Sexify 1x01

Sexify 1x01

Aus Polen kommt die neue Netflix-Dramedy Sexify. Darin geht es um eine Studentin, die kurz vor der Promotion steht und ihre Abschlussarbeit kurzerhand auf den Kopf stellen muss. Aus einer Studie zum Thema Schlaf wird eine Sex-App.

Szenenfoto aus der Serie Sexify (c) Netflix
Szenenfoto aus der Serie Sexify (c) Netflix
© zenenfoto aus der Serie Sexify (c) Netflix

Serien aus Polen sind bei Netflix noch recht selten, besonders solche mit humorigem Einschlag. Das Àndert sich nun allerdings durch Sexify, die zunÀchst achtteilige Dramedy, deren Folgen rund 50 Minuten lang sind. Schaut man sich die Auftaktfolge an, dann werden hier Elemente aus Masters of Sex, Komm schon!, Sex and the City, The Big Bang Theory und How to Sell Drugs Online (Fast) mit einer polnischen Uniwelt vermischt und das macht durchaus Lust auf mehr.

Darum geht es in Sexify

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Netflix - © Netflix

Im Zentrum steht die ambitionierte Natalia (Aleksandra Skraba), die ihr Leben der akademischen Arbeit widmet und anders als ihre Kommilitonen keine Lust auf stĂ€ndige Party und unverbindlichen Sex hat. Seit drei Jahren entwickelt sie eine Studie ĂŒber das Schlafen und wie man sich effizienter erholen kann (oder so). Die Details sind unwichtig. Sie ist zwar eine Vorzeigestudentin, muss jedoch erfahren, dass das Projekt trotz Bestnoten als langweilig gilt und wohl bei einem echten Start-up-Wettbewerb nur wenig Chancen auf einen Preis hĂ€tte. Das zerstört die FrĂŒchte ihrer bisherigen Arbeit. Um sie herum wird außerdem stĂ€ndig wild und hemmungslos gevögelt, so dass sie nie wirklich zur Ruhe kommen kann.

Ihre Freundin Paulina (Maria Sobocinska) klebt dauernd an ihrem Smartphone und ist in einer Beziehung, in der sie zwar oft Sex hat, aber dabei offensichtlich kein großes VergnĂŒgen empfindet. Den Freund Mariusz liebt sie trotzdem und kleidet sich beispielsweise entsprechend, um ihm zu gefallen. Bei einer Geburtstagsfeier seiner Familie verlobt er sich obendrein mit ihr und hofft so, die Beziehung nicht mehr geheim halten zu mĂŒssen. Ihre Mutter weiß nĂ€mlich nichts davon, wie es scheint.

Die Dritte im Bunde ist Monika (Sandra Drzymalska), sie ist die Tochter eines reichen Mannes, der sich einen Bodyguard und ihr eine millionenschwere Wohnung leisten kann. Papa erwischt sie beim Sex mit einem gewissen Marek und stellt sie vor ein Ultimatum, da sie ein halbes Jahr nicht mehr die Unikurse besucht hat. Er dreht den Geldhahn zu, wenn sie nicht fertig studiert. Zudem quartiert er sie ins Studentenwohnheim ein. Auch ohne Luxus weiß Monika sich zu vergnĂŒgen, denn willige Mitstudenten oder Tinder-Dates lassen sich schnell organisieren.

Im Zentrum steht Natalias Versuch, ihre Forschungsarbeit innerhalb kurzer Zeit irgendwie zu retten. DafĂŒr will sie sich mit einem Studienkollegen zusammentun, der an einem Bluetooth-Gel arbeitet, das irgendwie seine Farbe Ă€ndern kann. Science! I guess...

Nur missversteht er die „Partnerschaft“ völlig und denkt, dass sie ihn anflirtet und mit ihm schlafen möchte. Allerdings ist Natalia offenbar recht asexuell und lĂ€sst ihn deutlich abblitzen. Bei Monika taucht hingegen der Ex auf, wĂ€hrend sie mit einem Lieferboten pennt und deswegen halbnackt aus dem eigenem Zimmer und zur Zimmernachbarin Natalia klettert. Dort inspiriert sie diese, dass Personen in ihrem Alter doch stĂ€ndig nur Sex im Kopf haben und so Ă€ndert sie die App zu etwas, was sexyer ist, als sich das der Dozent der Dissertation gewĂŒnscht hat... Doch wie soll die unerfahrene Natalia nur genug Daten sammeln? Vielleicht helfen ja Paulina und Monika dabei...

Was, das alle antörnt

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Sex sells“ ist wohl eine der Ă€ltesten Regeln im Unterhaltungsbusiness. Das kann man nur schwer leugnen. Sexify prĂ€sentiert sich dem Thema angemessen und startet direkt mit nackten Tatsachen. Im Lauf der Episode sieht man mehrere der Protagonistinnen dann auch nackt. Als gebĂŒrtiger Pole meine ich, darin durchaus die osteuropĂ€ische MentalitĂ€t fĂŒr mehr FreizĂŒgigkeit erkennen zu können... So habe ich mir die Serie auch im polnischen Original mit Untertiteln angeschaut und finde, dass die Kreativen eine - sofern ich das mit den eingerosteten Sprachkenntnissen bewerten kann - relativ authentische Dialogarbeit abliefern. Auch einige polnische Gepflogenheiten, etwa bei der Geburtstagsfeier erkenne ich wieder.

Die Hauptfiguren finde ich unterschiedlich, sympathisch und interessant genug, um weiterschauen zu wollen. Natalia ist dabei selbstredend die Figur, mit der man am schwierigsten warm wird, was aber natĂŒrlich auch gewollt ist. Als eine Art weiblicher Sheldon Cooper (Jim Parsons) aus The Big Bang Theory sorgt sie eben fĂŒr Lacher und unangenehme Situationen, bei denen der Zuschauer wissen möchte, wie sie reagiert. Ob die Figur irgendwo auf dem Spektrum ist, bleibt dabei meiner Meinung nach offen, muss ja aber nicht immer ein Aspekt solcher Charaktere sein. Zudem fĂ€nde ich eine asexuelle Frau im Mittelpunkt einer Serie durchaus spannend. Bisher hatte ich allerdings noch keine Zeit, die weiteren Folgen anzutesten.

Über die LauflĂ€nge der Folgen war ich beim Blick in die Netflix-App aber ein wenig verwundert, denn ich hĂ€tte an sich mit einer halbstĂŒndigen Serie gerechnet, was dem Tempo der ErzĂ€hlung vielleicht nicht geschadet hĂ€tte. How to Sell Drugs Online (Fast) beweist beispielsweise, dass man auch bei dieser LauflĂ€nge viel unterkriegen kann. Die Drogensatire ist fĂŒr mich eine kleine Referenz, was die Stimmung betrifft. Man schafft es bei Sexify nicht ganz, so stylisch oder dynamisch zu sein, muss man aber auch nicht. FĂŒr polnische VerhĂ€ltnisse ist das Format sicherlich sogar recht flott.

Ab und zu geht es auch reichlich skurril zu, was dann fĂŒr Schmunzler sorgen kann - zum Beispiel, wenn eine alte Frau bei einem PC-Experten einen kaputten Desktop-Tower abgibt und den LĂŒfter abgeklebt hat, damit dort kein Staub reinkommt oder wenn ein Student sich mit der Schaffung von phallischen Gummis beschĂ€ftigt oder wenn ein Kondom hinter Bruchglas aufbewahrt wird. „Sexify“ ist sicherlich nicht das tiefsinnigste Format, das will es aber auch gar nicht sein, sondern spielerisch mit der SexualitĂ€t von Studentinnen umgehen. Immerhin gibt es - im Leben und in der Serie - zahlreiche Beispiele, in denen es das mĂ€nnliche Geschlecht sehr viel leichter hat, zum Höhepunkt zu kommen, als es bei Frauen der Fall ist. Ich bin also gespannt, was in den weiteren sieben Episoden so erzĂ€hlt wird. Mal schauen, ob die MĂ€nner der Serie im Verlauf dann irgendwann etwas besser wegkommen. In der ersten Folge wirken einige nĂ€mlich noch wie ziemliche Trottel oder Egoisten, wobei es natĂŒrlich ĂŒberall solche und solche gibt...

Fazit

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Wer seinen europĂ€ischen Serienhorizont erweitern will und Polen auf der Streaming-Landkarte noch nicht abhaken konnte, könnte das bei Sexify vielleicht genießen. Das Format hat durchaus charismatische und witzige Seiten, vor allem was die Charaktergestaltung angeht, könnte stellenweise aber noch etwas dynamischer sein. Trotzdem ist das Thema der Serie nicht alltĂ€glich und deswegen in meinen Augen einen Blick wert. Kein absoluter Höhepunkt, kein multipler Orgasmus, aber auch kein vorzeitiger Streamingabbruch.

Du kannst die Serie Sexify jetzt sofort bei Netflix streamen.

Sexify: Deutscher Trailer zur Netflix-Serie

Hier abschließend noch der Trailer zur neuen Serie „Sexify“ beim Streamingdienst Netflix:

Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 28. April 2021

Sexify 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Sexify 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Folge 1
Titel der Episode im Original
Odcinek 1
Erstausstrahlung der Episode in Polen
Mittwoch, 28. April 2021 (Netflix)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 28. April 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 28. April 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Mittwoch, 28. April 2021

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