Sexify Staffel 1 Episodenguide: Alle Folgen im Überblick!

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Review zu Sexify Staffel 1

Bevor Netflix sich weltweit verbreitet und gefühlt in jedem Land der Welt eine oder mehrere Eigenproduktion bestellt hatte, war es für Serienjunkies durchaus herausfordernd, ihren Horizont zu erweitern. Inzwischen ist es mit einem Klick möglich, die verschiedensten Produktionen in Sekundenschnelle abzurufen und sie mit verschiedenen Sprach- und Untertiteloptionen zu konsumieren. Die eigenen polnischen Wurzeln konnte ich dabei bisher selten berieseln lassen. Das hat Sexify nun geändert, dessen erste Staffel ich mir inzwischen in der Gänze im Original mit deutschen Untertiteln angeschaut habe. What a time to be alive!

Ich bleibe dabei, dass das Format so etwas wie der Versuch sein könnte, den Erfolg von How to Sell Drugs Online (Fast) auf die Uni- und App-Entwicklung zu stülpen, kann mir aber auch selbst denken, dass das in der Realität wohl eher nicht so war. Mir ist auch bewusst, dass es bei Netflix schon 1983, The Woods und ein paar andere polnische Serien gab, doch die Dramedy ist die erste, die mich wirklich interessierte. Dabei wird das Rad sicherlich nicht neu erfunden, manchmal wird das Thema Sexualität und Frauendasein auch reichlich naiv aufbereitet. Trotzdem habe ich die acht Folgen innerhalb weniger Tage sehr gerne geschaut.

Darum geht es in der ersten Staffel der Serie Sexify

Wie bereits in der Pilotbesprechung erwähnt, steht die ambitionierte Natalia (Aleksandra Skraba) im Zentrum. Ihr Leben gilt der akademischen Arbeit und sie gilt als Musterstudentin. Seit drei Jahren entwickelt sie eine Studie über das Schlafen und wie man sich effizienter erholen kann. Weil ihr Projekt trotz Bestnoten als langweilig gilt und wohl bei einem echten Start-up-Wettbewerb nur wenig Chancen auf einen Preis hätte, muss sie umdisponieren. Da nun mal - so die Beobachtung - (fast) alle Studenten gerne Sex haben, wird das eben zur neuen Abschlussarbeit. Entstehen soll eine App, die mit einem Fragebogen der Frau dabei hilft, zum Höhepunkt zu kommen. Natalia selbst hat ihre Schwierigkeiten mit Zwischenmenschlichem. So etwas wie einen Freund hatte sie wohl noch nie. Sex erst recht nicht. Allerdings lernt sie während der Staffel den Sexshop-Betreiber Adam (Jan Wieteska) kennen.

Zum zentralen Trio gehören noch ihre Freundin Paulina (Maria Sobocinska), die mehr Erfahrung mitbringt, ihre Beziehung aber als Katholikin geheim hält und sich nicht traut anzusprechen, was ihr an der Partnerschaft mit ihrem Freund, dem Soldat Mariusz (Piotr Pacek), nicht gefällt. So wird sie bald in Hochzeitspläne verwickelt, die sie überrumpeln, während sie eigentlich lieber etwas mehr experimentieren wollen würde. Man kann sich die Figur etwas wie Charlotte in Sex and the City als Studentin vorstellen. Ein wenig verklemmt, aber irgendwo unterdrückt sie eine scheinbar „wilde Braut“. Die dritte Hauptfigur Monika (Sandra Drzymalska) ist der freche Wildfang der Gruppe. Ständig am Tindern, rebellisch den Eltern gegenüber und ein bisschen eine Samantha. Lange Zeit hat sie die Uni geschwänzt, doch der Vater dreht den Geldhahn zu und zwingt sie so, ihren Abschluss in Angriff zu nehmen. Papa hat eine eigene Firma, aber er vertraut ihr nicht in dem Maße, dass sie die Abteilung übernehmen könnte.

Im Verlauf der Staffel lernen sich die Studentinnen besser kennen und bündeln ihre Kräfte. Zu Recherchezwecken geht es in den Sexshop, auf die Erotikmesse oder sie funktionieren das Studentenwohnheim teilweise in eine Art Forschungsbordell um. Zudem wird der 3D-Drucker zweckentfremdet, wozu, könnt Ihr vielleicht erahnen...

Weil der Konkurrent Rafal (Kamil Wodka) aka der Typ mit dem Haargel, welches per Bluetooth seine Farbe ändern soll, bei Natalia abblitzt, werden sie zu Widersachern. Er montiert durch sein Zimmer eine Kamera im „Korpulatorium“. Später meldet er das dem Dekan, der damit droht, die drei App-Entwicklerinnen vor die Tür zu setzen.

Mit einigen Tricks gelingt es, beim Start-up-Wettbewerb das Projekt vor den versammelten Univertretern des Landes vorzustellen. Allerdings zieht man dann doch den Kürzeren, obwohl die Präsi sehr leidenschaftlich rüberkommt. Doch die drei lassen sich nicht unterkriegen und wollen die App dennoch auf den Markt bringen, denn Monika setzt dafür ein paar Hebel in Bewegung. Natalia probiert derweil, Adam näher kennenzulernen und Paulina will erst einmal auf eigenen Beinen stehen und ihre Optionen prüfen.

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Warum hat mir Sexify gefallen?

Netflix
Netflix - © Netflix

Nun, da wäre zunächst einmal der Fakt, dass ich eine gefühlt recht authentische Repräsentation des polnischen Unilebens junger Frauen gesehen habe. Natürlich hat man es mit einer fiktionalen Serie zu tun und deswegen mit bestimmten Überspitzungen und Übertreibungen. Doch das Drumherum wirkte halbwegs nachvollziehbar. Nebenjobs, Eltern, Glauben, Freizeit. Das hat mir gefallen und das habe ich aus dieser Region bisher noch nicht oft gesehen.

Zudem sind mir die Charaktere schnell ans Herz gewachsen. Natürlich ist und bleibt Natalia schwierig, weil sie vermeintlich unnahbar ist und sie spielt oft eine Expositionsrolle. Besonders viel Tiefgang sollte man da nicht erwarten, aber das möchten die Macher sicherlich auch gar nicht. Die Probleme von jungen Frauen werden allerdings durchaus ernst genommen und angesprochen - auch das weiß ich zu schätzen. Besonders in einer Gesellschaft, die in gewissen Punkten so konservativ und männerdominiert ist wie die polnische. Das Herumdrucksen von Paulina ist ebenfalls nicht immer zielführend, aber das macht ihren Charakter irgendwo auch aus. Sie ist in meinen Augen wahrscheinlich sogar die greifbarste der Frauen, weil von allen Ecken und Enden immer Erwartungsdruck auf ihr lastet, etwa durch den Freund, die Familie oder die Kirche. Ihr Ausleben, sei es durch die Bekanntschaft von Adams Schwester im Sexshop oder durch Drogen und Partys, sorgt bisweilen für irrwitzige Situationen - beispielsweise, wenn die Familie das Wohnheim besucht.

Die Idee, das Wohnheim zu einem Refugium der Sexualforschung zu machen, hat mich ebenfalls zum Lachen gebracht. Dass so etwas für Probleme sorgen kann, wenn es auffliegt, lag sofort auf der Hand. Monika ist derweil besonders immer im Kontrast zur unerfahrenen Natalia Gold wert. Ihre kleinen Frechheiten und Kabbeleien bereichern die Dynamik. Manchmal ist das Tempo der Serie etwas lahm und wie schon in der Besprechung des Piloten erwähnt, hätte man sicherlich auch gut einen Halbstünder daraus machen können. Dennoch gibt es pro Kapitel immer wieder kleine Highlights, die einen erheitern. Den Score werde ich auch eine Weile im Kopf behalten, weil dieser stöhnende Elektrobeat sehr oft eingesetzt wird und etwas ganz eigenes Minimalistisches hat.

Eigentlich setzt das Finale einen schönen Schlussstrich unter die Serie. Man könnte allerdings sehr einfach eine Fortsetzung produzieren, wenn man wollen würde. Dabei ist allerdings fraglich, wie man eine ähnlich dramaturgisch spannende Geschichte erzählen könnte. Sicherlich kann man die Irrungen und Wirrungen der Start-up-Welt erzählen oder einen Zeitsprung machen und die Anfangsphase überspringen, so dass man ähnlich wie bei Silicon Valley ins Haifischbecken geworfen wird und sieht, wie die drei Frauen und ihre Kollegen zurechtkommen. So oder so: Ich würde wohl wieder reinschauen, wenn eine weitere Staffel folgt, wäre aber auch nicht unglücklich, wenn es bei den acht Folgen bleiben sollte.

Fazit

Netflix
Netflix - © Netflix

Wer eine Affinität für die polnische Kultur mitbringt, kann durchaus mal in Sexify hereinschauen, es kann ja nie schaden, den eigenen Horizont in Sachen Serienkonsum zu erweitern. Beispielsweise auch dann, wenn man die Region bisher kaum beachtet hat. Dann erwartet einen eine oft kurzweilige kleine Serie, die sicherlich nicht perfekt ist, aber doch durch ihre sympathischen Darsteller, ihren schrulligen Charakter und ihre Ideen einen ganz eigenen Charme versprüht.

Sexify: Trailer zur polnischen Netflix-Serie

Hier abschließend noch der Trailer zur ersten Staffel der polnischen Serie „Sexify“ auf Netflix:

Du kannst die Serie Sexify jetzt sofort bei Netflix streamen.

Sexify Staffel 1 Episodenguide

1x01 – Folge 1
28. April 2021

Als Natalie (Aleksandra Skraba) schlechte Nachrichten von einem Professor über die von ihr entwickelte App erhält, ist sie gezwungen eine neue Idee anzugehen. weiterlesen

1x02 – Folge 2
28. April 2021

Natalie (Aleksandra Skraba) beschließt eine App zu entwickeln, die den weiblichen Orgasmus optimiert. Doch als sie erkennt, dass sie keine Ahnung hat, wendet sie sich an Paulina (Maria... weiterlesen

1x03 – Folge 3
28. April 2021

Als die Mädels im Sexladen nicht finden, was sie sich erhofft hatten, wird Natalie (Aleksandra Skraba) selbst erfinderisch. weiterlesen

1x04 – Folge 4
28. April 2021

Natalie (Aleksandra Skraba) und Paulina (Maria Sobocinska) besuchen eine Sex-Messe um mehr über Intimität zu erfahren. weiterlesen

Monika (Sandra Drzymalska) sucht inzwischen nach Teilnehmern für ihre... weiterlesen

1x05 – Folge 5
28. April 2021

Monikas (Sandra Drzymalska) Idee, wie sie an Daten kommen, ist zwar gut doch Natalie (Aleksandra Skraba) ist von den Ergebnissen enttäuscht. weiterlesen

Die Mädchen besuchen einen Kurs über weibliche... weiterlesen

1x06 – Folge 6
28. April 2021

Nachdem sie ihre Eltern jeweils an Ostern gesehen haben, müssen die Mädels erst einmal Dampf ablassen. Doch zum Glück wird auf der Dachterrasse eine wilde Party gefeiert. weiterlesen

1x07 – Folge 7
28. April 2021

Nachdem der Dekan einen anonymen Tipp erhalten hat, untersucht er das Projekt der Mädchen und droht ihnen, sie von der Uni zu schmeißen. weiterlesen

1x08 – Folge 8
28. April 2021

Die Mädchen stehen vor dem großen Pitch auf dem Technik-Wettbewerb. Sie müssen sich jetzt entscheiden ob sie für die Teilnahme wirklich alles opfern wollen. weiterlesen

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