2x11)
Titel der Episode im Original
The Akeda
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 1. Dezember 2014 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 18. Mai 2015
Regisseur
Dwight H. Little

Schauspieler in der Episode Sleepy Hollow 2x11

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