The Shannara Chronicles 2x01

© ine neue Bedrohung in der Welt von „The Shannara Chronicles“ / (c) Spike TV
Es ist schon anderthalb Jahre her, dass die erste Staffel der jungen Fantasyserie The Shannara Chronicles auf MTV zu Ende ging. Das Ganze spielte nicht unbedingt in der Liga von Game of Thrones, konnte aber mit der Buchvorlage von Terry Brooks eine stabile Grundlage sowie ein interessantes, postapokalyptisches Setting vorweisen und besaß mit seinen farbenfrohen Kulissen, Charakteren und Kostümen irgendwie Charme, so dass es für Fantasyfreunde auf Durststrecke zumindest als Guilty Pleasure durchging.
Die zweite „Shannara“-Staffel meldet sich nun mit neuen Folgen und einer neuen Senderheimat bei Spike TV (ab nächstem Jahr: Paramount Network) zurück und nimmt sich den ersten Roman der Reihe zum Vorbild, auch wenn „The Sword of Shannara“ eigentlich ein Abenteuer des Vaters unseres Halbelfenhelden gewesen ist. Die erste Staffel basierte auf dem zweiten Buch mit dem Titel „The Elfstones of Shannara“.
Eretria
Die Episode Druid nimmt die Handlung ein Jahr nach der ersten Season auf - das heißt, nachdem wir den Cliffhanger aus dem ersten Staffelfinale aufgelöst bekommen. Eretria (Ivana Baquero) reagierte damals überrascht über die Identität einer Person unter einer Troll-Gasmaske. Wie wir nun erfahren, handelt es sich dabei um den guten alten Cogline! Wer? Genau.

Cogline ist ein alter Bekannter von Eretrias Mutter, der ihr einst versprach, auf ihre Tochter Acht zu geben und in den letzten Jahren davon ausging, keinen guten Job dabei gemacht zu haben. Ein Jahr später lebt die Rover-Dame mit ihrer neuen Freundin Lyria (Vanessa Morgan) bei Cogline und seinen lustigen Gesellen, als sie eine Vision von Elfenprinzessin Amberle (Poppy Drayton) heimsucht, die ihr aufträgt, Wil (Austin Butler) ausfindig zu machen. Wir erinnern uns: Amberle nahm im vergangenen Finale ihr Schicksal an, wurde zum neuen Samen des Zauberbaums Ellcrys und rettete mit ihrem Opfer die Welt.
Die Eretria-Szenen dieser Folge wissen mit Abstand am wenigsten zu beeindrucken. Eine eingeschobene Actionszene mit angreifenden Trollen geht mit peinlicher Slomo und billigen Blutspritzeffekten aus dem Computer vonstatten und hätte am besser komplett ausgelassen werden sollen.
Wil
Unser auserwähltes Spitzohr mit den Zaubersteinen, Wil Ohmsford, hat sich unterdessen von abenteuerlichen Quests und der Magie abgewandt, um sich von medizinisch bewanderten Gnomen zum Heiler ausbilden zu lassen. Dabei ist er sehr fleißig, was das Lernen angeht, wird aber von Erinnerungen an die Geschehnisse der ersten Staffel und den Verlust seiner großen Liebe Amberle verfolgt.
Natürlich dauert es auch nicht lange, bis das Abenteuer auf ein Neues ruft. Dieses Mal in Form einer jungen, magiebegabten Frau (Malese Jow), die sich unter fadenscheinigem Vorwand von Sanitäter-Wil untersuchen lässt, aber ganz offensichtlich etwas ganz anderes im Schilde führt.
Allanon
Manu Bennett war als Action-Druide Allanon mit das Beste an der ersten „Shannara“-Staffel. Vor allem, weil er sich, so albern oder trashig es zuweilen wurde, vollkommen seiner Rolle verschrieben hatte und in jeder Szene 100 Prozent gab. Außerdem besaß er ein cooles Ausklappschwert. Das kommt auch in dieser Folge erneut zum Einsatz, als er (natürlich wieder im Alleingang) eine Nachbildung von Castle Grayskull stürmt, um die Wiederbelebung des gefährlichen Warlock Lords zu verhindern.
Der Oberschurke mit dem betörend originellen Namen muss allerdings erst wieder zusammengesetzt werden und verlässt sich dabei voll und ganz auf seine Anhänger, zu denen auch der schon seit der ersten Staffel korrumpierte Seher Bandon (Marcus Vanco) zählt, welcher sich im Besitz des schwarzen Warlock-Schwertes befindet und einen der Freiwilligen zum Anführer der Wraith-Truppe macht - Bootleg-Ringgeister sozusagen. Da Vorlagenautor Brooks stark von J. R. R. Tolkien und seinen Mittelerdegeschichten beeinflusst wurde, fanden sich schon in der ersten Staffel zahlreiche „Lord of the Rings“-Parallelen.
Für den Schurkenlook wurde wieder auf abgedroschen in die Kamera fauchende Monsterfratzen zurückgegriffen, wobei der Chef-Wraith direkt aus dem „Power Rangers“-Kostümarchiv gekrochen zu sein scheint. Seine Mission: Finde den Shannara-Nachfahren (Wil), um den Schädel des Warlock Lords ausfindig zu machen. Und nein, bei dem handelt es sich offenbar nicht um den in Staffel eins besiegten Dagda Mor, auch wenn man das leicht vermuten könnte.
King Ander
Eine weitere Gefahr lauert aus einer ganz anderen Richtung, denn seit der Exdruide Dagda Mor in der ersten Season beinahe die Welt zerstört hätte, genießen Magie und Magienutzer keinen guten Ruf mehr. Magier und Druiden werden deshalb von einer Gruppe namens The Crimson gejagt, wie König Ander von den Elfen (Aaron Jakubenko) und seine Verbündete von den Zwergen und den Gnomen feststellen müssen, während sie sich einen Überblick über die Nachkriegssituation im Elfenreich verschaffen.

Ebendiese finsteren Gesellen, die in Bezug auf Magie absolut keinen Spaß verstehen und zu denen auch der skrupellose General Riga (Desmond Chiam) zählt, sind ebenfalls hinter Glückspilz Wil her, doch die verdächtige junge Frau zählt nicht zu ihnen. Ganz im Gegenteil, sie möchte Wil beschützen und greift ihm in einer brenzligen Situation mit einer Illusion unter die Arme, denn sie hofft, durch ihn zu ihrem Vater Allanon geführt zu werden.
Fazit
Die erste Episode der zweiten Staffel von The Shannara Chronicles verbringt es noch nicht, den lockerleichten Fantasyfunken erneut überspringen zu lassen. Schon der Gehalt der ersten Season lag irgendwo zwischen einer Folge von „Masters of the Universe“ und einem Luis-Royo-Kalender, was im neuen Auftakt leider unterboten wird und damit ist nicht nur die schwache Handlung inklusive knurrender Monsterschurken gemeint, sondern auch ein weniger wertig wirkender Look, der mehr mit Ausleuchtung als mit Budget zu tun haben könnte. Vor allem aber die computeranimierten Hintergründe, wie die postapokalyptische Golden Gate Bridge, können überhaupt nicht überzeugen.
Nicht uninteressant hingegen ist der Aspekt der magiekritischen Fraktion, die neben dem generisch benannten Warlock Lord als Gefahr für die Helden etabliert wird und natürlich lässt „Shannara“ es auch in dieser Runde nicht aus, Räuberdame Eretria sexy (und für eine Fantasywelt äußerst präzise geschminkt) mit ihrer neuen Freundin in Szene zu setzen oder den Halbelfenschwarm Wil in gleich mehreren Szenen ohne seine Sanitäterrobe zu zeigen. Nicht, dass wir uns beschweren würden...
Verfasser: Mario Giglio am Donnerstag, 12. Oktober 2017The Shannara Chronicles 2x01 Trailer
(The Shannara Chronicles 2x01)
Schauspieler in der Episode The Shannara Chronicles 2x01
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