The Shannara Chronicles 1x10

Im Bloodfire wartet eine magische DoppelgĂ€ngerin auf Amberle (Poppy Drayton), die ihr offenbart, dass nicht das zum Safehold transportierte Artefakt, sondern sie selbst der Samen des Ellcrys ist. Sie mĂŒsse allerdings dazu bereit sein, sich fĂŒr die Welt zu opfern, um sie zu retten. AuĂerhalb dieser Astralebene geht Wil (Austin Butler) neben Eretrias Leiche auf, dass die Elfstones vielleicht nicht nur Leute kaputtmachen, sondern auch heilen könnten. Die wiederbelebte Eretria (Ivana Baquero) fackelt nicht lange und spieĂt sich gleich wieder auf die durch Blut betriebene Vorrichtung, um einen Ausgang fĂŒr Amberle zu schaffen.
Der Ruf und das Ignorieren des Schicksals
In der letzten Review merkte ich an, dass wir uns eigentlich kaum noch Sorgen um die DĂ€monenarmee des Dagda Mor (Jed Brophy) machen mĂŒssen, da die Elfenprinzessin bereits das Bloodfire erreicht und die Siegesbedingungen erfĂŒllt hat. In einem der interessanteren Twists der bisherigen Serie kommt es jedoch zunĂ€chst ganz anders, als man es von einer klassischen Heldensage erwarten wĂŒrde: Amberle ist nicht bereit, ihr Leben aufzugeben, und verwehrt sich so ihres vorbestimmten Schicksals als Retterin der Four Lands. Also, was nun?
ZunĂ€chst sollen Amberle und ihre Gefolgschaft zurĂŒck nach Arborlon, wo König Ander (Aaron Jakubenko) und seine Armee sich im Angesicht der tausendfach ĂŒberlegenen DĂ€monenarmee verschanzen. Der Druide Allanon (Manu Bennett) spĂŒrt, dass die Prinzessin bereits aus dem Bloodfire zurĂŒck ist, weiĂ jedoch nichts vom vermeintlichen Scheitern der Mission. Auch bei den drei Abenteurern geht es nicht zuversichtlicher weiter, denn Eretria meint, sich angesichts angreifender Trolle opfern zu mĂŒssen, um ihren GefĂ€hrten etwas Zeit zu verschaffen, und verletzt die Grundregel jeder D&D-Kampagne: „Never split the party!“

Wahrsagernachwuchs Bandon (Marcus Vanco), den ich letzte Woche frĂŒhzeitig fĂŒr tot erklĂ€rt hatte (pardon!), bekommt noch einmal die Möglichkeit, den Psycho raushĂ€ngen zu lassen und tötet beim von Catania (Brooke Williams) assistierten Fluchtversuch genussvoll einen der WĂ€chter. Wohin diese Storyline noch fĂŒhren soll, wird erst ganz am Ende der Episode offenbart.
Mit Pferden, die sie weiteren eintreffenden Trollen stibitzen, erreichen Amberle und Wil bald den Elfenpalast, mĂŒssen aber feststellen, dass die mobilisierte DĂ€monenarmee ihnen den Weg versperrt. WĂ€hrend die zwei in einer Höhle ausharren, kommen Wilberle-Shipper schlieĂlich voll und ganz auf ihre Kosten, denn Amberle gesteht dem Halbelfen endlich ihre Liebe, was Wil wie selbstverstĂ€ndlich erwidert und sofort zum körperlichen Ausdruck von Zuneigung voranschreitet.
Mit nichts als der Hoffnung, dass Amberle mit dem Samen zurĂŒckkehrt, hĂ€lt Ander seine pathosreiche Kampfansprache vor seiner versammelten Armee. Als die Schlacht schlieĂlich beginnt, hĂ€lt Allanon nichts davon, nur DĂ€umchen zu drehen und kommt Wil, der sein Elfstone-HadĂŽken nun scheinbar auf Kommando aktivieren kann, und Amberle entgegen. Auf dem Schlachtfeld mĂŒssen Commander Tilton (Emilia Burns) und der Ander derweil feststellen, dass auch untote Elfen inklusive Arion (Daniel MacPherson) zur DĂ€monenarmee gehören. Tilton ist dadurch dermaĂen verdutzt, dass er die Möglichkeit bekommt, sie zu durchbohren, woraufhin der König seinen Zombiebruder endgĂŒltig um die Ecke bringt.
Showdown und Sequel Bait
Amberle entscheidet sich im Heiligtum angekommen doch noch dazu, zum nĂ€chsten Ellcrys zu werden und beendet trotz Wils Protest den Kampf, indem sie die DĂ€monenarmee einfach sĂ€uberlich verpuffen lĂ€sst. Den Dagda Mor konnten Allanon und Wil jedenfalls ganz ohne Baum-Amberle erledigen, was fĂŒr ihn nicht weiter tragisch ist, denn wie wir noch erfahren sollen, hat er einen Plan B. Dass Wil trotz des Sieges erst einmal nicht gut auf den Druiden zu sprechen ist, ist mehr als verstĂ€ndlich. Es wĂ€re eine Sache, wenn die AuserwĂ€hlten in die Bedingung der Ellcrys-Rettung eingeweiht gewesen wĂ€ren. Die Selbstaufgabe nach Absolvierung des Abenteurers zu verlangen, hat fĂŒr die Betroffene unter diesen Bedingungen nicht nur mit Heldentum, sondern vermutlich auch mit Erwartungsdruck zu tun - und das, obwohl es sicherlich Elfen gegeben hĂ€tte, die sich gern fĂŒr das Land geopfert hĂ€tten.
Nachdem Wil sich doch noch im Guten von Allanon verabschiedet, um im Safehold nach Eretria zu suchen, wird uns eine ganze Menge sequel bait vorgesetzt: Der ausgebĂŒxte Bandon ist offenbar zum nĂ€chsten Wirtskörper des Dagda Mor geworden und Eretria identifiziert einen der Trolle, der sich ihr gegenĂŒber demaskiert als eine bereits bekannte Person. Fortsetzung folgt?

Fazit
Die erste Staffel von The Shannara Chronicles geht handlungsreich und mit einigen denkwĂŒrdigen Momenten - wie Amberles anfĂ€ngliche Verweigerung ihres Schicksals, Zombie-Arion, dem bedauernswerten Tod von Commander Tilton sowie dem Kampf zwischen Allanon und dem Dagda Mor - zu Ende. FĂŒr die limitierten Möglichkeiten einer Serie durchaus kein schlechter Action-Showdown, auch wenn auch hier auf das Klischee der einheitlich fallenden Feindarmee zurĂŒckgegriffen wird.
Einen etwas faden Beigeschmack bekommt das Ganze lediglich durch die vielen losen FĂ€den. Anstatt kurz vor Schluss Mysterien fĂŒr eine zweite Staffel (die noch nicht offiziell bestĂ€tigt wurde) aufzubauen, hĂ€tten gern einige Fragen bezĂŒglich der Welt oder der Hintergrundgeschichte von Wil und Eretria aufgeklĂ€rt werden dĂŒrfen. Wir wissen immer noch nicht genau, was es mit Wils Ehrfurcht einflöĂendem Shannara-VermĂ€chtnis auf sich hat und was es bedeutet, dass Eretria das Armageddon-Kind ist. Ein etwas runderes Ende nach dem ersten Serienkapitel hĂ€tte sich befriedigender angefĂŒhlt.
Nichtsdestotrotz hat „Shannara“ sich sicherlich seine zweite Staffel verdient. Die Welt bietet, wie im letzten Absatz noch lamentiert (und abgesehen davon, dass es nicht an Buchvorlagen fehlt), unendlich viele Möglichkeiten zur Ausarbeitung und Erforschung. Und vielleicht bekommen wir in der nĂ€chsten Season ja auch wenigstens eine Hauptfigur, die nicht durch ihren Nachnamen, eine Prophezeiung oder sonst irgendein magisches Schicksal auserwĂ€hlt ist, sondern rein aus heldenhaftem Gewissen und ohne vorherbestimmte Verpflichtung fĂŒr das Gute kĂ€mpft.
Verfasser: Mario Giglio am Mittwoch, 2. MĂ€rz 2016(The Shannara Chronicles 1x10)
Schauspieler in der Episode The Shannara Chronicles 1x10
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?