Shameless Staffel 8 Episodenguide: Alle Folgen im Überblick!

Shameless Staffel 8

Shameless Staffel 8 Episodenguide

Review zu Shameless Staffel 8

Eine Dramedy wie Shameless ist besonders gut dazu geeignet, über viele Staffeln hinweg zu laufen. Im Kern erzählt sie eine Familiengeschichte und weil Familie Gallagher viele Mitglieder hat, können prinzipiell immer neue interessante Storys um sie herum gestrickt werden. Man begleitet dann als Zuschauer in jedem Jahr seine Lieblingscharaktere - und alle anderen -, und kann zwölf Wochen lang dabei zusehen, was ihnen zustößt und wie sie damit umgehen. In der Theorie ist das natürlich einfacher gesagt als umgesetzt, was man an der achten Staffel deutlich erkennt.

Where the fuck is this coming from?

Statt, wie es früher meistens der Fall war, den Figuren Geschichten auf den Leib zu schneidern, die wenigstens halbwegs nachvollziehbar sind und sie charakterlich wachsen lassen, haben sich John Wells und Konsorten in dieser Staffel überwiegend Entwicklungen ausgedacht, die keinen roten Faden erkennen lassen. Viele Erzählstränge nehmen undurchdachte und wenig glaubhafte Wendungen, so dass am Ende gar kein wirkliches Interesse daran besteht, wie es für die Figuren danach weitergehen könnte. Aber weitergehen wird es und zwar mindestens in einer weiteren Staffel.

Die einzige Figur, die eine echte Entwicklung hinter sich gebracht hat, ist Lip (Jeremy Allen White), aber selbst dieser Handlungsbogen endet mit einer höchst fragwürdigen neuen Wendung. Nach dem Schock über den Tod seines Mentor Youens (Alan Rosenberg) und den diversen Verwicklungen mit Sierra (Ruby Modine) ist Lip an einem halbwegs gesunden Punkt in seinem Leben angekommen. Er weiß, dass er dem Alkohol und allen anderen Rauschmitteln unbedingt abschwören muss, will er nicht daran zugrunde gehen wie sein ehemaliger Professor.

Verstärkt wird diese Einsicht durch seinen zeitweilig abwesenden Sponsor Brad (Scott Michael Campbell), der rechtzeitig zur Finalepisode Sleepwalking zurückkehrt, um Lip abermals von den Vorzügen des Nüchternseins zu berichten. Lip zieht daraus die richtigen Schlüsse, was Sierra zwar nicht hören will, was aber tatsächlich die beste Entscheidung für sie beide ist. Wenn sie jemals eine realistische Chance auf eine funktionierende Beziehung haben wollen, dann muss er erst einmal lernen, mit sich selbst zurechtzukommen.

Die Geschichte von Frank (William H. Macy, l.) und Liam (Christian Isaiah) begann vielversprechend, versandete am Ende aber im Absurden.
Die Geschichte von Frank (William H. Macy, l.) und Liam (Christian Isaiah) begann vielversprechend, versandete am Ende aber im Absurden. - © Showtime

Umso mehr erstaunt das Ende der Staffel für Lip. Was haben sich die Autoren nur dabei gedacht, ihm mit der verlassenen Nichte von Eddie (Levy Tran) sogleich eine neue Verantwortlichkeit aufzuhalsen? Zum einen wurde bisher nie auch nur angedeutet, dass Eddie einen solch monströsen Gedanken hegen könnte, zum anderen macht diese „Adoption“ Lips Entwicklung zumindest teilweise zunichte. Eddie war zwar nie ein voll ausgeformter Charakter, jedoch kommt es einer regelrechten fiktionalen Hinrichtung gleich, wie mit ihr hier verfahren wird. Das hat sie nicht verdient.

Do the right thing

Wenn also schon der stärkste Handlungsbogen der Staffel in einer Enttäuschung endet, kann es um die anderen nicht allzu gut bestellt sein. Und wenn es dann noch festzustellen gilt, dass ausgerechnet Frank (William H. Macy) an zweiter Stelle im Erzählbogenranking genannt werden kann, ist definitiv etwas faul. Sein Erzählstrang begann stark, als er sich entschloss, in Gedenken an seine verstorbene Exfrau Monica ein ehrenwertes Leben zu beginnen. Im Schnelldurchlauf erlebte er hernach die Reihe an Enttäuschungen, die sich heutzutage hinter dem mittlerweile so leeren Begriff des „American Dream“ verbirgt.

Die Serie hatte hier plötzlich wieder etwas zu sagen und das ausgerechnet am Beispiel Frank, der über viele Staffeln hinweg eigentlich nur noch dazu diente, besonders schamlose, aber völlig belanglose Storys vorzutragen. Es ging um die immer stärker werdenden Klassenunterschiede in einem Amerika der Chancenungleichheit, im Land des völlig entfesselten Kapitalismus, in dem eine winzige Klasse in perversem Luxus lebt, während der Rest vor sich hinvegetiert. Diese Beobachtungen wurden fortgeführt im gemeinsamen Handlungsbogen mit Liam (Christian Isaiah) und seinen reichen Schulfreunden, endete aber doch wieder mit Frank im Dixie-Klo.

Der Versuch, aus der Dramedy eine kritische Betrachtung gesellschaftlicher Missstände zu machen, mündet also abermals im Klamauk. Immerhin wurde hier der Versuch gemacht, was für viele andere Handlungsbögen nicht gilt. Besonders ärgerlich ist das bei Fiona (Emmy Rossum), die zu Beginn der Staffel die weitreichende Entscheidung fällte, aus dem Haus auszuziehen, um sich von ihrer Familie abzunabeln. Daraus hätten viele spannende Konflikte entstehen können, wenn zum Beispiel darauf eingegangen worden wäre, wie es denn nun um das Sorgerecht steht, das sie immer noch für Liam hat. Stattdessen bekamen wir mit Nessa (Jessica Szohr) und Ford (Richard Flood) zwei neue Charaktere, die keinerlei Eindruck hinterließen.

Zwischen Fiona (Emmy Rossum) und Ford (Richard Flood) wollte der Funken nie wirklich überspringen.
Zwischen Fiona (Emmy Rossum) und Ford (Richard Flood) wollte der Funken nie wirklich überspringen. - © Showtime

Das liegt eindeutig nicht an den Schauspielern, sondern am Drehbuch. Nessa war für Fiona nur eine Figur zum Quatschen, und Ford nur eine zum Vögeln. Gegen Ende der Staffel wurde für sie dann wieder ein Handlungsbogen herbeigedichtet, der am Schluss mit einer schönen, aber äußerst unglaubwürdigen Schleife abgeschlossen werden konnte. Wie geht es mit Fiona weiter, nun, da sie ihre Probleme mit einem Handstreich erledigt hat? Gibt es derzeit etwas in ihrem Leben, das uns Zuschauer interessieren könnte? Ich kann beim besten Willen nichts finden. Aus dramaturgischer Sicht ist das beinahe eine Katastrophe.

Marital bliss

Selbiges gilt für den Handlungsbogen von Ian (Cameron Monaghan). Aus etwas Interessantem, dem Konflikt mit der eigenen Schwester, wurde sehr schnell etwas Albernes, nämlich seine Stilisierung zum „Gay Jesus“. Diese Geschichte hätte mit einer nachhaltigen Entwicklung abgeschlossen werden können, hätte Ian am Ende Einsicht gezeigt, zu weit gegangen zu sein. Aber obwohl Trevor (Elliot Fletcher) versucht, ihm genau das einzureden, macht Ian einfach stur da weiter, wo er aufgehört hat: mit einer öffentlichen Demonstration, die zu nichts führen kann. Er wird verhaftet und wandert wahrscheinlich ins Gefängnis. Wem ist damit nun geholfen?

Die größten Ärgernisse in dieser Staffel waren allerdings die Handlungsbögen von Carl (Ethan Cutkosky), Kevin (Steve Howey) und V (Shanola Hampton). Erstgenannter hat in beinahe der gesamten Staffel nichts anderes zu tun, als sich seiner Freundin und späteren Ehefrau Kassidi (Sammi Hanratty) zu erwehren, die seine Geschwister von Anfang an als das bezeichnen, was sie tatsächlich ist: wahnsinnig. Zu keinem Zeitpunkt wurde mir ersichtlich, was Carl, der doch so unbedingt zurück auf die Militärakademie will, an ihr findet.

Sie war nur ein dramaturgisches Hindernis für ihn, weil dem Autorenteam offensichtlich nichts Besseres für seine Figur eingefallen ist. Den vollständigen Übertritt ins Lächerliche haben indes Steve und V unternommen, in deren gemeinsamem Handlungsbogen mit Svetlana (Isidora Goreshter) einfach nur noch Dinge passiert sind, die jemand im Autorenteam für besonders witzig beziehungsweise schamlos gehalten haben muss. Dabei hat es so gut angefangen mit Kevins Besuch bei seiner Hillbilly-Verwandtschaft und seiner damit einhergehenden Identitätskrise. Statt darauf aufzubauen, entwickeln V und er aber ein unbegreifliches Interesse dafür, dass Svetlana einen reichen Mann heiratet, warum auch immer.

Bleibt noch, Debbie (Emma Kenney) zu erwähnen, deren Erzählstrang aber immer ein bisschen im Abseits stand, was im Finale in ihrem Unwillen gipfelte, Carl aus seiner misslichen Lage zu befreien. Am Schluss wurde noch einmal baby daddy Derek (Damien Diaz) zurückgebracht, woraus das Autorenteam aber auch kein nennenswertes Konfliktpotential schlagen konnte. So dominiert am Ende der achten Staffel größtenteils Ernüchterung darüber, dass aus vielversprechend angefangenen Handlungsbögen nur sehr wenig gemacht wurde. Das wäre weniger ärgerlich, würde die Grundkonstellation von Shameless nicht viel mehr zulassen. Vielleicht wird es in der kommenden neunten Staffel ja wieder besser.

Teaser zu Staffel 9 der US-Serie „Shameless“:

Shameless Staffel 8 Episodenguide

26. Februar 2018

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8x04 – Superdaddy
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Fiona (Emmy Rossum) erwägt derweil, in ihr eigenes Haus einzuziehen, nachdem Ford (Richard Flood) ihr eine Seite... weiterlesen

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14. Mai 2018

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Lip (Jeremy Allen White) lässt die völlig verängstigte Sierra (Ruby Modine) und Lucas (Cooper J. Friedman) indes bei sich... weiterlesen

21. Mai 2018

Fiona (Emmy Rossum) kehrt zu ihren Wurzeln zurück, um die obdachlosen Besetzer aus ihrer Wohnung zu jagen weiterlesen

Ian (Cameron Monaghan) versteckt sich derweil vor den Strafverfolgungsbehörden weiterlesen

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